Kunstmalerin Else Domke: In ihren Bildern lebt sie weiter Claudia Hyna Petershagen. Bürgermeister Dirk Breves schätzt ihre Bilder und hat zwei davon in seinem Büro, in der Weserlandklinik Bad Hopfenberg hat sie eine Wand bemalt und viele Petershäger haben ihre Werke an der Wand hängen. Die Künstlerin Else Domke sei ein wenig in Vergessenheit geraten, bedauert MT-Leser Horst Bahlmann. Vor beinah 25 Jahren ist sie gestorben, aktuell renovieren die neuen Eigentümer das ehemalige Wohnhaus in der Kirchstraße. Das nimmt das Mindener Tageblatt zum Anlass, an die Künstlerin zu erinnern. Neben Landschaften, Porträts und Blumenstücken malte sie Motive aus Petershagen und Umgebung. Beim Stöbern im Zeitungsarchiv fällt auf, dass Else Domke in regelmäßigen Abständen ihre Werk zeigte, etwa in der Sparkasse, im Amtsgericht, im Rathaus. Sie fing mit ihren Bildern Stimmungen südlicher Länder, aber vor allem auch des engeren Heimatraums ein. Dazu gehören Petershäger Motive, die mittlerweile der Vergangenheit angehören, wie die Teiche der Deichmühle oder die ehemalige Weserfähre. Weitere Motive zeigen das Fährhaus, Haus Henkel, den Heisterholzer Wald, die Fährstraße, die Kirche, Aalfangkähne, Ösperwindungen, das Scheunenviertel in Schlüsselburg, die Kirchstraße und immer wieder Blumenmotive. Ein Sohn der Malerin schenkte der Stadt im Jahr 2000 ein Bild der Deichmühle, es wurde damals im Alten Amtsgericht aufgehängt. Auch ihre Kalenderblätter erfreuten sich großer Beliebtheit. Heute finden sich in zahlreichen Haushalten Petershagens Bilder von Else Domke – etwa bei Horst Bahlmann. Dessen Großmutter hatte ihre Heißmangel neben dem Wohnhaus der Malerin in der Kirchstraße, daher kannte er sie. Er habe Domke dann in den 80er Jahren für 400 Mark ein Aquarell mit dem Motiv des Schlosses in 50 mal 70 Zentimeter Größe abgekauft. Es zeigt das Schloss von der neuen Brücke aus gesehen. Etwas Fantasie sei dabei im Spiel, denn das Fachwerkgebäude in der Mitte des Bildes existiere nicht, so Bahlmann (72). Es sollte ein Andenken an seinen Geburtsort Petershagen sein, als er mit seiner Frau nach Hille zog. 15 Jahre später war er wieder zurück in der Heimat. Horst Bahlmann schätzt aber nicht nur sein Petershagen-Bild. Die Techniken der ihm bekannten Malerin reichten von Aquarellen, Bildern in Öl und Acryl zu Feder-, Stift und Pinselzeichnungen. Damit machte sich Else Domke einen Namen, der „weit über die Grenzen ihrer Heimatstadt einen guten Klang hat“, heißt es in einem MT-Bericht von 1982. Dies unterstrichen Ausstellungen in den Städten München, London, Mailand, auf Sizilien und auf Kreta. Auch Petershagen Ortsheimatpfleger Uwe Jacobsen hat Else Domke gut gekannt. Die Familie wohnte quasi in Nachbarschaft zu seinem Elternhaus, sie selbst gehörte der Generation seiner Großeltern an, berichtet er. Im Oktober 1982 hat Jacobsen als junger Musikstudent am Klavier mit ihr eine Vernissage im Gymnasium eröffnet. Diese Ausstellung vor fast 40 Jahren war ein großer Erfolg. Im damaligen Zeitungsartikel ist zu lesen, dass in wenigen Tagen um die 1.000 Besucher kamen, um rund 100 Bilder zu betrachten. Anhand des ausgelegten Gästebuchs war zu sehen, dass die meisten Gäste aus Petershagen und Umgebung kamen, einige aber durchaus von weither wie Hannover, Berlin, Göttingen, Dortmund, Bonn, Düsseldorf, Kaufbeuren und sogar aus Mailand und Ithaca /New York. Wer schon einmal in der Weserlandklinik Bad Hopfenberg zu Gast war, kommt an Else Domke nicht vorbei. Hier hat die gebürtige Petershägerin eine ganze Wand bemalt, zu sehen sind ein Bernhardiner im Tretrad und Ansichten von Petershagen. Außerdem gibt es in der Klinik verteilt zahlreiche Bilder und Fliesen von ihr. Ihre Stilrichtung bezeichnete die Künstlerin als intuitiv und eigenwillig. Ihr Schaffen sei von der Maxime „Die richtige Farbe auf die richtige Stelle“ bestimmt. Die Leuchtkraft ihrer Farben veranlasste einen Kritiker zu der Bemerkung: „Ein heiterer Emil Nolde.“ Verwaltungsleiterin Sophie Schagott erinnert sich, dass Domke auch mit Patienten malte. Das Domke’sche Wohnhaus befand sich in der Kirchstraße. Es handelte sich um die zweite Pfarre von Petershagen, ein Neubau vom Beginn des 19. Jahrhunderts, teilt Ortsheimatpfleger Uwe Jacobsen mit. Auf dieser Parzelle befand sich ursprünglich die Stadtschule von Petershagen. Momentan wird das Haus aus seinem Dornröschenschlaf geweckt, wie von außen zu sehen ist. Es ist verkauft worden und wird umfangreich renoviert.

