Kraftwerk bereits zweimal als Netzreserve genutzt Claudia Hyna Petershagen-Lahde. Das Kraftwerk Heyden in Lahde ist seit dem 31. Dezember 2020 nicht mehr im kommerziellen Betrieb. Seitdem wurde es bereits zweimal vom Netzbetreiber Tennet zur Stabilisierung eingesetzt, teilt Kraftwerksleiter Uwe Knorr auf MT-Anfrage mit. Genau das sei der Grund, warum ein Kraftwerk in die Netzreserve geht – nämlich, um mögliche Probleme zu verhindern, sei es im Krisenfall oder vorbeugend. Den Grund des Einsatzes kenne er nicht, so Knorr weiter. Tennet erkläre sich gegenüber dem Kraftwerksbetreiber Uniper nicht. Eine Information, dass sie bereit stehen müssten, werde rund zehn Stunden vorher per Mail gesendet. Das ist ein sogenannter Kaltstart, das heißt, der Block war länger als 48 Stunden nicht in Betrieb. Tatsächlich sei es so, dass das Kraftwerk gelegentlich im Zusammenhang mit dem sogenannten Redispatch ans Netz genommen wurde. Diese in der Regel kurzfristigen und Maßnahmen greifen zum Beispiel dann, wenn ein größerer Strombedarf in einer Region besteht, als er in dem Moment über die Stromleitungen dorthin transportiert werden kann. Das erklärt Mathias Fischer, Pressesprecher bei Tennet. Das könne mitunter der Fall sein, wenn zwar sehr viel beziehungsweise ausreichend Strom aus Windenergie im Norden produziert werden könnte – dieser jedoch nicht in der benötigten Menge in die Verbrauchszentren transportiert werden kann, weil der Stromnetzausbau für die Energiewende noch nicht so weit fortgeschritten ist, wie er dazu nötig ist. „In solchen Fällen werden konventionelle Kraftwerke temporär in Verbrauchsregionen hochgefahren und ans Netz genommen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten“, so Fischer weiter. Auslöser für den Einsatz am 8. Januar sei nach derzeitigem Kenntnisstand die automatische Abschaltung eines 400-Kilovolt-Sammelschienenkupplers in der kroatischen Umspannanlage Ernestinovo. Diese habe dazu geführt, dass zwei Sammelschienen entkuppelt und somit die Stromflüsse aus südöstlicher in nordwestliche Richtung in der Umspannanlage unterbrochen wurden. Dadurch habe sich der Stromtransport auf umliegende Leitungen verlagert, heißt es. Diese waren durch den zusätzlichen Transport jedoch überlastet. Eine Expertenkommission übernehme die vollständige Aufklärung der Ereignisse. Auf Stromausfall.info heißt es, dieser Beinahe-Blackout sei der stärkste Frequenzeinbruch seit November 2006 gewesen. Ob es zu zukünftigen Versorgungsengpässen in der Region kommt, könne er nicht sagen, teilt Kraftwerksleiter Uwe Knorr unterdessen mit. Das müsse der Netzbetreiber gemeinsam mit der Bundesnetzagentur bewerten. Das Netz in Deutschland und Europa sei komplex und stark voneinander abhängig. Woher der Strom aktuell im regionalen Netz kommt und wo es Probleme gibt, erfahre man in Lahde nicht. Eine Unterstützung des Netzes finde nicht nur im Winter statt, sondern zu allen Jahreszeiten. Das Kraftwerk Lahde unterstütze hauptsächlich in der wärmeren Jahreszeit. Mitte des Jahres soll der Betrieb in Lahde komplett eingestellt werden – sofern das Kraftwerk nicht als systemrelevant beurteilt wird. Ansonsten könnte es noch jahrelang für die Kaltreserve zur Verfügung stehen. Ob Heyden auch künftig in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen wird, oder andere Maßnahmen ergriffen werden, um die Versorgungssicherheit in der Region weiterhin jederzeit zu gewährleisten, werde gegenwärtig untersucht, gibt der Tennet-Pressesprecher Auskunft. „In jedem Fall wird es Lösungen geben, die die Versorgungssicherheit mit Strom auch in Zukunft sicherstellen“. Ursprünglich sollte das Kraftwerk erst 2025 vom Netz gehen. Die Bundesnetzagentur hatte allerdings Ende November vergangenen Jahres bereits den Zuschlag für die frühere Stilllegung für den kommerziellen Betrieb erteilt. Über 80 Mitarbeiter sind davon direkt betroffen.

