"Nacht der Geschichte" führt Gäste an kulturelle und historische Orte von Petershagen Ulrich Westermann Petershagen (Wes). Ein abwechslungsreiches Programm bot die „Nacht der Geschichte“. Das Motto hieß „Kultur an historischen Stätten. Erleben Sie die Gebäude einmal anders“. Und an den jeweiligen Orten herrschte eine feierliche Atmosphäre. Weit mehr als 100 Einweckgläser, in denen Teelichter flackerten, sorgten im Eingangsbereich der Gebäude und in der Umgebung für eine besondere und schöne Stimmung. Die „Nacht der Geschichte“, die am Samstag zum zweiten Mal nach 2016 unter der Schirmherrschaft der Kulturgemeinschaft stand, lockte einheimische und auswärtige Besucher. Einzelheiten hatte ein Arbeitskreis vorbereitet. Großes Interesse fanden Instrumentalmusik, Gesang sowie eine Ausstellung und eine Lesung. „Wir sind mit dem Ablauf und dem Interesse sehr zufrieden. Petershagen hat viel zu bieten“, freute sich Brunhild Wagner. Die Eigentümerin des Amtsstubenhauses hatte die Idee, die Kulturveranstaltung auf die Beine zu stellen. Das Programm begann im evangelischen Gotteshaus mit der Ausstellungseröffnung „1618 bis 2018 – 400 Jahre Petrikirche Petershagen“. In sieben Themenbereichen geht es darin um frühe Pergamente aus dem Pfarrarchiv, die Altstädter Kirchenbauten, die Gründung der Petrikirche, Fehden und Stadtbrände, religiöse Laienbruderschaften, die Anfänge der Reformation und den Neubau der Petrikirche. In der Ausstellung der Ortsheimatpflege Petershagen und des Fördervereins der Petrikirche werden unter anderem Exponate aus dem Landeskirchlichen Archiv der evangelischen Kirche von Westfalen präsentiert. Brunhild Wagner stellte die unterschiedliche Lebensgeschichte der Gebäude und den damit verbundenen „Genius loci“, den „Geist eines Ortes“, heraus. Ortsheimatpfleger Uwe Jacobsen wies darauf hin, dass 2015 mit einem Themenabend die Grundsteinlegung der Petrikirche 1615 gefeiert worden sei. Die Ortsheimatpflege habe einen Arbeitskreis eingerichtet. „Nachdem wir in den vergangenen beiden Jahrzehnten überwiegend thematisch gearbeitet haben, steht nun die Pflege der Quellen im Vordergrund“, sagte der Ortsheimatpfleger. Dieses Vorhaben konnte verwirklicht werden, weil das Landeskirchliche Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen die originalen Pfarrarchivalien zur Verfügung gestellt habe. Dank richtete er an Pascal Stavropoulos und Niklas Buse. Die Schüler des Petershäger Gymnasiums hatten die Ausstellung technisch betreut. Gut besucht war auch die frühere Synagoge. In zwei Lesungen aus dem Buch „Zwölf Jahre – Die Geschichte einer Familie in einer Stadt in Deutschland“ stellte Jochen Radi die Lebenserinnerungen des Mindeners Hans Bradtmüller vor. Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Alte Synagoge Petershagen, Marianne Schmitz-Neuland, berichtete, dass im Jahr 1346 der erste Jude nach Petershagen gekommen sei. Eine weitere Station war der Saal des Alten Amtsgerichts. Dort begeisterte das Liedduo Julia Dadkoush (Gesang) und Vilmante Barahona (Klavier) das Publikum. Auf dem Programm standen verborgene Musikschätze. Die Baustelle des Amtsstubenhauses lockte die Besucher zu einer musikalischen Pilger-Zeitreise durch Europa. Beteiligt waren das Blockflötenensemble „Woodstock“. Dazu kam als Gast Gernot Stegemeier (Gesang). In der mit Kerzen beleuchteten St.-Johannes-Baptist-Kirche traten ein Gitarrentrio und ein weiteres Trio mit Peter Beinke (Gitarre), Indra Beinke (Blockflöte) und Klara Beinke (Gesang) auf. Auf die Geschichte der katholischen Kirchengemeinde Petershagen, die Einweihung der Kirche im Jahr 1958 und die Innenausstattung ging Gabriele Scheideler ein. Guten Zuspruch mit mehr als 30 Teilnehmern fand eine Altstadtführung mit Nachtwächterin Elke Stünkel. Stationen des Weges waren die restaurierte Brunnenpumpe in der Grabenstraße, der Besselsche Hof und die Fischerstadt. Das Programm endete kurz vor 23 Uhr im Alten Amtsgericht mit einem Treppenhauskonzert und einem„Mitternachtssüppchen“.

"Nacht der Geschichte" führt Gäste an kulturelle und historische Orte von Petershagen

Zur Ausstellungseröffnung in der Petershäger Petrikirche hatten sich der frühere Beauftragte der Stadt Petershagen für Baudenkmalpflege, Willi Seele (links, 89 Jahre alt), und Schlossbesitzer Klaus Hestermann (88 Jahre) eingefunden. © Foto: Ulrich Westermann

Petershagen (Wes). Ein abwechslungsreiches Programm bot die „Nacht der Geschichte“. Das Motto hieß „Kultur an historischen Stätten. Erleben Sie die Gebäude einmal anders“. Und an den jeweiligen Orten herrschte eine feierliche Atmosphäre. Weit mehr als 100 Einweckgläser, in denen Teelichter flackerten, sorgten im Eingangsbereich der Gebäude und in der Umgebung für eine besondere und schöne Stimmung.

