Kein Wetter für "Oben Ohne": 16 Oldtimer-VW-Käfer unterwegs im Mühlenkreis Gisela Schwarze Petershagen/Minden (G.S.). Eine kunterbunte Käferkrabbelei erfreute am Tag der Deutschen Einheit die Passanten in Petershagen, Minden und Bad Oeynhausen. Etwa 130 Kilometer tourten 16 Oldtimer-VW-Käfer mit einigen Aufenthalten gemächlich von Petershagen-Heimsen bis zur Burg Vlotho. Diese ungewöhnliche Ausfahrt mit dem Motto „Käfer-Krabbeln OWL“ hatten gemeinsam die Oldtimer-Fans Erich Rostek aus Vlotho, Dieter Knorrenschild aus Minden und der Petershäger Karl-Friedrich Plönges, Innungsobermeister des Kraftfahrzeug- und Mechanikergewerbes Minden-Lübbecke organisiert. Gekommen waren Eigentümer nostalgischer Volkswagen mit ihren Begleitern aus Nah und Fern, etwa aus Nordheim am Harz und aus Lippstadt. Ausgerüstet mit GPS-Daten, einer Straßenkarte und Telefonnummern konnte auf der Strecke kein Fahrer mit seinem Oldtimer verloren gehen. Gestärkt mit einem rustikalen Frühstück, das Karl-Friedrich Plönges spendierte, fieberten alle Teilnehmer der Ausfahrt durch einen landschaftlich reizvollen Teil OWLs entgegen. Vorbei an winkenden Fußgängern und Radlern ging es los vom Autohaus Plönges an der Heimser Straße in Richtung Minden zum Preußenmuseum, dann zur Bad Oeynhausener Hofwassermühle im Siekertal und schließlich am späten Nachmittag zur Burg Vlotho auf dem Amtshausberg. Dort klang die Ausfahrt aus, Erich Rostek musizierte mit seiner Band auf der Konzertbühne zum Abschied als Gitarrist und Sänger. Die Dächer der mitfahrenden Cabrios mussten wegen der kühlen Witterung und zeitweiliger Regentropfen geschlossen bleiben. „Damit müssen wir im Oktober rechnen. Das tut der erfolgreichen Fahrt keinen Abbruch“, so Erich Rostek überaus zufrieden mit dem reibungslosen Ausfahrt-Verlauf. Blickfänge waren alle 16 über 30-jährigen Fahrzeuge, die für die Spazierfahrt herausgeputzt worden waren. Ein tatsächlicher Star war der leuchtend blaue Oldtimer von Ralf und Nico Cordes aus Lippstadt. „Das Fahrzeug spielte bereits in zwei Filmen mit. „Der Start gegen Fritz Bauer“ und „Der verlorene Bruder“ lauten die Titel der beiden Filmstreifen“, berichtete Nico Cordes stolz. Dieser schmucke Käfer aus dem Baujahr 1960, der über identische Motor- und Fahrgestellnummern verfügt und noch einen seitlichen funktionierenden Winker als Blinker besitzt, ist liebevoll ausgestattet mit zahlreichen Zubehörteilen aus den 1960er Jahren. Ein Koffer mit abgerundetem Deckel, der millimetergenau unter die Motorhaube passt, eine Kaffeekanne im Fahrzeuginnenraum und eine Bild-Lilly, die Vorgängerin der Barbie-Puppen, gehören zum sorgfältig zusammengetragenen Inventar. Ein gelbes Klappschild mit der passenden Aufschrift aufs Käferdach gestellt, sorgte in jeden Notfall für Abhilfe. „Brauche, Arzt, Brauche Hilfe, Brauche Abschlepphilfe“ wurde Vorbeifahrenden auf dem Käferdach signalisiert. Ein schmucker Vogel mit ausgebreiteten Flügeln auf der Kühlerhaube, genannt Wirbulator, sorgt dafür, dass Insekten und Schnee nicht auf der Frontscheibe landen. All die nostalgischen Ausstattungsgegenstände reichten Ralf und Nico Cordes nicht. Die beiden Eigentümer entschlossen sich, den VW-Käfer mit einem fast so betagten Anhänger zu bereichern. „Wir kauften einen Langemeier-Anhänger von 1965. Der diente vorher zunächst einem Bäcker zum Ausfahren seiner Backwaren, dann der Post und auch der Feuerwehr“, erzählte Ralf Cordes. Dass der Anhänger passend zum Käfer in Blau lackiert wurde, verstand sich von selbst. Als I-Tüpfelchen sollte Reklame auf den Lack „Das erwies sich als schwierig. Wir mussten ja die Einwilligung der betreffenden Unternehmen einholen und bekamen Absagen von Pepsi Cola und vielen anderen. Lediglich die Firma Erdal war begeistert, sagte zu und schickte ein Dankesschreiben“, erinnert sich Ralf Cordes. Seit Jahrzehnten vom Käfer-Virus infiziert sind auch die Mindener Sigrid und Karl-Heinz Richter.. Sie besitzen ein Cabrio, Baujahr 1979, und genießen jede Fahrt. „Der Käfer macht einfach Spaß“, so Sigrid Richter. „Der Klang ist ganz anders als bei anderen Fahrzeugen“ schwärmt Ehemann Karl-Heinz. Während ihrer Berufstätigkeit fuhr Sigrid Richter regelmäßig im Sommer mit dem Käfer-Cabrio zur Arbeit. „Im Winter war die Heizung nicht gut genug. Da habe ich ein anderes Fahrzeug benutzt. Jedes Mal habe ich mich gefreut, wenn die kalte Zeit vorbei war und ich wieder in meinem Käfer saß“, erzählt sie. Dass die „Käfer-Krabbel“-Veranstalter auch im nächsten Oktober wieder zu einer Ausfahrt einladen werden, wissen sie bereits jetzt.

