Kein Saisonstart am Schiffsanleger: Die Toilette muss warten Oliver Plöger Petershagen. Eigentlich wäre am 1. April Saisonbeginn gewesen, doch die Zufahrt zum Freizeitbereich am Schiffsanleger Heisterholz ist gesperrt. „Leider“, wie Ulrich Lange sagt, Vorsitzender des Fördervereins, der sich um Anleger und Naherholungsgebiet kümmert. Wichtige Projekte sind „bis auf Weiteres“ gestrichen, darunter die immer wieder geforderte Anschaffung der mobilen Toiletten, die Installation einer Stromversorgung oder die von Bootseignern gewünschte Einbringung der Steganlage. Für die Umsetzung der Coronaschutzverordnung habe er Verständnis, auch wenn das Gelände weitläufig aussieht, so Ulrich Lange. „Ich glaube, wir hätten das Problem nicht, wenn man die Boote einfach nur ins Wasser lassen würde. Aber gerade zum Saisonanfang kommen jede Menge Fahrzeuge mit Anhängern. Die Leute laden ihre Sachen hier ab, man hat einen riesigen Menschenauflauf, den man so nicht steuern kann.“ Dass das nicht alle so sehen, weiß Lange auch. Bootseigner hatten sich bei der Stadt über die Sperrung beschwert, kritische Töne sind auch bei Lange angekommen, der durchaus Verständnis zeigt: „Die Leute fragen, warum andere nach Mallorca fliegen, hier die Boote aber nicht ins Wasser dürfen.“ Die Sperrung sei schlimm, aber vernünftig, sagt Lange, und: „Ich würde auch gerne die Saison eröffnen, weil uns jetzt gerade viel Geld verloren geht.“ Die Baken waren von der Stadt Petershagen nach Absprache mit dem Vorstand des Schiffsanleger-Vereins aufgestellt worden. Die Folgen laut Lange: Viele Projekte sind zurückgestellt, unter anderem die mobilen Toiletten. „Wir kaufen den Toilettenwagen nicht, bevor die Saison wieder läuft. Die 15.000 Euro kann man nur einmal ausgeben.“ Wenn es aber gerade keine Einnahmen gibt und die Pacht für die Wasserfläche beim Wasser- und Schifffahrtsamt weiterläuft, sei diese Investition nicht möglich. Auch das „Projekt Strom“ ist einstweilen zurückgestellt worden, wie Lange sagt. Hier werden aktuell Spenden generiert. Es würden dann auf dem Platz auch drei zentrale Ladestationen für E-Bikes entstehen. „Damit möchten wir ein Zeichen für den Umweltschutz setzen“, sagt Lange. Dass es mit der Steganlage nicht weitergeht, wurmt Ulrich Lange ganz besonders, aber: „Man kann in der aktuellen Situation nicht mit mehreren Leuten zusammen arbeiten.“ Zehn Kräfte und ein Bagger wären nötig, um die Anlage ins Wasser zu bringen. Dabei sei der Steg nun endlich fertig geworden – neu verschweißt, neue Alubleche, alles dicht. Sobald es möglich ist, soll es für den Förderverein auch wieder eine Hauptversammlung geben. „Wenn alle Stricke reißen und die Anlage wieder frei ist, könnte man das auch draußen machen“, sagt Lange. Vorsitzender will er erstmal bleiben – auch wenn er im Vorjahr seinen Rückzug angekündigt hatte und sich eigentlich als Rentner verstärkt um den Kneipp-Verein kümmern wollte. „Durch die Projekte, die wir vorhaben, denke ich, dass ich die nächsten zwei oder drei Jahre weitermachen werde.“ Alles andere wäre unklug: „Ehrlich gesagt, hätte ich große Bedenken, dass dann der ganze Verein kaputtgeht.“ Der Förderverein Naherholungsgebiet Schiffsanleger Petershagen e.V. – so der offizielle Titel – hat derzeit etwa 180 Mitglieder, die Tendenz ist steigend, wie Lange sagt. „Wenn das hier wieder geöffnet wird, haben wir weiter Zulauf.“ Das hänge auch damit zusammen, dass diese Region einen gesicherten Wasserstand hat. „Das hat man in Rinteln oder Bad Oeynhausen nicht.“ Grund dafür seien Wehr und Schleuse, woanders gebe es große Schwierigkeiten, mit den Booten ins Wasser zu kommen. Was die Zukunft des Anleger-Areals betrifft, ist Ulrich Lange ohnehin zuversichtlich. Künftig könnte er sich eine stärkere Einbindung in die touristischen Konzepte des Weserraums vorstellen. „Wenn wir schon nicht mit großer Industrie punkten können, dann sollten wir die Dinge ausbauen, die wir haben.“ Auf dem Gelände, das auch von Wohnmobilisten genutzt wird, sieht er jede Menge Potenzial – nicht nur, was den Schiffsanleger betrifft. Ganz eingefroren ist das Leben hier übrigens nicht. Der Platzwart ist mit Pflasterarbeiten beschäftigt, die Informationstafel wurde überarbeitet, es gibt Routine-Arbeiten am Gelände. „Der Platzwart ist und bleibt wichtig“, sagt Lange – und hofft auch für ihn auf bessere Zeiten.

