Naturschutzwächter Reinhard Remiasch hat ehrenamtlich ein Auge auf die Weseraue Petershagen (mt/lkp). Freilaufende Hunde, illegal entsorgter Müll oder ungenehmigte Schilder und Reklameflächen – immer wieder kommt es in den Naturschutzgebieten im Kreisgebiet zu Verstößen, die der Natur und Landschaft erheblichen Schaden zufügen. Um diesem Problem entgegenzuwirken, hat die untere Naturschutzbehörde ehrenamtliche Naturschutzwächter beauftragt, unerlaubte Eingriffe in die Landschaft zu beobachten, zu melden und Bürger darüber aufzuklären. Reinhard Remiasch ist einer der 21 Naturschutzwächter in Bad Oeynhausen, Hille, Lübbecke, Petershagen, Porta Westfalica, Stemwede, Preußisch Oldendorf und Rahden. Sein Kernbezirk sind die Naturschutzgebiete sowie das Vogelschutzgebiet in der Weseraue in Petershagen. „Ich bin Naturschutzwächter geworden, weil ich mehr Verständnis für die Natur bei den Bürgern wecken möchte“, sagt Remiasch. Dass einige Tier- und Pflanzenarten in seiner Region vom Aussterben bedroht sind, habe ihn motiviert, sich stärker für die Natur einzusetzen. Hinter dem Konzept der Naturschutzwacht steht die Idee, die Aktivitäten der Naturschutzbehörden enger an die tagtägliche Lage in den Naturschutzgebieten zu binden. Mit anderen Worten: Je besser die Naturschutzbehörde die Probleme in der Landschaft kennt, desto eher kann sie geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen. Naturschutzwächter stehen in regelmäßigem Kontakt mit den zuständigen Behörden, sie sollen die Landschaft vor Schäden bewahren und sich dafür einsetzen, dass sich Bürger in der Landschaft rücksichtsvoll verhalten. Remiasch lebt in Petershagen. Täglich ist er für zwei bis drei Stunden in den Weserauen unterwegs. Für die Arbeit als Naturschutzwächter ist die Wohnortnähe zum Einsatzgebiet wichtig. Sie müssen ein Grundverständnis für Natur und Landschaft mitbringen und gute Ortskenntnisse besitzen. „Wir brauchen Ehrenamtliche, die sich in dem Bezirk gut auskennen, denn sie haben Veränderungen der Landschaft viel besser im Blick. Eine Ferndiagnose aus dem Büro oder die Ortsbesichtigungen, die wir durchführen, haben einfach nicht die gleiche Wirkung“, sagt Martina Vortherms, die in der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Minden-Lübbecke für die Naturschutzwächter zuständig ist. Die untere Naturschutzbehörde ist der erste Ansprechpartner für die Naturschutzwächter. Dort werden Veränderungen oder Verstöße gemeldet und weiterbearbeitet. Aber auch Veränderungen, die nicht oder nicht unmittelbar auf menschliche Eingriffe zurückzuführen sind, sollen beobachtet und gemeldet werden. „Wir nehmen auch immer gerne Vorschläge über die Unterhaltung der bestehenden Schutzgebiete oder zur Ausweisung neuer geschützter Flächen oder Landschaftsbestandteile entgegen“, sagt Vortherms. „Falsch geparkte Autos, nicht angeleinte Hunde, wilder Müll sowie Feuerstellen und Camping gehören zu den Verstößen, die wir am häufigsten beobachten“, sagt Remiasch. „Die meisten Besucher sind einsichtig, wenn wir sie auf ein Fehlverhalten hinweisen.“ Leider gebe es aber auch immer wieder Bürger die uneinsichtig sind und wenig Verständnis für den Einsatz der Naturschutzwächter zeigen, so Remiasch weiter. Es sei sogar schon zu Beleidigungen gekommen, und einen Drohbrief habe er auch schon erhalten. Der höfliche und respektvolle Umgang ist bei der Tätigkeit als Naturschutzwächter besonders wichtig. Sie sind zwar im öffentlichen Auftrag tätig, die sogenannte staatliche Zwangsgewalt steht ihnen aber nicht zu. „Die Naturschutzwächter können nur an die Bürger appellieren und versuchen, sie in der direkten Ansprache auf Fehler und Verstöße aufmerksam zu machen“, sagt Vortherms. „Allein dass sie für uns vor Ort sind und ein Auge auf unsere Naturschätze hier im Kreis werfen, ist ein wichtiger Beitrag für unsere Arbeit.“ Naturschutzwacht „Unsere schöne Landschaft und vor allem die vielen Naturschutzgebiete sind für die Region ein Aushängeschild. In der Natur suchen Menschen Erholung und das ist richtig und wichtig so. Damit das auch künftig möglich ist, müssen wir unsere Landschaft besser schützen“, sagt Martina Vortherms. Die Möglichkeit zur Einrichtung einer Naturschutzwacht ist im Gesetz zur Sicherung des Naturhaushalts und zur Entwicklung der Landschaft (Landesnaturschutzgesetz) geregelt. Ziel ist es, Natur und Landschaft im besiedelten und unbesiedelten Bereich so zu schützen, zu pflegen und zu entwickeln, dass die Pflanzen- und Tierwelt sowie die Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Natur und Landschaft als Lebensgrundlagen des Menschen und als Voraussetzung für seine Erholung in Natur und Landschaft nachhaltig gesichert werden. Außerdem sollen die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts und die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter erhalten bleiben.Neben den bereits genannten Verstößen sind auch die Gehölzbeseitigung in den Schutzgebieten, Abgrabungen oder Aufschüttungen, das Befahren von Wiesen, Rodungen in der Zeit vom 1. März bis 30. September des jeweiligen Jahres oder das Reiten in der freien Landschaft und im Walde ohne erforderliches Reitkennzeichen nicht erlaubt.

