Saison abgeschrieben: Die Corona-Pandemie hat das Freibad-Jahr in Lahde stark beeinflusst Oliver Plöger Petershagen-Lahde. Noch während der laufenden Freibadsaison hatte der damalige Kämmerer und heutige Bürgermeister Dirk Breves (CDU) unmissverständlich klar gemacht: „Wirtschaftlich kann man das Jahr 2020 jetzt schon abschreiben.“ Diese Einschätzung dürften die Bilanzzahlen und der Zuschussbedarf mittlerweile deutlich machen. Zu beiden Posten liegen allerdings noch keine abschließenden Zahlen vor. Der Jahresabschluss 2020 wird derzeit noch erstellt, wie es auf MT-Anfrage aus der Verwaltung hieß. Bekannt aber ist die reine Zahl der Badegäste, die im ersten Coronajahr Abkühlung im Freibad gesucht hatten. Diese Zahl liegt bei 9.950, im Vorjahr waren es noch 27.690. „Durch die Hygienekonzepte konnte nur eine gewisse Anzahl von Gästen das Freibad zeitgleich besuchen“, erklärt Pressesprecherin Tatjana Brast. Doch die Zeitfenster wurden von den potenziell einhundert Gästen nicht ausgeschöpft. „Die durch die jeweilig geltenden Hygienekonzepte vorgegebene Tageshöchstgrenze an Besuchern wurde an keinem Badetag erreicht.“ Immerhin sei das Freibad, genau wie schon 2019, an 94 Tagen geöffnet gewesen. Anderslautende Meldungen im MT seien nicht richtig, so Tatjana Brast. Probleme hatte es aber auch vor Corona schon gegeben. In der Saison 2018 waren Zusatzkosten nach einem Wasserschaden im Kiosk fällig geworden, 2019 schlug dann die marode Wärmepumpe durch. Bereits damals hieß es aus der bei der Stadt zuständigen Schul- und Sozialverwaltung: Am zweiten Heizkreislauf seien größere Reparaturen notwendig, die Anlage müsse händisch gesteuert werden. Doch auch wenn das Freibad wohl immer ein Geschäft mit über 120.000 Euro Zuschussbedarf jährlich bleibt, am Ende der letzten Saison vor Corona gab es gute Nachrichten: Die 27.690 Besucher waren das drittbeste Ergebnis seit 2012. Im Vergleich zum Supersommer 2018 mit fast 35.000 Badegästen klang die Zahl zwar gering, stellte aber alle Verantwortlichen zufrieden. Mittlerweile können Rat und Stadt von solchen Zahlen nur träumen. Während Corona forderte die SPD eine Verringerung der Eintrittspreise für Kinder, Jugendliche und Azubis etwa von 1,80 Euro auf 50 Cent und für Erwachsene von 3,60 auf zwei Euro. Die CDU lehnte das ab, vielmehr müsse insgesamt durch weitergehende organisatorische und hygienische Maßnahmen erreicht werden, dass insbesondere die Anzahl der Besucher wesentlich erhöht wird – bei unbegrenzter Aufenthaltszeit. Auch eine Freigabe des Kinderbeckens sollte angestrebt werden. Von einem ermäßigten Eintritt riet Dirk Breves dringend ab. „Das wäre ein falscher Anreiz. Dann heißt es nachher noch: Jetzt locken sie uns mit niedrigen Preisen und dann kommen wir gar nicht rein.“ Ziel müsse es vielmehr sein, das Freibad ohne Corona-Risiko nutzen zu können. Um das zu garantieren, stellte der Rat 10.000 Euro überplanmäßig bereit – 1.000 wurden am Ende für Corona-Schutzmaßnahmen benötigt, wie Tatjana Brast Ende vergangener Woche mitteilte. 2021 soll es übrigens keine weiteren größeren Sanierungsmaßnahmen geben. Ziel sei es allerdings, die Beheizung des Badewassers zum Saisonstart sicherzustellen. Auch hier sind bekanntlich größere Planungen im Zuge eines Nahwärmekonzeptes vorgesehen (das MT berichtet mehrfach). Ohnehin stehen im Freibad die Zeichen auf Veränderung, wie die Rahmenplanung der Stadt deutlich macht. Das Freibad, so heißt es hier, soll langfristig gesichert werden. Im Abschlussbericht ist bereits von der Sanierung und Ertüchtigung der Funktionsräume die Rede, sie entsprächen nicht mehr den heutigen Anforderungen und weisen bauliche und technische Mängel auf. Auch bei der Wasseraufbereitungsanlage bestehe Sanierungsbedarf. Diskutiert worden war auch eine Verlegung des Eingangsbereichs. Dadurch könne zum einen der Bultweg entlastet werden, da der Zugang ebenfalls über die Schulstraße möglich sei. Zum anderen öffne sich der Bildungs- und Freizeitstandort in Richtung des umliegenden Wohnquartiers. Ein hier verlaufender Trampelpfad müsste dann als regulärer Weg gestaltet werden, außerdem könnten so zusätzliche Abstellmöglichkeiten für Fahrräder geschaffen werden. Eine Kostenrechnung für die Umgestaltungen existiert noch nicht, allerdings sollen die Arbeiten 2026 beginnen und 2028 abgeschlossen sein. Soweit ist die Stadt also noch nicht: Vorgesehen ist jetzt ein Saisonstart im Mai – so wie üblich. „Das bewährte Freibadteam wird auch in diesem Jahr für die Besucher tätig sein“, kündigte Tatjana Brast an. Die Hoffnung auf ein Wiedersehen ist auch beim hier groß. „Wir hoffen, dass diese Krise bald vorübergeht und Normalität einkehrt“, heißt es auf der Freibad-Homepage.