Kein Wetter für "Oben Ohne": 16 Oldtimer-VW-Käfer unterwegs im Mühlenkreis

Am Preußenmuseum in Minden machten die Nostalgie-Käfer und ihre Insassen den ersten Halt ihrer Ausfahrt. © Foto: Gisela Schwarze

Petershagen/Minden (G.S.). Eine kunterbunte Käferkrabbelei erfreute am Tag der Deutschen Einheit die Passanten in Petershagen, Minden und Bad Oeynhausen. Etwa 130 Kilometer tourten 16 Oldtimer-VW-Käfer mit einigen Aufenthalten gemächlich von Petershagen-Heimsen bis zur Burg Vlotho.

Diese ungewöhnliche Ausfahrt mit dem Motto „Käfer-Krabbeln OWL“ hatten gemeinsam die Oldtimer-Fans Erich Rostek aus Vlotho, Dieter Knorrenschild aus Minden und der Petershäger Karl-Friedrich Plönges, Innungsobermeister des Kraftfahrzeug- und Mechanikergewerbes Minden-Lübbecke organisiert. Gekommen waren Eigentümer nostalgischer Volkswagen mit ihren Begleitern aus Nah und Fern, etwa aus Nordheim am Harz und aus Lippstadt.

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Ausgerüstet mit GPS-Daten, einer Straßenkarte und Telefonnummern konnte auf der Strecke kein Fahrer mit seinem Oldtimer verloren gehen. Gestärkt mit einem rustikalen Frühstück, das Karl-Friedrich Plönges spendierte, fieberten alle Teilnehmer der Ausfahrt durch einen landschaftlich reizvollen Teil OWLs entgegen.

Vorbei an winkenden Fußgängern und Radlern ging es los vom Autohaus Plönges an der Heimser Straße in Richtung Minden zum Preußenmuseum, dann zur Bad Oeynhausener Hofwassermühle im Siekertal und schließlich am späten Nachmittag zur Burg Vlotho auf dem Amtshausberg. Dort klang die Ausfahrt aus, Erich Rostek musizierte mit seiner Band auf der Konzertbühne zum Abschied als Gitarrist und Sänger.

