Petershagen stärkt Kernorte mit Finanzspritze für Fassaden Oliver Plöger Petershagen. Das Haus- und Hofprogramm der Stadt Petershagen mausert sich zum Erfolgsmodell. „Ich bin mit der bisherigen Umsetzung sehr zufrieden“, sagt Bauamtsleiter Kay Busche – auch wenn es wegen Corona keine Informationsveranstaltungen mehr gegeben konnte. Beratungen gab es nach dem Start, der kurz vor dem Beginn der Pandemie terminiert war, bislang 40. Aus Petershagen kamen acht Anträge, aus Lahde 14. Bereits vergangenes Jahr, so Busche weiter, seien zehn Maßnahmen abgeschlossen worden. Wermutstropfen: Vom Programm können nur diejenigen profitieren, die über Eigentum in den offiziell markierten Sanierungsgebieten der Stadt verfügen, das heißt: Alle anderen Orte fallen speziell bei dieser Kulisse „hinten rüber“, gefördert werden Maßnahmen in den Ortskernen Petershagen und Lahde Nord. Der Zusammenhang ist klar: Dies sind die Bereiche, die in der Rahmenplanung der Stadt Petershagen in den kommenden Jahren gestärkt werden sollen. Wer sich hier um Fördermittel bewerben möchte, sollte jetzt oder spätestens bis zum 31. März 2023 aktiv werden. Das Haus- und Hofprogramm geht auf den Städtebaulichen Fachbeitrag zurück, den der Rat bereits 2017 beschlossen hatte, 2019 gab es dann grünes Licht für die Förderrichtlinien. Private Eigentümer sollten durch finanzielle Anreize und baufachliche Beratung angeregt werden, in ihre Gebäude und das Umfeld zu investieren. Gefördert werden die Sanierung von Fassaden, Fenstern, Außentüren, Reparatur und Erneuerung von Dachflächen, Entsiegelungen und die Herrichtung von Hofflächen. „Es geht bei diesem Programm um die Optik“, sagt Kay Busche. Zu den Voraussetzungen gehört neben dem Standort in den Kerngebieten die öffentliche Einsehbarkeit der jeweiligen Gebäude. Außerdem dürfen die Arbeiten noch nicht begonnen haben und – sie müssen durch einen Fachbetrieb ausgeführt werden. Immerhin winken dann bis zu 30.000 Euro je Grundstück, wobei etwa für Maßnahmen an Gebäudefassaden bis zu 15.000 Euro finanziert werden, bis zu 10.000 an Dächern oder 5.000 bei der Sanierung von Fenstern, Schaufenstern und Außentüren. Aber Achtung! Ganz umsonst ist die Sanierung für die Gebäudeeigentümer nicht, wie ebenfalls aus den Förderrichtlinien hervorgeht. Angenommen, es liegt eine Rechnung für den Fassadenanstrich von 10.000 Euro vor. 50 Prozent hätte der Zuwendungsempfänger selbst zu zahlen: 5.000 Euro also. Aus der Städtebauförderung von Bund und Land würden dann 3.000 Euro fließen, die Stadt Petershagen sattelte als kommunalen Eigenanteil 2.000 Euro drauf. Außerdem gilt: Ob wirklich alle Eigentümer, die an ihren Gebäuden weniger attraktive Fassaden haben, die Grundsumme aufbringen oder wirklich an einer Verbesserung interessiert sind, wurde „hinter vorgehaltener Hand“ schon bezweifelt. Teilweise sei es sogar schwer, an die Eigentümer zu kommen, hieß es von Nachbarn gegenüber dem MT. Die Leute seien nicht unbedingt in Petershagen ansässig. Wie die Umsetzung konkret passiert, sollte ursprünglich bei einem persönlichen Beratungsgespräch, das mit den Gebäudeeigentümern direkt am Objekt stattfindet, geklärt werden. Wegen Corona, so Lisa Rast aus der Bauverwaltung, ist die Beratung jedoch momentan nur eingeschränkt möglich. Viele Fragen zum Prozedere ließen sich jedoch auch in einem persönlichen Telefonat oder per E-Mail klären. Die Unterlagen, auf dem das Sanierungsvorhaben kurz beschrieben werden soll, können über die Homepage der Stadt (www.petershagen.de) heruntergeladen werden. Beratungstätigkeit in Sachen Haus- und Hofprogramm kommt auch vom Stadtplanungsbüro Complan aus Bielefeld, das die Umsetzung der nach öffentlichen Rundgängen erarbeiteten Rahmenplanung in Petershagen und Lahde zunächst in den kommenden drei Jahren begleiten wird (das MT berichtete mehrfach). Während aus der Stadt die Einladung kommt, an der Gestaltung der Innenstädte aktiv mitzuwirken, gab es aus der Politik anfangs auch Kritik. Sinnvoller wäre es doch, wenn die Förderung mit anderen Finanzierungsmitteln kombinierbar wäre, meinte etwa Wolfgang Riesner, der damals noch für die Grünen im Rat der Stadt saß. In der Tat heißt es in der Richtlinie, dass Maßnahmen ausgeschlossen sind, die „nach anderen Richtlinien und/oder Förderprogrammen gefördert werden.“ Kay Busche will unterdessen nicht gelten lassen dass die anderen Orte „außen vor“ bleiben. Auch hier gebe es Förderprogramme, die bereits erfolgreich umgesetzt worden sind, für das „Ilser Hus“ etwa, das ebenfalls im vergangenen Jahr runderneuert wurde: von innen und außen. Ansprechpartnerin für das Haus- und Hofprogramm bei der Bauverwaltung der Stadt Petershagen ist Lisa Rast, Telefon (05702) 822 229.

