Plausch beim Punsch: Frank-Jürgen Pook und Ehefrau Oithip sorgen mit ihrer Pyrotechnik für besondere Veranstaltungen Svenja Kracht Petershagen-Lahde (mt). Frank-Jürgen Pook hat sich seinen Kindheitstraum erfüllt. Schon damals wollte der heute 54-Jährige mit Pyrotechnik handtieren: „Irgendwann ist es dann zum Hauptberuf geworden." Denn eigentlich hatte Frank-Jürgen Pook mit der Tischlerausbildung einen sicheren Job bei BASF, den er auch nicht so schnell aufgeben wollte. „Ich hab erst nebengewerblich mit der Pyrotechnik angefangen. Als bei BASF dann einige Stellen gekürzt wurden, habe ich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt", sagt der 54-Jährige. Das war im Jahr 1992. Vorausgegangen waren Lehrgänge und eine staatliche Prüfung zum Pyrotechniker. Seine Praxiserfahrung hat Frank-Jürgen Pook bei anderen Firmen bekommen, indem er dort bei Feuerwerken mitgearbeitet hat. „Es ist ein langer Weg, bis man sich ein gewisses Know-how angeeignet und Erfahrungen gesammelt hat. Das braucht man auch, um beispielsweise Gefahren einschätzen zu können", erklärt Pook. Pyrotechniker ist trotzdem noch kein anerkannter Ausbildungsberuf. „Früher wurden die Sprengmeister gefragt, ob sie auch mal ein Feuerwerk abbrennen würden. Die haben dann einen Lehrgang gemacht. Heutzutage ist aber ein größerer Bedarf da." Trotz des größeren Bedarfs an Pyrotechnik, ist die Lage in der Branche nicht leichter geworden: „In den 90er-Jahren haben wir bei vielen Beachpartys Feuerwerke gemacht, da saß das Geld bei den Veranstaltern auch noch etwas lockerer. Seitdem solche Veranstaltungen aber ein stärkeres Sicherheitskonzept benötigen, wird oft auf das Feuerwerk verzichtet", erklärt Pook, der gemeinsam mit seiner Frau Oithip die Firma Pook Pyrotechnik betreibt. Viele Menschen in der Region werden schon ein Feuerwerk von Pooks gesehen haben - das Blaue Band der Weser, das Hafenfest, der Grillabend beim Sportfest Nordhemmern, der Dümmer brennt, Doktorsee in Flammen oder der Schiedersee in Flammen - das sind nur einige der Veranstaltungen, bei denen das Feuerwerk aus Petershagen kommt. „Mein erstes Feuerwerk war tatsächlich beim Sportfest in Nordhemmern. Danach ging es dann weiter mit der Hoffete, die es mittlerweile nicht mehr gibt." Obwohl die meisten ein Feuerwerk mit Silvester verbinden, ist das nicht das Hauptgeschäft des Jahres: „Im August ist unsere Hochsaison." Und seine Frau ergänzt: „Aber natürlich arbeiten wir auch dieses Jahr Silvester, da haben wir mehrere kleinere Veranstaltungen." Silvester ist übrigens der einzige Tag im Jahr, an dem sie auch um 0 Uhr ein Feuerwerk starten dürfen. Wegen des Immissionsschutzgesetzes, das vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche oder Erschütterungen schützen soll, darf im Sommer nur bis 23 Uhr und im Winter bis 22.30 Uhr ein Feuerwerk veranstaltet werden. Die Hauptarbeitstage sind für das Ehepaar Samstag und Sonntag - sogar an ihrem eigenen Hochzeitstag haben sie für jemand anderes ein Feuerwerk gemacht. „Wir freuen uns aber einfach immer sehr, wenn dann alles gelingt", sagt Frank-Jürgen Pook mit einem Lächeln. In den letzten Jahrzehnten hat sich bei der Pyrotechnik einiges verändert: Während früher zunächst mit einer Zigarre, dann mit einem Brennstab der Feuerwerkskörper angezündet wurde, drücken Frank-Jürgen und Oithip Pook jetzt nur auf einem Knopf. Vorher wurde von ihnen mit dem Computer eingestellt, wann welche Zündungen hochgehen sollen. Auch die Sicherheit hat an Bedeutung gewonnen. „Jetzt stehen wir etwa hundert Meter von den Feuerwerkskörpern entfernt und natürlich gibt es auch bestimmte Vorgaben, auf welchen Flächen man das zünden darf", erklärt Frank-Jürgen Pook. Auch sein Lager befindet sich nicht in der Nähe, sondern im etwa 43 Kilometer entfernten Langendamm in Niedersachsen. „Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass man Feuerwerkskörper nur in speziell zugelassenen Bunkern lagern darf", erklärt Pook. Ein Feuerwerk sollte man übrigens - abgesehen von Silvester - den Profis überlassen. „Man bräuchte Genehmigungen und einen extra Versicherungsschutz. Abgesehen davon kann man als Laie auch keine Feuerwerkskörper kaufen", sagt Frank-Jürgen Pook. Sollte man die Profis beauftragen, müsste man schon eine viertstellige Summe für diesen besonderen Moment einplanen, aber „das ist sehr individuell und muss mit dem jeweiligen Kunden immer persönlich besprochen werden." Da käme es auch darauf an, ob der Kunde Musik zu dem Feuerwerk wünscht, die dann vorher abgestimmt werden muss. Bei schlechtem Wetter müsse er selbst einschätzen, ob es machbar ist: „Regen oder Schnee macht uns nichts aus, aber Wind und Unwetter können gefährlich werden." In diesem Jahr wurde zum Beispiel der Doktorsee in Flammen wegen des schlechten Wetters abgesagt. „Im Jahr 2002 hat ein Orkan am Dümmer nicht nur unser Feuerwerk, sondern auch Teile unseres Equipments zerstört", erinnert sich Oithip Pook. "In 80 Tagen um die Welt" - Schützenfest Alt-Espelkamp 2015 from Pook Pyrotechnik on Vimeo. Feuerwerk Schiedersee in Flammen 2015 from Pook Pyrotechnik on Vimeo.

