NRW-Landtagswahl: FDP-Kandidatin Daniela Beihl setzt auf das Thema Bildung Claudia Hyna Petershagen/Hille/Espelkamp. Als das Waldfreibad in Espelkamp schließen sollte, wurde Daniela Beihl politisch. Sie setzte sich für den Erhalt der Freizeiteinrichtung ein und trat dem Förderverein bei. Das Bad blieb erhalten und wird heute dank einer Förderung umfangreich saniert. Demnächst wird die FDP-Landtagsabgeordnete dort wieder ihre Bahnen schwimmen. Damals erlebte die Espelkämperin, dass Einsatz sich lohnt. Mit 22 Jahren trat sie in die FDP ein. „Weil sie sich wie keine andere Partei für Freiheit und Bürgerrechte einsetzt", sagt die 37-Jährige. Hier werde auf Eigenverantwortung statt auf Bevormundung durch den Staat gesetzt. Beihl studierte folgerichtig Politik und Medienwissenschaften in Bielefeld und arbeitete ab 2015 als wissenschaftliche Referentin für einen Abgeordneten im Düsseldorfer Landtag. 2017 kandidierte sie schließlich selbst, rückte im Jahr 2019 für einen Fraktionskollegen nach. In der FDP-Fraktion ist sie hochschulpolitische Sprecherin und Mitglied im Ausschuss für Schule und Bildung. „Kinder sind unsere Zukunft" Mit dem Slogan „Riskieren wir, dass unsere Kinder schlauer werden als wir", geht die Politikerin mit einem Bildungsthema in den Wahlkampf. Sie kandidiert für den Wahlkreis 88, zu dem auch Hille und Petershagen gehören. Und damit ist es ihr ernst. Man solle den Kindern ruhig viel zutrauen, sagt sie. Leider sei es in Deutschland immer noch oft so, dass die Herkunft über den Bildungsweg entscheidet. In der FDP werde nicht geschaut, aus welchem Elternhaus jemand kommt, sondern nur, wohin er möchte, sagt Beihl. Sie plädiert dafür, die Bildungsausgaben zu erhöhen. „Denn Kinder sind unsere Zukunft." Ganz konkret sei die FDP dafür, nicht nur das letzte und vorletzte Kitajahr vor der Einschulung beitragsfrei zu machen, sondern auch die weiteren. Außerdem müsse stärker in die Lehrerausbildung investiert werden, etwa indem mehr Studienplätze für den Primarschulbereich und die Sonderpädagogik entstehen. Sie ist davon überzeugt, dass das Wichtigste im Schulsystem die Lehrer sind. Und damit die jungen Menschen nach der Schule nicht scharenweise die Region verlassen, möchte sie ein Fernausbildungszentrum installieren, das hybrid, also digital und in Präsenz funktioniert. Auch die Stärkung das FH-Standorts Minden ist der Freien Demokratin ein Anliegen, zusammen mit dem Rail Campus sei das eine große Chance für die Stadt. Überhaupt müsse das Thema Gründung mehr in den Blick genommen werden, schließlich gebe es auch im Kreis Minden-Lübbecke viele Menschen mit guten Ideen. Frauenquote von 100 Prozent Sie selbst zog es übrigens 2019 zurück nach Espelkamp. Hier leben ihre Familie und ihre Freunde, hier wohnt ihr Verlobter. Beihl spricht gerne von den versteckten Potenzialen der Region und meint damit die kleinen und mittelständischen Unternehmen, die tolle Sachen auf die Beine stellen. Sie sehe sich als Anwalt des ländlichen Raums, sagt sie. Nicht als Anwältin? Da lacht Daniela Beihl – um gleich darauf ernst zu werden. Natürlich müsse man alle Geschlechter berücksichtigen. Wichtig sei ihr aber die Gleichberechtigung im Handeln – und mehr Frauen in die Politik zu bringen. Im FDP-Ortsverein Espelkamp, wo sie genau wie in der Fraktion die Vorsitzende ist, werde das bereits gelebt: Hier gibt es eine Frauenquote von 100 Prozent. Auf der Landesliste der FDP besetzt sie Platz 24, damit hat sie sich zu 2017 um sieben Plätze verbessert. Daniela Beihl neigt nicht gerade zur Übertreibung. „Die Chancen stehen nicht schlecht", schätzt sie ihre Kandidatur ein. Natürlich möchte sie gerne weiter machen, was sie angefangen habe. Sie sei hoch motiviert, will Dinge bewegen und wünscht sich vor allem, dass die FDP in NRW in der Regierungsverantwortung bleibt. Von Ampel bis Jamaika sei alles möglich, meint die Abgeordnete. Wenn sie nicht gewählt wird, möchte sie im Bereich Unternehmenskommunikation tätig sein. Dass sie Ausdauer hat, konnte sie bei ihrem ersten Marathon zeigen, den sie vor zwei Jahren lief. Dabei ging es ihr weniger um die Zeit, als um den Zieleinlauf. Aber mit unter fünf Stunden konnte sie sich durchaus sehen lassen. Sie sei mit Sport aufgewachsen, habe früher Leichtathletik betrieben, außerdem spielte sie Fußball und Badminton. Auch heute läuft sie in ihrer Freizeit gerne, den Kopf frei bekommt sie aber auch beim Gärtnern oder Treffen mit Freunden und Familie. Fokus auf die medizinische Versorgung auf dem Land Dann kann sie ihre politischen Themen beiseite lassen – auch wenn sie gerne über ihre Schwerpunkte redet, die sie in den kommenden fünf Jahren im Amt für sich sieht. Besonders am Herzen liegt ihr die medizinische Versorgung, sagt sie. Schließlich habe die FDP die Landarztquote vor mehr als zehn Jahren auf den Weg gebracht. Dabei werden bei der Vergabe von Medizin-Studienplätzen die Bewerber bevorzugt, die sich für einige Jahre als Landarzt verpflichten. Die Landwirtschaft müsse mehr Wertschätzung erfahren, fordert sie. Schließlich würden hier die Rahmenbedingungen unserer Lebensmittelversorgung gesetzt. Daniela Beihl selbst kauft gern auf dem Wochenmarkt in Espelkamp ein. Sie missbilligt die Tendenz, Polizeiwachen zu schließen. Polizeistärke und gute Ausstattung seien wichtig. Mobilität im ländlichen Raum müsse neu gedacht werden. Hier seien die Menschen auf das Auto angewiesen, daher hält sie nichts von Fahrverboten, aber viel von neuen Konzepten. Sie selber ist im Kreisgebiet meist mit dem Auto unterwegs. Für die Fahrt nach Düsseldorf nutze sie überwiegend den Zug. Die Fokussierung auf Elektrizität als Energieträger der Zukunft widerstrebt ihr. Die Liberale möchte offen bleiben und auch Wasserstoff als Technologie nutzen. Überhaupt müsse beim Thema Klimaschutz mehr in Forschung und Entwicklung investiert werden.

