Raiffeisen vollendet Umbau der Betriebsstätte in Lahde Claudia Hyna Petershagen-Lahde. Als klares Bekenntnis zum Standort wertet Marco Gottschalk den fünf Millionen Euro teuren Umbau in Lahde. „Es gibt nicht viele Betriebsstätten, wo wir so viel investieren“, sagt der Geschäftsführer der Raiffeisen Landbund eG mit Sitz in Niedernwöhren. Die Erweiterung ist vollendet, letzter Schritt ist die baldige Fertigstellung der Straße. Vor rund drei Jahren stand die Zukunft des Wasserlagers an der Fährstraße in Lahde auf der Agenda. Von den 30 Betriebsstätten in NRW und Niedersachsen liegen fünf am Wasser – vier davon am Kanal, Lahde am Stichkanal zur Weser. Damals entschieden die Verantwortlichen, den Zugang zum Binnengewässer zu belassen – und das war nur mit einer Erweiterung rentabel. Der Strukturwandel in der Binnenschifffahrt hatte dazu geführt, dass es kaum noch kleinere Schiffe, aber immer größere Einheiten gab. Bis zum Ausbau des Schachtschleuse war eine Schleusung von Schiffen mit maximal 85 Metern Länge möglich. Das änderte sich mit der neuen Schachtschleuse. Für die Raiffeisen bedeutete das, dass sie in einem ersten Bauabschnitt vor zwei Jahren die Kaimauer erneuerten und verlängerten – mit dem Ergebnis, dass nun dort auch Schiffe bis zu 120 Metern Länge mit Ware beladen werden können. Am Anfang der umfangreichen Investitionen stand der Kauf das Grundstücks am Stichkanal, das vorher lediglich gepachtet war. In einem zweiten Bauabschnitt wurde die Siloanlage im vergangenen Jahr abgerissen. Hintergrund war die Überlegung, dass der Siloraum zu klein für die Aufnahmeleistung von Getreide und Raps geworden war. „Das passte nicht mehr mit den Anforderungen des Marktes zusammen“, erklärt Marco Gottschalk. Vorher hätten die Landwirte zu Stoßzeiten länger warten müssen. Das sei gerade in der Erntezeit ungünstig, da sie schnell wieder auf den Mähdrescher wollten. Das Fassungsvermögen der drei alten Silos lag bei 12.000 Tonnen, die jetzige Anlage mit fünf Silos (25 Meter hoch) fasst 22.000 Tonnen. Aufgenommen würden allerdings nicht mehr Landwirte als zuvor, die Abwicklung geht aber zügiger vonstatten. Mit der kleineren Anlage sei die Raiffeisen gezwungen gewesen, die aufgenommene Ware sofort weiterzuliefern, um die Lagerfläche wieder frei zu halten. „Heute können wir den Zeitpunkt selbst bestimmen.“ Vorteil ist, dass sie dann verkaufen können, wenn gute Preise für die Landwirte erzielt werden. Die Erntemenge werde in Lahde nun auch gereinigt (von Staub und Spelzen) und belüftet. Neben der Siloanlage ist eine neue Annahmehalle entstanden. Diese ist größer als ihre Vorgängerin und komplett umhaust, so dass der Staub im Gebäude bleibt. Eine neue Waage sichert den Verkehrsfluss auf dem Gelände, so dass Gespanne und Lastwagen zügig abgefertigt werden können Das wird mit der Trennung in Voll- und Leerwaage erreicht. Die alte Waage, auf der die Anlieferer in vollem und leeren Zustand gewogen wurden, führte mitunter zu Staus. Insgesamt hat das Unternehmen in den Standort Lahde – der etwa 60 Jahre besteht – in zwei Jahren fünf Millionen Euro investiert. Es gab eine Förderung des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raums (ELER), die Höhe gibt die Firma nicht bekannt. Bestandteil dieses Umbaus sei auch die Wiederherrichtung der Straße gewesen, die in Mitleidenschaft gezogen wurde. Als allerletzter Schritt fehle noch die Asphalt-Deckschicht. Diese werde in Absprache mit der Stadt nach der Erntezeit – wahrscheinlich Mitte August – aufgetragen. Dafür werde der Abschnitt nochmals für wenige Tage gesperrt. Aus der Bevölkerung hatte es vor dem Umbau Bedenken zur Verkehrssituation an der ohnehin belasteten Fährstraße gegeben. Darauf habe die Firma keinen Einfluss, ergänzte Gottschalk. Denn die vorgesehene Zufahrt erfolge nicht über die Fährstraße, sondern durch die Kraftwerksiedlung. Angesichts der Ernte in diesem Jahr ist Marco Gottschalk zuversichtlich. Das vergangene Geschäftsjahr, das am 30. Juni endete, sei ein „annähernd normales Jahr“ gewesen. Dieses Jahr werde seiner Einschätzung nach auf keinen Fall schlechter. Gerste und Raps sind bereits geerntet, nun fehlen noch Weizen und Triticale. Nur ungern denkt er an das Geschäftsjahr 2018 zurück. Da fehlten dem Unternehmen aufgrund der Trockenheit 50.000 Tonnen. Den Ausgleich erreiche Raiffeisen jedoch mit den anderen Geschäftsbereichen wie Tankstellen, Mineral- und Heizöl, Flüssiggas, Pellets, Einzelhandel und Biogasanlagen. Raiffeisen Die Genossenschaft des Raiffeisen-Landbunds hat etwa 2.000 Mitglieder. Lahde ist eine von 30 Betriebsstätten in NRW und Niedersachsen, der Einzugsbereich reicht von Nienburg bis Gütersloh. Landwirte liefern Getreide und Raps, Raiffeisen wiederum beliefert sie mit Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, Saaten und allem, was für die Produktion benötigt wird.