Die „Nacht der Geschichte“, die am Samstag zum zweiten Mal nach 2016 unter der Schirmherrschaft der Kulturgemeinschaft stand, lockte einheimische und auswärtige Besucher. Einzelheiten hatte ein Arbeitskreis vorbereitet. Großes Interesse fanden Instrumentalmusik, Gesang sowie eine Ausstellung und eine Lesung. „Wir sind mit dem Ablauf und dem Interesse sehr zufrieden. Petershagen hat viel zu bieten“, freute sich Brunhild Wagner. Die Eigentümerin des Amtsstubenhauses hatte die Idee, die Kulturveranstaltung auf die Beine zu stellen.

Das Programm begann im evangelischen Gotteshaus mit der Ausstellungseröffnung „1618 bis 2018 – 400 Jahre Petrikirche Petershagen“. In sieben Themenbereichen geht es darin um frühe Pergamente aus dem Pfarrarchiv, die Altstädter Kirchenbauten, die Gründung der Petrikirche, Fehden und Stadtbrände, religiöse Laienbruderschaften, die Anfänge der Reformation und den Neubau der Petrikirche.

Nachtwächterin Elke Stünkel führte die Besucher durch die Petershäger Altstadt. - © Foto: Ulrich Westermann
Nachtwächterin Elke Stünkel führte die Besucher durch die Petershäger Altstadt. - © Foto: Ulrich Westermann

In der Ausstellung der Ortsheimatpflege Petershagen und des Fördervereins der Petrikirche werden unter anderem Exponate aus dem Landeskirchlichen Archiv der evangelischen Kirche von Westfalen präsentiert. Brunhild Wagner stellte die unterschiedliche Lebensgeschichte der Gebäude und den damit verbundenen „Genius loci“, den „Geist eines Ortes“, heraus.

Ortsheimatpfleger Uwe Jacobsen (links) ging auf Einzelheiten der Ausstellung ein. - © Foto: Ulrich Westermann
Ortsheimatpfleger Uwe Jacobsen (links) ging auf Einzelheiten der Ausstellung ein. - © Foto: Ulrich Westermann

Ortsheimatpfleger Uwe Jacobsen wies darauf hin, dass 2015 mit einem Themenabend die Grundsteinlegung der Petrikirche 1615 gefeiert worden sei. Die Ortsheimatpflege habe einen Arbeitskreis eingerichtet. „Nachdem wir in den vergangenen beiden Jahrzehnten überwiegend thematisch gearbeitet haben, steht nun die Pflege der Quellen im Vordergrund“, sagte der Ortsheimatpfleger. Dieses Vorhaben konnte verwirklicht werden, weil das Landeskirchliche Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen die originalen Pfarrarchivalien zur Verfügung gestellt habe. Dank richtete er an Pascal Stavropoulos und Niklas Buse. Die Schüler des Petershäger Gymnasiums hatten die Ausstellung technisch betreut.

Gut besucht war auch die frühere Synagoge. In zwei Lesungen aus dem Buch „Zwölf Jahre – Die Geschichte einer Familie in einer Stadt in Deutschland“ stellte Jochen Radi die Lebenserinnerungen des Mindeners Hans Bradtmüller vor. Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Alte Synagoge Petershagen, Marianne Schmitz-Neuland, berichtete, dass im Jahr 1346 der erste Jude nach Petershagen gekommen sei.

Das farblich gestaltete Lichtgewölbe der Petrikirche. - © Foto: Ulrich Westermann
Das farblich gestaltete Lichtgewölbe der Petrikirche. - © Foto: Ulrich Westermann

Eine weitere Station war der Saal des Alten Amtsgerichts. Dort begeisterte das Liedduo Julia Dadkoush (Gesang) und Vilmante Barahona (Klavier) das Publikum. Auf dem Programm standen verborgene Musikschätze. Die Baustelle des Amtsstubenhauses lockte die Besucher zu einer musikalischen Pilger-Zeitreise durch Europa. Beteiligt waren das Blockflötenensemble „Woodstock“. Dazu kam als Gast Gernot Stegemeier (Gesang).

In der mit Kerzen beleuchteten St.-Johannes-Baptist-Kirche traten ein Gitarrentrio und ein weiteres Trio mit Peter Beinke (Gitarre), Indra Beinke (Blockflöte) und Klara Beinke (Gesang) auf. Auf die Geschichte der katholischen Kirchengemeinde Petershagen, die Einweihung der Kirche im Jahr 1958 und die Innenausstattung ging Gabriele Scheideler ein.

Guten Zuspruch mit mehr als 30 Teilnehmern fand eine Altstadtführung mit Nachtwächterin Elke Stünkel. Stationen des Weges waren die restaurierte Brunnenpumpe in der Grabenstraße, der Besselsche Hof und die Fischerstadt. Das Programm endete kurz vor 23 Uhr im Alten Amtsgericht mit einem Treppenhauskonzert und einem„Mitternachtssüppchen“.

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