Reepemacher: Die Seilschaft in Meßlingen Ulrich Westermann Petershagen-Meßlingen (Wes). Das Motto „Es bleibt alles anders…!“ lockte in den Landgarten der Familie Kubos. Die Besucher nutzten die Gelegenheit, an den Ständen eines Handwerker- und Kunstmarktes in der westlichen Meßlinger Ortslage in der Nähe der Ösper auf Entdeckung zu gehen. „Es ist sehr gut gelaufen. Das Programm dauerte von 11 bis 18 Uhr. Zu den Leckerbissen an unserer Imbissstation gehörten die Grillwürstchen vom ungarischen Wollschwein. Bereits um 15 Uhr waren wir ausverkauft“, freuten sich Hans-Joachim und Martina Kubos sowie deren Tochter Anjana, die für Organisation und Ablauf zuständig waren. Alte handwerkliche Fertigkeiten früherer Jahre zeigten die Tonnenheider Strickeschläger. Das Team der „Reepemacher“ setzte sich aus Werner Tröger, Gerhard Ahlemeier, Gerhard Franke, Wilhelm Fangmann, August Rüter und Manfred Palenberg zusammen. Aus Sisal und Kunststoff fertigten sie Seile bis zu einer Länge von acht Metern an. „Mit unserer Tätigkeit bilden wir eine Sparte des Heimatvereins Tonnenheide. Das Strickeschlagen hat uns bereits zur Brandenburgischen Landpartie nach Berlin geführt. Auch beim Patronatsfest in Münster waren wir mit von der Partie. In Meßlingen sind wir zum ersten Mal“, erzählten die Fachleute. Zudem wiesen sie darauf hin, dass die Reepe auf vielfältige Weise verwendbar seien, beispielsweise beim Schlittenziehen im Winter oder beim Seilspringen der Kinder. Das musikalische Programm des Gartenfestes gestalteten Manfred Borcherding aus Brokeloh/Landesbergen und Willi Schwier aus Wasserstraße mit dem Akkordeon und der Ziehharmonika. Im Laufe des Nachmittages erklangen Seemanns-, Volks- und Stimmungslieder. Eine Station des Handwerker- und Kreativmarktes führte in ein kleines Zelt, in dem Bilder des Guinea-Flüchtlings Ababacar Diallo sowie Stick- und Stricksachen vorgestellt wurden. Dazu kam ein Stand von Jaqueline Wesling aus Estorf, die im Schulalltag als Lernförder-Dozentin sowie seit vier Jahren als selbstständige Grafik- und Webdesignerin tätig ist. In Meßlingen präsentierte sie das Übungsbuch „Kinderleicht die Zahlen und das ABC schreiben lernen“. Dabei handelt es sich um eine Schrift für Vor- und Grundschüler mit Lernschwächen, Konzentrationsschwierigkeiten und Migrationshintergrund. Jaqueline Wesling hat ihr Buch in den vergangenen beiden Jahren mit Lehrern und Eltern entwickelt. Auf 104 Seiten geht es um 16 verschiedene Schwung- und Schreibübungen, Zahlen von null bis neun und Buchstaben von A bis Z zum Nachmalen und Schreiben. „Alle Übungen sind auf eine Zeitdauer von fünf Minuten beschränkt. Das Titelblatt ziert eine Eule. Es ist ein Krafttier, das für Weisheit steht“, wusste die Verfasserin. Zu ihren weiteren Exponaten gehörten Postkarten, Kalender und ein Malbuch für Frauen. Sie selbst habe von Kindheit an gerne gemalt. Als Autodidaktin seien im Laufe der Jahre Aquarell- und Acrylbilder entstanden. „Einige dieser Werke waren in einer Ausstellung in Hagen bei Neustadt am Rübenberge zu sehen“, erzählte die Autodidaktin. Einen Kunsthandwerkstand hatte Stella Ballare aus Stemmer aufgebaut. Vorgestellt wurden handgefertigte Unikate, beispielsweise Tage-, Reise- und Notizbücher. Bei der Gestaltung der Buchdeckel ging es um verschiedene Motive. Ausschnitte aus alten Landkarten waren ebenso vertreten wie die Wilhelm-Busch-Figuren Max und Moritz. Zudem zeigte Hans-Joachim Kubos Arbeiten, die in seiner Werkstatt für künstlerische Gestaltung auf der alten Fachwerkdeele des Gebäudes entstanden sind. Zu seiner Tätigkeit gehört Flaschenrecycling. Dabei werden alte Flaschen im Brennofen bis zu einer Temperatur von 700 bis 800 Grad erhitzt. „Sie fallen zusammen, so dass schalenähnliche Gebilde entstehen. Diese Glasprodukte können für Pralinen und Teelichter sowie zur Ablage von Kugelschreibern genutzt werden. Im Garten ist die Verwendung als Schmetterlingstränke denkbar. In das Wasser kommen Glaskugeln, die von den Schmetterlingen als Lande- und Aufenthaltsplatz genutzt werden können“, betonte Kubos. Informationen gab es über ein kleines Gehege, in dem die Wollschweinrasse „Mangalitza“ gezüchtet wird. „Unter diesen vom Aussterben bedrohten Tieren sind Kurt und Frieda. Beide haben Bestandsschutz, denn Tiere mit Namen werden bei uns nicht geschlachtet. Den Besuchern haben sie sich wie auf dem Laufsteg präsentiert“, erzählte Martina Kubos.

