Rettungsaktion für Einheitseiche scheitert an hohen Kosten Ulrich Westermann Petershagen. Die Einheitseiche auf dem Heldenhain wird nun doch keinen neuen Standort bekommen. Grund sind die Kosten: Die Rettungsaktion für den Baum hätte vermutlich 10.000 Euro gekostet, sagte Ortsbürgermeister Klaus-Dieter Schade. „Da war das Thema natürlich vom Tisch.“ In den vergangenen Monaten wurde von einigen Einwohnern der Vorschlag gemacht, die Eiche, die vor über 30 Jahren zum Zusammenschluss der beiden deutschen Staaten auf dem Heldenhain gepflanzt worden ist, wegen ihres schlechten Allgemeinzustands auszugraben und in anderer Umgebung in die Erde zu bringen. Als neuer Standort wurden beispielsweise der Dreiecksplatz an der Brandhorststraße, die maritime Freizeitanlage östlich der Auffahrt zur L 770 und die Mühlenwiese am Kalberkamp genannt. Die Eiche steht seit 1990 auf dem Heldenhain im Schatten des großen Gehölzes. Die Folge ist, dass Stamm und Astwerk an einem Pattweg auf der Grünanlage zwischen Kreuzstraße und Mindener Straße in ihrer Entwicklung zurückgeblieben sind. Schade hatte auf das an ihn herangetragene Anliegen reagiert und im Dezember 2020 ein Telefongespräch mit dem Leiter des städtischen Bauhofes, Ralf Niemann, geführt. Letztlich wurde ein Ortstermin vereinbart. Dazu hatte sich neben Schade der Vorarbeiter der Bauhof-Grünkolonne, Rainer Redeker, eingefunden. Der Baum zur deutschen Wiedervereinigung dürfte nahezu 40 Jahre alt sein. Bei der Pflanzaktion 1990 war er schätzungsweise fünf bis sieben Jahre alt. Der Stammdurchmesser liegt einen Meter über dem Erdboden bei knapp 15 Zentimetern. Die Baumkronenhöhe hat inzwischen gut acht Meter erreicht. Wie bereits in den Vorjahren ist das Laubgrün nur langsam „in die Gänge gekommen“, viel später als bei den großen Nachbarbäumen. „Ich hatte fast schon damit gerechnet, dass wegen der Trockenheit der vergangen Jahre das letzte Stündlein der Eiche geschlagen hatte, das ist aber nun doch nicht der Fall“, betonte Klaus-Dieter Schade. Rainer Redeker hatte von Anfang an große Bedenken. Er wies darauf hin, dass bei einer möglichen Umsetzung des Baums Spezialgeräte mit einem großen Anfahrtsweg herbeigeschafft werden müssten. Um Klarheit zu schaffen, setzte sich Redeker mit einem Fachbetrieb in Bad Nenndorf in Verbindung. Der Mitarbeiter riet von der Aktion ab, sorgte allerdings für die Kontaktaufnahme mit einem weiteren Betrieb, der in Bad Zwischenahn (Ammerland) ansässig ist. Doch der Aufwand mit den Spezialgeräten wäre sehr groß. Dazu kamen die hohen Kosten und die fehlende Anwachsgarantie. Zur Vereinigung der beiden deutschen Staaten wurden im Jahr 1990 in Petershagen-Ort zwei Baum-Setzlinge in die Erde gebracht. Die „doppelte Pflanzaktion“ begann auf dem Heldenhain. Unter der Regie der Kulturgemeinschaft erhielt dort eine Buche ihren Platz. Dazu hatte der Petershäger Hobbyschnitzer Wilhelm Rohlfing eine Holztafel angefertigt. Drei Tage später war die Freifläche vor dem früheren Amtsgerichtsgebäude an der Mindener Straße Schauplatz einer weiteren Baumpflanzaktion der Stadt. Bereits nach vier Tagen wurde auf dem Heldenhain die von Wilhelm Rohlfing erstellte Holztafel entwendet, auch die Buche kam nicht ungeschoren davon. Da der Vorplatz des Alten Amtsgerichts neu gepflastert wurde, nutzte die Kulturgemeinschaft die Gelegenheit, die Eiche auszugraben und für die abgängige Buche anzupflanzen. Doch der Standort ist für den Baum schwierig. „Vielleicht könnten Baumpaten die Situation verbessern“, sagt Schade, er hofft, dass sich eine Gruppe oder auch eine Einzelperson melden würden.

