Petershäger Politik ist gegen Flickwerk bei Radwegelücken Oliver Plöger Petershagen. Die Stadt Petershagen folgt dem gemeinsamen Antrag von CDU und Bündnis 90/Die Grünen, die Schließung einer Radwegelücke an der Landesstraße 772 gegenüber dem Kreis und dem Straßenbetrieb NRW voranzutreiben. CDU-Fraktionsvorsitzender Hermann Humcke hatte an alle Fraktionen appelliert, auf die Kolleginnen und Kollegen in Niedersachsen einzuwirken: dort müsse der wesentliche Teil passieren. Das Land NRW könne sich dann nicht die Blöße geben, die restlichen 50 Meter einfach liegen zu lassen. Dass von Radwege-Lücken die Rede ist, ist in Petershagen nicht neu. SPD-Fraktionsvorsitzender Friedrich Lange nahm den aktuellen Fall zum Anlass, neben den wohl immer problematischen Rundstücksverhandlungen auf die Forderung nach einem Gesamtplan zu verweisen, der ausdrücklich alle Radwegelücken in Petershagen markiert. „Unser Bestreben ist es, diese Lücken in einen Lückenplan zu bringen und dann die Schließung insgesamt beim Kreis zu beantragen“, so Lange. Bürgermeister Dirk Breves (CDU) hielt den Hinweis der SPD für wichtig, betonte aber: „Der Kreis arbeitet genau an einer Radwegekonzeption, die die Lückenschlüsse mit aufnehmen soll.“ Vor dem Hintergrund sei es gut, dass sich die Stadt bereits positioniert habe und schon „den einen oder anderen Hinweis“ in Richtung Kreishaus gegeben habe, darunter auch die die jahrzehntealte Forderung nach dem Lückenschluss zwischen Leteln und Wietersheim. FDP-Fraktionsvorsitzender Günter Wehmeyer, der sich ebenfalls für einen Gesamtplan aussprach, erinnerte zudem an den Vortrag von Martin Fahrland von der Weserbergland-Touristik (MT berichtete), der auch darauf abgezielt habe, dass die bestehenden Radwege gepflegt werden müssten. „Das sehe ich auch so“, bekräftigte Breves, und: „Bisher haben wir den Ball in Richtung des Kreises gespielt, aber in der Tat: Wenn der Kreis mit seinem Radwegkonzept fertig ist, dann sind wir als Kommune gefordert.“ Katharina Koch (SPD) verwies aus dem Kreisausschuss ebenfalls auf das bereits vorliegende Projekt Regionales Radnetz OWL. „Da liegt schon ein Konzept vor, das von 2022 bis 2026 umgesetzt werden soll. Der Kreis wird den Kommunen empfehlen, sich diesem Konzept als Grundlage anzuschließen.“ Auch die CDU befürworte ein Gesamtkonzept auf Stadt- und Kreisebene, so Hermann Humcke. Im Fall des Radwegs an der Landesgrenze sollte allerdings den Kollegen in Niedersachsen Rückendeckung gegeben werden. Die Landesstraße auf der niedersächsischen Seite sei schmal und von tiefen Gräben und teilweise Leitplanken begrenzt. Auf einigen Abschnitten seien 100 Stundenkilometer erlaubt, die maximale Geschwindigkeit werde nicht immer eingehalten, es komme häufiger zu kritischen Situationen. „Besonders betroffen sind Radfahrer, aber auch Fußgänger, die übersehen oder mit zu geringem Abstand überholt werden. Es kam auch schon zu schweren Unfällen“, so Hermann Humcke und Grünen-Fraktionsvorsitzender Günter Hahn. Das Ziel aus Petershäger Sicht: Auf der NRW-Seite sollte der Radweg an der L 772 um rund 50 Meter bis zur Einmündung der K 20 verlängert und idealerweise von dort bis zum vorhandenen Radweg an der Bückeburger Straße um rund 800 Meter fortgeführt werden. Dass es hier einen gemeinsamen Antrag von CDU und den Grünen gegeben hat, kommt in der Antragshistorie in Petershagen nicht allzu häufig vor. Zumindest Günter Wehmeyer machte im Hauptausschuss deutlich, dass er sich in diesem Fall einen parteiübergreifenden und fraktionsübergreifenden Antrag gewünscht hätte. Das sah die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen anders: „Damit wollten wir die FDP keinesfalls ärgern“, stellte Grünen-Vorsitzender Günter Hahn klar und meinte: „ Es waren bei uns zwei Quetzer Bürger, denen aufgefallen war, dass im Bückeburger Bereich etwas passiert. Und da der Ortsbürgermeister in Quetzen nun mal der CDU angehört, kam es zur Zusammenarbeit.“

Petershäger Politik ist gegen Flickwerk bei Radwegelücken

Petershagen. Die Stadt Petershagen folgt dem gemeinsamen Antrag von CDU und Bündnis 90/Die Grünen, die Schließung einer Radwegelücke an der Landesstraße 772 gegenüber dem Kreis und dem Straßenbetrieb NRW voranzutreiben. CDU-Fraktionsvorsitzender Hermann Humcke hatte an alle Fraktionen appelliert, auf die Kolleginnen und Kollegen in Niedersachsen einzuwirken: dort müsse der wesentliche Teil passieren. Das Land NRW könne sich dann nicht die Blöße geben, die restlichen 50 Meter einfach liegen zu lassen.