Reepemacher: Die Seilschaft in Meßlingen

Neuere Arbeiten aus seiner Glaswerkstatt stellte Glaskünstler Hans-Joachim Kubos vor. Fotos: Ulrich Westermann

Petershagen-Meßlingen (Wes). Das Motto „Es bleibt alles anders…!“ lockte in den Landgarten der Familie Kubos. Die Besucher nutzten die Gelegenheit, an den Ständen eines Handwerker- und Kunstmarktes in der westlichen Meßlinger Ortslage in der Nähe der Ösper auf Entdeckung zu gehen. „Es ist sehr gut gelaufen. Das Programm dauerte von 11 bis 18 Uhr. Zu den Leckerbissen an unserer Imbissstation gehörten die Grillwürstchen vom ungarischen Wollschwein. Bereits um 15 Uhr waren wir ausverkauft“, freuten sich Hans-Joachim und Martina Kubos sowie deren Tochter Anjana, die für Organisation und Ablauf zuständig waren.

Alte handwerkliche Fertigkeiten früherer Jahre zeigten die Tonnenheider Strickeschläger. Das Team der „Reepemacher“ setzte sich aus Werner Tröger, Gerhard Ahlemeier, Gerhard Franke, Wilhelm Fangmann, August Rüter und Manfred Palenberg zusammen. Aus Sisal und Kunststoff fertigten sie Seile bis zu einer Länge von acht Metern an. „Mit unserer Tätigkeit bilden wir eine Sparte des Heimatvereins Tonnenheide. Das Strickeschlagen hat uns bereits zur Brandenburgischen Landpartie nach Berlin geführt. Auch beim Patronatsfest in Münster waren wir mit von der Partie. In Meßlingen sind wir zum ersten Mal“, erzählten die Fachleute. Zudem wiesen sie darauf hin, dass die Reepe auf vielfältige Weise verwendbar seien, beispielsweise beim Schlittenziehen im Winter oder beim Seilspringen der Kinder.

Jaqueline Wesling präsentierte ein Übungsbuch.
Jaqueline Wesling präsentierte ein Übungsbuch.

Das musikalische Programm des Gartenfestes gestalteten Manfred Borcherding aus Brokeloh/Landesbergen und Willi Schwier aus Wasserstraße mit dem Akkordeon und der Ziehharmonika. Im Laufe des Nachmittages erklangen Seemanns-, Volks- und Stimmungslieder.

Eine Station des Handwerker- und Kreativmarktes führte in ein kleines Zelt, in dem Bilder des Guinea-Flüchtlings Ababacar Diallo sowie Stick- und Stricksachen vorgestellt wurden. Dazu kam ein Stand von Jaqueline Wesling aus Estorf, die im Schulalltag als Lernförder-Dozentin sowie seit vier Jahren als selbstständige Grafik- und Webdesignerin tätig ist. In Meßlingen präsentierte sie das Übungsbuch „Kinderleicht die Zahlen und das ABC schreiben lernen“. Dabei handelt es sich um eine Schrift für Vor- und Grundschüler mit Lernschwächen, Konzentrationsschwierigkeiten und Migrationshintergrund.

Die Tonnenheider Strickeschläger zeigten alten handwerkliche Fertigkeiten.
Die Tonnenheider Strickeschläger zeigten alten handwerkliche Fertigkeiten.

Jaqueline Wesling hat ihr Buch in den vergangenen beiden Jahren mit Lehrern und Eltern entwickelt. Auf 104 Seiten geht es um 16 verschiedene Schwung- und Schreibübungen, Zahlen von null bis neun und Buchstaben von A bis Z zum Nachmalen und Schreiben. „Alle Übungen sind auf eine Zeitdauer von fünf Minuten beschränkt. Das Titelblatt ziert eine Eule. Es ist ein Krafttier, das für Weisheit steht“, wusste die Verfasserin. Zu ihren weiteren Exponaten gehörten Postkarten, Kalender und ein Malbuch für Frauen. Sie selbst habe von Kindheit an gerne gemalt. Als Autodidaktin seien im Laufe der Jahre Aquarell- und Acrylbilder entstanden. „Einige dieser Werke waren in einer Ausstellung in Hagen bei Neustadt am Rübenberge zu sehen“, erzählte die Autodidaktin.

Einen Kunsthandwerkstand hatte Stella Ballare aus Stemmer aufgebaut. Vorgestellt wurden handgefertigte Unikate, beispielsweise Tage-, Reise- und Notizbücher. Bei der Gestaltung der Buchdeckel ging es um verschiedene Motive. Ausschnitte aus alten Landkarten waren ebenso vertreten wie die Wilhelm-Busch-Figuren Max und Moritz.

Zudem zeigte Hans-Joachim Kubos Arbeiten, die in seiner Werkstatt für künstlerische Gestaltung auf der alten Fachwerkdeele des Gebäudes entstanden sind. Zu seiner Tätigkeit gehört Flaschenrecycling. Dabei werden alte Flaschen im Brennofen bis zu einer Temperatur von 700 bis 800 Grad erhitzt. „Sie fallen zusammen, so dass schalenähnliche Gebilde entstehen. Diese Glasprodukte können für Pralinen und Teelichter sowie zur Ablage von Kugelschreibern genutzt werden. Im Garten ist die Verwendung als Schmetterlingstränke denkbar. In das Wasser kommen Glaskugeln, die von den Schmetterlingen als Lande- und Aufenthaltsplatz genutzt werden können“, betonte Kubos.

Informationen gab es über ein kleines Gehege, in dem die Wollschweinrasse „Mangalitza“ gezüchtet wird. „Unter diesen vom Aussterben bedrohten Tieren sind Kurt und Frieda. Beide haben Bestandsschutz, denn Tiere mit Namen werden bei uns nicht geschlachtet. Den Besuchern haben sie sich wie auf dem Laufsteg präsentiert“, erzählte Martina Kubos.

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