Petershagen stärkt Kernorte mit Finanzspritze für Fassaden

Auch in Petershagen sind nicht alle Fassaden wirklich schön. Das Förderprogramm für die Kernorte läuft bis 2023. 2020 sind zehn Maßnahmen abgeschlossen worden. Symbolfoto: Andrea Warnecke/dpa © Verwendung weltweit

Petershagen. Das Haus- und Hofprogramm der Stadt Petershagen mausert sich zum Erfolgsmodell. „Ich bin mit der bisherigen Umsetzung sehr zufrieden“, sagt Bauamtsleiter Kay Busche – auch wenn es wegen Corona keine Informationsveranstaltungen mehr gegeben konnte. Beratungen gab es nach dem Start, der kurz vor dem Beginn der Pandemie terminiert war, bislang 40. Aus Petershagen kamen acht Anträge, aus Lahde 14. Bereits vergangenes Jahr, so Busche weiter, seien zehn Maßnahmen abgeschlossen worden.

Wermutstropfen: Vom Programm können nur diejenigen profitieren, die über Eigentum in den offiziell markierten Sanierungsgebieten der Stadt verfügen, das heißt: Alle anderen Orte fallen speziell bei dieser Kulisse „hinten rüber“, gefördert werden Maßnahmen in den Ortskernen Petershagen und Lahde Nord. Der Zusammenhang ist klar: Dies sind die Bereiche, die in der Rahmenplanung der Stadt Petershagen in den kommenden Jahren gestärkt werden sollen. Wer sich hier um Fördermittel bewerben möchte, sollte jetzt oder spätestens bis zum 31. März 2023 aktiv werden.