Kraftwerk bereits zweimal als Netzreserve genutzt

Wasserdampf kommt aus dem Kühlturm, auch der Kamin qualmt. Am 8. und am 31. Januar (Foto) war das Kraftwerk Lahde in Betrieb. Foto: Tom Traue © traue

Petershagen-Lahde. Das Kraftwerk Heyden in Lahde ist seit dem 31. Dezember 2020 nicht mehr im kommerziellen Betrieb. Seitdem wurde es bereits zweimal vom Netzbetreiber Tennet zur Stabilisierung eingesetzt, teilt Kraftwerksleiter Uwe Knorr auf MT-Anfrage mit.

Genau das sei der Grund, warum ein Kraftwerk in die Netzreserve geht – nämlich, um mögliche Probleme zu verhindern, sei es im Krisenfall oder vorbeugend. Den Grund des Einsatzes kenne er nicht, so Knorr weiter. Tennet erkläre sich gegenüber dem Kraftwerksbetreiber Uniper nicht. Eine Information, dass sie bereit stehen müssten, werde rund zehn Stunden vorher per Mail gesendet. Das ist ein sogenannter Kaltstart, das heißt, der Block war länger als 48 Stunden nicht in Betrieb.

Tatsächlich sei es so, dass das Kraftwerk gelegentlich im Zusammenhang mit dem sogenannten Redispatch ans Netz genommen wurde. Diese in der Regel kurzfristigen und Maßnahmen greifen zum Beispiel dann, wenn ein größerer Strombedarf in einer Region besteht, als er in dem Moment über die Stromleitungen dorthin transportiert werden kann. Das erklärt Mathias Fischer, Pressesprecher bei Tennet.

Das könne mitunter der Fall sein, wenn zwar sehr viel beziehungsweise ausreichend Strom aus Windenergie im Norden produziert werden könnte – dieser jedoch nicht in der benötigten Menge in die Verbrauchszentren transportiert werden kann, weil der Stromnetzausbau für die Energiewende noch nicht so weit fortgeschritten ist, wie er dazu nötig ist. „In solchen Fällen werden konventionelle Kraftwerke temporär in Verbrauchsregionen hochgefahren und ans Netz genommen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten“, so Fischer weiter.

Auslöser für den Einsatz am 8. Januar sei nach derzeitigem Kenntnisstand die automatische Abschaltung eines 400-Kilovolt-Sammelschienenkupplers in der kroatischen Umspannanlage Ernestinovo. Diese habe dazu geführt, dass zwei Sammelschienen entkuppelt und somit die Stromflüsse aus südöstlicher in nordwestliche Richtung in der Umspannanlage unterbrochen wurden. Dadurch habe sich der Stromtransport auf umliegende Leitungen verlagert, heißt es. Diese waren durch den zusätzlichen Transport jedoch überlastet. Eine Expertenkommission übernehme die vollständige Aufklärung der Ereignisse. Auf Stromausfall.info heißt es, dieser Beinahe-Blackout sei der stärkste Frequenzeinbruch seit November 2006 gewesen.

Ob es zu zukünftigen Versorgungsengpässen in der Region kommt, könne er nicht sagen, teilt Kraftwerksleiter Uwe Knorr unterdessen mit. Das müsse der Netzbetreiber gemeinsam mit der Bundesnetzagentur bewerten. Das Netz in Deutschland und Europa sei komplex und stark voneinander abhängig. Woher der Strom aktuell im regionalen Netz kommt und wo es Probleme gibt, erfahre man in Lahde nicht. Eine Unterstützung des Netzes finde nicht nur im Winter statt, sondern zu allen Jahreszeiten. Das Kraftwerk Lahde unterstütze hauptsächlich in der wärmeren Jahreszeit.

Mitte des Jahres soll der Betrieb in Lahde komplett eingestellt werden – sofern das Kraftwerk nicht als systemrelevant beurteilt wird. Ansonsten könnte es noch jahrelang für die Kaltreserve zur Verfügung stehen. Ob Heyden auch künftig in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen wird, oder andere Maßnahmen ergriffen werden, um die Versorgungssicherheit in der Region weiterhin jederzeit zu gewährleisten, werde gegenwärtig untersucht, gibt der Tennet-Pressesprecher Auskunft. „In jedem Fall wird es Lösungen geben, die die Versorgungssicherheit mit Strom auch in Zukunft sicherstellen“.

Ursprünglich sollte das Kraftwerk erst 2025 vom Netz gehen. Die Bundesnetzagentur hatte allerdings Ende November vergangenen Jahres bereits den Zuschlag für die frühere Stilllegung für den kommerziellen Betrieb erteilt. Über 80 Mitarbeiter sind davon direkt betroffen.

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