Mit Tönen auf Sendung: Musiklehrerin hat die Musikalische Früherziehung auf online umgestellt Oliver Plöger Petershagen-Lahde. Rein theoretisch könnten an Corona erkrankte Kinder den Musikunterricht von Maike Niemeier genießen. Der geht in diesen Tagen nämlich gern online über die Bühne, wozu die Lahderin auch schon den passenden Werbeslogan kreiert hat: „Rotzefrei abrocken“ steht als Motto über der Musikalischen Früherziehung. Die hat sie komplett umgestellt, der Unterricht könne durchgängig auch bei Krankheit oder Quarantäne wahrgenommen werden. „In vielen Kindergärten läuft seit März kein Musikangebot, und die Kids dürfen teilweise noch nicht mal singen“, sieht Maike Niemeier eine schmerzhafte Lücke. Die Musiklehrerin hat die Technik im Griff und das Musikzimmer auf die interaktiven Live-Sendungen abgestimmt. Zwei Kameras nehmen zeitgleich ihr Bild auf, das Profimikrofon den Ton. „So kann ich etwa Kindern in Amsterdam zeigen, was es mit dem Portcrash-Universum auf sich hat“, sagt Maike Niemeier, die beim Musikunterricht ihren ganz eigenen Horizont entwickelt hatte. Dass die Lehrerin etwa dank Green-Screen auf einem Schiff von besagtem Captain Portcrash hockt, gehört zu den visuellen Raffinessen, die hier allen Spaß machen. „Zu Anfang müssen die Teilnehmer nur auf einen Link klicken und dann geht es los“, sagt die Kunst- und Musikpädagogin. Nach einem Begrüßungslied („Willkommen an Bord“) zeigt sie etwa anhand großer und kleiner Trommeln die tiefen und hohen Töne. Genau das sei Sinn und Zweck dieser Früherziehung, wie Maike Niemeier weiß: Lieder singen und durch Bewegung das musikalische Erleben wecken, vielleicht auch die Lust, ein Instrument zu lernen. Dass im Moment „alles Corona“ ist, muss auch die Kunst- und Musikpädagogin zur Kenntnis nehmen. Auch, wie wichtig der Online-Musik-Unterricht geworden ist. Ganz neu sei das Thema für sie aber nicht. Online unterrichte sie schon seit mindestens fünf Jahren, lernt auch selbst neue Instrumente via Internet, aktuell das Theremin: „Das funktioniert ganz hervorragend.“ Ihr ist es wichtig: „Online ist nicht schmerzhaft, Berührungsängste muss niemand haben.“ Und ohne in die Haltung der ständig Klagenden zu geraten: solche Unterrichtsformen seien für kleine Unternehmer jetzt lebens- und überlebenswichtig. Dabei gebe es für die Schüler klare Vorteile: Teilnehmen können Musikbegeisterte von „Eisbergen bis Wasserstraße“, wie Maike Niemeier sagt, dann noch einmal an Amsterdam erinnert (aus der Grachtenstadt gibt es tatsächlich eine Anmeldung) oder beschreibt, dass sie auch schon in Amerika Online-Unterricht erteilt hat. Die Entfernung sei völlig belanglos. Und wenn das lernende Gegenüber nur ein Handy oder das normale PC-Mikrofon hat, sei das auch kein Problem. Die eigene Niemeier-Technik könne einiges auffangen, und ohnehin: es müsse kein Top-Studio-Sound bei ihr ankommen. Wie etwas klingt und ob es gut klingt, kann die langjährige Lehrerin gerade in der Früherziehung gut einschätzen. Sie findet es zudem sinnvoll, dass eine Unterrichtsteilnahme bei Krankheit möglich ist. Außerdem gebe es keine Transportprobleme – die Fahrzeit falle weg. „Der Unterricht wird lässig vom Sofa aus wahrgenommen.“ Bei der Musikalischen Früherziehung, die jetzt starten soll, plant Maike Niemeier Gruppen mit maximal acht Kindern, der Unterricht soll wöchentlich jeweils eine halbe Stunde lang stattfinden. Die Kinder sollen zwischen drei und fünf Jahre alt sein. Wer den Unterricht zunächst nur ausprobieren möchte, zahlt nichts. Maike Niemeier geht davon aus, dass die Bedeutung des Online-Unterrichts auch bei den Musikschulen größer wird. Natürlich freut sie sich, wenn es auch vor Ort weitergeht – unter Auflagen ist das bereits wieder möglich und wird auch an der Städtischen Musikschule Petershagen so praktiziert. Niemeier, die auch an öffentlichen Schulen unterrichtet, erteilt selbst Gesangsunterricht mit Maske: nicht schön, aber machbar, wie sie sagt. Der Autor ist erreichbar unter Telefon (0571) 882 264 oder Oliver.Ploeger@MT.de

Mit Tönen auf Sendung: Musiklehrerin hat die Musikalische Früherziehung auf online umgestellt