Rettungsaktion für Einheitseiche scheitert an hohen Kosten

Petershagen. Die Einheitseiche auf dem Heldenhain wird nun doch keinen neuen Standort bekommen. Grund sind die Kosten: Die Rettungsaktion für den Baum hätte vermutlich 10.000 Euro gekostet, sagte Ortsbürgermeister Klaus-Dieter Schade. „Da war das Thema natürlich vom Tisch.“

Der Eichenstamm kommt in der Nähe eines Pattweges aus der Erde. Foto: Ulrich Westerman - © Ulrich Westermann
Der Eichenstamm kommt in der Nähe eines Pattweges aus der Erde. Foto: Ulrich Westerman - © Ulrich Westermann

In den vergangenen Monaten wurde von einigen Einwohnern der Vorschlag gemacht, die Eiche, die vor über 30 Jahren zum Zusammenschluss der beiden deutschen Staaten auf dem Heldenhain gepflanzt worden ist, wegen ihres schlechten Allgemeinzustands auszugraben und in anderer Umgebung in die Erde zu bringen. Als neuer Standort wurden beispielsweise der Dreiecksplatz an der Brandhorststraße, die maritime Freizeitanlage östlich der Auffahrt zur L 770 und die Mühlenwiese am Kalberkamp genannt. Die Eiche steht seit 1990 auf dem Heldenhain im Schatten des großen Gehölzes. Die Folge ist, dass Stamm und Astwerk an einem Pattweg auf der Grünanlage zwischen Kreuzstraße und Mindener Straße in ihrer Entwicklung zurückgeblieben sind.

Schade hatte auf das an ihn herangetragene Anliegen reagiert und im Dezember 2020 ein Telefongespräch mit dem Leiter des städtischen Bauhofes, Ralf Niemann, geführt. Letztlich wurde ein Ortstermin vereinbart. Dazu hatte sich neben Schade der Vorarbeiter der Bauhof-Grünkolonne, Rainer Redeker, eingefunden. Der Baum zur deutschen Wiedervereinigung dürfte nahezu 40 Jahre alt sein. Bei der Pflanzaktion 1990 war er schätzungsweise fünf bis sieben Jahre alt. Der Stammdurchmesser liegt einen Meter über dem Erdboden bei knapp 15 Zentimetern. Die Baumkronenhöhe hat inzwischen gut acht Meter erreicht. Wie bereits in den Vorjahren ist das Laubgrün nur langsam „in die Gänge gekommen“, viel später als bei den großen Nachbarbäumen. „Ich hatte fast schon damit gerechnet, dass wegen der Trockenheit der vergangen Jahre das letzte Stündlein der Eiche geschlagen hatte, das ist aber nun doch nicht der Fall“, betonte Klaus-Dieter Schade. Rainer Redeker hatte von Anfang an große Bedenken. Er wies darauf hin, dass bei einer möglichen Umsetzung des Baums Spezialgeräte mit einem großen Anfahrtsweg herbeigeschafft werden müssten.

Um Klarheit zu schaffen, setzte sich Redeker mit einem Fachbetrieb in Bad Nenndorf in Verbindung. Der Mitarbeiter riet von der Aktion ab, sorgte allerdings für die Kontaktaufnahme mit einem weiteren Betrieb, der in Bad Zwischenahn (Ammerland) ansässig ist. Doch der Aufwand mit den Spezialgeräten wäre sehr groß. Dazu kamen die hohen Kosten und die fehlende Anwachsgarantie.

Zur Vereinigung der beiden deutschen Staaten wurden im Jahr 1990 in Petershagen-Ort zwei Baum-Setzlinge in die Erde gebracht. Die „doppelte Pflanzaktion“ begann auf dem Heldenhain. Unter der Regie der Kulturgemeinschaft erhielt dort eine Buche ihren Platz. Dazu hatte der Petershäger Hobbyschnitzer Wilhelm Rohlfing eine Holztafel angefertigt.

Drei Tage später war die Freifläche vor dem früheren Amtsgerichtsgebäude an der Mindener Straße Schauplatz einer weiteren Baumpflanzaktion der Stadt. Bereits nach vier Tagen wurde auf dem Heldenhain die von Wilhelm Rohlfing erstellte Holztafel entwendet, auch die Buche kam nicht ungeschoren davon. Da der Vorplatz des Alten Amtsgerichts neu gepflastert wurde, nutzte die Kulturgemeinschaft die Gelegenheit, die Eiche auszugraben und für die abgängige Buche anzupflanzen. Doch der Standort ist für den Baum schwierig. „Vielleicht könnten Baumpaten die Situation verbessern“, sagt Schade, er hofft, dass sich eine Gruppe oder auch eine Einzelperson melden würden.

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