Petershäger Einrichtungen beteiligen sich an Wandeltagen zum Thema Nachhaltigkeit Doris Christoph Petershagen. Kornelia Fieselmann will die Menschen für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisieren. „Wir leben in Zeiten des Wandels, das geht auch mit kleinen Sachen“, sagt die Sprecherin der BUND-Ortsgruppe Petershagen. Dass bereits ein Umdenken eingesetzt hat, hat sie durchaus bemerkt. Und so hofft die 68-Jährige, dass sich vielleicht noch mehr Initiativen oder Geschäfte in Petershagen finden, die sich an den Wandeltagen beteiligen wollen. Die haben ihren Ausgangspunkt in Minden: Hier taten sich vor drei Jahren Nachhaltigkeitsgruppen zusammen aus denen das „Netzwerk 17plus“ entstand. Es hat vom 25. September bis 4. Oktober zum zweiten Mal das regionale „Nachhaltigkeitsfestival“ auf die Beine gestellt (das MT berichtete). Seine Aktionen finden eben nicht nur in Minden, sondern auch in anderen Orten, teilweise sogar anderen Kreisen, statt. Eine Übersicht aller Teilnehmer bietet auf der Homepage wandel.17plus.org die „Wandelkarte“, außerdem gibt es eine Auflistung im „Wandelkalender.“ „Minden ist eine Stadt, die in Sachen Nachhaltigkeit viel macht. Das ist eine andere Szene als bei uns“, sagt Fieselmann, die als Mitglied des BUND Kreisgruppe Minden-Lübbecke auch Mitorganisatorin ist. Trotzdem konnten sie und ihre Mitstreiter auch einige Interessierte in Petershagen zum Mitmachen bewegen. So beteiligen sich unter anderem der Biohof Klanhorst und weitere Anbieter regionaler Lebensmittel, der BUND Petershagen aber auch Privatinitiativen wie der „Garten für gerettete Hühner“ mit einem Tag der offenen Tür (siehe Kasten). Auch die Stadtbücherei ist unter anderem als Refill-Station dabei: Hier können Durstige ihre mitgebrachten Wasserflaschen auffüllen. Ein Angebot, das nach den Wandeltagen bestehen bleiben soll. Auch wenn das Interesse an Nachhaltigkeitsthemen zunehme, sieht Fieselmann in ihrer Kommune noch Luft nach oben. Sie appelliert: „Den Wandel zu einer nachhaltigen Gesellschaft bekommen wir nur hin, wenn Menschen verstehen: Mein eigenes Handeln, zum Beispiel wie ich einkaufe, wie viel Energie ich verbrauche oder welche Fortbewegungsmittel ich nutze, hat Auswirkungen auf Menschen nachfolgender Generationen oder in anderen Erdteilen. Deshalb halte ich es für sehr wichtig, dass auch in ländlichen Regionen öffentliche Bibliotheken zur Verfügung stehen, wo Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) vermittelt wird.“ Nachholbedarf sieht Kornelia Fieselmann zum Beispiel in Sachen Mobilität: ein wichtiges Thema in ländlichen Regionen. „In der Stadt hat man mehr Möglichkeiten, um mit dem Öffentlichen Personennahverkehr irgendwo hinzufahren.“ Auf dem Land sei das ÖPNV-Netz nicht gut ausgebaut, die Menschen seien auf ein eigenes Auto angewiesen. Würde der erste Zug vom Bahnhof Lahde in Richtung Minden/Bielefeld beispielsweise früher als 7.45 Uhr abfahren, könnten ihn auch Schüler und Studenten nutzen. Auch in Sachen Artenvielfalt gibt es laut Fieselmann noch viel zu tun. Die sei etwa in städtischen Parks größer als auf dem Land, wo es vor allem viel landwirtschaftlich genutzte Flächen gebe. „Hier gibt es mit den Blühflächen aber schon Fortschritte.“ Auch Streuobstwiesen sind ein Paradies für viele Arten, für sie setzt sich Fieselmanns Gruppe ein. Nachhaltigkeit hängt für Kornelia Fieselmann vor allem mit Ernährung und dem Konsum regionaler Lebensmittel zusammen. „In den 80er-Jahren bauten viele Menschen noch selber Gemüse an. Das wird weniger.“ Mit dem Selbstversorgergarten in Bierde will ihre BUND-Gruppe den Menschen das Thema wieder schmackhaft machen. Auch er beteiligt sich am Programm. Das Thema regionale Versorgung bildet in Petershagen denn auch einen Schwerpunkt bei den Wandeltagen. Besonders am Herzen liegt der Mitorganisatorin das Thema Gewässerschutz. In Petershagen bietet die studierte Landschaftsplanerin im Rahmen der Aktion Führungen an der Ösper an. Über das Gewässer hat sie damals ihre Diplomarbeit geschrieben. „Auf dem Land kann man im Bereich Fließgewässer noch mehr machen. Auch kleine Maßnahmen bringen Verbesserungen“, findet sie. Wer bei der Nachhaltigkeitsaktion mitmachen will, kann sich über die Homepage noch in die Wandelkarte und den -kalender eintragen lassen. Wer unsicher ist, ob seine Idee ins Konzept passt, kann sich gerne bei Kornelia Fieselmann telefonisch melden unter (0 57 07) 12 42. Die Wandeltage in Petershagen - eine – vorläufige – Übersicht der Teilnehmer: Eine – vorläufige – Übersicht der Teilnehmer: Stadtbücherei: Bücherausstellung zum Thema Nachhaltigkeit, 25. September bis 9. Oktober; Sammelstelle für Kork und Althandys, Refill-Station, Hauptstraße 17Selbstversorgergarten Bierde, Schautag am 27. September von 11 bis 16 Uhr, Führung um 14 Uhr, Zum Heidloh/Ecke NordstraßeFührung „Die Ösper, ein Bach im Wandel“ am 30.September von 17 bis 18.30 Uhr. Anmeldung bei Kornelia Fieselmann, Telefon (0 57 07) 12 42, ab Parkplatz Hellermannsstraße (Historischer Bahnhof)Garten für gerettete Hühner, Offener Garten am 26. September, 13 bis 16 Uhr, Striethorn 18, MaaslingenBeteiligte Initiativen ohne Termin:Biohof Klanhorst, Große Klanhorst, RaderhorstDorfladen am Ostertor, WindheimHof Hormann (Selbstbedienungshütten), Striethorn 13, MaaslingenRetrobook, Upcycling aus alten Büchern, Feldkämpe 24, Meßlingen