Knick in der Weserberglandroute: In Quetzen endet der Radweg. Solche Unterbrechungen sorgen immer wieder für Diskussionen. Mit einem Gesamtkatalog, der solche Defizite stadtweit aufzeigt, könnte die Stadt gegenüber dem Kreis deutlicher auftreten. MT-Foto: Claudia Hyna - © hy
Knick in der Weserberglandroute: In Quetzen endet der Radweg. Solche Unterbrechungen sorgen immer wieder für Diskussionen. Mit einem Gesamtkatalog, der solche Defizite stadtweit aufzeigt, könnte die Stadt gegenüber dem Kreis deutlicher auftreten. MT-Foto: Claudia Hyna - © hy

Dass von Radwege-Lücken die Rede ist, ist in Petershagen nicht neu. SPD-Fraktionsvorsitzender Friedrich Lange nahm den aktuellen Fall zum Anlass, neben den wohl immer problematischen Rundstücksverhandlungen auf die Forderung nach einem Gesamtplan zu verweisen, der ausdrücklich alle Radwegelücken in Petershagen markiert. „Unser Bestreben ist es, diese Lücken in einen Lückenplan zu bringen und dann die Schließung insgesamt beim Kreis zu beantragen“, so Lange. Bürgermeister Dirk Breves (CDU) hielt den Hinweis der SPD für wichtig, betonte aber: „Der Kreis arbeitet genau an einer Radwegekonzeption, die die Lückenschlüsse mit aufnehmen soll.“ Vor dem Hintergrund sei es gut, dass sich die Stadt bereits positioniert habe und schon „den einen oder anderen Hinweis“ in Richtung Kreishaus gegeben habe, darunter auch die die jahrzehntealte Forderung nach dem Lückenschluss zwischen Leteln und Wietersheim.

FDP-Fraktionsvorsitzender Günter Wehmeyer, der sich ebenfalls für einen Gesamtplan aussprach, erinnerte zudem an den Vortrag von Martin Fahrland von der Weserbergland-Touristik (MT berichtete), der auch darauf abgezielt habe, dass die bestehenden Radwege gepflegt werden müssten. „Das sehe ich auch so“, bekräftigte Breves, und: „Bisher haben wir den Ball in Richtung des Kreises gespielt, aber in der Tat: Wenn der Kreis mit seinem Radwegkonzept fertig ist, dann sind wir als Kommune gefordert.“

Katharina Koch (SPD) verwies aus dem Kreisausschuss ebenfalls auf das bereits vorliegende Projekt Regionales Radnetz OWL. „Da liegt schon ein Konzept vor, das von 2022 bis 2026 umgesetzt werden soll. Der Kreis wird den Kommunen empfehlen, sich diesem Konzept als Grundlage anzuschließen.“

Auch die CDU befürworte ein Gesamtkonzept auf Stadt- und Kreisebene, so Hermann Humcke. Im Fall des Radwegs an der Landesgrenze sollte allerdings den Kollegen in Niedersachsen Rückendeckung gegeben werden. Die Landesstraße auf der niedersächsischen Seite sei schmal und von tiefen Gräben und teilweise Leitplanken begrenzt. Auf einigen Abschnitten seien 100 Stundenkilometer erlaubt, die maximale Geschwindigkeit werde nicht immer eingehalten, es komme häufiger zu kritischen Situationen. „Besonders betroffen sind Radfahrer, aber auch Fußgänger, die übersehen oder mit zu geringem Abstand überholt werden. Es kam auch schon zu schweren Unfällen“, so Hermann Humcke und Grünen-Fraktionsvorsitzender Günter Hahn. Das Ziel aus Petershäger Sicht: Auf der NRW-Seite sollte der Radweg an der L 772 um rund 50 Meter bis zur Einmündung der K 20 verlängert und idealerweise von dort bis zum vorhandenen Radweg an der Bückeburger Straße um rund 800 Meter fortgeführt werden.

Dass es hier einen gemeinsamen Antrag von CDU und den Grünen gegeben hat, kommt in der Antragshistorie in Petershagen nicht allzu häufig vor. Zumindest Günter Wehmeyer machte im Hauptausschuss deutlich, dass er sich in diesem Fall einen parteiübergreifenden und fraktionsübergreifenden Antrag gewünscht hätte.

Das sah die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen anders: „Damit wollten wir die FDP keinesfalls ärgern“, stellte Grünen-Vorsitzender Günter Hahn klar und meinte: „ Es waren bei uns zwei Quetzer Bürger, denen aufgefallen war, dass im Bückeburger Bereich etwas passiert. Und da der Ortsbürgermeister in Quetzen nun mal der CDU angehört, kam es zur Zusammenarbeit.“

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