Kommune muss aktiv werden: Viele Brücken sind marode Claudia Hyna Petershagen. Da komme ein gewaltiges Stück Arbeit auf die Stadt zu, sagte Bauamtsleiter Kay Busche angesichts der maroden Bauwerke, die in den nächsten Jahren in Petershagen saniert werden müssen. Und bei einer Zahl von 83 Brücken stelle sich auch die Frage, ob alle erhalten werden können – oder manche nur für Radfahrer und Fußgänger fit gemacht werden. „Wir sanieren, was nötig ist“, so Busche. Der Infrastrukturausschuss stimmte den Vorhaben zu. Im Oktober hatte der Rat weitere Untersuchungen an drei Brücken beschlossen. Betroffen waren die Bauwerke An der Koppel, Teichmühlenstraße (beide Petershagen) und im Unterdorf in Wietersheim. Im Unterdorf war eine zu geringe Breite das Problem, dadurch wurden die Baken wiederholt beschädigt. Die Verkehrssicherheit war außerdem nicht mehr gegeben, da kein Geländer vorhanden war. Da die Straße im Wirtschaftwegekonzept als „kann entfallen“ eingestuft wurde, wird das Bauwerk nun lediglich für Radfahrer und Fußgänger fit gemacht. Die Stadt hat bereits den Boden abgetragen und das Fundament für ein Geländer gelegt, das zum Jahreswechsel stehen soll. Aktuell ist der Weg für den Verkehr gesperrt und das soll dauerhaft so bleiben. Die Kosten für die Instandsetzung liegen bei 10.000 Euro.Das Bauwerk An der Koppel in Petershagen soll kurzfristig zurückgebaut werden. Hier gab es Beschädigungen durch Treibgut, verrostete Bauteile und ein nicht zulässiges Geländer. Ein Standort für einen Ersatzneubau ist noch nicht gefunden, wird aber weiter verfolgt. Risse und Abplatzungen wies die Brücke an der Teichmühlenstraße auf, außerdem war die Fahrbahn abgesackt. Sie soll nun für 35.000 Euro für Fußgänger und Radfahrer instand gesetzt werden, Autos können die Brücke nicht mehr passieren. Dazu sei mindestens eine geringere Traglast nötig, diese Verantwortung könne die Stadt aber nicht übernehmen, machte Busche deutlich. Es sei möglich, dass der Stahl ohne Vorwarnung reiße. Eine Verkehrsbeobachtung hatte ergeben, dass rund 100 Fußgänger am Tag die Brücke nutzen. Ähnlich sieht es bei Kraftfahrzeugen aus. Auch hier wurden in 24 Stunden etwa 100 Fahrzeugbewegungen registriert, dazu kamen fünf Lastwagen oder landwirtschaftliche Fahrzeuge. Ein Neubau für den Kfz-Verkehr käme deutlich teurer, nämlich rund 300.000 Euro.Angesichts eines Defizits im Straßenbau von aktuell 32 Millionen Euro wahrlich keine Kleinigkeit. Die Summe für die Sanierung der Brückenbauwerke sei noch nicht kalkuliert, aber ebenfalls hoch, machte Busche deutlich. Er versicherte, dass das Ziel der Stadt nicht der Rückbau sei, sondern die Verkehrssicherheit.Um diese geht es auch bei zwei Bahnbrücken in Döhren (Tipperberg) und Ilvese (Lembergstraße). Hier sei Gefahr im Verzug, kündigte Ausschussvorsitzender Stefan Wiesinger (CDU) an. Zum Hintergrund: 2020 wurde nach einem Kappenabbruch einer Bahnbrücke bei Telgte ein Ingenieurbüro beauftragt, außerplanmäßig alle vier Bahnbrücken in Petershagen zu untersuchen. Nun liegt der Abschlussbericht vor und der verheißt nichts Gutes: Bei beiden Brücken sei das Risiko des plötzlichen Versagens ohne Vorankündigung gegeben. Daher geht eine Gefährdung von den Bauwerken aus. Aktuell stehe die Stadt in Gesprächen mit der Bahn AG, dabei gehe es um den kurzfristigen Abbruch des Berührungsschutzes. Anschließend müssten vertikale Schutzelemente aufgestellt werden. Nach weiterführenden Untersuchungen werde dann über Rück- oder Neubau entschieden. Beide Brücken stammen aus dem Jahr 1914. Auch der Oberbau sei schon mehr als 50 Jahre alt. Leider gebe es keine Unterlagen mehr aus der Zeit, etwa hinsichtlich der Statik, bedauert Busche.Die Kappen an den Brücken könne man sanieren, wenn nicht ein weiteres Problem im Weg stehen würde, das der sogenannten Spannungsrisskorrosion. Diese findet im Inneren des Werkstücks statt und ist von außen unsichtbar. Der Bruch erfolgt ohne Ankündigung, kann also nicht vorhergesagt werden. Das Risiko lasse sich nicht abschätzen, sagt das beauftragte Ingenieurbüro. Daher raten sie dazu, dass der Ersatzneubau kurzfristig erfolgt und die Planung unverzüglich beginnt. Am 6. Dezember finde die Besprechung mit der Bahn statt, stellt Busche in Aussicht.

