Neuer Plan in Petershagen: Wärme im Verbund statt Heizung nur fürs Freibad Oliver Plöger Petershagen-Lahde. Der Austausch der 20 Jahre alten Wärmepumpe im Freibad Lahde ist dringend notwendig. Immer wieder waren Reparaturen fällig, die Automatik versagte ganz, die Anlage konnte nur noch händisch betrieben werden. Längst sorgt sich die Stadt als Betreiberin vor einem Totalausfall, weshalb die Heizung – so heißt es im Beschlussvorschlag zum Rat diese Woche – durch eine „neue, energieeffiziente und klimafreundliche“ Variante ersetzt werden soll. Und zwar bis zum Beginn der Saison 2021. So weit, so gut, so einstimmig vom Haupt- und Finanzausschuss beschlossen. Die Ideen gehen aber noch weiter, wie Dirk Breves (CDU) als Allgemeiner Vertreter in der Sitzung vorige Woche deutlich machte. Denn ganz entgegen der in der Bevölkerung auch schon laut gewordenen Sorge, die Stadt wolle das Freibad aus Kostengründen schließen, könnte es nach dem Vorschlag der Verwaltung in einen „größeren Zusammenhang“ gestellt werden. Das Freibad, so Breves, ist fester Bestandteil der örtlichen Rahmenplanung und somit ein Projekt der Zukunft. Hintergrund: Da 2021 bekanntlich mit dem Neubau der Mehrzweckhalle in Lahde begonnen wird, seien in der Auswahlentscheidung für die künftige Freibad-Heizung auch Überlegungen für einen Nahwärmeverbund einzubeziehen. Dann könnten Freibad, Schule und das neue Wohnbaugebiet Auf der Höge gleichermaßen durch die Anlage versorgt werden. Zur Finanzierung stünden noch freie Fördergelder von 250.000 Euro zur Verfügung, die Förderquote betrage 90 Prozent. Alternativ komme auch ein Wärmeliefervertrag in Betracht. In einem Wirtschaftlichkeitsvergleich sollen Wärmepumpe, Gaskessel und Nahwärme gegenübergestellt werden. Eine gute Sache, befanden die Politiker, wollen aber – was die weitere Ideenfindung betrifft – unbedingt informiert werden, wie SPD-Fraktionsvorsitzender Ingo Ellerkamp anmahnte. Die Beteiligung der bestehenden Arbeitsgruppe Mehrzweckhalle hatte die Verwaltung bereits zugesagt, nun wird sie ihre Vorschläge auch den politischen Gremien rechtzeitig übermitteln, wie es hieß. „Ich hoffe auf die große Lösung“, bekannte Karl-Christian Ebenau vom Demokratischen Petershagen und verwies auf die guten Erfahrungen, die etwa Oerlinghausen gemacht habe. Dort war im Energiekonzept 2020 die Erweiterung der Fern- und Nahwärmeversorgungen sowie eine verstärkte Nutzung von regenerativen Energiequellen eigens festgeschrieben worden. Auch der Petershäger Fraktionsvorsitzender Hermann Humcke (CDU) betonte den Handlungsbedarf und erinnerte an Klagen von Freibadbesuchern über die zu niedrige Temperatur. „Auch wir sind für die große Lösung“, sagte Humcke. Fest steht gleichermaßen, dass der Zuschussbedarf fürs Freibad stetig wächst: 2012 waren es noch 78.000 Euro, 2019 dann über 130.000. Der Rat, der am Donnerstag, 25. Juni, ab 17 Uhr in der Sekundarschule coronasicher tagen will, wird wohl dennoch für die neue Heizung und den möglichen Nahwärmeverbund votieren. Denn nicht nur die Rahmenplanung, die in Lahde einen Bildungs-, Sport- und Erholungsort sieht, spricht für den Erhalt des Freibads, auch die Besucherzahlen. Vorigen Sommer waren es 27.960, das drittbeste Ergebnis seit 2012. Im Vergleich zum Supersommer 2018 klingt die Zahl zwar gering, doch ein Jahr zuvor kamen lediglich 18.600 Gäste. Wie es jetzt läuft, ist noch nicht absehbar, Spitzenwerte aber wird es wohl kaum geben können. Die Stadt dazu: „Mit der Coronaschutzverordnung und deren Ausführungsbestimmungen mit Stand vom 30. Mai 2020 sind in allen Bädern erhebliche Einschränkungen verbunden. Dies betrifft auch den Badebetrieb im Freibad Lahde.“ An allen Tagen der Saison gibt es drei bis vierstündige Zeitfenster, in denen ein Besuch möglich ist. Die Besucherzahl ist auf 100 Gäste begrenzt, die sich innerhalb eines Zeitfensters im Freibad gleichzeitig aufhalten dürfen. Das sei entscheidend, um die Abstands- und Hygieneregelungen einhalten zu können. Besonders viele Einnahmen werden so allerdings nicht generiert.

