Mit Kunst in ein neues Leben: Noemi Haugk Von Ursula Koch Petershagen-Frille (mt). "Jedes Bild hat mit mir selber zu tun. Das loszulassen ist ein Schritt", sagt Noemi Haugk. Trotzdem wagt sie den Schritt. In diesem Jahr hat sie sich mit der Malerei und der Musik selbstständig gemacht. Bei der Langen Nacht der Kultur in Minden präsentiert sie sich am 14. September in beiden Disziplinen: als Liedermacherin um 20.15 Uhr im Markt 15 und als Malerin in der Ausstellung "Schnittstellen" der Künstlerinnengruppe des Vereins für aktuelle Kunst in St. Marien. "Jetzt möchte ich Platz schaffen für Neues", sagt die 39-Jährige zu ihrem Entschluss. 2016 war sie mit ihrer Familie nach Frille gezogen, im vergangenen Jahr hat sie sich dem Verein für aktuelle Kunst angeschlossen, weil sie Kontakt suchte und den Austausch mit anderen Künstlern. Das mehrteilige Ausstellungsprojekt "Schnittstellen" erscheint wie für Haugk gemacht, denn die junge Frau hat selbst eine Schnittstelle in ihrem Leben erfahren. Sie erkrankte 2016 an Multipler Sklerose. "Als nichts mehr ging, habe ich mit der Gitarre auf dem Bauch im Bett gelegen und gesungen", erzählt sie. In der Zeit habe sie sich intensiv mit sich selbst beschäftigt. So kam es zur Rückbesinnung auf die Musik, mit der sie als Teenager angefangen hatte. "Ich habe damals schon Lieder komponiert, wäre damit aber nie an die Öffentlichkeit gegangen", erzählt sie. Die gebürtige Ungarin ist als Siebenjährige nach Deutschland gekommen, in der Region zwischen Gießen, Marburg und Siegen aufgewachsen und zur Schule gegangen. Sie studierte Kunst auf Lehramt in Dresden und arbeitete dort auch in ihrem Beruf. Über eine Zwischenstation in Hannover landete sie 2016 in Frille. Dank Ernährungsumstellung, alternativer Medizin, ausreichend Schlaf und Stressvermeidung geht es ihr seit dem vergangenen Jahr wieder gut. Seitdem beschäftigt sie sich intensiv mit Kunst und Musik. "Das tut meiner Gesundheit gut", sagt die zweifache Mutter. Sie ist inzwischen Mitglied im Verein für aktuelle Kunst und beteiligt sich an der mehrteiligen Ausstellung "Schnittstellen", die von der Frauengruppe organisiert wird. Der Auftakt dazu war der Kunst-Automat, der am Gemeindehaus der Marienkirche in Betrieb genommen wurde. An diesem Wochenende wird in der Wandelhalle des Reha-Zentrums Bad Eilsen eine Gemeinschaftsausstellung zum Thema eröffnet, zur Langen Nacht der Kultur sind dann weitere Werke in der Marienkirche zu sehen. Außerdem ist Noemi Haugk noch an einer Ausstellung beteiligt, die an diesem Wochenende im Kloster Möllenbeck eröffnet wird. Dort sind ihre „großen Diven“ zu sehen. Das sind großformatige Acrylgemälde, die Frauen in glamourösen Posen zeigen. Die Farbe hat Haugk mit viel Wasser gemischt, sodass sie die Leichtigkeit und Transparenz von Aquarellmalerei aufweisen. „Es kommt mir nicht auf die Pose an, sondern auf den Ausdruck, auf das Gefühl, das die Bilder vermitteln“, sagt die Künstlerin. Menschen, besonders Frauen und Kinder, sind in der Malerei ihr bevorzugtes Thema. Für die Ausstellung „Schnittstellen“ in St. Marien hat sie in diesem Jahr vier neue Bilder gemalt. In quadratischen Formaten beleuchtet sie vier Situationen, die das Leben einer Frau nachhaltig verändern. Den Auftakt macht die „Braut“. Darauf folgt die „Mutter“, lachend blickt eine Hochschwangere dem Betrachter entgegen, während die Frau, die vor der Mutterschaft existierte mit einem Blick zurück aus dem Bild geht. Mit der Oma und der Uroma vervollständigt Haugk diesen Generationen-Zyklus. Mit ihren meistens deutschen Texten zu Gitarrenmusik ist sie bereits beim Muckertreff und beim Künstlermarkt auf Gut Nordholz aufgetreten. Auch in den Texten geht es um ihre Erlebnisse und Gefühle. Seit dem Winter arbeitet sie daran mit der Sprach und Stimmtherapeutin Ronja Ernsting. „Es sollen noch weitere Musiker dazukommen. Wir arbeiten an einer CD“, verrät Haugk. Informationen Die Lange Nacht der Kultur in Minden bietet am 14. September zwischen 18 und 24 Uhr ein breitgefächertes Programm an Musik aller Stile, Lesungen, Kabarett, Theater und Bildender Kunst an 16 Veranstaltungsorten zwischen Ratsgymnasium, St. Marien und BÜZ. Das komplette Programm ist im Internet unter www.kulturforum-minden.de zu finden. Die Eintritts-Armbänder sind für 7,50 Euro erhältlich bei Express-Ticketservice, im Bücherwurm, beim Domschatz, der Minden Marketing und der VHS-Geschäftsstelle, ermäßigte Karten (5 Euro) gibt es nur bei Domschatz und VHS.

