Petershagen sucht Wohnungen: Flüchtlinge sollen nicht mehr in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht werden Claudia Hyna Petershagen-Windheim. Die Sanierung für das Übergangsheim in Eldagsen war bereits Teil des letzten Haushaltplans und auch im neuen Etat wird der Posten mit 250.000 Euro ausgewiesen. Fest stehe: Im jetzigen Zustand kann das Gebäude nicht genutzt werden, so die Vorsitzende des Ausschusses für Jugend und Soziales, Nina Hartmann. Es diene lediglich als Puffer, wenn die Stadt in kurzer Zeit viele Zuweisungen von Asylbewerbern bekomme, hieß es im Gremium. Ist es überhaupt noch sinnvoll, Eldagsen als Übergangsheim in Betracht zu ziehen?, wollte Günter Hahn, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, daraufhin wissen. Diese Art der Unterbringung, die einer „Kasernierung“ gleiche, entspreche doch nicht mehr dem Standard. Ob nicht eher ein Abriss in Frage käme, so sein Einwand. Das Gebäude in Eldagsen sei nur eine Notlösung, verdeutlichte Schul- und Sozialamtsleiter Detlev Scheumann (das MT berichtete). Aufgrund seiner einfachen Bauweise sei es jeweils nach kurzer Zeit der Belegung wieder verwohnt. Außerdem sei es schlecht mit dem Öffentlichen Personennahverkehr zu erreichen. Auch aus diesem Grund setze die Stadt seit einiger Zeit auf die dezentrale Unterbringung. Wenn neue Asylbewerber untergebracht werden sollen, erfahre die Stadt das mit drei Monaten Vorlauf, erklärte Scheumann. Wenn die Situation es erfordere, sei die Einrichtung in Eldagsen relativ schnell wieder herzurichten, ergänzt Bürgermeister Dirk Breves (CDU) – auch er macht nachdrücklich klar, dass es sich um eine reine Reserve handele. Genutzt werde hingegen das Übergangsheim in der Ortschaft Wietersheim. Derzeit leben 281 Flüchtlinge in den Ortschaften.Die meisten von ihnen wohnen in Petershagen (66), Windheim (49), Ovenstädt (24) und Wietersheim (22). Im vergangenen Jahr sind 39 Personen aufgenommen worden, davon 34 nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz und fünf nach dem Aufenthaltsgesetz. In diesem Jahr sind bisher 23 Menschen nach Aufenthaltsgesetz nach Petershagen gekommen. Zurzeit sind 201 ausländische Flüchtlinge im Leistungsbezug, davon 120 geduldete Flüchtlinge und 81 im laufenden Asylverfahren. Die Aufnahmequote nach Wohnsitzzuweisung beträgt in diesem Jahr 272. Die meisten Flüchtlinge leben in privaten Wohnungen (177) und städtischen Wohnungen (68), nur zehn in Übergangsheimen, 26 haben einen eigenen Mietvertrag. Die Stadt suche derzeit vor allem Wohnungen in Erdgeschosslage zur Miete. Der Wohnungsmarkt werde permanent gecheckt, zum Teil hätten die angebotenen Gebäude aber hohe Betriebskosten. Aktuell stehen als freier Wohnraum sechs Wohnungen für etwa 28 Personen zur Verfügung. Davon sind zwei Wohnungen für Ehepaare oder Familien mit bis zu drei Personen geeignet. Für Einzelpersonen seien 14 Plätze vorhanden. „Wir sind froh, dass wir einen Überhang an Wohnungen haben, denn so können wir auf jeden Fall reagieren“, erläutert Detlef Scheumann. Wegen der Corona-Pandemie habe es im vergangenen Jahr wenige Zuweisungen von Flüchtlingen gegeben, in diesem Jahr wird ähnliches erwartet. Die sachkundige Bürgerin Corinna Stöxen (Bündnis 90/Die Grünen) kritisierte die ihrer Meinung nach passive Haltung der Verwaltung. Sie meint, dass die freien Kapazitäten der Stadt gut verwendet werden könnten, denn es gebe genügend Flüchtlinge in Lagern. Der Vorgang sei gesetzlich geregelt, antwortete Bürgermeister Dirk Breves (CDU). Für die Betreuung der Asylbewerber- und Obdachlosenunterkünfte inclusive der Wohnungen ist ab sofort ein Hausmeister mit einer ganzen Stelle zuständig. Zuvor war dies mit einer halben Stelle abgedeckt worden. Er übernimmt auch Renovierungen und Reparaturen und fährt die Einrichtungen regelmäßig an, sagte die Ausschussvorsitzende. Aus dem Grund steigt der Posten Personalauszahlungen im neuen Haushalt von knapp 31.000 auf 77.520 Euro an.

