Lahder Visionen: Gewerbeverein setzt auf Maile und Herbstmarkt Oliver Plöger Petershagen-Lahde. Corona zum Trotz laufen die Planungen zu den beiden großen Festen des Gewerbevereins Lahde weiter. Die Lahder Maile soll sich am 14. und 15. Mai durch den Ort schlängeln, der Herbstmarkt am 15. und 16. Oktober über die Bühne gehen. „Voraussichtlich“, wie Jens Wölke als Vorsitzender des Gewerbevereins sagt. Dabei spricht er gegenüber dem MT auch von der Präsenz, die die neu formierte Lobby der heimischen Händler zeigen will, vom Blick in die Lahder Zukunft und den Chancen, die mit der Entwicklung des Bismarckplatzes verbunden sind. Die beiden großen Feste „Wir wollen die Feste nicht im vorauseilenden Gehorsam absagen“, meint Wölke mit Blick auf die Entwicklung der Pandemielage. Die Maile im Mai sei ein regionales Markenzeichen geworden, auch der Herbstmarkt längst eine Traditionsveranstaltung. Am neuen Hygienekonzept werde bereits gearbeitet. Neu ab 2022 und der Pandemie geschuldet: Sowohl für Flohmarktstände als auch für professionelle Händler sind für beide Märkte Anmeldungen über ein Platzbuchungssystem erforderlich, das in Kürze auf www.Lahder-Maile.de eingerichtet werden soll.Der Gewerbeverein wolle Präsenz zeigen und weiter für den örtlichen Einkauf werben. Deshalb sei im Dezember auch die Weihnachtsbeleuchtung aufgestellt worden, obwohl auch die ein Kostenfaktor sei. Der wiege schwer, da es durch die ausgefallenen Feste der beiden vergangenen Jahre keine Einnahmen gab und die Mitgliederfirmen des Vereins 2020 auch keine Beiträge zahlen mussten, in 2021 nur für die erste Jahreshälfte. „Das war gewissermaßen eine Coronahilfe“, wie Wölke formuliert. „Wir wollen durch unsere Aktivitäten auch ein Zeichen setzen, positiv in die Zukunft zu schauen.“ Gewerbeverein fühlt sich gut aufgestellt Aktuell fühlt sich der Gewerbeverein wieder gut aufgestellt, zwischenzeitlich war der Posten des Vorsitzenden vakant. Frank Kirchner war aus beruflichen Gründen zurückgetreten. Zunächst hatte Rechtsanwalt Jens Wölke, davor auch Bürgermeisterkandidat für die SPD, die Leitungsaufgaben als Stellvertreter übernommen, ist dann im vorigen Jahr zum Vorsitzenden gewählt worden. Als Stellvertreter ist seitdem Alexander von Eye im Einsatz, Betreiber der Beachbar und aktuell des Testzentrums am Badesee, neuer Beisitzer wurde Gabriele Cossari von der LVM. „Ein motiviertes Team“, sagt Wölke. Die Mitgliederliste ist zum Januar auf den neuesten Stand gebracht worden, aktuell sind 52 Betriebe dabei. Der Verein besteht seit mehr als 60 Jahren und hat sich als Hauptziel die Stärkung des Standorts Lahde auf die Fahnen geschrieben, berät die Betriebe (auch in der Zeit ohne Beitragszahlung, wie Wölke sagt) und hat Kindergärten, Schulen und Vereine etwa durch Spenden gestärkt. Das Standing des Vereins sei gut: „Wer neu ist, kommt wie selbstverständlich dazu.“ Kritischer Blick auf die Zentrenplanung Kritisch geäußert hatte sich der Verein anfangs zum möglichen Abzug der Verwaltung aus Lahde. Die, so hieß es nach ersten Überlegungen von den externen Planern des Büros Complan, könnten auch in die ehemalige Grundschule nach Petershagen ziehen. „Wir wollten sicherstellen, dass man nicht unreflektiert eine Entscheidung für einen oder zwei Standorte trifft, sondern wollten als Gewerbeverein mit in diese Entscheidung einbezogen werden“, so Wölke. Es könne nämlich nicht sein, dass man die Verwaltung verlagere und dann erst schaue, was geschehe. Nun habe der Gewerbeverein die Zusage, dass er „mit im Boot“ sitzt und dass vor jeder Entscheidung klar sein muss, was aus den dann leer stehenden Gebäuden wird. Der Gewerbeverein, auch das machte Jens Wölke deutlich, werde die Entwicklung kritisch verfolgen und darauf achten, dass Zusagen auch eingehalten werden. „Ich sehe den Gewerbeverein als großen Pool, der sich aktiv einbringen kann und sollte. Wir sind, wenn man so will, die Gewerkschaft der Gewerbetreibenden.“Der Verein sehe positiv in die Zukunft. „Wir würden uns freuen, wenn wir das Wachstumspotenzial in der Ortschaft Lahde weiter vorantreiben.“ Das es dieses Potenzial gebe, könne man an den aktiven Mitgliedern festmachen, auch an den neuen Läden, deren Inhaber sich im Gewerbeverein engagierten. „Wir haben gute Starter, etwa im Eiscafé“, ist Jens Wölke überzeugt. Er sieht Chancen, dass die Leerstände weniger werden. „Wir müssen das als Gewerbeverein nur aktiv begleiten und eine Plattform sein.“ Dazu müsse die Verzahnung zwischen Verwaltung, dem Wirtschaftsförderungsausschuss – dem Wölke übrigens angehört – und dem Gewerbeverein weiter optimiert werden. Wölke: „Wir sind da auf einem sehr guten Weg.“ Bismarckplatz soll weniger Parkplatz sein Beim Thema Bismarkplatz, dessen fast ausschließliche Verwendung als Parkplatz immer wieder diskutiert wurde, würde sich Wölke über eine neue Nutzung als Ort der Begegnung freuen. „Wir sollten ein Stadtzentrum entwickeln, um die Bahnhofstraße mit der Bückeburger Straße und die Nienburger Straße als Einheit zu sehen.“ Für Jens Wölke steht fest: „Noch wird der Bismarkplatz teilweise stark als Parkplatz genutzt, mittlerweile aber gibt es die Tendenz, von Geschäft zu Geschäft zu fahren.“Mit der Rahmenplanung, die die beiden Zentren Petershagen und Lahde ins Visier nimmt, sieht Wölke große Chancen. Und auch das werde der Gewerbeverein kritisch beäugen. Zweiter Baustein für die Stadt ist das hier vorgesehene Zentrenmanagement. Dabei sei, wie Wilm Quaß vom Planungsbüro Complan bereits im November vorigen Jahres andeutete, auch eine Machbarkeitsstudie denkbar. Ein moderner Ortskern, so Quaß, sei durch eine lebendige Innenstadt gekennzeichnet und dadurch, dass verschiedene Akteure diese Innenstadt aufsuchten. Nicht nur Handel, auch Bildung und Kultur müsse sich widerspiegeln. Das sieht auch Wölke so, wobei ihm wichtig ist: „Hier geht es nicht um ein Wir gegen Petershagen, hier geht es auch nicht darum, eine Ortschaft gegen 28 andere aufzubringen.“ Nein, ein „Lahde first“ werde man von ihm nicht hören, ganz Petershagen sei zu entwickeln, auch die Zentralorte können von den Dörfern profitieren. Das „Wir gewinnt“ sei zwar mittlerweile ein etwas abgegriffener Slogan, sei aber – bezogen auf Petershagen – genau richtig.