NRW-Landtagswahl: FDP-Kandidatin Daniela Beihl setzt auf das Thema Bildung

Die Espelkämperin Daniela Beihl kandidiert für die FDP und möchte ihre Heimatregion in Düsseldorf vertreten. Foto: privat

Petershagen/Hille/Espelkamp. Als das Waldfreibad in Espelkamp schließen sollte, wurde Daniela Beihl politisch. Sie setzte sich für den Erhalt der Freizeiteinrichtung ein und trat dem Förderverein bei. Das Bad blieb erhalten und wird heute dank einer Förderung umfangreich saniert. Demnächst wird die FDP-Landtagsabgeordnete dort wieder ihre Bahnen schwimmen.

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Damals erlebte die Espelkämperin, dass Einsatz sich lohnt. Mit 22 Jahren trat sie in die FDP ein. „Weil sie sich wie keine andere Partei für Freiheit und Bürgerrechte einsetzt", sagt die 37-Jährige. Hier werde auf Eigenverantwortung statt auf Bevormundung durch den Staat gesetzt. Beihl studierte folgerichtig Politik und Medienwissenschaften in Bielefeld und arbeitete ab 2015 als wissenschaftliche Referentin für einen Abgeordneten im Düsseldorfer Landtag. 2017 kandidierte sie schließlich selbst, rückte im Jahr 2019 für einen Fraktionskollegen nach. In der FDP-Fraktion ist sie hochschulpolitische Sprecherin und Mitglied im Ausschuss für Schule und Bildung.

„Kinder sind unsere Zukunft"

Mit dem Slogan „Riskieren wir, dass unsere Kinder schlauer werden als wir", geht die Politikerin mit einem Bildungsthema in den Wahlkampf. Sie kandidiert für den Wahlkreis 88, zu dem auch Hille und Petershagen gehören. Und damit ist es ihr ernst. Man solle den Kindern ruhig viel zutrauen, sagt sie. Leider sei es in Deutschland immer noch oft so, dass die Herkunft über den Bildungsweg entscheidet. In der FDP werde nicht geschaut, aus welchem Elternhaus jemand kommt, sondern nur, wohin er möchte, sagt Beihl. Sie plädiert dafür, die Bildungsausgaben zu erhöhen. „Denn Kinder sind unsere Zukunft."