Naturschutzwächter Reinhard Remiasch hat ehrenamtlich ein Auge auf die Weseraue

Naturschätze der Region im Blick: Martina Vortherms (links) vom Kreisumweltamt ist erste Ansprechpartnerin für Naturschutzwächter wie Reinhard Remiasch. © Foto: Janine Küchhold/Kreis Minden-Lübbecke

Petershagen (mt/lkp). Freilaufende Hunde, illegal entsorgter Müll oder ungenehmigte Schilder und Reklameflächen – immer wieder kommt es in den Naturschutzgebieten im Kreisgebiet zu Verstößen, die der Natur und Landschaft erheblichen Schaden zufügen. Um diesem Problem entgegenzuwirken, hat die untere Naturschutzbehörde ehrenamtliche Naturschutzwächter beauftragt, unerlaubte Eingriffe in die Landschaft zu beobachten, zu melden und Bürger darüber aufzuklären.

Reinhard Remiasch ist einer der 21 Naturschutzwächter in Bad Oeynhausen, Hille, Lübbecke, Petershagen, Porta Westfalica, Stemwede, Preußisch Oldendorf und Rahden. Sein Kernbezirk sind die Naturschutzgebiete sowie das Vogelschutzgebiet in der Weseraue in Petershagen.

„Ich bin Naturschutzwächter geworden, weil ich mehr Verständnis für die Natur bei den Bürgern wecken möchte“, sagt Remiasch. Dass einige Tier- und Pflanzenarten in seiner Region vom Aussterben bedroht sind, habe ihn motiviert, sich stärker für die Natur einzusetzen.

Hinter dem Konzept der Naturschutzwacht steht die Idee, die Aktivitäten der Naturschutzbehörden enger an die tagtägliche Lage in den Naturschutzgebieten zu binden. Mit anderen Worten: Je besser die Naturschutzbehörde die Probleme in der Landschaft kennt, desto eher kann sie geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen. Naturschutzwächter stehen in regelmäßigem Kontakt mit den zuständigen Behörden, sie sollen die Landschaft vor Schäden bewahren und sich dafür einsetzen, dass sich Bürger in der Landschaft rücksichtsvoll verhalten.