Saison abgeschrieben: Die Corona-Pandemie hat das Freibad-Jahr in Lahde stark beeinflusst

Auch wenn man das Jahr 2020 im Freibad Lahde wirtschaftlich wohl eher vergessen kann: Die Freizeiteinrichtung gehört fest zum Zukunftskonzept der Stadt Petershagen. MT-Archivfoto: Oliver Plöger © Plöger,Oliver

Petershagen-Lahde. Noch während der laufenden Freibadsaison hatte der damalige Kämmerer und heutige Bürgermeister Dirk Breves (CDU) unmissverständlich klar gemacht: „Wirtschaftlich kann man das Jahr 2020 jetzt schon abschreiben.“ Diese Einschätzung dürften die Bilanzzahlen und der Zuschussbedarf mittlerweile deutlich machen. Zu beiden Posten liegen allerdings noch keine abschließenden Zahlen vor. Der Jahresabschluss 2020 wird derzeit noch erstellt, wie es auf MT-Anfrage aus der Verwaltung hieß. Bekannt aber ist die reine Zahl der Badegäste, die im ersten Coronajahr Abkühlung im Freibad gesucht hatten. Diese Zahl liegt bei 9.950, im Vorjahr waren es noch 27.690.

„Durch die Hygienekonzepte konnte nur eine gewisse Anzahl von Gästen das Freibad zeitgleich besuchen“, erklärt Pressesprecherin Tatjana Brast. Doch die Zeitfenster wurden von den potenziell einhundert Gästen nicht ausgeschöpft. „Die durch die jeweilig geltenden Hygienekonzepte vorgegebene Tageshöchstgrenze an Besuchern wurde an keinem Badetag erreicht.“ Immerhin sei das Freibad, genau wie schon 2019, an 94 Tagen geöffnet gewesen. Anderslautende Meldungen im MT seien nicht richtig, so Tatjana Brast.

