Scheunenviertel soll jetzt auch Meisen anlocken Ulrich Westermann Petershagen-Schlüsselburg. Der Anfang ist gemacht: In Schlüsselburg haben acht Meisennistkästen ihren Platz erhalten. „Die Idee zu dieser Aktion hatten Friedrich und Gisela Hoppe. Die Vogelbehausungen sind in öffentlicher und privater Umgebung mit der Öffnung zur Ostseite angebracht worden, unter anderem auch im Scheunenviertel. Eine Fortsetzung ist möglich“, berichtete der erste Vorsitzende des Vereins „Dat Schünenvertel“, Hartmut Precht. Eine wichtige Rolle spiele die Sauberkeit der Kästen. Die Behausungen seien so konstruiert, dass sie nach der Brutsaison gereinigt werden könnten, betonte Precht. Doch das Scheunenviertel soll nicht nur Meisen locken: An dem Gebäudeensemble des Scheunenviertels führen zahlreiche Radler-Erlebnistouren vorbei, unter anderem die Mühlen-, Storchen-, Weserland- und Landart-Route. Vom Scheunenviertel bis zum Dümmer müssen 75, bis zum Steinhuder Meer 20 Kilometer zurückgelegt werden. Petershagen ist nach 20, Minden nach 32 Kilometern erreicht. Bis nach Stolzenau jenseits der Landesgrenze zwischen Westfalen und Niedersachsen sind es nur 3,8 Kilometer. Die Saison beendet hat Doris Schwarz aus Warmsen-Morlinge. Sie bot mit ihrer „Wandelbar auf Rädern“ nach Absprache mit der Schlüsselburger Kulturgemeinschaft unter dem Motto „Hier im Scheunenviertel“ frische Waffeln, Snacks, Heiß- und Kaltgetränke unter Corona-Bedingungen an. Zu den Kunden gehörten Radler, Wohnmobil- und Pkw-Fahrer. „Das Interesse war da, allerdings hätte ich mir doch noch etwas mehr Zulauf gewünscht. Geplant ist ein Neustart im Frühjahr 2021“, sagte die gelernte Köchin. Der Verein „Dat Schünenvertel“ hat sich seit seiner Gründung im Juli 2008 zum Ziel gesetzt, das eigenständige Gebäudequartier in nordwestlicher Ortslage für einheimische und auswärtige Besucher durch behutsame Weiterentwicklung zugänglich und erlebbar zu machen. Die Anlage setzt sich aus 26 Scheunen zusammen. Die Gebäude sind überwiegend im 19. Jahrhundert errichtet worden. Einige können auch dem 18. Jahrhundert zugeordnet werden. Der bauliche Kern einer kleineren Scheune an der Stolzenauer Straße stammt sogar aus dem 16. Jahrhundert. In früheren Jahren waren Brände und Weserhochwasser für die Schlüsselburger Bevölkerung eine ständige Bedrohung. Eine vernichtende Feuerkatastrophe wütete im Jahr 1617, als nur noch die Schlüsselburg mit der Amtsverwaltung sowie ein Bürger- und Backhaus verschont blieben. Schließlich wurde abseits der Ortslage auf der flussabgewandten Seite das Scheunenviertel errichtet, um so Vieh, Ernteerträge und Vorräte zu schützen. Zu den Gebäuden gehört „Putzers Scheune“, die von den Mitgliedern des Vereins „Dat Schünenvertel“ restauriert worden ist. Restarbeiten im Innenbereich stehen noch an. Ein Teil der Freifläche auf der Rückseite des kleinen Gebäudes ist in diesem Jahr zum ersten Mal als Gartenland genutzt worden. „Ein Einheimischer hat dort Kartoffeln, Kohl, Bohnen und weiteres Gemüse angebaut“, wusste Hartmut Precht. Zudem wies er darauf hin, dass die Bezeichnung „Putzers Scheune“ auf den ehemaligen Besitzer zurückgehe. Er sei in Schlüsselburg viele Jahre lang als Friseur tätig gewesen. „Die Stadt Petershagen hat dieses Gebäude vor einigen Jahren übernommen und dann unserem Verein zur Umgestaltung und Nutzung übertragen“, berichtete der erste Vorsitzende.

