Mawil setzt Lucky Luke aufs Fahrrade - Comic-Zeichner erhält Wilhelm-Busch-Preis Stadthagen (mt/och). Mit dem Berliner Comic-Autor Mawil alias Markus Witzel ehrt der Wilhelm-Busch-Preis zum ersten Mal einen Zeichner, dessen sämtliche Werke im 21. Jahrhundert veröffentlich wurden. Der Preis, der alle zwei Jahre von der Stiftung der Sparkasse Schaumburg, der Schumber Landschaft und den Schaumburger Nachrichten verliehen wird, geht außerdem zum ersten Mal an eine neue Künstler-Generation, die selbstbewusst die Hochschulen für eine ausgewiesene Comic-Ausbildung für sich erobert hat. Die Schaumburger Auszeichnung, dotiert mit 10.000 Euro, erinnert an Wilhelm Busch als Wegbereiter des modernen Comics, der Zeichnungen mit brillanten Sprachwitz verband. Zu den bisherigen Preisträgern zählen Robert Gernhardt, F.W. Bernstein, Vicco von Bülow, Ernst Kahl, Franziska Becker, Hans Traxler, Ralf König und zuletzt Isabel Kreitz. Mit Mawil ehrt die Jury in diesem Jahr einen national wie international höchst angesehenen, aber vor allem auch viel gelesenen Comic-Künstler, teilt die Schaumburger Landschaft mit. Zur Jury gehörten Professor Hans-Georg Bögner (SK Stiftung Kultur), Prof. Dietrich Grünewald (Kunstdidaktiker an der Universität Koblenz-Landau), Martin Jurgeit (Comic-Fachjournalist) und Dr. Gisela Vetter Liebenow (Direktorin des Busch-Museums Hannover). Mawil (Jahrgang 1976) ist auch der erste Busch-Preisträger, der in der DDR geboren wurde, wo er seine Kindheit in Ost-Berlin in einer religiös geprägten Familie verbrachte, die den Alltag in kritischer Übereinkunft mit den Erwartungen der sozialistischen Herrschaftsordnung organisieren musste, wie die Schaumburger Landschaft formuliert. Von dieser Zeit erzählt auch sein – in Teilen klar autobiographisch konnotiertes – Comic-Schaffen. Allen voran die preisgekrönte Graphic Novel „Kinderland“ von 2014, die zur Zeit des Mauerfalls spielt und für Mawil mit zahlreichen Übersetzungen den internationalen Durchbruch markierte. Alle seine Comics zeichnet bereits beginnend mit seinen Frühwerken „Strandsafari“ und „Wir können ja Freunde bleiben“ ein gleichzeitig sehr lockerer wie auch ungemein stilsicherer Zeichenstrich aus – der ganz spezielle Mawil-Stil. Die Zeichnungen strahlen so eine ungekünstelte Authentizität aus, die perfekt zu den sehr persönlichen Inhalten seiner Werke passt. Das bestätigen ganz besonders seine opulenten Comic-Sonntagsseiten, die von 2006 bis 2019 im Berliner „Tagesspiegel“ erschienen. Hier konnte er sich – gepaart mit einer unglaublichen Detailfülle in den Zeichnungen – nicht nur in die Tradition der großen amerikanischen Zeitungs-Comics stellen, sondern eroberte sich ein Massenpublikum. Das galt erst recht, als Mawil vor zwei Jahren als erster deutscher Comic-Künstler die franko-belgische Traditionsserie „Lucky Luke“ für ein Album übernahm und dem Westernhelden gleich einen Sattelwechsel verpasste – runter von Jolly Jumper und rauf auf einen Drahtesel. Wie er diese sich überraschend gut in das Setting des Originals einpassende Aufgabe bewältigte und gleichzeitig einen authentischen Mawil-Comic ablieferte, unterstreicht die Meisterschaft dieses Künstlers. Humor, Vielseitigkeit und der genaue Blick auf den menschlichen Alltag zeichneten auch Wilhelm Busch aus. Der Preis soll im Herbst im Busch-Gymnasium in Stadthagen überreicht werden, sofern die Corona-Pandemie das zulasse, heißt es bei der Schaumburger Landschaft.