Petershäger Einrichtungen beteiligen sich an Wandeltagen zum Thema Nachhaltigkeit

© Oliver Pl

Petershagen. Kornelia Fieselmann will die Menschen für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisieren. „Wir leben in Zeiten des Wandels, das geht auch mit kleinen Sachen“, sagt die Sprecherin der BUND-Ortsgruppe Petershagen. Dass bereits ein Umdenken eingesetzt hat, hat sie durchaus bemerkt. Und so hofft die 68-Jährige, dass sich vielleicht noch mehr Initiativen oder Geschäfte in Petershagen finden, die sich an den Wandeltagen beteiligen wollen.

Die haben ihren Ausgangspunkt in Minden: Hier taten sich vor drei Jahren Nachhaltigkeitsgruppen zusammen aus denen das „Netzwerk 17plus“ entstand. Es hat vom 25. September bis 4. Oktober zum zweiten Mal das regionale „Nachhaltigkeitsfestival“ auf die Beine gestellt (das MT berichtete). Seine Aktionen finden eben nicht nur in Minden, sondern auch in anderen Orten, teilweise sogar anderen Kreisen, statt. Eine Übersicht aller Teilnehmer bietet auf der Homepage wandel.17plus.org die „Wandelkarte“, außerdem gibt es eine Auflistung im „Wandelkalender.“

„Minden ist eine Stadt, die in Sachen Nachhaltigkeit viel macht. Das ist eine andere Szene als bei uns“, sagt Fieselmann, die als Mitglied des BUND Kreisgruppe Minden-Lübbecke auch Mitorganisatorin ist. Trotzdem konnten sie und ihre Mitstreiter auch einige Interessierte in Petershagen zum Mitmachen bewegen.

So beteiligen sich unter anderem der Biohof Klanhorst und weitere Anbieter regionaler Lebensmittel, der BUND Petershagen aber auch Privatinitiativen wie der „Garten für gerettete Hühner“ mit einem Tag der offenen Tür (siehe Kasten). Auch die Stadtbücherei ist unter anderem als Refill-Station dabei: Hier können Durstige ihre mitgebrachten Wasserflaschen auffüllen. Ein Angebot, das nach den Wandeltagen bestehen bleiben soll.