Lahder Visionen: Gewerbeverein setzt auf Maile und Herbstmarkt

Präsenz zeigen: Der Gewerbeverein Lahde setzt 2022 wieder auf Veranstaltungen wie die Maile oder den Herbstmarkt (Foto). Darauf sind auch die Schausteller dringend angewiesen. Archivfoto: Ulrich Westermann © Ulrch Westermann

Petershagen-Lahde. Corona zum Trotz laufen die Planungen zu den beiden großen Festen des Gewerbevereins Lahde weiter. Die Lahder Maile soll sich am 14. und 15. Mai durch den Ort schlängeln, der Herbstmarkt am 15. und 16. Oktober über die Bühne gehen. „Voraussichtlich“, wie Jens Wölke als Vorsitzender des Gewerbevereins sagt. Dabei spricht er gegenüber dem MT auch von der Präsenz, die die neu formierte Lobby der heimischen Händler zeigen will, vom Blick in die Lahder Zukunft und den Chancen, die mit der Entwicklung des Bismarckplatzes verbunden sind.

Die beiden großen Feste

„Wir wollen die Feste nicht im vorauseilenden Gehorsam absagen“, meint Wölke mit Blick auf die Entwicklung der Pandemielage. Die Maile im Mai sei ein regionales Markenzeichen geworden, auch der Herbstmarkt längst eine Traditionsveranstaltung. Am neuen Hygienekonzept werde bereits gearbeitet. Neu ab 2022 und der Pandemie geschuldet: Sowohl für Flohmarktstände als auch für professionelle Händler sind für beide Märkte Anmeldungen über ein Platzbuchungssystem erforderlich, das in Kürze auf www.Lahder-Maile.de eingerichtet werden soll.

Der Gewerbeverein wolle Präsenz zeigen und weiter für den örtlichen Einkauf werben. Deshalb sei im Dezember auch die Weihnachtsbeleuchtung aufgestellt worden, obwohl auch die ein Kostenfaktor sei. Der wiege schwer, da es durch die ausgefallenen Feste der beiden vergangenen Jahre keine Einnahmen gab und die Mitgliederfirmen des Vereins 2020 auch keine Beiträge zahlen mussten, in 2021 nur für die erste Jahreshälfte. „Das war gewissermaßen eine Coronahilfe“, wie Wölke formuliert. „Wir wollen durch unsere Aktivitäten auch ein Zeichen setzen, positiv in die Zukunft zu schauen.“