Scheunenviertel soll jetzt auch Meisen anlocken

Petershagen-Schlüsselburg. Der Anfang ist gemacht: In Schlüsselburg haben acht Meisennistkästen ihren Platz erhalten. „Die Idee zu dieser Aktion hatten Friedrich und Gisela Hoppe. Die Vogelbehausungen sind in öffentlicher und privater Umgebung mit der Öffnung zur Ostseite angebracht worden, unter anderem auch im Scheunenviertel. Eine Fortsetzung ist möglich“, berichtete der erste Vorsitzende des Vereins „Dat Schünenvertel“, Hartmut Precht. Eine wichtige Rolle spiele die Sauberkeit der Kästen. Die Behausungen seien so konstruiert, dass sie nach der Brutsaison gereinigt werden könnten, betonte Precht.

Hartmut Precht beim Anbringen eines Vogelnistkastens im Scheunenviertel.

Fotos: Ulrich Westermann - © Ulrich Westermann
Hartmut Precht beim Anbringen eines Vogelnistkastens im Scheunenviertel.
Fotos: Ulrich Westermann - © Ulrich Westermann

Doch das Scheunenviertel soll nicht nur Meisen locken: An dem Gebäudeensemble des Scheunenviertels führen zahlreiche Radler-Erlebnistouren vorbei, unter anderem die Mühlen-, Storchen-, Weserland- und Landart-Route. Vom Scheunenviertel bis zum Dümmer müssen 75, bis zum Steinhuder Meer 20 Kilometer zurückgelegt werden. Petershagen ist nach 20, Minden nach 32 Kilometern erreicht. Bis nach Stolzenau jenseits der Landesgrenze zwischen Westfalen und Niedersachsen sind es nur 3,8 Kilometer.

Charakteristisch für das Schlüsselburger Scheunenviertel ist die enge Bebauung. - © Ulörich Westermann
Charakteristisch für das Schlüsselburger Scheunenviertel ist die enge Bebauung. - © Ulörich Westermann

Die Saison beendet hat Doris Schwarz aus Warmsen-Morlinge. Sie bot mit ihrer „Wandelbar auf Rädern“ nach Absprache mit der Schlüsselburger Kulturgemeinschaft unter dem Motto „Hier im Scheunenviertel“ frische Waffeln, Snacks, Heiß- und Kaltgetränke unter Corona-Bedingungen an. Zu den Kunden gehörten Radler, Wohnmobil- und Pkw-Fahrer. „Das Interesse war da, allerdings hätte ich mir doch noch etwas mehr Zulauf gewünscht. Geplant ist ein Neustart im Frühjahr 2021“, sagte die gelernte Köchin.

Der Verein „Dat Schünenvertel“ hat sich seit seiner Gründung im Juli 2008 zum Ziel gesetzt, das eigenständige Gebäudequartier in nordwestlicher Ortslage für einheimische und auswärtige Besucher durch behutsame Weiterentwicklung zugänglich und erlebbar zu machen. Die Anlage setzt sich aus 26 Scheunen zusammen.

Die Gebäude sind überwiegend im 19. Jahrhundert errichtet worden. Einige können auch dem 18. Jahrhundert zugeordnet werden. Der bauliche Kern einer kleineren Scheune an der Stolzenauer Straße stammt sogar aus dem 16. Jahrhundert.

In früheren Jahren waren Brände und Weserhochwasser für die Schlüsselburger Bevölkerung eine ständige Bedrohung. Eine vernichtende Feuerkatastrophe wütete im Jahr 1617, als nur noch die Schlüsselburg mit der Amtsverwaltung sowie ein Bürger- und Backhaus verschont blieben. Schließlich wurde abseits der Ortslage auf der flussabgewandten Seite das Scheunenviertel errichtet, um so Vieh, Ernteerträge und Vorräte zu schützen.

Zu den Gebäuden gehört „Putzers Scheune“, die von den Mitgliedern des Vereins „Dat Schünenvertel“ restauriert worden ist. Restarbeiten im Innenbereich stehen noch an. Ein Teil der Freifläche auf der Rückseite des kleinen Gebäudes ist in diesem Jahr zum ersten Mal als Gartenland genutzt worden. „Ein Einheimischer hat dort Kartoffeln, Kohl, Bohnen und weiteres Gemüse angebaut“, wusste Hartmut Precht. Zudem wies er darauf hin, dass die Bezeichnung „Putzers Scheune“ auf den ehemaligen Besitzer zurückgehe. Er sei in Schlüsselburg viele Jahre lang als Friseur tätig gewesen. „Die Stadt Petershagen hat dieses Gebäude vor einigen Jahren übernommen und dann unserem Verein zur Umgestaltung und Nutzung übertragen“, berichtete der erste Vorsitzende.

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