Neuer Plan in Petershagen: Wärme im Verbund statt Heizung nur fürs Freibad

Damit auch künftig Luft-Purzelbäume möglich sind, wird die Stadt wieder mehr ins Freibad investieren müssen. Insbesondere die Technik ist in die Jahre gekommen. Foto: privat © privat

Petershagen-Lahde. Der Austausch der 20 Jahre alten Wärmepumpe im Freibad Lahde ist dringend notwendig. Immer wieder waren Reparaturen fällig, die Automatik versagte ganz, die Anlage konnte nur noch händisch betrieben werden. Längst sorgt sich die Stadt als Betreiberin vor einem Totalausfall, weshalb die Heizung – so heißt es im Beschlussvorschlag zum Rat diese Woche – durch eine „neue, energieeffiziente und klimafreundliche“ Variante ersetzt werden soll. Und zwar bis zum Beginn der Saison 2021. So weit, so gut, so einstimmig vom Haupt- und Finanzausschuss beschlossen.

Die Ideen gehen aber noch weiter, wie Dirk Breves (CDU) als Allgemeiner Vertreter in der Sitzung vorige Woche deutlich machte. Denn ganz entgegen der in der Bevölkerung auch schon laut gewordenen Sorge, die Stadt wolle das Freibad aus Kostengründen schließen, könnte es nach dem Vorschlag der Verwaltung in einen „größeren Zusammenhang“ gestellt werden.

Das Freibad, so Breves, ist fester Bestandteil der örtlichen Rahmenplanung und somit ein Projekt der Zukunft. Hintergrund: Da 2021 bekanntlich mit dem Neubau der Mehrzweckhalle in Lahde begonnen wird, seien in der Auswahlentscheidung für die künftige Freibad-Heizung auch Überlegungen für einen Nahwärmeverbund einzubeziehen. Dann könnten Freibad, Schule und das neue Wohnbaugebiet Auf der Höge gleichermaßen durch die Anlage versorgt werden. Zur Finanzierung stünden noch freie Fördergelder von 250.000 Euro zur Verfügung, die Förderquote betrage 90 Prozent. Alternativ komme auch ein Wärmeliefervertrag in Betracht. In einem Wirtschaftlichkeitsvergleich sollen Wärmepumpe, Gaskessel und Nahwärme gegenübergestellt werden.

Eine gute Sache, befanden die Politiker, wollen aber – was die weitere Ideenfindung betrifft – unbedingt informiert werden, wie SPD-Fraktionsvorsitzender Ingo Ellerkamp anmahnte. Die Beteiligung der bestehenden Arbeitsgruppe Mehrzweckhalle hatte die Verwaltung bereits zugesagt, nun wird sie ihre Vorschläge auch den politischen Gremien rechtzeitig übermitteln, wie es hieß.

„Ich hoffe auf die große Lösung“, bekannte Karl-Christian Ebenau vom Demokratischen Petershagen und verwies auf die guten Erfahrungen, die etwa Oerlinghausen gemacht habe. Dort war im Energiekonzept 2020 die Erweiterung der Fern- und Nahwärmeversorgungen sowie eine verstärkte Nutzung von regenerativen Energiequellen eigens festgeschrieben worden. Auch der Petershäger Fraktionsvorsitzender Hermann Humcke (CDU) betonte den Handlungsbedarf und erinnerte an Klagen von Freibadbesuchern über die zu niedrige Temperatur. „Auch wir sind für die große Lösung“, sagte Humcke.

Fest steht gleichermaßen, dass der Zuschussbedarf fürs Freibad stetig wächst: 2012 waren es noch 78.000 Euro, 2019 dann über 130.000. Der Rat, der am Donnerstag, 25. Juni, ab 17 Uhr in der Sekundarschule coronasicher tagen will, wird wohl dennoch für die neue Heizung und den möglichen Nahwärmeverbund votieren. Denn nicht nur die Rahmenplanung, die in Lahde einen Bildungs-, Sport- und Erholungsort sieht, spricht für den Erhalt des Freibads, auch die Besucherzahlen. Vorigen Sommer waren es 27.960, das drittbeste Ergebnis seit 2012. Im Vergleich zum Supersommer 2018 klingt die Zahl zwar gering, doch ein Jahr zuvor kamen lediglich 18.600 Gäste.

Wie es jetzt läuft, ist noch nicht absehbar, Spitzenwerte aber wird es wohl kaum geben können. Die Stadt dazu: „Mit der Coronaschutzverordnung und deren Ausführungsbestimmungen mit Stand vom 30. Mai 2020 sind in allen Bädern erhebliche Einschränkungen verbunden. Dies betrifft auch den Badebetrieb im Freibad Lahde.“ An allen Tagen der Saison gibt es drei bis vierstündige Zeitfenster, in denen ein Besuch möglich ist. Die Besucherzahl ist auf 100 Gäste begrenzt, die sich innerhalb eines Zeitfensters im Freibad gleichzeitig aufhalten dürfen. Das sei entscheidend, um die Abstands- und Hygieneregelungen einhalten zu können. Besonders viele Einnahmen werden so allerdings nicht generiert.

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