Nachweis: Wolf reißt Rinderkalb bei Petershagen Petershagen (dpa/mt). In Nordrhein-Westfalen ist nach Angaben des Landes erstmals der Übergriff eines Wolfes auf ein Rind nachgewiesen worden. Nach dem Fund eines toten Rinderkalbes bei Petershagen am 10. Oktober haben die Experten vom Forschungsinstitut Senckenberg DNA-Spuren eines Wolfes identifiziert, wie das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) gestern mitteilte. Am Morgen des 10. Oktober wurde bei Petershagen ein acht Tage altes weibliches Rinderkalb tot aufgefunden. Es handelte sich um das jüngste Kalb aus einer Herde von vier Mutterkühen mit weiteren drei Kälbern, die bereits ein halbes Jahr alt waren. Die genetischen Untersuchungen des Forschungsinstitutes Senckenberg sowie die veterinärpathologischen Untersuchungen im Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Ostwestfalen-Lippe haben ergeben, dass das Rinderkalb von einem Wolf getötet wurde. Das Wolfsindividuum konnte genetisch nicht ermittelt werden. Der Tierhalter wurde informiert. Er kann bei der Bezirksregierung Detmold nun eine finanzielle Entschädigung beantragen, heißt es. Für Nordrhein-Westfalen ist dies der erste Nachweis eines Übergriffs des Wolfes auf ein Rind. Die Territorien von drei niedersächsischen Wolfsrudeln grenzen im Norden an den Kreis Minden-Lübbecke: Das Rudel Rehden mit mindestens vier Welpen, das Rudel Rehburg und das neu gegründete Rudel Uchte mit jeweils mindestens einem Welpen aus diesem Jahr. Bisher wurden Mitglieder dieser Rudel nicht auf nordrhein-westfälischem Gebiet genetisch erfasst, heißt es vom Landesamt. Aus welchem Rudel das Tier stammt, konnte nicht ermittelt werden. In NRW gibt es mit Schermbeck am Niederrhein, der Senne in Ostwestfalen, der Eifel-Hohes Venn und dem Oberbergischen Land mehrere Wolfsgebiete, in denen sich die Tiere angesiedelt haben. Bei Haus- und Nutztierschäden mit Wolfsverdacht sei es wichtig, innerhalb von 24 Stunden eine Probenahme für die genetische Auswertung zu sichern. Betroffene Tierhalter sind gebeten, sich unmittelbar nach dem Auffinden getöteter Tiere an das Landesumweltamt zu wenden. Weidetierhalter aus NRW können Fragen zum Herdenschutz an eine Servicehotline bei der Landwirtschaftskammer NRW richten. wolf.nrw.de

Nachweis: Wolf reißt Rinderkalb bei Petershagen

Ein gerissenes Rinderkalb in der Nähe von Petershagen geht auf das Konto eines Wolfes. © Symbolfoto: Pixabay

Petershagen (dpa/mt). In Nordrhein-Westfalen ist nach Angaben des Landes erstmals der Übergriff eines Wolfes auf ein Rind nachgewiesen worden. Nach dem Fund eines toten Rinderkalbes bei Petershagen am 10. Oktober haben die Experten vom Forschungsinstitut Senckenberg DNA-Spuren eines Wolfes identifiziert, wie das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) gestern mitteilte.

Am Morgen des 10. Oktober wurde bei Petershagen ein acht Tage altes weibliches Rinderkalb tot aufgefunden. Es handelte sich um das jüngste Kalb aus einer Herde von vier Mutterkühen mit weiteren drei Kälbern, die bereits ein halbes Jahr alt waren. Die genetischen Untersuchungen des Forschungsinstitutes Senckenberg sowie die veterinärpathologischen Untersuchungen im Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Ostwestfalen-Lippe haben ergeben, dass das Rinderkalb von einem Wolf getötet wurde. Das Wolfsindividuum konnte genetisch nicht ermittelt werden.

Der Tierhalter wurde informiert. Er kann bei der Bezirksregierung Detmold nun eine finanzielle Entschädigung beantragen, heißt es. Für Nordrhein-Westfalen ist dies der erste Nachweis eines Übergriffs des Wolfes auf ein Rind.

Die Territorien von drei niedersächsischen Wolfsrudeln grenzen im Norden an den Kreis Minden-Lübbecke: Das Rudel Rehden mit mindestens vier Welpen, das Rudel Rehburg und das neu gegründete Rudel Uchte mit jeweils mindestens einem Welpen aus diesem Jahr. Bisher wurden Mitglieder dieser Rudel nicht auf nordrhein-westfälischem Gebiet genetisch erfasst, heißt es vom Landesamt. Aus welchem Rudel das Tier stammt, konnte nicht ermittelt werden.

In NRW gibt es mit Schermbeck am Niederrhein, der Senne in Ostwestfalen, der Eifel-Hohes Venn und dem Oberbergischen Land mehrere Wolfsgebiete, in denen sich die Tiere angesiedelt haben.

Bei Haus- und Nutztierschäden mit Wolfsverdacht sei es wichtig, innerhalb von 24 Stunden eine Probenahme für die genetische Auswertung zu sichern. Betroffene Tierhalter sind gebeten, sich unmittelbar nach dem Auffinden getöteter Tiere an das Landesumweltamt zu wenden. Weidetierhalter aus NRW können Fragen zum Herdenschutz an eine Servicehotline bei der Landwirtschaftskammer NRW richten.

wolf.nrw.de

Copyright © Mindener Tageblatt 2022
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Petershagen