Probleme hatte es aber auch vor Corona schon gegeben. In der Saison 2018 waren Zusatzkosten nach einem Wasserschaden im Kiosk fällig geworden, 2019 schlug dann die marode Wärmepumpe durch. Bereits damals hieß es aus der bei der Stadt zuständigen Schul- und Sozialverwaltung: Am zweiten Heizkreislauf seien größere Reparaturen notwendig, die Anlage müsse händisch gesteuert werden. Doch auch wenn das Freibad wohl immer ein Geschäft mit über 120.000 Euro Zuschussbedarf jährlich bleibt, am Ende der letzten Saison vor Corona gab es gute Nachrichten: Die 27.690 Besucher waren das drittbeste Ergebnis seit 2012. Im Vergleich zum Supersommer 2018 mit fast 35.000 Badegästen klang die Zahl zwar gering, stellte aber alle Verantwortlichen zufrieden.

Mittlerweile können Rat und Stadt von solchen Zahlen nur träumen. Während Corona forderte die SPD eine Verringerung der Eintrittspreise für Kinder, Jugendliche und Azubis etwa von 1,80 Euro auf 50 Cent und für Erwachsene von 3,60 auf zwei Euro. Die CDU lehnte das ab, vielmehr müsse insgesamt durch weitergehende organisatorische und hygienische Maßnahmen erreicht werden, dass insbesondere die Anzahl der Besucher wesentlich erhöht wird – bei unbegrenzter Aufenthaltszeit. Auch eine Freigabe des Kinderbeckens sollte angestrebt werden.

Von einem ermäßigten Eintritt riet Dirk Breves dringend ab. „Das wäre ein falscher Anreiz. Dann heißt es nachher noch: Jetzt locken sie uns mit niedrigen Preisen und dann kommen wir gar nicht rein.“ Ziel müsse es vielmehr sein, das Freibad ohne Corona-Risiko nutzen zu können. Um das zu garantieren, stellte der Rat 10.000 Euro überplanmäßig bereit – 1.000 wurden am Ende für Corona-Schutzmaßnahmen benötigt, wie Tatjana Brast Ende vergangener Woche mitteilte.

2021 soll es übrigens keine weiteren größeren Sanierungsmaßnahmen geben. Ziel sei es allerdings, die Beheizung des Badewassers zum Saisonstart sicherzustellen. Auch hier sind bekanntlich größere Planungen im Zuge eines Nahwärmekonzeptes vorgesehen (das MT berichtet mehrfach).

Ohnehin stehen im Freibad die Zeichen auf Veränderung, wie die Rahmenplanung der Stadt deutlich macht. Das Freibad, so heißt es hier, soll langfristig gesichert werden. Im Abschlussbericht ist bereits von der Sanierung und Ertüchtigung der Funktionsräume die Rede, sie entsprächen nicht mehr den heutigen Anforderungen und weisen bauliche und technische Mängel auf. Auch bei der Wasseraufbereitungsanlage bestehe Sanierungsbedarf. Diskutiert worden war auch eine Verlegung des Eingangsbereichs. Dadurch könne zum einen der Bultweg entlastet werden, da der Zugang ebenfalls über die Schulstraße möglich sei. Zum anderen öffne sich der Bildungs- und Freizeitstandort in Richtung des umliegenden Wohnquartiers. Ein hier verlaufender Trampelpfad müsste dann als regulärer Weg gestaltet werden, außerdem könnten so zusätzliche Abstellmöglichkeiten für Fahrräder geschaffen werden. Eine Kostenrechnung für die Umgestaltungen existiert noch nicht, allerdings sollen die Arbeiten 2026 beginnen und 2028 abgeschlossen sein.

Soweit ist die Stadt also noch nicht: Vorgesehen ist jetzt ein Saisonstart im Mai – so wie üblich. „Das bewährte Freibadteam wird auch in diesem Jahr für die Besucher tätig sein“, kündigte Tatjana Brast an. Die Hoffnung auf ein Wiedersehen ist auch beim hier groß. „Wir hoffen, dass diese Krise bald vorübergeht und Normalität einkehrt“, heißt es auf der Freibad-Homepage.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Petershagen