Jeder Kilometer zählt: Petershagen macht erstmals beim Stadtradeln mit Oliver Plöger Petershagen. Das nicht berauschende Abschneiden beim Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) hat es noch einmal deutlich gemacht: Petershagen muss an seinem Fahrradklima arbeiten. Für gute Luft soll jetzt auch das Stadtradeln sorgen, an dem sich die Stadt erstmals offiziell beteiligt. „Bislang lief das über eine kreisweite Teilnahme, in diesem Jahr haben wir eine eigene Aktionsseite“, so Pressesprecherin Tatjana Brast. Alle können teilnehmen, Aktionszeitraum ist vom 16. Mai bis 5. Juni. Jeder in diesem Zeitraum per Fahrrad zurückgelegte Kilometer zählt. Defizite an Radwegen können zudem direkt gemeldet werden. Bundesweit wird mit der Aktion nach der fahrradaktivsten Kommune gesucht. Die Stadt will mit der eigenen Seite unter www.stadtradeln.de das „Wir-Gefühl“ in Sachen Fahrradklima stärken, so Tatjana Brast zum MT. Die Überlegung, das Stadtradeln vor Ort voranzutreiben, habe es allerdings schon im Vorjahr gegeben, das Ergebnis des Fahrradclubs schwinge dabei aber durchaus mit. Insgesamt 415 Orte hatten in der Ortsgrößenklasse 20.000 bis 50.000 Einwohner teilgenommen, Petershagen landete mit der Schulnote 3,8 auf Platz 157, hier hatten 110 Personen die Fragebögen ausgefüllt, vorrangige Themen waren Sicherheit, Infrastruktur und Komfort. Dass mit „vertretbaren Mitteln“ auch das eine oder andere an den Radwegen in Petershagen verbessert werden kann, hatte Bürgermeister Dirk Breves (CDU) bereits in der Pressekonferenz zum Klimatest deutlich gemacht, darunter die teils irreführende Beschilderung etwa an der Weserbrücke (das MT berichtete). Obwohl es Defizite gibt, so auch Joachim Römermann als ADFC-Ansprechpartner für Petershagen, mache das Radfahren vor Ort Spaß. Und genau dafür will Petershagen jetzt auch mit dem Stadtradeln werben. „Wir wollen ein Zeichen setzen“, sagt Tatjana Brast, „und den Einsatz für den Klimawandel auch nach außen darstellen.“ Dabei hoffe die Verwaltung auf Nachhaltigkeit und somit darauf, dass es nicht bei den drei Wochen des Aktionszeitraums bleibt, sondern dass die Teilnehmenden auch danach öfter mal das Auto stehen lassen und sich aufs Rad setzen. Die Teilnahme am Stadtradeln sei ein „erster Schritt“, wie Tatjana Brast sagt. Gelegenheit dazu gibt es auf insgesamt 300 Kilometern Radwegen in Petershagen. Auch dem Netzwerk Klima-Bündnis, das das Stadtradeln initiiert hat, geht es nicht nur um die reine Präsenz potenzieller Radler. Verwiesen wird auf die über die Stadtradeln-Homepage erreichbare Meldeplattform „RADar“: „Die Radelnden melden ihrer Verwaltung Schlaglöcher, plötzlich endende Radwege oder eine unübersichtliche Verkehrsführung direkt in einem digitalen Stadtplan und die Verwaltung kann sich der Sache annehmen.“ Von der Stadtradeln-App, die sich jeder kostenlos herunterladen kann, profitiere zudem die Radverkehrsplanung: Strecken werden anonymisiert von der Technischen Universität Dresden ausgewertet, heißt es vom Klima-Bündnis, und: Die Erkenntnisse – zum Beispiel wo wie viel und wie schnell gefahren wird oder wo der Radverkehrsfluss verlangsamt wird – können den Kommunen bereitgestellt werden. Dass auch die Petershäger Politik immer wieder auf eine Verbesserung der Radwege von Kreis und Stadt pocht, dürfte auch für das Stadtradeln von Bedeutung sein. „Die Kommunalpolitiker werden gesondert gewertet und es wird nach dem fahrradaktivsten Kommunalparlament gesucht“, heißt es in einer Pressemittelung. In der Theorie gibt es Ansätze, zum Beispiel: In der Rahmenplanung der Stadt, die als Zukunftskonzept in den nächsten Jahren abgearbeitet wird, geht es immer auch um attraktivere Radwege, vorangetrieben wurde soeben auch der Bau des Radweges zwischen Leteln und Wietersheim. Geplant ist zudem ein überörtliches Beschilderungskonzept, von dem auch die Radwege in Petershagen profitieren. Das Stadtradeln gilt als weltgrößte Fahrradkampagne. Schon jetzt sind über 1.600 Kommunen aus fünf Nationen angemeldet – ein neuer Rekord, wie das Klima-Bündnis als Initiator mitteilt. „Das Stadtradeln ist eine großartige Gelegenheit, die aktuelle Fahrradeuphorie zu nutzen und noch mehr Menschen langfristig zu überzeugten Alltagsradlern zu machen“, sagt Aktionsleiter André Muno vom Klima-Bündnis. Seit der Coronakrise habe der Fahrradtrend weltweit zusätzlichen Aufwind erhalten, so dass das Thema spätestens jetzt in vielen Kommunalverwaltungen auf der Tagesordnung steht. Für Bürgermeister Dirk Breves, selbst begeisterter Radler, fängt das Fahrradklima ohnehin im eigenen Haus an: Intern wolle die Verwaltung den Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit einer Fahrradförderung zukommen lassen.