Technik ohne Ende: Wenn Maike Niemeier während Corona Online-Unterricht erteilt, ist das für sie kein neues Feld. Jetzt will sie via Internet auch in die Musikalische Früherziehung einsteigen. © MT-Foto: Oliver Plöger

Petershagen-Lahde. Rein theoretisch könnten an Corona erkrankte Kinder den Musikunterricht von Maike Niemeier genießen. Der geht in diesen Tagen nämlich gern online über die Bühne, wozu die Lahderin auch schon den passenden Werbeslogan kreiert hat: „Rotzefrei abrocken“ steht als Motto über der Musikalischen Früherziehung. Die hat sie komplett umgestellt, der Unterricht könne durchgängig auch bei Krankheit oder Quarantäne wahrgenommen werden. „In vielen Kindergärten läuft seit März kein Musikangebot, und die Kids dürfen teilweise noch nicht mal singen“, sieht Maike Niemeier eine schmerzhafte Lücke.

Die Musiklehrerin hat die Technik im Griff und das Musikzimmer auf die interaktiven Live-Sendungen abgestimmt. Zwei Kameras nehmen zeitgleich ihr Bild auf, das Profimikrofon den Ton. „So kann ich etwa Kindern in Amsterdam zeigen, was es mit dem Portcrash-Universum auf sich hat“, sagt Maike Niemeier, die beim Musikunterricht ihren ganz eigenen Horizont entwickelt hatte. Dass die Lehrerin etwa dank Green-Screen auf einem Schiff von besagtem Captain Portcrash hockt, gehört zu den visuellen Raffinessen, die hier allen Spaß machen. „Zu Anfang müssen die Teilnehmer nur auf einen Link klicken und dann geht es los“, sagt die Kunst- und Musikpädagogin. Nach einem Begrüßungslied („Willkommen an Bord“) zeigt sie etwa anhand großer und kleiner Trommeln die tiefen und hohen Töne. Genau das sei Sinn und Zweck dieser Früherziehung, wie Maike Niemeier weiß: Lieder singen und durch Bewegung das musikalische Erleben wecken, vielleicht auch die Lust, ein Instrument zu lernen.

Dass im Moment „alles Corona“ ist, muss auch die Kunst- und Musikpädagogin zur Kenntnis nehmen. Auch, wie wichtig der Online-Musik-Unterricht geworden ist. Ganz neu sei das Thema für sie aber nicht. Online unterrichte sie schon seit mindestens fünf Jahren, lernt auch selbst neue Instrumente via Internet, aktuell das Theremin: „Das funktioniert ganz hervorragend.“ Ihr ist es wichtig: „Online ist nicht schmerzhaft, Berührungsängste muss niemand haben.“ Und ohne in die Haltung der ständig Klagenden zu geraten: solche Unterrichtsformen seien für kleine Unternehmer jetzt lebens- und überlebenswichtig.

Dabei gebe es für die Schüler klare Vorteile: Teilnehmen können Musikbegeisterte von „Eisbergen bis Wasserstraße“, wie Maike Niemeier sagt, dann noch einmal an Amsterdam erinnert (aus der Grachtenstadt gibt es tatsächlich eine Anmeldung) oder beschreibt, dass sie auch schon in Amerika Online-Unterricht erteilt hat. Die Entfernung sei völlig belanglos. Und wenn das lernende Gegenüber nur ein Handy oder das normale PC-Mikrofon hat, sei das auch kein Problem. Die eigene Niemeier-Technik könne einiges auffangen, und ohnehin: es müsse kein Top-Studio-Sound bei ihr ankommen. Wie etwas klingt und ob es gut klingt, kann die langjährige Lehrerin gerade in der Früherziehung gut einschätzen. Sie findet es zudem sinnvoll, dass eine Unterrichtsteilnahme bei Krankheit möglich ist. Außerdem gebe es keine Transportprobleme – die Fahrzeit falle weg. „Der Unterricht wird lässig vom Sofa aus wahrgenommen.“

Bei der Musikalischen Früherziehung, die jetzt starten soll, plant Maike Niemeier Gruppen mit maximal acht Kindern, der Unterricht soll wöchentlich jeweils eine halbe Stunde lang stattfinden. Die Kinder sollen zwischen drei und fünf Jahre alt sein. Wer den Unterricht zunächst nur ausprobieren möchte, zahlt nichts.

Maike Niemeier geht davon aus, dass die Bedeutung des Online-Unterrichts auch bei den Musikschulen größer wird. Natürlich freut sie sich, wenn es auch vor Ort weitergeht – unter Auflagen ist das bereits wieder möglich und wird auch an der Städtischen Musikschule Petershagen so praktiziert. Niemeier, die auch an öffentlichen Schulen unterrichtet, erteilt selbst Gesangsunterricht mit Maske: nicht schön, aber machbar, wie sie sagt.

Der Autor ist erreichbar unter Telefon (0571) 882 264 oder Oliver.Ploeger@MT.de

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