Petershagen sucht Wohnungen: Flüchtlinge sollen nicht mehr in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht werden

Das Übergangsheim in Wietersheim ist derzeit mit zehn Personen belegt. Ansonsten sind die Flüchtlinge in Petershagen vor allem in privaten und städtischen Wohnungen untergebracht. MT-Foto: Claudia Hyna © hy

Petershagen-Windheim. Die Sanierung für das Übergangsheim in Eldagsen war bereits Teil des letzten Haushaltplans und auch im neuen Etat wird der Posten mit 250.000 Euro ausgewiesen. Fest stehe: Im jetzigen Zustand kann das Gebäude nicht genutzt werden, so die Vorsitzende des Ausschusses für Jugend und Soziales, Nina Hartmann. Es diene lediglich als Puffer, wenn die Stadt in kurzer Zeit viele Zuweisungen von Asylbewerbern bekomme, hieß es im Gremium.

Ist es überhaupt noch sinnvoll, Eldagsen als Übergangsheim in Betracht zu ziehen?, wollte Günter Hahn, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, daraufhin wissen. Diese Art der Unterbringung, die einer „Kasernierung“ gleiche, entspreche doch nicht mehr dem Standard. Ob nicht eher ein Abriss in Frage käme, so sein Einwand.

Das Gebäude in Eldagsen sei nur eine Notlösung, verdeutlichte Schul- und Sozialamtsleiter Detlev Scheumann (das MT berichtete). Aufgrund seiner einfachen Bauweise sei es jeweils nach kurzer Zeit der Belegung wieder verwohnt. Außerdem sei es schlecht mit dem Öffentlichen Personennahverkehr zu erreichen. Auch aus diesem Grund setze die Stadt seit einiger Zeit auf die dezentrale Unterbringung.

Wenn neue Asylbewerber untergebracht werden sollen, erfahre die Stadt das mit drei Monaten Vorlauf, erklärte Scheumann. Wenn die Situation es erfordere, sei die Einrichtung in Eldagsen relativ schnell wieder herzurichten, ergänzt Bürgermeister Dirk Breves (CDU) – auch er macht nachdrücklich klar, dass es sich um eine reine Reserve handele. Genutzt werde hingegen das Übergangsheim in der Ortschaft Wietersheim.

Derzeit leben 281 Flüchtlinge in den Ortschaften.Die meisten von ihnen wohnen in Petershagen (66), Windheim (49), Ovenstädt (24) und Wietersheim (22). Im vergangenen Jahr sind 39 Personen aufgenommen worden, davon 34 nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz und fünf nach dem Aufenthaltsgesetz. In diesem Jahr sind bisher 23 Menschen nach Aufenthaltsgesetz nach Petershagen gekommen.

Zurzeit sind 201 ausländische Flüchtlinge im Leistungsbezug, davon 120 geduldete Flüchtlinge und 81 im laufenden Asylverfahren. Die Aufnahmequote nach Wohnsitzzuweisung beträgt in diesem Jahr 272.

Die meisten Flüchtlinge leben in privaten Wohnungen (177) und städtischen Wohnungen (68), nur zehn in Übergangsheimen, 26 haben einen eigenen Mietvertrag.

Die Stadt suche derzeit vor allem Wohnungen in Erdgeschosslage zur Miete. Der Wohnungsmarkt werde permanent gecheckt, zum Teil hätten die angebotenen Gebäude aber hohe Betriebskosten. Aktuell stehen als freier Wohnraum sechs Wohnungen für etwa 28 Personen zur Verfügung. Davon sind zwei Wohnungen für Ehepaare oder Familien mit bis zu drei Personen geeignet. Für Einzelpersonen seien 14 Plätze vorhanden. „Wir sind froh, dass wir einen Überhang an Wohnungen haben, denn so können wir auf jeden Fall reagieren“, erläutert Detlef Scheumann.

Wegen der Corona-Pandemie habe es im vergangenen Jahr wenige Zuweisungen von Flüchtlingen gegeben, in diesem Jahr wird ähnliches erwartet. Die sachkundige Bürgerin Corinna Stöxen (Bündnis 90/Die Grünen) kritisierte die ihrer Meinung nach passive Haltung der Verwaltung. Sie meint, dass die freien Kapazitäten der Stadt gut verwendet werden könnten, denn es gebe genügend Flüchtlinge in Lagern. Der Vorgang sei gesetzlich geregelt, antwortete Bürgermeister Dirk Breves (CDU).

Für die Betreuung der Asylbewerber- und Obdachlosenunterkünfte inclusive der Wohnungen ist ab sofort ein Hausmeister mit einer ganzen Stelle zuständig. Zuvor war dies mit einer halben Stelle abgedeckt worden. Er übernimmt auch Renovierungen und Reparaturen und fährt die Einrichtungen regelmäßig an, sagte die Ausschussvorsitzende. Aus dem Grund steigt der Posten Personalauszahlungen im neuen Haushalt von knapp 31.000 auf 77.520 Euro an.

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