„Keine Zwischenlösung“: Lange zum Fraktionschef gewählt Oliver Plöger Petershagen. Fraktionsvorsitzender der SPD in Petershagen? Für Jens Wölke ist das keine Option. Der unterlegene Bürgermeisterkandidat sieht sich als Mitglied der Fraktion und im Ortsverein. „Ich freue mich, dass Friedrich Lange den Fraktionsvorsitz weiter übernimmt“, sagte Wölke auf MT-Anfrage. Lange hatten die Genossen in der Fraktionssitzung vorige Woche einstimmig gewählt. Er hatte bereits als Nachfolger Ingo Ellerkamps von August bis zum Ende der Legislaturperiode das Amt innegehabt. Friedrich Lange freut sich über das Vertrauen und sieht Jens Wölke als stellvertretenden Bürgermeister. Wölke betonte, er sei ein Freund von Kontinuität und Verlässlichkeit. „Wir haben in der alten Fraktion über die Nachfolge von Ingo Ellerkamp gesprochen und sind mit gutem Gefühl auf Friedrich Lange gekommen.“ Das sei keinesfalls nur eine Zwischenlösung. Jens Wölke war zuvor als Bürgermeisterkandidat angetreten und wurde als Nachfolger von Kerstin Koopmann vorgestellt. Die wiederum hatte ihre Kandidatur aus persönlichen Gründen zurückgezogen (das MT berichtete). „Der Dynamik folgend“, wie Jens Wölke sagte, war es für ihn selbstverständlich, „den Hut aufzusetzen.“ Durchsetzen konnte er sich bei der Wahl nicht: die 35,6 Prozent wertet die SPD „in Anbetracht dieser Umstände“ heute als „respektables Ergebnis“. Sehr spät habe Wölke erst in den Wahlkampf einsteigen können, heißt es von den Genossen zur Begründung. Ingo Ellerkamp hatte den Fraktionsvorsitz der SPD vor drei Jahren übernommen; zuvor war Karl-Christian Ebenau im Amt: Zwischen beiden stimmte die Chemie nicht, Ebenau gründete mit Angelika Dreier die Fraktion Demokratisches Petershagen, die nach dieser Wahl allerdings – wie angekündigt – Geschichte ist. Ellerkamp selbst trat am 15. August vom Fraktionsvorsitz zurück, um „als Landrat das Vertrauen der Menschen im Kreis Minden-Lübbecke zu bekommen.“ Das Ergebnis ist bekannt: 35,6 Prozent. Grund sei, so schreibt der Ortsverein auf der Homepage, dass „der bisherige SPD-Landrat Dr. Ralf Niermann bei den Entscheidungen in Bezug auf Kampahalle und Mühlenkreiskliniken unglücklich agierte, in einigen SPD-Stadtverbänden Disharmonien nach außen getragen wurden und der negative SPD-Bundestrend anhält.“ Ellerkamp selbst hatte nicht wieder für den Rat kandidiert und hier keinen Posten mehr. Friedrich Lange, der 2013 gegen Dieter Blume (CDU) für das Amt des Bürgermeisters kandidiert hatte, fühlt sich fit fürs Amt und sieht große Aufgaben, darunter den Haushalt und den ÖPNV. Auch Themen wie das Wirtschaftswegekonzept, zu dem es kürzlich einen kritischen Beitrag im MT gab, wolle man nicht allein den Letelnern überlassen. „Da kommt noch was“, so Lange. Ihm zur Seite steht als stellvertretender Fraktionsvorsitzender Martin Sölter, der Friedrich Hauke ablöst. Hauke hatte dem Rat mehr als 25 Jahre angehört und war seit 2017 stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Sölter ist seit 2009 Ratsmitglied der SPD und Ortsbürgermeister in Döhren – er war lange Vorsitzender im Ausschuss für Jugend und Sport. Friedrich Lange, der in seinem Wahlkreis die meisten Stimmen holte, wird zudem als Ortsbürgermeister die Nachfolge von Herbert Marowsky antreten, der dieses Amt seit 45 Jahren ausübt (das MT berichtete). „Das ist üblich so“, sagte Lange lächelnd zum MT: Er habe auch in der Vergangenheit die Ämter von Herbert Marowsky übernommen: DRK-Vorsitzender etwa. Für die neue Legislaturperiode zeigt sich die Petershäger SPD positiv gestimmt: „Man wird mit uns rechnen müssen“, sagte Helma Owczarski aus der Ratsfraktion am Wahlabend. Zu diesem Optimismus dürften die zehn Ratsmandate beitragen und die Tatsache, dass ein stellvertretender Bürgermeister aus den Reihen der SPD kommen darf. Das wird nach bisherigem Stand dann wohl Jens Wölke sein, der seine Ambitionen auf den „ersten Sessel“ in der Verwaltung noch nicht ganz aufgegeben hat. Auf die Frage, ob der denn noch einmal für das Amt des Bürgermeisters kandidieren wolle, antwortet er: „Das kommt ganz darauf an, ob ich vorgeschlagen werde.“

„Keine Zwischenlösung“: Lange zum Fraktionschef gewählt

Im Fokus hat Friedrich Lange weiter sein Amt als Fraktionsvorsitzender. Es gibt aber auch noch viele andere Aufgaben, darunter SPD-Vorsitzender, DRK-Vorsitzender und bald Ortsbürgermeister von Wietersheim als Nachfolger von Herbert Marowsky. MT- © Fotos: Oliver Plöger

Petershagen. Fraktionsvorsitzender der SPD in Petershagen? Für Jens Wölke ist das keine Option. Der unterlegene Bürgermeisterkandidat sieht sich als Mitglied der Fraktion und im Ortsverein. „Ich freue mich, dass Friedrich Lange den Fraktionsvorsitz weiter übernimmt“, sagte Wölke auf MT-Anfrage. Lange hatten die Genossen in der Fraktionssitzung vorige Woche einstimmig gewählt. Er hatte bereits als Nachfolger Ingo Ellerkamps von August bis zum Ende der Legislaturperiode das Amt innegehabt.