Das Haus- und Hofprogramm geht auf den Städtebaulichen Fachbeitrag zurück, den der Rat bereits 2017 beschlossen hatte, 2019 gab es dann grünes Licht für die Förderrichtlinien. Private Eigentümer sollten durch finanzielle Anreize und baufachliche Beratung angeregt werden, in ihre Gebäude und das Umfeld zu investieren. Gefördert werden die Sanierung von Fassaden, Fenstern, Außentüren, Reparatur und Erneuerung von Dachflächen, Entsiegelungen und die Herrichtung von Hofflächen. „Es geht bei diesem Programm um die Optik“, sagt Kay Busche. Zu den Voraussetzungen gehört neben dem Standort in den Kerngebieten die öffentliche Einsehbarkeit der jeweiligen Gebäude. Außerdem dürfen die Arbeiten noch nicht begonnen haben und – sie müssen durch einen Fachbetrieb ausgeführt werden.

Immerhin winken dann bis zu 30.000 Euro je Grundstück, wobei etwa für Maßnahmen an Gebäudefassaden bis zu 15.000 Euro finanziert werden, bis zu 10.000 an Dächern oder 5.000 bei der Sanierung von Fenstern, Schaufenstern und Außentüren. Aber Achtung! Ganz umsonst ist die Sanierung für die Gebäudeeigentümer nicht, wie ebenfalls aus den Förderrichtlinien hervorgeht. Angenommen, es liegt eine Rechnung für den Fassadenanstrich von 10.000 Euro vor. 50 Prozent hätte der Zuwendungsempfänger selbst zu zahlen: 5.000 Euro also. Aus der Städtebauförderung von Bund und Land würden dann 3.000 Euro fließen, die Stadt Petershagen sattelte als kommunalen Eigenanteil 2.000 Euro drauf.

Außerdem gilt: Ob wirklich alle Eigentümer, die an ihren Gebäuden weniger attraktive Fassaden haben, die Grundsumme aufbringen oder wirklich an einer Verbesserung interessiert sind, wurde „hinter vorgehaltener Hand“ schon bezweifelt. Teilweise sei es sogar schwer, an die Eigentümer zu kommen, hieß es von Nachbarn gegenüber dem MT. Die Leute seien nicht unbedingt in Petershagen ansässig.

Wie die Umsetzung konkret passiert, sollte ursprünglich bei einem persönlichen Beratungsgespräch, das mit den Gebäudeeigentümern direkt am Objekt stattfindet, geklärt werden. Wegen Corona, so Lisa Rast aus der Bauverwaltung, ist die Beratung jedoch momentan nur eingeschränkt möglich. Viele Fragen zum Prozedere ließen sich jedoch auch in einem persönlichen Telefonat oder per E-Mail klären. Die Unterlagen, auf dem das Sanierungsvorhaben kurz beschrieben werden soll, können über die Homepage der Stadt (www.petershagen.de) heruntergeladen werden.

Beratungstätigkeit in Sachen Haus- und Hofprogramm kommt auch vom Stadtplanungsbüro Complan aus Bielefeld, das die Umsetzung der nach öffentlichen Rundgängen erarbeiteten Rahmenplanung in Petershagen und Lahde zunächst in den kommenden drei Jahren begleiten wird (das MT berichtete mehrfach).

Während aus der Stadt die Einladung kommt, an der Gestaltung der Innenstädte aktiv mitzuwirken, gab es aus der Politik anfangs auch Kritik. Sinnvoller wäre es doch, wenn die Förderung mit anderen Finanzierungsmitteln kombinierbar wäre, meinte etwa Wolfgang Riesner, der damals noch für die Grünen im Rat der Stadt saß. In der Tat heißt es in der Richtlinie, dass Maßnahmen ausgeschlossen sind, die „nach anderen Richtlinien und/oder Förderprogrammen gefördert werden.“

Kay Busche will unterdessen nicht gelten lassen dass die anderen Orte „außen vor“ bleiben. Auch hier gebe es Förderprogramme, die bereits erfolgreich umgesetzt worden sind, für das „Ilser Hus“ etwa, das ebenfalls im vergangenen Jahr runderneuert wurde: von innen und außen.

Ansprechpartnerin für das Haus- und Hofprogramm bei der Bauverwaltung der Stadt Petershagen ist Lisa Rast, Telefon (05702) 822 229.

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