Kommune muss aktiv werden: Viele Brücken sind marode

Risse und Abplatzungen: Die Schäden an der Teichmühlenstraße in Petershagen erfordern eine Sanierung. © pr

Petershagen. Da komme ein gewaltiges Stück Arbeit auf die Stadt zu, sagte Bauamtsleiter Kay Busche angesichts der maroden Bauwerke, die in den nächsten Jahren in Petershagen saniert werden müssen. Und bei einer Zahl von 83 Brücken stelle sich auch die Frage, ob alle erhalten werden können – oder manche nur für Radfahrer und Fußgänger fit gemacht werden. „Wir sanieren, was nötig ist“, so Busche. Der Infrastrukturausschuss stimmte den Vorhaben zu.

Im Oktober hatte der Rat weitere Untersuchungen an drei Brücken beschlossen. Betroffen waren die Bauwerke An der Koppel, Teichmühlenstraße (beide Petershagen) und im Unterdorf in Wietersheim. Im Unterdorf war eine zu geringe Breite das Problem, dadurch wurden die Baken wiederholt beschädigt. Die Verkehrssicherheit war außerdem nicht mehr gegeben, da kein Geländer vorhanden war. Da die Straße im Wirtschaftwegekonzept als „kann entfallen“ eingestuft wurde, wird das Bauwerk nun lediglich für Radfahrer und Fußgänger fit gemacht. Die Stadt hat bereits den Boden abgetragen und das Fundament für ein Geländer gelegt, das zum Jahreswechsel stehen soll. Aktuell ist der Weg für den Verkehr gesperrt und das soll dauerhaft so bleiben. Die Kosten für die Instandsetzung liegen bei 10.000 Euro.

Das Bauwerk An der Koppel in Petershagen soll kurzfristig zurückgebaut werden. Hier gab es Beschädigungen durch Treibgut, verrostete Bauteile und ein nicht zulässiges Geländer. Ein Standort für einen Ersatzneubau ist noch nicht gefunden, wird aber weiter verfolgt.

An der Brücke im Unterdorf in Wietersheim wurden die Baken wiederholt beschädigt. Nun wird das Bauwerk für Fußgänger und Radfahrer saniert. Das Wirtschaftswegekonzept sah sogar eine Streichung vor. Fotos: privat - © pr
An der Brücke im Unterdorf in Wietersheim wurden die Baken wiederholt beschädigt. Nun wird das Bauwerk für Fußgänger und Radfahrer saniert. Das Wirtschaftswegekonzept sah sogar eine Streichung vor. Fotos: privat - © pr

Risse und Abplatzungen wies die Brücke an der Teichmühlenstraße auf, außerdem war die Fahrbahn abgesackt. Sie soll nun für 35.000 Euro für Fußgänger und Radfahrer instand gesetzt werden, Autos können die Brücke nicht mehr passieren. Dazu sei mindestens eine geringere Traglast nötig, diese Verantwortung könne die Stadt aber nicht übernehmen, machte Busche deutlich. Es sei möglich, dass der Stahl ohne Vorwarnung reiße. Eine Verkehrsbeobachtung hatte ergeben, dass rund 100 Fußgänger am Tag die Brücke nutzen. Ähnlich sieht es bei Kraftfahrzeugen aus. Auch hier wurden in 24 Stunden etwa 100 Fahrzeugbewegungen registriert, dazu kamen fünf Lastwagen oder landwirtschaftliche Fahrzeuge. Ein Neubau für den Kfz-Verkehr käme deutlich teurer, nämlich rund 300.000 Euro.

Angesichts eines Defizits im Straßenbau von aktuell 32 Millionen Euro wahrlich keine Kleinigkeit. Die Summe für die Sanierung der Brückenbauwerke sei noch nicht kalkuliert, aber ebenfalls hoch, machte Busche deutlich. Er versicherte, dass das Ziel der Stadt nicht der Rückbau sei, sondern die Verkehrssicherheit.

Um diese geht es auch bei zwei Bahnbrücken in Döhren (Tipperberg) und Ilvese (Lembergstraße). Hier sei Gefahr im Verzug, kündigte Ausschussvorsitzender Stefan Wiesinger (CDU) an. Zum Hintergrund: 2020 wurde nach einem Kappenabbruch einer Bahnbrücke bei Telgte ein Ingenieurbüro beauftragt, außerplanmäßig alle vier Bahnbrücken in Petershagen zu untersuchen. Nun liegt der Abschlussbericht vor und der verheißt nichts Gutes: Bei beiden Brücken sei das Risiko des plötzlichen Versagens ohne Vorankündigung gegeben. Daher geht eine Gefährdung von den Bauwerken aus.

Aktuell stehe die Stadt in Gesprächen mit der Bahn AG, dabei gehe es um den kurzfristigen Abbruch des Berührungsschutzes. Anschließend müssten vertikale Schutzelemente aufgestellt werden. Nach weiterführenden Untersuchungen werde dann über Rück- oder Neubau entschieden. Beide Brücken stammen aus dem Jahr 1914. Auch der Oberbau sei schon mehr als 50 Jahre alt. Leider gebe es keine Unterlagen mehr aus der Zeit, etwa hinsichtlich der Statik, bedauert Busche.

Die Kappen an den Brücken könne man sanieren, wenn nicht ein weiteres Problem im Weg stehen würde, das der sogenannten Spannungsrisskorrosion. Diese findet im Inneren des Werkstücks statt und ist von außen unsichtbar. Der Bruch erfolgt ohne Ankündigung, kann also nicht vorhergesagt werden. Das Risiko lasse sich nicht abschätzen, sagt das beauftragte Ingenieurbüro. Daher raten sie dazu, dass der Ersatzneubau kurzfristig erfolgt und die Planung unverzüglich beginnt. Am 6. Dezember finde die Besprechung mit der Bahn statt, stellt Busche in Aussicht.

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