Nachhaltig einkaufen: Der Friedewalder Dorfmarkt kommt gut an Claudia Hyna Petershagen-Friedewalde. Bei der Premiere des Dorfmarktes Anfang Juni habe „Volksfeststimmung“ geherrscht, beschreibt Anne-Maren Wiebusch. Zur Ferienzeit ist es etwas ruhiger geworden. Händler, Kunden und Organisatorinnen sind aber zufrieden. Vor allem der Unverpackt-Verkaufsstand ist ständig umlagert. Das MT hat sich auf dem Platz an der Kirche umgeschaut. „Unser Stand wird toll angenommen“, bestätigt Inhaberin Caroline Kleinroth auf Anfrage. Bisher habe es sich stetig entwickelt. Sie und ihre Kollegin Daniela Willhuber seien jedenfalls „super zufrieden“. Besonders gefragt seien Fruchtgummi und Müsli, überhaupt Knabbereien aller Art. Mutter Silvia Thielking (56) und ihre Tochter Lea (22) aus Holzhausen II sind das erste Mal beim Dorfmarkt und „tasten sich langsam ran“, sagen sie. Silvia Thielking braucht Gummibären und Kekse zum Verschenken. Künftig plant sie, auch ihr Waschmittel unverpackt zu kaufen. Das sei die klassische Entwicklung, hat Kleinroth festgestellt. In der ersten Woche bringen sie zwei Töpfe mit, in der Folgewoche dann fünf. Leonie Bergmann (23) und Anna-Lena Friedrichs (26) kennen sich schon besser mit dem Sortiment aus. In ihren mitgebrachten Behältern finden Müsli, Kaffee und Süßigkeiten Platz. Friedrichs kauft aus Überzeugung hier ein – sie möchte die Idee unterstützen, damit es das Angebot noch lange gibt. Es sei toll, diese Einkaufsmöglichkeit vor der Haustür zu haben. „Deshalb machen wir auch Werbung dafür“, sagt sie. Ihre Großeltern habe sie schon zum Besuch motiviert. Für die zukünftigen Schwägerinnen ist der Markt außerdem ein schöner Anlass, sich zu sehen und gemeinsam ein Eis zu essen – und nicht nur für sie. Als ein Kind ruft: „Der Eiswagen kommt“, kennen fast alle Besucher nur noch ein Ziel. Das Eis schmeckt nicht nur den Kindern – auch den Schwestern Gertrud Bultmann (85) und Irma Schweitzer (87) gefällt die kühle Köstlichkeit. Beide hoffen, sich noch oft hier treffen zu können. „Früher gab es alles in Friedewalde, heute fehlt vieles“, sagt die Friedewalderin Irma Schweitzer. Da passt es gut ins Konzept, dass der Grillimbissam ehemaligen Sparkassen-Gebäude seit kurzem zusätzlich zum Donnerstag auch am Dienstag seine Speisen anbietet. Dass ihr Dorfmarkt am Dienstagnachmittag zum Treffpunkt wird, hatten die Organisatorinnen Anne-Maren Wiebusch und Corinna Stöxen gehofft. Schön finden sie, dass auch die Kinder des Dorfes hier eine Möglichkeit haben, auf der Wiese an der Kirche miteinander zu spielen. Die Kunden kommen außer aus dem Ort vor allem aus Südfelde, Stemmer und Hille, haben sie erfahren. Sie sind stolz darauf, dass ihr Projekt „Ein Wille – ein Dorf – ein Wochenmarkt“– beim Wettbewerb Dörfer mit Ideen den zweiten Platz und das Preisgeld von 2.000 Euro gewonnen hat. Das wollen sie direkt in die unternehmerische Ausrichtung der Marktes investieren, sagen sie. Dringend gesucht wird nach wie vor ein Händler, der Obst und Gemüse anbietet. Sie habe schon in der ganzen Gegend herum telefoniert, beschreibt Anne-Maren Wiebusch die schwierige Suche. Noch hätten sie die Hoffnung nicht aufgegeben. Auf eigenen Wunsch hingegen kam der Imker Viktor Rafalski zum Dorfmarkt. Der gebürtige Este lebt seit zehn Jahren in Deutschland und hat aktuell acht Bienenvölker. In seiner Heimat seien es weitaus mehr gewesen, berichtet er. Rafalski bietet Raps- und Lindenblütenhonig an. Letzterer schmeckt ihm selbst vor allem im schwarzen Tee. Er ist zufrieden mit dem Geschäft, ebenso wie Volker Wullbrandt von der gleichnamigen Bäckerei aus Nordhemmern. „Das Feedback der Kunden ist gut“, sagt der Firmeninhaber. Friedewalde sei der einzige Markt, den er beliefere, ansonsten ist er in Wez-Märkten vertreten und fährt dreimal in der Woche mit dem Bäckerwagen übers Land. In Friedewalde laufen besonders gut seine Brote (Vollkorn, Dinkel, Buchweizen) sowie Kuchen aller Art. Viele Kunden bringen ihre eigene Verpackung mit, daher passe er gut ins Konzept, meint Wullbrandt. Künftig will er sein Schwarzbrot mit dem umweltfreundlicheren Pergamin umhüllen. Erstmals beim Wochenmarkt vertreten ist die Kinder- und Jugendfeuerwehr Friedewalde. Nach einer eineinhalbjährigen Zwangspause durfte sie sich kürzlich zum ersten Dienst treffen. „Wir sind ganz glücklich, denn wir waren vollzählig“, berichtet Jacqueline Jacob, Leiterin der Jugendwehr. Trotzdem schadet es ja nicht, Werbung zu machen, sagt Tamara Christiani, Leiterin der Kinderwehr „Feuerzwerge“. An ihrem Aktionsstand bieten sie Bastelbögen und Aufkleber. Besonders gut bei den Kindern kommen die kleinen Fahrzeuge für Wettrennen an. Außerdem gibt es die Möglichkeit für alle, ein echtes Feuerwehrfahrzeug zu erkunden. Seine selbst gemachten Säfte bietet darüber hinaus auch der Riekelnhof aus Minden-Todtenhausen an. Firmenchef Frederik Schwier ist nach anfänglich guten Verkäufen von den letzten Markttagen nicht so überzeugt. Die Sommerferien will er auf jeden Fall noch dabei bleiben, dann geht bei ihm im Betrieb die Hauptsaison los. Der Aufwand müsse sich auch lohnen, gibt er zu bedenken. Auf jeden Fall sei der Stand eine schöne Erfahrung. Es gebe nette Gespräche mit Kunden und man lerne neue Leute kennen – und umgekehrt. Deshalb lautet seine Devise momentan: Erstmal abwarten. Am Ende des Tages sind Anne-Maren Wiebusch und Corinna Stöxen – nach der EM-bedingten Flaute – sehr zufrieden mit der Veranstaltung. „So kann das gerne weiter gehen“, sagt Corinna Stöxen. Der Friedo findet jeden Dienstag von 16 bis 19 Uhr rund um die Kirche statt. Parkplätze sind vorhanden.