Auch wenn das Interesse an Nachhaltigkeitsthemen zunehme, sieht Fieselmann in ihrer Kommune noch Luft nach oben. Sie appelliert: „Den Wandel zu einer nachhaltigen Gesellschaft bekommen wir nur hin, wenn Menschen verstehen: Mein eigenes Handeln, zum Beispiel wie ich einkaufe, wie viel Energie ich verbrauche oder welche Fortbewegungsmittel ich nutze, hat Auswirkungen auf Menschen nachfolgender Generationen oder in anderen Erdteilen. Deshalb halte ich es für sehr wichtig, dass auch in ländlichen Regionen öffentliche Bibliotheken zur Verfügung stehen, wo Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) vermittelt wird.“

Nachholbedarf sieht Kornelia Fieselmann zum Beispiel in Sachen Mobilität: ein wichtiges Thema in ländlichen Regionen. „In der Stadt hat man mehr Möglichkeiten, um mit dem Öffentlichen Personennahverkehr irgendwo hinzufahren.“ Auf dem Land sei das ÖPNV-Netz nicht gut ausgebaut, die Menschen seien auf ein eigenes Auto angewiesen. Würde der erste Zug vom Bahnhof Lahde in Richtung Minden/Bielefeld beispielsweise früher als 7.45 Uhr abfahren, könnten ihn auch Schüler und Studenten nutzen.

Auch in Sachen Artenvielfalt gibt es laut Fieselmann noch viel zu tun. Die sei etwa in städtischen Parks größer als auf dem Land, wo es vor allem viel landwirtschaftlich genutzte Flächen gebe. „Hier gibt es mit den Blühflächen aber schon Fortschritte.“ Auch Streuobstwiesen sind ein Paradies für viele Arten, für sie setzt sich Fieselmanns Gruppe ein.

Nachhaltigkeit hängt für Kornelia Fieselmann vor allem mit Ernährung und dem Konsum regionaler Lebensmittel zusammen. „In den 80er-Jahren bauten viele Menschen noch selber Gemüse an. Das wird weniger.“ Mit dem Selbstversorgergarten in Bierde will ihre BUND-Gruppe den Menschen das Thema wieder schmackhaft machen. Auch er beteiligt sich am Programm. Das Thema regionale Versorgung bildet in Petershagen denn auch einen Schwerpunkt bei den Wandeltagen.

Besonders am Herzen liegt der Mitorganisatorin das Thema Gewässerschutz. In Petershagen bietet die studierte Landschaftsplanerin im Rahmen der Aktion Führungen an der Ösper an. Über das Gewässer hat sie damals ihre Diplomarbeit geschrieben. „Auf dem Land kann man im Bereich Fließgewässer noch mehr machen. Auch kleine Maßnahmen bringen Verbesserungen“, findet sie.

Wer bei der Nachhaltigkeitsaktion mitmachen will, kann sich über die Homepage noch in die Wandelkarte und den -kalender eintragen lassen. Wer unsicher ist, ob seine Idee ins Konzept passt, kann sich gerne bei Kornelia Fieselmann telefonisch melden unter (0 57 07) 12 42.

Die Wandeltage in Petershagen - eine – vorläufige – Übersicht der Teilnehmer:

Eine – vorläufige – Übersicht der Teilnehmer: Stadtbücherei: Bücherausstellung zum Thema Nachhaltigkeit, 25. September bis 9. Oktober; Sammelstelle für Kork und Althandys, Refill-Station, Hauptstraße 17Selbstversorgergarten Bierde, Schautag am 27. September von 11 bis 16 Uhr, Führung um 14 Uhr, Zum Heidloh/Ecke NordstraßeFührung „Die Ösper, ein Bach im Wandel“ am 30.September von 17 bis 18.30 Uhr. Anmeldung bei Kornelia Fieselmann, Telefon (0 57 07) 12 42, ab Parkplatz Hellermannsstraße (Historischer Bahnhof)Garten für gerettete Hühner, Offener Garten am 26. September, 13 bis 16 Uhr, Striethorn 18, MaaslingenBeteiligte Initiativen ohne Termin:Biohof Klanhorst, Große Klanhorst, RaderhorstDorfladen am Ostertor, WindheimHof Hormann (Selbstbedienungshütten), Striethorn 13, MaaslingenRetrobook, Upcycling aus alten Büchern, Feldkämpe 24, Meßlingen

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