Friedrich Lange freut sich über das Vertrauen und sieht Jens Wölke als stellvertretenden Bürgermeister. Wölke betonte, er sei ein Freund von Kontinuität und Verlässlichkeit. „Wir haben in der alten Fraktion über die Nachfolge von Ingo Ellerkamp gesprochen und sind mit gutem Gefühl auf Friedrich Lange gekommen.“ Das sei keinesfalls nur eine Zwischenlösung.

Die SPD sieht bei Jens Wölke ein „respektables Wahlergebnis.“ Jetzt soll er stellvertretender Bürgermeister werden.
Die SPD sieht bei Jens Wölke ein „respektables Wahlergebnis.“ Jetzt soll er stellvertretender Bürgermeister werden.

Jens Wölke war zuvor als Bürgermeisterkandidat angetreten und wurde als Nachfolger von Kerstin Koopmann vorgestellt. Die wiederum hatte ihre Kandidatur aus persönlichen Gründen zurückgezogen (das MT berichtete). „Der Dynamik folgend“, wie Jens Wölke sagte, war es für ihn selbstverständlich, „den Hut aufzusetzen.“ Durchsetzen konnte er sich bei der Wahl nicht: die 35,6 Prozent wertet die SPD „in Anbetracht dieser Umstände“ heute als „respektables Ergebnis“. Sehr spät habe Wölke erst in den Wahlkampf einsteigen können, heißt es von den Genossen zur Begründung.

Ingo Ellerkamp hatte den Fraktionsvorsitz der SPD vor drei Jahren übernommen; zuvor war Karl-Christian Ebenau im Amt: Zwischen beiden stimmte die Chemie nicht, Ebenau gründete mit Angelika Dreier die Fraktion Demokratisches Petershagen, die nach dieser Wahl allerdings – wie angekündigt – Geschichte ist. Ellerkamp selbst trat am 15. August vom Fraktionsvorsitz zurück, um „als Landrat das Vertrauen der Menschen im Kreis Minden-Lübbecke zu bekommen.“ Das Ergebnis ist bekannt: 35,6 Prozent. Grund sei, so schreibt der Ortsverein auf der Homepage, dass „der bisherige SPD-Landrat Dr. Ralf Niermann bei den Entscheidungen in Bezug auf Kampahalle und Mühlenkreiskliniken unglücklich agierte, in einigen SPD-Stadtverbänden Disharmonien nach außen getragen wurden und der negative SPD-Bundestrend anhält.“ Ellerkamp selbst hatte nicht wieder für den Rat kandidiert und hier keinen Posten mehr.

Friedrich Lange, der 2013 gegen Dieter Blume (CDU) für das Amt des Bürgermeisters kandidiert hatte, fühlt sich fit fürs Amt und sieht große Aufgaben, darunter den Haushalt und den ÖPNV. Auch Themen wie das Wirtschaftswegekonzept, zu dem es kürzlich einen kritischen Beitrag im MT gab, wolle man nicht allein den Letelnern überlassen. „Da kommt noch was“, so Lange. Ihm zur Seite steht als stellvertretender Fraktionsvorsitzender Martin Sölter, der Friedrich Hauke ablöst. Hauke hatte dem Rat mehr als 25 Jahre angehört und war seit 2017 stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Sölter ist seit 2009 Ratsmitglied der SPD und Ortsbürgermeister in Döhren – er war lange Vorsitzender im Ausschuss für Jugend und Sport.

Friedrich Lange, der in seinem Wahlkreis die meisten Stimmen holte, wird zudem als Ortsbürgermeister die Nachfolge von Herbert Marowsky antreten, der dieses Amt seit 45 Jahren ausübt (das MT berichtete). „Das ist üblich so“, sagte Lange lächelnd zum MT: Er habe auch in der Vergangenheit die Ämter von Herbert Marowsky übernommen: DRK-Vorsitzender etwa.

Für die neue Legislaturperiode zeigt sich die Petershäger SPD positiv gestimmt: „Man wird mit uns rechnen müssen“, sagte Helma Owczarski aus der Ratsfraktion am Wahlabend. Zu diesem Optimismus dürften die zehn Ratsmandate beitragen und die Tatsache, dass ein stellvertretender Bürgermeister aus den Reihen der SPD kommen darf. Das wird nach bisherigem Stand dann wohl Jens Wölke sein, der seine Ambitionen auf den „ersten Sessel“ in der Verwaltung noch nicht ganz aufgegeben hat. Auf die Frage, ob der denn noch einmal für das Amt des Bürgermeisters kandidieren wolle, antwortet er: „Das kommt ganz darauf an, ob ich vorgeschlagen werde.“

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