Nackt im Wind: Bockwindmühle Neuenknick steht Pfingsten ohne Hülle da, ist aber trotzdem sehenswert Oliver Plöger Petershagen-Neuenknick. Eigentlich sollte die im Dezember umgesetzte Bockwindmühle in Neuenknick zum Deutschen Mühlentag komplett fertig sein. „Das schaffen wir nicht“, sagt Friedrich Rohlfing, Leiter des Mühlenbauhofs des Kreises Minden-Lübbecke und Vorsitzender des Kreis-Mühlenvereins. Eine Veranstaltung wird es am Pfingstmontag, 6. Juni, auf dem Lusebrink dennoch geben. Und die sei in diesem Fall spannender als eine komplett fertige Mühle. Durch die nicht bestehende Außenwand können sich Zuschauer das Innenleben des historischen Bauwerks als Querschnitt ansehen, so Rohlfing. Oben Kornboden, unten Mehlboden – was sonst nur in Abbildungen der Erklärung dient, kann jetzt in Originalgröße bestaunt werden.Das aufgebockte Gebäude ist aktuell eingerüstet, noch wird durch den Bauhof heftig gewerkelt. „Wir haben zwei Hauptbalken austauschen müssen, die dann doch zu marode waren“, so Rohlfing. Das hätte leider zur Verzögerung beigetragen. „Wir werden zu Pfingsten allerdings die Treppe an der Mühle haben, die Besucher können also reingehen. Eine Sicherung wegen der fehlenden Außenwände wird noch angebracht.“ Auch der typische Stert, der lange Balken, mit dem die Mühlenflügel in den Wind gedreht werden, werde installiert sein. So wie es gestern aussah, dürfte auch die inzwischen mit einem neuen Dach versehene Kappe angebracht sein – sie lauert in Wartestellung neben der Bockwindmühle. Beflügelt wird die Mühle aber offenbar nicht. Auf den ersten Besuchertag freut sich Stefan Wiesinger als Vorsitzender der Neuenknicker Kulturgemeinschaft. Um 11 Uhr soll es Pfingstmontag losgehen, es werden Getränke gereicht, die besondere Funktion der Bockwindmühle wird erläutert. „Und wir beantworten alle Fragen zum jüngsten Umzug und zu den Plänen, die wir mit der Windmühle haben.“ Dabei stehe das Bauwerk nicht allein da. Entwickelt werden solle das gesamte Areal auf dem Lusebrink mit Sportplatz und Schützenhaus. Wiesinger spricht von einem Highlight für ganz Petershagen. Das allerdings gebe es nicht von heute auf morgen. Was die Mühle betrifft, war die Kulturgemeinschaft und speziell der Arbeitskreis Dorfgespräch gemeinsam mit dem Kreismühlenverein von Anfang an um den Erhalt bemüht, auch darum, dass die markante Eichenholz-Konstruktion im Dorf bleibt und nicht etwa nach Detmold ins Freilichtmuseum geht, wie Heiko Blome aus dem Arbeitskreis sagt. 2019 war die Entscheidung gefallen, die Mühle in Neuenknick zu erhalten. Ende November vorigen Jahres begannen die Vorarbeiten an den Standorten Zur Bockmühle und auf dem Lusebrink. Am 1. Dezember gab es den Transport auf Tiefladern zweieinhalb Kilometer durchs Dorf.Nach langem Ringen hatte sich die Familie entschlossen, die bereits 1747 in Warmsen gebaute und 1899 nach Neuenknick umgezogene Mühle an den Kreismühlenverein zu verkaufen. Über den Kaufpreis, so Stefan Wiesinger, sei Stillschweigen vereinbart worden. Um das Projekt voranzubringen, hat die Kulturgemeinschaft Förderanträge gestellt, unter anderem für die Außenbeleuchtung.Erfolgreich war – was die Finanzen betrifft – auch der Kreismühlenverein: Vor einigen Tagen gab es die Information aus Düsseldorf, dass 9.500 Euro aus dem Denkmalförderprogramm für 2022 zur Verfügung gestellt werden – für den Erhalt des kulturellen Erbes vor Ort, wie es aus der Landeshauptstadt heißt. Dieses Erbe soll sich am 8. Juni – wenn auch hüllenlos – der Öffentlichkeit darstellen. Wer sich vorab schon mal über die Windmühle und ihre spannende Geschichte informieren will, besucht die von Achim Buschke, ebenfalls Kulturgemeinschaft, bereits erstellte Homepage unter www.bockwindmuehle-neuenknick.de. Hier gibt es Bilder vom Besuch der Landrätin und – neben dem Deutschen Mühlentag – einen Hinweis auf den Kreismühlentag im August. Dann dürfte sich die Mühle „bekleidet“ präsentieren.