Kunstmalerin Else Domke: In ihren Bildern lebt sie weiter

Horst Bahlmann schätzt vor allem die Heimatansichten Else Domkes, er besitzt unter anderem dieses Aquarell des Schlosses. MT-Foto: Alex Lehn © lehn

Petershagen. Bürgermeister Dirk Breves schätzt ihre Bilder und hat zwei davon in seinem Büro, in der Weserlandklinik Bad Hopfenberg hat sie eine Wand bemalt und viele Petershäger haben ihre Werke an der Wand hängen. Die Künstlerin Else Domke sei ein wenig in Vergessenheit geraten, bedauert MT-Leser Horst Bahlmann. Vor beinah 25 Jahren ist sie gestorben, aktuell renovieren die neuen Eigentümer das ehemalige Wohnhaus in der Kirchstraße. Das nimmt das Mindener Tageblatt zum Anlass, an die Künstlerin zu erinnern.

Neben Landschaften, Porträts und Blumenstücken malte sie Motive aus Petershagen und Umgebung. Beim Stöbern im Zeitungsarchiv fällt auf, dass Else Domke in regelmäßigen Abständen ihre Werk zeigte, etwa in der Sparkasse, im Amtsgericht, im Rathaus. Sie fing mit ihren Bildern Stimmungen südlicher Länder, aber vor allem auch des engeren Heimatraums ein. Dazu gehören Petershäger Motive, die mittlerweile der Vergangenheit angehören, wie die Teiche der Deichmühle oder die ehemalige Weserfähre. Weitere Motive zeigen das Fährhaus, Haus Henkel, den Heisterholzer Wald, die Fährstraße, die Kirche, Aalfangkähne, Ösperwindungen, das Scheunenviertel in Schlüsselburg, die Kirchstraße und immer wieder Blumenmotive.

Das ehemalige Wohnhaus von Else Domke in der Kirchstraße wird derzeit renoviert. MT-Foto: Claudia Hyna - © hy
Das ehemalige Wohnhaus von Else Domke in der Kirchstraße wird derzeit renoviert. MT-Foto: Claudia Hyna - © hy

Ein Sohn der Malerin schenkte der Stadt im Jahr 2000 ein Bild der Deichmühle, es wurde damals im Alten Amtsgericht aufgehängt. Auch ihre Kalenderblätter erfreuten sich großer Beliebtheit. Heute finden sich in zahlreichen Haushalten Petershagens Bilder von Else Domke – etwa bei Horst Bahlmann. Dessen Großmutter hatte ihre Heißmangel neben dem Wohnhaus der Malerin in der Kirchstraße, daher kannte er sie.