Nachhaltig einkaufen: Der Friedewalder Dorfmarkt kommt gut an

Siilvia Thielking und ihre Tochter Lea lassen sich das Gekaufte gleich vor Ort schmecken. MT-Fotos: Alex Lehn © lehn

Petershagen-Friedewalde. Bei der Premiere des Dorfmarktes Anfang Juni habe „Volksfeststimmung“ geherrscht, beschreibt Anne-Maren Wiebusch. Zur Ferienzeit ist es etwas ruhiger geworden. Händler, Kunden und Organisatorinnen sind aber zufrieden. Vor allem der Unverpackt-Verkaufsstand ist ständig umlagert. Das MT hat sich auf dem Platz an der Kirche umgeschaut.

„Unser Stand wird toll angenommen“, bestätigt Inhaberin Caroline Kleinroth auf Anfrage. Bisher habe es sich stetig entwickelt. Sie und ihre Kollegin Daniela Willhuber seien jedenfalls „super zufrieden“. Besonders gefragt seien Fruchtgummi und Müsli, überhaupt Knabbereien aller Art. Mutter Silvia Thielking (56) und ihre Tochter Lea (22) aus Holzhausen II sind das erste Mal beim Dorfmarkt und „tasten sich langsam ran“, sagen sie. Silvia Thielking braucht Gummibären und Kekse zum Verschenken. Künftig plant sie, auch ihr Waschmittel unverpackt zu kaufen. Das sei die klassische Entwicklung, hat Kleinroth festgestellt. In der ersten Woche bringen sie zwei Töpfe mit, in der Folgewoche dann fünf.

Viktor Rafalski bietet Honig aus eigener Imkerei. - © Lehn
Viktor Rafalski bietet Honig aus eigener Imkerei. - © Lehn

Leonie Bergmann (23) und Anna-Lena Friedrichs (26) kennen sich schon besser mit dem Sortiment aus. In ihren mitgebrachten Behältern finden Müsli, Kaffee und Süßigkeiten Platz. Friedrichs kauft aus Überzeugung hier ein – sie möchte die Idee unterstützen, damit es das Angebot noch lange gibt. Es sei toll, diese Einkaufsmöglichkeit vor der Haustür zu haben. „Deshalb machen wir auch Werbung dafür“, sagt sie. Ihre Großeltern habe sie schon zum Besuch motiviert.

Produkte vom Riekelnhof. - © Lehn
Produkte vom Riekelnhof. - © Lehn

Für die zukünftigen Schwägerinnen ist der Markt außerdem ein schöner Anlass, sich zu sehen und gemeinsam ein Eis zu essen – und nicht nur für sie. Als ein Kind ruft: „Der Eiswagen kommt“, kennen fast alle Besucher nur noch ein Ziel. Das Eis schmeckt nicht nur den Kindern – auch den Schwestern Gertrud Bultmann (85) und Irma Schweitzer (87) gefällt die kühle Köstlichkeit. Beide hoffen, sich noch oft hier treffen zu können. „Früher gab es alles in Friedewalde, heute fehlt vieles“, sagt die Friedewalderin Irma Schweitzer. Da passt es gut ins Konzept, dass der Grillimbissam ehemaligen Sparkassen-Gebäude seit kurzem zusätzlich zum Donnerstag auch am Dienstag seine Speisen anbietet.