Mit Kunst in ein neues Leben: Noemi Haugk

Von Ursula Koch

Petershagen-Frille (mt). "Jedes Bild hat mit mir selber zu tun. Das loszulassen ist ein Schritt", sagt Noemi Haugk. Trotzdem wagt sie den Schritt. In diesem Jahr hat sie sich mit der Malerei und der Musik selbstständig gemacht. Bei der Langen Nacht der Kultur in Minden präsentiert sie sich am 14. September in beiden Disziplinen: als Liedermacherin um 20.15 Uhr im Markt 15 und als Malerin in der Ausstellung "Schnittstellen" der Künstlerinnengruppe des Vereins für aktuelle Kunst in St. Marien.

"Jetzt möchte ich Platz schaffen für Neues", sagt die 39-Jährige zu ihrem Entschluss. 2016 war sie mit ihrer Familie nach Frille gezogen, im vergangenen Jahr hat sie sich dem Verein für aktuelle Kunst angeschlossen, weil sie Kontakt suchte und den Austausch mit anderen Künstlern. Das mehrteilige Ausstellungsprojekt "Schnittstellen" erscheint wie für Haugk gemacht, denn die junge Frau hat selbst eine Schnittstelle in ihrem Leben erfahren. Sie erkrankte 2016 an Multipler Sklerose. "Als nichts mehr ging, habe ich mit der Gitarre auf dem Bauch im Bett gelegen und gesungen", erzählt sie. In der Zeit habe sie sich intensiv mit sich selbst beschäftigt.

So kam es zur Rückbesinnung auf die Musik, mit der sie als Teenager angefangen hatte. "Ich habe damals schon Lieder komponiert, wäre damit aber nie an die Öffentlichkeit gegangen", erzählt sie. Die gebürtige Ungarin ist als Siebenjährige nach Deutschland gekommen, in der Region zwischen Gießen, Marburg und Siegen aufgewachsen und zur Schule gegangen. Sie studierte Kunst auf Lehramt in Dresden und arbeitete dort auch in ihrem Beruf. Über eine Zwischenstation in Hannover landete sie 2016 in Frille.

Dank Ernährungsumstellung, alternativer Medizin, ausreichend Schlaf und Stressvermeidung geht es ihr seit dem vergangenen Jahr wieder gut. Seitdem beschäftigt sie sich intensiv mit Kunst und Musik. "Das tut meiner Gesundheit gut", sagt die zweifache Mutter. Sie ist inzwischen Mitglied im Verein für aktuelle Kunst und beteiligt sich an der mehrteiligen Ausstellung "Schnittstellen", die von der Frauengruppe organisiert wird. Der Auftakt dazu war der Kunst-Automat, der am Gemeindehaus der Marienkirche in Betrieb genommen wurde. An diesem Wochenende wird in der Wandelhalle des Reha-Zentrums Bad Eilsen eine Gemeinschaftsausstellung zum Thema eröffnet, zur Langen Nacht der Kultur sind dann weitere Werke in der Marienkirche zu sehen. Außerdem ist Noemi Haugk noch an einer Ausstellung beteiligt, die an diesem Wochenende im Kloster Möllenbeck eröffnet wird.

Dort sind ihre „großen Diven“ zu sehen. Das sind großformatige Acrylgemälde, die Frauen in glamourösen Posen zeigen. Die Farbe hat Haugk mit viel Wasser gemischt, sodass sie die Leichtigkeit und Transparenz von Aquarellmalerei aufweisen. „Es kommt mir nicht auf die Pose an, sondern auf den Ausdruck, auf das Gefühl, das die Bilder vermitteln“, sagt die Künstlerin. Menschen, besonders Frauen und Kinder, sind in der Malerei ihr bevorzugtes Thema.

Für die Ausstellung „Schnittstellen“ in St. Marien hat sie in diesem Jahr vier neue Bilder gemalt. In quadratischen Formaten beleuchtet sie vier Situationen, die das Leben einer Frau nachhaltig verändern. Den Auftakt macht die „Braut“. Darauf folgt die „Mutter“, lachend blickt eine Hochschwangere dem Betrachter entgegen, während die Frau, die vor der Mutterschaft existierte mit einem Blick zurück aus dem Bild geht. Mit der Oma und der Uroma vervollständigt Haugk diesen Generationen-Zyklus.

Mit ihren meistens deutschen Texten zu Gitarrenmusik ist sie bereits beim Muckertreff und beim Künstlermarkt auf Gut Nordholz aufgetreten. Auch in den Texten geht es um ihre Erlebnisse und Gefühle. Seit dem Winter arbeitet sie daran mit der Sprach und Stimmtherapeutin Ronja Ernsting. „Es sollen noch weitere Musiker dazukommen. Wir arbeiten an einer CD“, verrät Haugk.

Informationen

Die Lange Nacht der Kultur in Minden bietet am 14. September zwischen 18 und 24 Uhr ein breitgefächertes Programm an Musik aller Stile, Lesungen, Kabarett, Theater und Bildender Kunst an 16 Veranstaltungsorten zwischen Ratsgymnasium, St. Marien und BÜZ.

Das komplette Programm ist im Internet unter www.kulturforum-minden.de zu finden.

Die Eintritts-Armbänder sind für 7,50 Euro erhältlich bei Express-Ticketservice, im Bücherwurm, beim Domschatz, der Minden Marketing und der VHS-Geschäftsstelle, ermäßigte Karten (5 Euro) gibt es nur bei Domschatz und VHS.

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