Ganz konkret sei die FDP dafür, nicht nur das letzte und vorletzte Kitajahr vor der Einschulung beitragsfrei zu machen, sondern auch die weiteren. Außerdem müsse stärker in die Lehrerausbildung investiert werden, etwa indem mehr Studienplätze für den Primarschulbereich und die Sonderpädagogik entstehen. Sie ist davon überzeugt, dass das Wichtigste im Schulsystem die Lehrer sind. Und damit die jungen Menschen nach der Schule nicht scharenweise die Region verlassen, möchte sie ein Fernausbildungszentrum installieren, das hybrid, also digital und in Präsenz funktioniert. Auch die Stärkung das FH-Standorts Minden ist der Freien Demokratin ein Anliegen, zusammen mit dem Rail Campus sei das eine große Chance für die Stadt. Überhaupt müsse das Thema Gründung mehr in den Blick genommen werden, schließlich gebe es auch im Kreis Minden-Lübbecke viele Menschen mit guten Ideen.

Frauenquote von 100 Prozent

Sie selbst zog es übrigens 2019 zurück nach Espelkamp. Hier leben ihre Familie und ihre Freunde, hier wohnt ihr Verlobter. Beihl spricht gerne von den versteckten Potenzialen der Region und meint damit die kleinen und mittelständischen Unternehmen, die tolle Sachen auf die Beine stellen. Sie sehe sich als Anwalt des ländlichen Raums, sagt sie. Nicht als Anwältin? Da lacht Daniela Beihl – um gleich darauf ernst zu werden. Natürlich müsse man alle Geschlechter berücksichtigen. Wichtig sei ihr aber die Gleichberechtigung im Handeln – und mehr Frauen in die Politik zu bringen. Im FDP-Ortsverein Espelkamp, wo sie genau wie in der Fraktion die Vorsitzende ist, werde das bereits gelebt: Hier gibt es eine Frauenquote von 100 Prozent.

Auf der Landesliste der FDP besetzt sie Platz 24, damit hat sie sich zu 2017 um sieben Plätze verbessert. Daniela Beihl neigt nicht gerade zur Übertreibung. „Die Chancen stehen nicht schlecht", schätzt sie ihre Kandidatur ein. Natürlich möchte sie gerne weiter machen, was sie angefangen habe. Sie sei hoch motiviert, will Dinge bewegen und wünscht sich vor allem, dass die FDP in NRW in der Regierungsverantwortung bleibt. Von Ampel bis Jamaika sei alles möglich, meint die Abgeordnete. Wenn sie nicht gewählt wird, möchte sie im Bereich Unternehmenskommunikation tätig sein.

Dass sie Ausdauer hat, konnte sie bei ihrem ersten Marathon zeigen, den sie vor zwei Jahren lief. Dabei ging es ihr weniger um die Zeit, als um den Zieleinlauf. Aber mit unter fünf Stunden konnte sie sich durchaus sehen lassen. Sie sei mit Sport aufgewachsen, habe früher Leichtathletik betrieben, außerdem spielte sie Fußball und Badminton. Auch heute läuft sie in ihrer Freizeit gerne, den Kopf frei bekommt sie aber auch beim Gärtnern oder Treffen mit Freunden und Familie.

Fokus auf die medizinische Versorgung auf dem Land

Dann kann sie ihre politischen Themen beiseite lassen – auch wenn sie gerne über ihre Schwerpunkte redet, die sie in den kommenden fünf Jahren im Amt für sich sieht. Besonders am Herzen liegt ihr die medizinische Versorgung, sagt sie. Schließlich habe die FDP die Landarztquote vor mehr als zehn Jahren auf den Weg gebracht. Dabei werden bei der Vergabe von Medizin-Studienplätzen die Bewerber bevorzugt, die sich für einige Jahre als Landarzt verpflichten. Die Landwirtschaft müsse mehr Wertschätzung erfahren, fordert sie. Schließlich würden hier die Rahmenbedingungen unserer Lebensmittelversorgung gesetzt. Daniela Beihl selbst kauft gern auf dem Wochenmarkt in Espelkamp ein.

Sie missbilligt die Tendenz, Polizeiwachen zu schließen. Polizeistärke und gute Ausstattung seien wichtig. Mobilität im ländlichen Raum müsse neu gedacht werden. Hier seien die Menschen auf das Auto angewiesen, daher hält sie nichts von Fahrverboten, aber viel von neuen Konzepten. Sie selber ist im Kreisgebiet meist mit dem Auto unterwegs. Für die Fahrt nach Düsseldorf nutze sie überwiegend den Zug. Die Fokussierung auf Elektrizität als Energieträger der Zukunft widerstrebt ihr. Die Liberale möchte offen bleiben und auch Wasserstoff als Technologie nutzen. Überhaupt müsse beim Thema Klimaschutz mehr in Forschung und Entwicklung investiert werden.

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