Raiffeisen vollendet Umbau der Betriebsstätte in Lahde

Die alten Silos entsprachen nicht mehr den Anforderungen und wurden durch fünf moderne Silozellen ersetzt. Darüber hinaus wurde das gesamte Gelände der Raiffeisen-Betriebsstätte in Lahde auf den Stand gebracht. MT- © Foto: Alex Lehn

Petershagen-Lahde. Als klares Bekenntnis zum Standort wertet Marco Gottschalk den fünf Millionen Euro teuren Umbau in Lahde. „Es gibt nicht viele Betriebsstätten, wo wir so viel investieren“, sagt der Geschäftsführer der Raiffeisen Landbund eG mit Sitz in Niedernwöhren. Die Erweiterung ist vollendet, letzter Schritt ist die baldige Fertigstellung der Straße.

Vor rund drei Jahren stand die Zukunft des Wasserlagers an der Fährstraße in Lahde auf der Agenda. Von den 30 Betriebsstätten in NRW und Niedersachsen liegen fünf am Wasser – vier davon am Kanal, Lahde am Stichkanal zur Weser. Damals entschieden die Verantwortlichen, den Zugang zum Binnengewässer zu belassen – und das war nur mit einer Erweiterung rentabel.

Geschäftsführer Marco Gottschalk. - © Foto: Hyna
Geschäftsführer Marco Gottschalk. - © Foto: Hyna

Der Strukturwandel in der Binnenschifffahrt hatte dazu geführt, dass es kaum noch kleinere Schiffe, aber immer größere Einheiten gab. Bis zum Ausbau des Schachtschleuse war eine Schleusung von Schiffen mit maximal 85 Metern Länge möglich. Das änderte sich mit der neuen Schachtschleuse.

Für die Raiffeisen bedeutete das, dass sie in einem ersten Bauabschnitt vor zwei Jahren die Kaimauer erneuerten und verlängerten – mit dem Ergebnis, dass nun dort auch Schiffe bis zu 120 Metern Länge mit Ware beladen werden können. Am Anfang der umfangreichen Investitionen stand der Kauf das Grundstücks am Stichkanal, das vorher lediglich gepachtet war.