Remiasch lebt in Petershagen. Täglich ist er für zwei bis drei Stunden in den Weserauen unterwegs. Für die Arbeit als Naturschutzwächter ist die Wohnortnähe zum Einsatzgebiet wichtig. Sie müssen ein Grundverständnis für Natur und Landschaft mitbringen und gute Ortskenntnisse besitzen. „Wir brauchen Ehrenamtliche, die sich in dem Bezirk gut auskennen, denn sie haben Veränderungen der Landschaft viel besser im Blick. Eine Ferndiagnose aus dem Büro oder die Ortsbesichtigungen, die wir durchführen, haben einfach nicht die gleiche Wirkung“, sagt Martina Vortherms, die in der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Minden-Lübbecke für die Naturschutzwächter zuständig ist.

Die untere Naturschutzbehörde ist der erste Ansprechpartner für die Naturschutzwächter. Dort werden Veränderungen oder Verstöße gemeldet und weiterbearbeitet. Aber auch Veränderungen, die nicht oder nicht unmittelbar auf menschliche Eingriffe zurückzuführen sind, sollen beobachtet und gemeldet werden. „Wir nehmen auch immer gerne Vorschläge über die Unterhaltung der bestehenden Schutzgebiete oder zur Ausweisung neuer geschützter Flächen oder Landschaftsbestandteile entgegen“, sagt Vortherms.

„Falsch geparkte Autos, nicht angeleinte Hunde, wilder Müll sowie Feuerstellen und Camping gehören zu den Verstößen, die wir am häufigsten beobachten“, sagt Remiasch. „Die meisten Besucher sind einsichtig, wenn wir sie auf ein Fehlverhalten hinweisen.“ Leider gebe es aber auch immer wieder Bürger die uneinsichtig sind und wenig Verständnis für den Einsatz der Naturschutzwächter zeigen, so Remiasch weiter. Es sei sogar schon zu Beleidigungen gekommen, und einen Drohbrief habe er auch schon erhalten.

Der höfliche und respektvolle Umgang ist bei der Tätigkeit als Naturschutzwächter besonders wichtig. Sie sind zwar im öffentlichen Auftrag tätig, die sogenannte staatliche Zwangsgewalt steht ihnen aber nicht zu. „Die Naturschutzwächter können nur an die Bürger appellieren und versuchen, sie in der direkten Ansprache auf Fehler und Verstöße aufmerksam zu machen“, sagt Vortherms. „Allein dass sie für uns vor Ort sind und ein Auge auf unsere Naturschätze hier im Kreis werfen, ist ein wichtiger Beitrag für unsere Arbeit.“

Naturschutzwacht

„Unsere schöne Landschaft und vor allem die vielen Naturschutzgebiete sind für die Region ein Aushängeschild. In der Natur suchen Menschen Erholung und das ist richtig und wichtig so. Damit das auch künftig möglich ist, müssen wir unsere Landschaft besser schützen“, sagt Martina Vortherms. Die Möglichkeit zur Einrichtung einer Naturschutzwacht ist im Gesetz zur Sicherung des Naturhaushalts und zur Entwicklung der Landschaft (Landesnaturschutzgesetz) geregelt. Ziel ist es, Natur und Landschaft im besiedelten und unbesiedelten Bereich so zu schützen, zu pflegen und zu entwickeln, dass die Pflanzen- und Tierwelt sowie die Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Natur und Landschaft als Lebensgrundlagen des Menschen und als Voraussetzung für seine Erholung in Natur und Landschaft nachhaltig gesichert werden. Außerdem sollen die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts und die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter erhalten bleiben.Neben den bereits genannten Verstößen sind auch die Gehölzbeseitigung in den Schutzgebieten, Abgrabungen oder Aufschüttungen, das Befahren von Wiesen, Rodungen in der Zeit vom 1. März bis 30. September des jeweiligen Jahres oder das Reiten in der freien Landschaft und im Walde ohne erforderliches Reitkennzeichen nicht erlaubt.

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