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Er habe Domke dann in den 80er Jahren für 400 Mark ein Aquarell mit dem Motiv des Schlosses in 50 mal 70 Zentimeter Größe abgekauft. Es zeigt das Schloss von der neuen Brücke aus gesehen. Etwas Fantasie sei dabei im Spiel, denn das Fachwerkgebäude in der Mitte des Bildes existiere nicht, so Bahlmann (72). Es sollte ein Andenken an seinen Geburtsort Petershagen sein, als er mit seiner Frau nach Hille zog. 15 Jahre später war er wieder zurück in der Heimat.

Im Untergeschoss der Weserlandklinik hat Else Domke eine ganze Wand bemalt. Foto: privat - © x
Im Untergeschoss der Weserlandklinik hat Else Domke eine ganze Wand bemalt. Foto: privat - © x

Horst Bahlmann schätzt aber nicht nur sein Petershagen-Bild. Die Techniken der ihm bekannten Malerin reichten von Aquarellen, Bildern in Öl und Acryl zu Feder-, Stift und Pinselzeichnungen. Damit machte sich Else Domke einen Namen, der „weit über die Grenzen ihrer Heimatstadt einen guten Klang hat“, heißt es in einem MT-Bericht von 1982. Dies unterstrichen Ausstellungen in den Städten München, London, Mailand, auf Sizilien und auf Kreta.

Auch Petershagen Ortsheimatpfleger Uwe Jacobsen hat Else Domke gut gekannt. Die Familie wohnte quasi in Nachbarschaft zu seinem Elternhaus, sie selbst gehörte der Generation seiner Großeltern an, berichtet er. Im Oktober 1982 hat Jacobsen als junger Musikstudent am Klavier mit ihr eine Vernissage im Gymnasium eröffnet.

Diese Ausstellung vor fast 40 Jahren war ein großer Erfolg. Im damaligen Zeitungsartikel ist zu lesen, dass in wenigen Tagen um die 1.000 Besucher kamen, um rund 100 Bilder zu betrachten. Anhand des ausgelegten Gästebuchs war zu sehen, dass die meisten Gäste aus Petershagen und Umgebung kamen, einige aber durchaus von weither wie Hannover, Berlin, Göttingen, Dortmund, Bonn, Düsseldorf, Kaufbeuren und sogar aus Mailand und Ithaca /New York.

Wer schon einmal in der Weserlandklinik Bad Hopfenberg zu Gast war, kommt an Else Domke nicht vorbei. Hier hat die gebürtige Petershägerin eine ganze Wand bemalt, zu sehen sind ein Bernhardiner im Tretrad und Ansichten von Petershagen. Außerdem gibt es in der Klinik verteilt zahlreiche Bilder und Fliesen von ihr. Ihre Stilrichtung bezeichnete die Künstlerin als intuitiv und eigenwillig. Ihr Schaffen sei von der Maxime „Die richtige Farbe auf die richtige Stelle“ bestimmt. Die Leuchtkraft ihrer Farben veranlasste einen Kritiker zu der Bemerkung: „Ein heiterer Emil Nolde.“ Verwaltungsleiterin Sophie Schagott erinnert sich, dass Domke auch mit Patienten malte.

Das Domke’sche Wohnhaus befand sich in der Kirchstraße. Es handelte sich um die zweite Pfarre von Petershagen, ein Neubau vom Beginn des 19. Jahrhunderts, teilt Ortsheimatpfleger Uwe Jacobsen mit. Auf dieser Parzelle befand sich ursprünglich die Stadtschule von Petershagen. Momentan wird das Haus aus seinem Dornröschenschlaf geweckt, wie von außen zu sehen ist. Es ist verkauft worden und wird umfangreich renoviert.

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