In einem zweiten Bauabschnitt wurde die Siloanlage im vergangenen Jahr abgerissen. Hintergrund war die Überlegung, dass der Siloraum zu klein für die Aufnahmeleistung von Getreide und Raps geworden war. „Das passte nicht mehr mit den Anforderungen des Marktes zusammen“, erklärt Marco Gottschalk. Vorher hätten die Landwirte zu Stoßzeiten länger warten müssen. Das sei gerade in der Erntezeit ungünstig, da sie schnell wieder auf den Mähdrescher wollten. Das Fassungsvermögen der drei alten Silos lag bei 12.000 Tonnen, die jetzige Anlage mit fünf Silos (25 Meter hoch) fasst 22.000 Tonnen.

Aufgenommen würden allerdings nicht mehr Landwirte als zuvor, die Abwicklung geht aber zügiger vonstatten. Mit der kleineren Anlage sei die Raiffeisen gezwungen gewesen, die aufgenommene Ware sofort weiterzuliefern, um die Lagerfläche wieder frei zu halten. „Heute können wir den Zeitpunkt selbst bestimmen.“ Vorteil ist, dass sie dann verkaufen können, wenn gute Preise für die Landwirte erzielt werden. Die Erntemenge werde in Lahde nun auch gereinigt (von Staub und Spelzen) und belüftet.

Neben der Siloanlage ist eine neue Annahmehalle entstanden. Diese ist größer als ihre Vorgängerin und komplett umhaust, so dass der Staub im Gebäude bleibt. Eine neue Waage sichert den Verkehrsfluss auf dem Gelände, so dass Gespanne und Lastwagen zügig abgefertigt werden können Das wird mit der Trennung in Voll- und Leerwaage erreicht. Die alte Waage, auf der die Anlieferer in vollem und leeren Zustand gewogen wurden, führte mitunter zu Staus.

Insgesamt hat das Unternehmen in den Standort Lahde – der etwa 60 Jahre besteht – in zwei Jahren fünf Millionen Euro investiert. Es gab eine Förderung des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raums (ELER), die Höhe gibt die Firma nicht bekannt.

Bestandteil dieses Umbaus sei auch die Wiederherrichtung der Straße gewesen, die in Mitleidenschaft gezogen wurde. Als allerletzter Schritt fehle noch die Asphalt-Deckschicht. Diese werde in Absprache mit der Stadt nach der Erntezeit – wahrscheinlich Mitte August – aufgetragen. Dafür werde der Abschnitt nochmals für wenige Tage gesperrt. Aus der Bevölkerung hatte es vor dem Umbau Bedenken zur Verkehrssituation an der ohnehin belasteten Fährstraße gegeben. Darauf habe die Firma keinen Einfluss, ergänzte Gottschalk. Denn die vorgesehene Zufahrt erfolge nicht über die Fährstraße, sondern durch die Kraftwerksiedlung.

Angesichts der Ernte in diesem Jahr ist Marco Gottschalk zuversichtlich. Das vergangene Geschäftsjahr, das am 30. Juni endete, sei ein „annähernd normales Jahr“ gewesen. Dieses Jahr werde seiner Einschätzung nach auf keinen Fall schlechter. Gerste und Raps sind bereits geerntet, nun fehlen noch Weizen und Triticale.

Nur ungern denkt er an das Geschäftsjahr 2018 zurück. Da fehlten dem Unternehmen aufgrund der Trockenheit 50.000 Tonnen. Den Ausgleich erreiche Raiffeisen jedoch mit den anderen Geschäftsbereichen wie Tankstellen, Mineral- und Heizöl, Flüssiggas, Pellets, Einzelhandel und Biogasanlagen.

Raiffeisen

Die Genossenschaft des Raiffeisen-Landbunds hat etwa 2.000 Mitglieder.

Lahde ist eine von 30 Betriebsstätten in NRW und Niedersachsen, der Einzugsbereich reicht von Nienburg bis Gütersloh.

Landwirte liefern Getreide und Raps, Raiffeisen wiederum beliefert sie mit Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, Saaten und allem, was für die Produktion benötigt wird.

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