Plausch beim Punsch: Frank-Jürgen Pook und Ehefrau Oithip sorgen mit ihrer Pyrotechnik für besondere Veranstaltungen

Petershagen-Lahde (mt). Frank-Jürgen Pook hat sich seinen Kindheitstraum erfüllt. Schon damals wollte der heute 54-Jährige mit Pyrotechnik handtieren: „Irgendwann ist es dann zum Hauptberuf geworden." Denn eigentlich hatte Frank-Jürgen Pook mit der Tischlerausbildung einen sicheren Job bei BASF, den er auch nicht so schnell aufgeben wollte. „Ich hab erst nebengewerblich mit der Pyrotechnik angefangen. Als bei BASF dann einige Stellen gekürzt wurden, habe ich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt", sagt der 54-Jährige.

Das war im Jahr 1992. Vorausgegangen waren Lehrgänge und eine staatliche Prüfung zum Pyrotechniker. Seine Praxiserfahrung hat Frank-Jürgen Pook bei anderen Firmen bekommen, indem er dort bei Feuerwerken mitgearbeitet hat. „Es ist ein langer Weg, bis man sich ein gewisses Know-how angeeignet und Erfahrungen gesammelt hat. Das braucht man auch, um beispielsweise Gefahren einschätzen zu können", erklärt Pook.

Pyrotechniker ist trotzdem noch kein anerkannter Ausbildungsberuf. „Früher wurden die Sprengmeister gefragt, ob sie auch mal ein Feuerwerk abbrennen würden. Die haben dann einen Lehrgang gemacht. Heutzutage ist aber ein größerer Bedarf da." Trotz des größeren Bedarfs an Pyrotechnik, ist die Lage in der Branche nicht leichter geworden: „In den 90er-Jahren haben wir bei vielen Beachpartys Feuerwerke gemacht, da saß das Geld bei den Veranstaltern auch noch etwas lockerer. Seitdem solche Veranstaltungen aber ein stärkeres Sicherheitskonzept benötigen, wird oft auf das Feuerwerk verzichtet", erklärt Pook, der gemeinsam mit seiner Frau Oithip die Firma Pook Pyrotechnik betreibt.