Die Kinder hatten Spaß am Stand der Kinder- und Jugendfeuerwehr. - © Lehn
Die Kinder hatten Spaß am Stand der Kinder- und Jugendfeuerwehr. - © Lehn

Dass ihr Dorfmarkt am Dienstagnachmittag zum Treffpunkt wird, hatten die Organisatorinnen Anne-Maren Wiebusch und Corinna Stöxen gehofft. Schön finden sie, dass auch die Kinder des Dorfes hier eine Möglichkeit haben, auf der Wiese an der Kirche miteinander zu spielen. Die Kunden kommen außer aus dem Ort vor allem aus Südfelde, Stemmer und Hille, haben sie erfahren. Sie sind stolz darauf, dass ihr Projekt „Ein Wille – ein Dorf – ein Wochenmarkt“– beim Wettbewerb Dörfer mit Ideen den zweiten Platz und das Preisgeld von 2.000 Euro gewonnen hat. Das wollen sie direkt in die unternehmerische Ausrichtung der Marktes investieren, sagen sie.

Die Organisatorinnen freuen sich über den Preis. - © Lehn
Die Organisatorinnen freuen sich über den Preis. - © Lehn

Dringend gesucht wird nach wie vor ein Händler, der Obst und Gemüse anbietet. Sie habe schon in der ganzen Gegend herum telefoniert, beschreibt Anne-Maren Wiebusch die schwierige Suche. Noch hätten sie die Hoffnung nicht aufgegeben. Auf eigenen Wunsch hingegen kam der Imker Viktor Rafalski zum Dorfmarkt. Der gebürtige Este lebt seit zehn Jahren in Deutschland und hat aktuell acht Bienenvölker. In seiner Heimat seien es weitaus mehr gewesen, berichtet er. Rafalski bietet Raps- und Lindenblütenhonig an. Letzterer schmeckt ihm selbst vor allem im schwarzen Tee. Er ist zufrieden mit dem Geschäft, ebenso wie Volker Wullbrandt von der gleichnamigen Bäckerei aus Nordhemmern. „Das Feedback der Kunden ist gut“, sagt der Firmeninhaber. Friedewalde sei der einzige Markt, den er beliefere, ansonsten ist er in Wez-Märkten vertreten und fährt dreimal in der Woche mit dem Bäckerwagen übers Land.

Unverpackt einkaufen - © chyna
Unverpackt einkaufen - © chyna

In Friedewalde laufen besonders gut seine Brote (Vollkorn, Dinkel, Buchweizen) sowie Kuchen aller Art. Viele Kunden bringen ihre eigene Verpackung mit, daher passe er gut ins Konzept, meint Wullbrandt. Künftig will er sein Schwarzbrot mit dem umweltfreundlicheren Pergamin umhüllen.

Erstmals beim Wochenmarkt vertreten ist die Kinder- und Jugendfeuerwehr Friedewalde. Nach einer eineinhalbjährigen Zwangspause durfte sie sich kürzlich zum ersten Dienst treffen. „Wir sind ganz glücklich, denn wir waren vollzählig“, berichtet Jacqueline Jacob, Leiterin der Jugendwehr. Trotzdem schadet es ja nicht, Werbung zu machen, sagt Tamara Christiani, Leiterin der Kinderwehr „Feuerzwerge“. An ihrem Aktionsstand bieten sie Bastelbögen und Aufkleber. Besonders gut bei den Kindern kommen die kleinen Fahrzeuge für Wettrennen an. Außerdem gibt es die Möglichkeit für alle, ein echtes Feuerwehrfahrzeug zu erkunden.

Seine selbst gemachten Säfte bietet darüber hinaus auch der Riekelnhof aus Minden-Todtenhausen an. Firmenchef Frederik Schwier ist nach anfänglich guten Verkäufen von den letzten Markttagen nicht so überzeugt. Die Sommerferien will er auf jeden Fall noch dabei bleiben, dann geht bei ihm im Betrieb die Hauptsaison los. Der Aufwand müsse sich auch lohnen, gibt er zu bedenken. Auf jeden Fall sei der Stand eine schöne Erfahrung. Es gebe nette Gespräche mit Kunden und man lerne neue Leute kennen – und umgekehrt. Deshalb lautet seine Devise momentan: Erstmal abwarten.

Am Ende des Tages sind Anne-Maren Wiebusch und Corinna Stöxen – nach der EM-bedingten Flaute – sehr zufrieden mit der Veranstaltung. „So kann das gerne weiter gehen“, sagt Corinna Stöxen.

Der Friedo findet jeden Dienstag von 16 bis 19 Uhr rund um die Kirche statt. Parkplätze sind vorhanden.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Petershagen