Gewerbeverein fühlt sich gut aufgestellt

Aktuell fühlt sich der Gewerbeverein wieder gut aufgestellt, zwischenzeitlich war der Posten des Vorsitzenden vakant. Frank Kirchner war aus beruflichen Gründen zurückgetreten. Zunächst hatte Rechtsanwalt Jens Wölke, davor auch Bürgermeisterkandidat für die SPD, die Leitungsaufgaben als Stellvertreter übernommen, ist dann im vorigen Jahr zum Vorsitzenden gewählt worden. Als Stellvertreter ist seitdem Alexander von Eye im Einsatz, Betreiber der Beachbar und aktuell des Testzentrums am Badesee, neuer Beisitzer wurde Gabriele Cossari von der LVM. „Ein motiviertes Team“, sagt Wölke. Die Mitgliederliste ist zum Januar auf den neuesten Stand gebracht worden, aktuell sind 52 Betriebe dabei. Der Verein besteht seit mehr als 60 Jahren und hat sich als Hauptziel die Stärkung des Standorts Lahde auf die Fahnen geschrieben, berät die Betriebe (auch in der Zeit ohne Beitragszahlung, wie Wölke sagt) und hat Kindergärten, Schulen und Vereine etwa durch Spenden gestärkt. Das Standing des Vereins sei gut: „Wer neu ist, kommt wie selbstverständlich dazu.“

Kritischer Blick auf die Zentrenplanung

Kritisch geäußert hatte sich der Verein anfangs zum möglichen Abzug der Verwaltung aus Lahde. Die, so hieß es nach ersten Überlegungen von den externen Planern des Büros Complan, könnten auch in die ehemalige Grundschule nach Petershagen ziehen. „Wir wollten sicherstellen, dass man nicht unreflektiert eine Entscheidung für einen oder zwei Standorte trifft, sondern wollten als Gewerbeverein mit in diese Entscheidung einbezogen werden“, so Wölke. Es könne nämlich nicht sein, dass man die Verwaltung verlagere und dann erst schaue, was geschehe. Nun habe der Gewerbeverein die Zusage, dass er „mit im Boot“ sitzt und dass vor jeder Entscheidung klar sein muss, was aus den dann leer stehenden Gebäuden wird. Der Gewerbeverein, auch das machte Jens Wölke deutlich, werde die Entwicklung kritisch verfolgen und darauf achten, dass Zusagen auch eingehalten werden. „Ich sehe den Gewerbeverein als großen Pool, der sich aktiv einbringen kann und sollte. Wir sind, wenn man so will, die Gewerkschaft der Gewerbetreibenden.“

Der Verein sehe positiv in die Zukunft. „Wir würden uns freuen, wenn wir das Wachstumspotenzial in der Ortschaft Lahde weiter vorantreiben.“ Das es dieses Potenzial gebe, könne man an den aktiven Mitgliedern festmachen, auch an den neuen Läden, deren Inhaber sich im Gewerbeverein engagierten. „Wir haben gute Starter, etwa im Eiscafé“, ist Jens Wölke überzeugt. Er sieht Chancen, dass die Leerstände weniger werden. „Wir müssen das als Gewerbeverein nur aktiv begleiten und eine Plattform sein.“ Dazu müsse die Verzahnung zwischen Verwaltung, dem Wirtschaftsförderungsausschuss – dem Wölke übrigens angehört – und dem Gewerbeverein weiter optimiert werden. Wölke: „Wir sind da auf einem sehr guten Weg.“

Bismarckplatz soll weniger Parkplatz sein

Beim Thema Bismarkplatz, dessen fast ausschließliche Verwendung als Parkplatz immer wieder diskutiert wurde, würde sich Wölke über eine neue Nutzung als Ort der Begegnung freuen. „Wir sollten ein Stadtzentrum entwickeln, um die Bahnhofstraße mit der Bückeburger Straße und die Nienburger Straße als Einheit zu sehen.“ Für Jens Wölke steht fest: „Noch wird der Bismarkplatz teilweise stark als Parkplatz genutzt, mittlerweile aber gibt es die Tendenz, von Geschäft zu Geschäft zu fahren.“

Mit der Rahmenplanung, die die beiden Zentren Petershagen und Lahde ins Visier nimmt, sieht Wölke große Chancen. Und auch das werde der Gewerbeverein kritisch beäugen. Zweiter Baustein für die Stadt ist das hier vorgesehene Zentrenmanagement. Dabei sei, wie Wilm Quaß vom Planungsbüro Complan bereits im November vorigen Jahres andeutete, auch eine Machbarkeitsstudie denkbar. Ein moderner Ortskern, so Quaß, sei durch eine lebendige Innenstadt gekennzeichnet und dadurch, dass verschiedene Akteure diese Innenstadt aufsuchten. Nicht nur Handel, auch Bildung und Kultur müsse sich widerspiegeln. Das sieht auch Wölke so, wobei ihm wichtig ist: „Hier geht es nicht um ein Wir gegen Petershagen, hier geht es auch nicht darum, eine Ortschaft gegen 28 andere aufzubringen.“ Nein, ein „Lahde first“ werde man von ihm nicht hören, ganz Petershagen sei zu entwickeln, auch die Zentralorte können von den Dörfern profitieren. Das „Wir gewinnt“ sei zwar mittlerweile ein etwas abgegriffener Slogan, sei aber – bezogen auf Petershagen – genau richtig.

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