Viele Menschen in der Region werden schon ein Feuerwerk von Pooks gesehen haben - das Blaue Band der Weser, das Hafenfest, der Grillabend beim Sportfest Nordhemmern, der Dümmer brennt, Doktorsee in Flammen oder der Schiedersee in Flammen - das sind nur einige der Veranstaltungen, bei denen das Feuerwerk aus Petershagen kommt. „Mein erstes Feuerwerk war tatsächlich beim Sportfest in Nordhemmern. Danach ging es dann weiter mit der Hoffete, die es mittlerweile nicht mehr gibt."

Obwohl die meisten ein Feuerwerk mit Silvester verbinden, ist das nicht das Hauptgeschäft des Jahres: „Im August ist unsere Hochsaison." Und seine Frau ergänzt: „Aber natürlich arbeiten wir auch dieses Jahr Silvester, da haben wir mehrere kleinere Veranstaltungen." Silvester ist übrigens der einzige Tag im Jahr, an dem sie auch um 0 Uhr ein Feuerwerk starten dürfen. Wegen des Immissionsschutzgesetzes, das vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche oder Erschütterungen schützen soll, darf im Sommer nur bis 23 Uhr und im Winter bis 22.30 Uhr ein Feuerwerk veranstaltet werden.

Die Hauptarbeitstage sind für das Ehepaar Samstag und Sonntag - sogar an ihrem eigenen Hochzeitstag haben sie für jemand anderes ein Feuerwerk gemacht. „Wir freuen uns aber einfach immer sehr, wenn dann alles gelingt", sagt Frank-Jürgen Pook mit einem Lächeln. In den letzten Jahrzehnten hat sich bei der Pyrotechnik einiges verändert: Während früher zunächst mit einer Zigarre, dann mit einem Brennstab der Feuerwerkskörper angezündet wurde, drücken Frank-Jürgen und Oithip Pook jetzt nur auf einem Knopf. Vorher wurde von ihnen mit dem Computer eingestellt, wann welche Zündungen hochgehen sollen.

Auch die Sicherheit hat an Bedeutung gewonnen. „Jetzt stehen wir etwa hundert Meter von den Feuerwerkskörpern entfernt und natürlich gibt es auch bestimmte Vorgaben, auf welchen Flächen man das zünden darf", erklärt Frank-Jürgen Pook. Auch sein Lager befindet sich nicht in der Nähe, sondern im etwa 43 Kilometer entfernten Langendamm in Niedersachsen. „Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass man Feuerwerkskörper nur in speziell zugelassenen Bunkern lagern darf", erklärt Pook.

Ein Feuerwerk sollte man übrigens - abgesehen von Silvester - den Profis überlassen. „Man bräuchte Genehmigungen und einen extra Versicherungsschutz. Abgesehen davon kann man als Laie auch keine Feuerwerkskörper kaufen", sagt Frank-Jürgen Pook. Sollte man die Profis beauftragen, müsste man schon eine viertstellige Summe für diesen besonderen Moment einplanen, aber „das ist sehr individuell und muss mit dem jeweiligen Kunden immer persönlich besprochen werden." Da käme es auch darauf an, ob der Kunde Musik zu dem Feuerwerk wünscht, die dann vorher abgestimmt werden muss.

Bei schlechtem Wetter müsse er selbst einschätzen, ob es machbar ist: „Regen oder Schnee macht uns nichts aus, aber Wind und Unwetter können gefährlich werden." In diesem Jahr wurde zum Beispiel der Doktorsee in Flammen wegen des schlechten Wetters abgesagt. „Im Jahr 2002 hat ein Orkan am Dümmer nicht nur unser Feuerwerk, sondern auch Teile unseres Equipments zerstört", erinnert sich Oithip Pook.

Frank-Jürgen und Oithip Pook aus Quetzen MT- - © Foto: Svenja Kracht
Frank-Jürgen und Oithip Pook aus Quetzen MT- - © Foto: Svenja Kracht

"In 80 Tagen um die Welt" - Schützenfest Alt-Espelkamp 2015 from Pook Pyrotechnik on Vimeo.

Feuerwerk Schiedersee in Flammen 2015 from Pook Pyrotechnik on Vimeo.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Petershagen