Prof. Gerhard Baader mit 91 verstorben Prof. Dr. Gerhard Baader ist kurz vor seinem 92. Geburtstag verstorben. Mit den „Child Survivors“ kam der Medizinhistoriker 2014 erstmals nach Petershagen, wo die überlebenden Kinder der Shoah eine neue Heimat fanden. Als stellvertretender Vorsitzender der Vereinigung nahm er seither an den meisten ihrer Jahrestagungen an der Weser teil. Am 3. Juli 1928 als Sohn eines katholischen Vaters und einer jüdischen Mutter in Wien geboren, hatte Gerhard Baader, der getauft worden war, von Kindesbeinen an unter dem wachsenden Antisemitismus zu leiden. Mit 16 Jahren musste er bis zur Befreiung Zwangsarbeit in einem Arbeitslager der Waffen-SS leisten. Nach einer wissenschaftlichen Tätigkeit als Philologe für die Bayerische Akademie der Wissenschaften ging Gerhard Baader 1967 an das Institut für Medizingeschichte in Berlin. Dank seines Wirkens wurde die Geschichte der Mediziner in der NS-Zeit seit den 1980er-Jahren aufgearbeitet. Nach der Emeritierung 1993 lebte Gerhard Baader zehn Jahre in Israel und unterrichtete an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Später kehrte der überzeugte Sozialdemokrat nach Berlin zurück und engagierte sich bei den Child Survivors im Kontakt mit anderen Überlebenden seiner Generation. Gerhard Baader starb am 14. Juni in Berlin. (lkp)

Prof. Gerhard Baader mit 91 verstorben

Prof. Dr. Gerhard Baader ist kurz vor seinem 92. Geburtstag verstorben. Mit den „Child Survivors“ kam der Medizinhistoriker 2014 erstmals nach Petershagen, wo die überlebenden Kinder der Shoah eine neue Heimat fanden. Als stellvertretender Vorsitzender der Vereinigung nahm er seither an den meisten ihrer Jahrestagungen an der Weser teil.

Mit 91 Jahren verstorben: Prof. Gerhard Baader.

Archivfoto: Westermann
Mit 91 Jahren verstorben: Prof. Gerhard Baader.
Archivfoto: Westermann

Am 3. Juli 1928 als Sohn eines katholischen Vaters und einer jüdischen Mutter in Wien geboren, hatte Gerhard Baader, der getauft worden war, von Kindesbeinen an unter dem wachsenden Antisemitismus zu leiden. Mit 16 Jahren musste er bis zur Befreiung Zwangsarbeit in einem Arbeitslager der Waffen-SS leisten.

Nach einer wissenschaftlichen Tätigkeit als Philologe für die Bayerische Akademie der Wissenschaften ging Gerhard Baader 1967 an das Institut für Medizingeschichte in Berlin. Dank seines Wirkens wurde die Geschichte der Mediziner in der NS-Zeit seit den 1980er-Jahren aufgearbeitet.

Nach der Emeritierung 1993 lebte Gerhard Baader zehn Jahre in Israel und unterrichtete an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Später kehrte der überzeugte Sozialdemokrat nach Berlin zurück und engagierte sich bei den Child Survivors im Kontakt mit anderen Überlebenden seiner Generation. Gerhard Baader starb am 14. Juni in Berlin. (lkp)

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