Die Dächer der mitfahrenden Cabrios mussten wegen der kühlen Witterung und zeitweiliger Regentropfen geschlossen bleiben. „Damit müssen wir im Oktober rechnen. Das tut der erfolgreichen Fahrt keinen Abbruch“, so Erich Rostek überaus zufrieden mit dem reibungslosen Ausfahrt-Verlauf.

Blickfänge waren alle 16 über 30-jährigen Fahrzeuge, die für die Spazierfahrt herausgeputzt worden waren. Ein tatsächlicher Star war der leuchtend blaue Oldtimer von Ralf und Nico Cordes aus Lippstadt. „Das Fahrzeug spielte bereits in zwei Filmen mit. „Der Start gegen Fritz Bauer“ und „Der verlorene Bruder“ lauten die Titel der beiden Filmstreifen“, berichtete Nico Cordes stolz.

Dieser schmucke Käfer aus dem Baujahr 1960, der über identische Motor- und Fahrgestellnummern verfügt und noch einen seitlichen funktionierenden Winker als Blinker besitzt, ist liebevoll ausgestattet mit zahlreichen Zubehörteilen aus den 1960er Jahren. Ein Koffer mit abgerundetem Deckel, der millimetergenau unter die Motorhaube passt, eine Kaffeekanne im Fahrzeuginnenraum und eine Bild-Lilly, die Vorgängerin der Barbie-Puppen, gehören zum sorgfältig zusammengetragenen Inventar.

Ein gelbes Klappschild mit der passenden Aufschrift aufs Käferdach gestellt, sorgte in jeden Notfall für Abhilfe. „Brauche, Arzt, Brauche Hilfe, Brauche Abschlepphilfe“ wurde Vorbeifahrenden auf dem Käferdach signalisiert. Ein schmucker Vogel mit ausgebreiteten Flügeln auf der Kühlerhaube, genannt Wirbulator, sorgt dafür, dass Insekten und Schnee nicht auf der Frontscheibe landen.

All die nostalgischen Ausstattungsgegenstände reichten Ralf und Nico Cordes nicht. Die beiden Eigentümer entschlossen sich, den VW-Käfer mit einem fast so betagten Anhänger zu bereichern. „Wir kauften einen Langemeier-Anhänger von 1965. Der diente vorher zunächst einem Bäcker zum Ausfahren seiner Backwaren, dann der Post und auch der Feuerwehr“, erzählte Ralf Cordes. Dass der Anhänger passend zum Käfer in Blau lackiert wurde, verstand sich von selbst. Als I-Tüpfelchen sollte Reklame auf den Lack „Das erwies sich als schwierig. Wir mussten ja die Einwilligung der betreffenden Unternehmen einholen und bekamen Absagen von Pepsi Cola und vielen anderen. Lediglich die Firma Erdal war begeistert, sagte zu und schickte ein Dankesschreiben“, erinnert sich Ralf Cordes.

Seit Jahrzehnten vom Käfer-Virus infiziert sind auch die Mindener Sigrid und Karl-Heinz Richter.. Sie besitzen ein Cabrio, Baujahr 1979, und genießen jede Fahrt. „Der Käfer macht einfach Spaß“, so Sigrid Richter. „Der Klang ist ganz anders als bei anderen Fahrzeugen“ schwärmt Ehemann Karl-Heinz. Während ihrer Berufstätigkeit fuhr Sigrid Richter regelmäßig im Sommer mit dem Käfer-Cabrio zur Arbeit. „Im Winter war die Heizung nicht gut genug. Da habe ich ein anderes Fahrzeug benutzt. Jedes Mal habe ich mich gefreut, wenn die kalte Zeit vorbei war und ich wieder in meinem Käfer saß“, erzählt sie.

Dass die „Käfer-Krabbel“-Veranstalter auch im nächsten Oktober wieder zu einer Ausfahrt einladen werden, wissen sie bereits jetzt.

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