Mawil setzt Lucky Luke aufs Fahrrade - Comic-Zeichner erhält Wilhelm-Busch-Preis

Supa-Hasi ist das Alter ego des Comic-Zeichners Mawil, der den Wilhelm-Busch-Preis erhält. Foto: Foto: K. Bofinger/pr © Foto: Karoline Bofinger

Stadthagen (mt/och). Mit dem Berliner Comic-Autor Mawil alias Markus Witzel ehrt der Wilhelm-Busch-Preis zum ersten Mal einen Zeichner, dessen sämtliche Werke im 21. Jahrhundert veröffentlich wurden. Der Preis, der alle zwei Jahre von der Stiftung der Sparkasse Schaumburg, der Schumber Landschaft und den Schaumburger Nachrichten verliehen wird, geht außerdem zum ersten Mal an eine neue Künstler-Generation, die selbstbewusst die Hochschulen für eine ausgewiesene Comic-Ausbildung für sich erobert hat.

Die Schaumburger Auszeichnung, dotiert mit 10.000 Euro, erinnert an Wilhelm Busch als Wegbereiter des modernen Comics, der Zeichnungen mit brillanten Sprachwitz verband. Zu den bisherigen Preisträgern zählen Robert Gernhardt, F.W. Bernstein, Vicco von Bülow, Ernst Kahl, Franziska Becker, Hans Traxler, Ralf König und zuletzt Isabel Kreitz.

Mit Mawil ehrt die Jury in diesem Jahr einen national wie international höchst angesehenen, aber vor allem auch viel gelesenen Comic-Künstler, teilt die Schaumburger Landschaft mit. Zur Jury gehörten Professor Hans-Georg Bögner (SK Stiftung Kultur), Prof. Dietrich Grünewald (Kunstdidaktiker an der Universität Koblenz-Landau), Martin Jurgeit (Comic-Fachjournalist) und Dr. Gisela Vetter Liebenow (Direktorin des Busch-Museums Hannover).

Mawil (Jahrgang 1976) ist auch der erste Busch-Preisträger, der in der DDR geboren wurde, wo er seine Kindheit in Ost-Berlin in einer religiös geprägten Familie verbrachte, die den Alltag in kritischer Übereinkunft mit den Erwartungen der sozialistischen Herrschaftsordnung organisieren musste, wie die Schaumburger Landschaft formuliert. Von dieser Zeit erzählt auch sein – in Teilen klar autobiographisch konnotiertes – Comic-Schaffen. Allen voran die preisgekrönte Graphic Novel „Kinderland“ von 2014, die zur Zeit des Mauerfalls spielt und für Mawil mit zahlreichen Übersetzungen den internationalen Durchbruch markierte.

Alle seine Comics zeichnet bereits beginnend mit seinen Frühwerken „Strandsafari“ und „Wir können ja Freunde bleiben“ ein gleichzeitig sehr lockerer wie auch ungemein stilsicherer Zeichenstrich aus – der ganz spezielle Mawil-Stil. Die Zeichnungen strahlen so eine ungekünstelte Authentizität aus, die perfekt zu den sehr persönlichen Inhalten seiner Werke passt.

Das bestätigen ganz besonders seine opulenten Comic-Sonntagsseiten, die von 2006 bis 2019 im Berliner „Tagesspiegel“ erschienen. Hier konnte er sich – gepaart mit einer unglaublichen Detailfülle in den Zeichnungen – nicht nur in die Tradition der großen amerikanischen Zeitungs-Comics stellen, sondern eroberte sich ein Massenpublikum.

Das galt erst recht, als Mawil vor zwei Jahren als erster deutscher Comic-Künstler die franko-belgische Traditionsserie „Lucky Luke“ für ein Album übernahm und dem Westernhelden gleich einen Sattelwechsel verpasste – runter von Jolly Jumper und rauf auf einen Drahtesel. Wie er diese sich überraschend gut in das Setting des Originals einpassende Aufgabe bewältigte und gleichzeitig einen authentischen Mawil-Comic ablieferte, unterstreicht die Meisterschaft dieses Künstlers. Humor, Vielseitigkeit und der genaue Blick auf den menschlichen Alltag zeichneten auch Wilhelm Busch aus. Der Preis soll im Herbst im Busch-Gymnasium in Stadthagen überreicht werden, sofern die Corona-Pandemie das zulasse, heißt es bei der Schaumburger Landschaft.

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