Kein Saisonstart am Schiffsanleger: Die Toilette muss warten

Die Stadt hat das Freizeitgelände am Schiffsanleger Heisterholz in Absprache mit dem Vorstand des Fördervereins gesperrt. Auch Wohnmobile können nicht passieren. All das hat weitreichende Folgen. Fotos: Ulrich Lange/privat © Lange

Petershagen. Eigentlich wäre am 1. April Saisonbeginn gewesen, doch die Zufahrt zum Freizeitbereich am Schiffsanleger Heisterholz ist gesperrt. „Leider“, wie Ulrich Lange sagt, Vorsitzender des Fördervereins, der sich um Anleger und Naherholungsgebiet kümmert. Wichtige Projekte sind „bis auf Weiteres“ gestrichen, darunter die immer wieder geforderte Anschaffung der mobilen Toiletten, die Installation einer Stromversorgung oder die von Bootseignern gewünschte Einbringung der Steganlage.

Für die Umsetzung der Coronaschutzverordnung habe er Verständnis, auch wenn das Gelände weitläufig aussieht, so Ulrich Lange. „Ich glaube, wir hätten das Problem nicht, wenn man die Boote einfach nur ins Wasser lassen würde. Aber gerade zum Saisonanfang kommen jede Menge Fahrzeuge mit Anhängern. Die Leute laden ihre Sachen hier ab, man hat einen riesigen Menschenauflauf, den man so nicht steuern kann.“

Die Saison war zwar vorbereitet worden, starten konnte sie dann aber nicht. - © lange
Die Saison war zwar vorbereitet worden, starten konnte sie dann aber nicht. - © lange

Dass das nicht alle so sehen, weiß Lange auch. Bootseigner hatten sich bei der Stadt über die Sperrung beschwert, kritische Töne sind auch bei Lange angekommen, der durchaus Verständnis zeigt: „Die Leute fragen, warum andere nach Mallorca fliegen, hier die Boote aber nicht ins Wasser dürfen.“ Die Sperrung sei schlimm, aber vernünftig, sagt Lange, und: „Ich würde auch gerne die Saison eröffnen, weil uns jetzt gerade viel Geld verloren geht.“

Die Baken waren von der Stadt Petershagen nach Absprache mit dem Vorstand des Schiffsanleger-Vereins aufgestellt worden. Die Folgen laut Lange: Viele Projekte sind zurückgestellt, unter anderem die mobilen Toiletten. „Wir kaufen den Toilettenwagen nicht, bevor die Saison wieder läuft. Die 15.000 Euro kann man nur einmal ausgeben.“ Wenn es aber gerade keine Einnahmen gibt und die Pacht für die Wasserfläche beim Wasser- und Schifffahrtsamt weiterläuft, sei diese Investition nicht möglich.

Auch das „Projekt Strom“ ist einstweilen zurückgestellt worden, wie Lange sagt. Hier werden aktuell Spenden generiert. Es würden dann auf dem Platz auch drei zentrale Ladestationen für E-Bikes entstehen. „Damit möchten wir ein Zeichen für den Umweltschutz setzen“, sagt Lange.

Dass es mit der Steganlage nicht weitergeht, wurmt Ulrich Lange ganz besonders, aber: „Man kann in der aktuellen Situation nicht mit mehreren Leuten zusammen arbeiten.“ Zehn Kräfte und ein Bagger wären nötig, um die Anlage ins Wasser zu bringen. Dabei sei der Steg nun endlich fertig geworden – neu verschweißt, neue Alubleche, alles dicht.

Sobald es möglich ist, soll es für den Förderverein auch wieder eine Hauptversammlung geben. „Wenn alle Stricke reißen und die Anlage wieder frei ist, könnte man das auch draußen machen“, sagt Lange.

Vorsitzender will er erstmal bleiben – auch wenn er im Vorjahr seinen Rückzug angekündigt hatte und sich eigentlich als Rentner verstärkt um den Kneipp-Verein kümmern wollte. „Durch die Projekte, die wir vorhaben, denke ich, dass ich die nächsten zwei oder drei Jahre weitermachen werde.“ Alles andere wäre unklug: „Ehrlich gesagt, hätte ich große Bedenken, dass dann der ganze Verein kaputtgeht.“

Der Förderverein Naherholungsgebiet Schiffsanleger Petershagen e.V. – so der offizielle Titel – hat derzeit etwa 180 Mitglieder, die Tendenz ist steigend, wie Lange sagt. „Wenn das hier wieder geöffnet wird, haben wir weiter Zulauf.“ Das hänge auch damit zusammen, dass diese Region einen gesicherten Wasserstand hat. „Das hat man in Rinteln oder Bad Oeynhausen nicht.“ Grund dafür seien Wehr und Schleuse, woanders gebe es große Schwierigkeiten, mit den Booten ins Wasser zu kommen.

Was die Zukunft des Anleger-Areals betrifft, ist Ulrich Lange ohnehin zuversichtlich. Künftig könnte er sich eine stärkere Einbindung in die touristischen Konzepte des Weserraums vorstellen. „Wenn wir schon nicht mit großer Industrie punkten können, dann sollten wir die Dinge ausbauen, die wir haben.“ Auf dem Gelände, das auch von Wohnmobilisten genutzt wird, sieht er jede Menge Potenzial – nicht nur, was den Schiffsanleger betrifft.

Ganz eingefroren ist das Leben hier übrigens nicht. Der Platzwart ist mit Pflasterarbeiten beschäftigt, die Informationstafel wurde überarbeitet, es gibt Routine-Arbeiten am Gelände. „Der Platzwart ist und bleibt wichtig“, sagt Lange – und hofft auch für ihn auf bessere Zeiten.

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