Nackt im Wind: Bockwindmühle Neuenknick steht Pfingsten ohne Hülle da, ist aber trotzdem sehenswert

Hinterm Bauzaun und eingerüstet: An der umgesetzten Bockwindmühle in Neuenknick wird noch kräftig gewerkelt. Zum Deutschen Mühlentag soll es dennoch eine Veranstaltung geben. MT-Foto: Oliver Plöger

Petershagen-Neuenknick. Eigentlich sollte die im Dezember umgesetzte Bockwindmühle in Neuenknick zum Deutschen Mühlentag komplett fertig sein. „Das schaffen wir nicht“, sagt Friedrich Rohlfing, Leiter des Mühlenbauhofs des Kreises Minden-Lübbecke und Vorsitzender des Kreis-Mühlenvereins. Eine Veranstaltung wird es am Pfingstmontag, 6. Juni, auf dem Lusebrink dennoch geben. Und die sei in diesem Fall spannender als eine komplett fertige Mühle.

Durch die nicht bestehende Außenwand können sich Zuschauer das Innenleben des historischen Bauwerks als Querschnitt ansehen, so Rohlfing. Oben Kornboden, unten Mehlboden – was sonst nur in Abbildungen der Erklärung dient, kann jetzt in Originalgröße bestaunt werden.

Das aufgebockte Gebäude ist aktuell eingerüstet, noch wird durch den Bauhof heftig gewerkelt. „Wir haben zwei Hauptbalken austauschen müssen, die dann doch zu marode waren“, so Rohlfing. Das hätte leider zur Verzögerung beigetragen. „Wir werden zu Pfingsten allerdings die Treppe an der Mühle haben, die Besucher können also reingehen. Eine Sicherung wegen der fehlenden Außenwände wird noch angebracht.“ Auch der typische Stert, der lange Balken, mit dem die Mühlenflügel in den Wind gedreht werden, werde installiert sein. So wie es gestern aussah, dürfte auch die inzwischen mit einem neuen Dach versehene Kappe angebracht sein – sie lauert in Wartestellung neben der Bockwindmühle. Beflügelt wird die Mühle aber offenbar nicht.

Auf den ersten Besuchertag freut sich Stefan Wiesinger als Vorsitzender der Neuenknicker Kulturgemeinschaft. Um 11 Uhr soll es Pfingstmontag losgehen, es werden Getränke gereicht, die besondere Funktion der Bockwindmühle wird erläutert. „Und wir beantworten alle Fragen zum jüngsten Umzug und zu den Plänen, die wir mit der Windmühle haben.“ Dabei stehe das Bauwerk nicht allein da. Entwickelt werden solle das gesamte Areal auf dem Lusebrink mit Sportplatz und Schützenhaus. Wiesinger spricht von einem Highlight für ganz Petershagen. Das allerdings gebe es nicht von heute auf morgen.

Was die Mühle betrifft, war die Kulturgemeinschaft und speziell der Arbeitskreis Dorfgespräch gemeinsam mit dem Kreismühlenverein von Anfang an um den Erhalt bemüht, auch darum, dass die markante Eichenholz-Konstruktion im Dorf bleibt und nicht etwa nach Detmold ins Freilichtmuseum geht, wie Heiko Blome aus dem Arbeitskreis sagt.

2019 war die Entscheidung gefallen, die Mühle in Neuenknick zu erhalten. Ende November vorigen Jahres begannen die Vorarbeiten an den Standorten Zur Bockmühle und auf dem Lusebrink. Am 1. Dezember gab es den Transport auf Tiefladern zweieinhalb Kilometer durchs Dorf.

Nach langem Ringen hatte sich die Familie entschlossen, die bereits 1747 in Warmsen gebaute und 1899 nach Neuenknick umgezogene Mühle an den Kreismühlenverein zu verkaufen. Über den Kaufpreis, so Stefan Wiesinger, sei Stillschweigen vereinbart worden. Um das Projekt voranzubringen, hat die Kulturgemeinschaft Förderanträge gestellt, unter anderem für die Außenbeleuchtung.

Erfolgreich war – was die Finanzen betrifft – auch der Kreismühlenverein: Vor einigen Tagen gab es die Information aus Düsseldorf, dass 9.500 Euro aus dem Denkmalförderprogramm für 2022 zur Verfügung gestellt werden – für den Erhalt des kulturellen Erbes vor Ort, wie es aus der Landeshauptstadt heißt. Dieses Erbe soll sich am 8. Juni – wenn auch hüllenlos – der Öffentlichkeit darstellen. Wer sich vorab schon mal über die Windmühle und ihre spannende Geschichte informieren will, besucht die von Achim Buschke, ebenfalls Kulturgemeinschaft, bereits erstellte Homepage unter www.bockwindmuehle-neuenknick.de. Hier gibt es Bilder vom Besuch der Landrätin und – neben dem Deutschen Mühlentag – einen Hinweis auf den Kreismühlentag im August. Dann dürfte sich die Mühle „bekleidet“ präsentieren.

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