Jeder Kilometer zählt: Petershagen macht erstmals beim Stadtradeln mit

Auch die Radrouten in Petershagen sollen wieder stärker genutzt werden. MT-Foto: Oliver Plöger © Plöger

Petershagen. Das nicht berauschende Abschneiden beim Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) hat es noch einmal deutlich gemacht: Petershagen muss an seinem Fahrradklima arbeiten. Für gute Luft soll jetzt auch das Stadtradeln sorgen, an dem sich die Stadt erstmals offiziell beteiligt. „Bislang lief das über eine kreisweite Teilnahme, in diesem Jahr haben wir eine eigene Aktionsseite“, so Pressesprecherin Tatjana Brast. Alle können teilnehmen, Aktionszeitraum ist vom 16. Mai bis 5. Juni. Jeder in diesem Zeitraum per Fahrrad zurückgelegte Kilometer zählt. Defizite an Radwegen können zudem direkt gemeldet werden. Bundesweit wird mit der Aktion nach der fahrradaktivsten Kommune gesucht.

Die Stadt will mit der eigenen Seite unter www.stadtradeln.de das „Wir-Gefühl“ in Sachen Fahrradklima stärken, so Tatjana Brast zum MT. Die Überlegung, das Stadtradeln vor Ort voranzutreiben, habe es allerdings schon im Vorjahr gegeben, das Ergebnis des Fahrradclubs schwinge dabei aber durchaus mit. Insgesamt 415 Orte hatten in der Ortsgrößenklasse 20.000 bis 50.000 Einwohner teilgenommen, Petershagen landete mit der Schulnote 3,8 auf Platz 157, hier hatten 110 Personen die Fragebögen ausgefüllt, vorrangige Themen waren Sicherheit, Infrastruktur und Komfort.

In der Stadtradel-App, die sich jeder aufs Handy laden kann, werden die gefahrenen Kilometer eingetragen. Einzelpersonen und Gruppen können mitmachen. Foto: Klima-Bündnis/pr - © Klima-Bündnis
In der Stadtradel-App, die sich jeder aufs Handy laden kann, werden die gefahrenen Kilometer eingetragen. Einzelpersonen und Gruppen können mitmachen. Foto: Klima-Bündnis/pr - © Klima-Bündnis

Dass mit „vertretbaren Mitteln“ auch das eine oder andere an den Radwegen in Petershagen verbessert werden kann, hatte Bürgermeister Dirk Breves (CDU) bereits in der Pressekonferenz zum Klimatest deutlich gemacht, darunter die teils irreführende Beschilderung etwa an der Weserbrücke (das MT berichtete). Obwohl es Defizite gibt, so auch Joachim Römermann als ADFC-Ansprechpartner für Petershagen, mache das Radfahren vor Ort Spaß. Und genau dafür will Petershagen jetzt auch mit dem Stadtradeln werben.

„Wir wollen ein Zeichen setzen“, sagt Tatjana Brast, „und den Einsatz für den Klimawandel auch nach außen darstellen.“ Dabei hoffe die Verwaltung auf Nachhaltigkeit und somit darauf, dass es nicht bei den drei Wochen des Aktionszeitraums bleibt, sondern dass die Teilnehmenden auch danach öfter mal das Auto stehen lassen und sich aufs Rad setzen. Die Teilnahme am Stadtradeln sei ein „erster Schritt“, wie Tatjana Brast sagt. Gelegenheit dazu gibt es auf insgesamt 300 Kilometern Radwegen in Petershagen.

Auch dem Netzwerk Klima-Bündnis, das das Stadtradeln initiiert hat, geht es nicht nur um die reine Präsenz potenzieller Radler. Verwiesen wird auf die über die Stadtradeln-Homepage erreichbare Meldeplattform „RADar“: „Die Radelnden melden ihrer Verwaltung Schlaglöcher, plötzlich endende Radwege oder eine unübersichtliche Verkehrsführung direkt in einem digitalen Stadtplan und die Verwaltung kann sich der Sache annehmen.“ Von der Stadtradeln-App, die sich jeder kostenlos herunterladen kann, profitiere zudem die Radverkehrsplanung: Strecken werden anonymisiert von der Technischen Universität Dresden ausgewertet, heißt es vom Klima-Bündnis, und: Die Erkenntnisse – zum Beispiel wo wie viel und wie schnell gefahren wird oder wo der Radverkehrsfluss verlangsamt wird – können den Kommunen bereitgestellt werden.

Dass auch die Petershäger Politik immer wieder auf eine Verbesserung der Radwege von Kreis und Stadt pocht, dürfte auch für das Stadtradeln von Bedeutung sein. „Die Kommunalpolitiker werden gesondert gewertet und es wird nach dem fahrradaktivsten Kommunalparlament gesucht“, heißt es in einer Pressemittelung.

In der Theorie gibt es Ansätze, zum Beispiel: In der Rahmenplanung der Stadt, die als Zukunftskonzept in den nächsten Jahren abgearbeitet wird, geht es immer auch um attraktivere Radwege, vorangetrieben wurde soeben auch der Bau des Radweges zwischen Leteln und Wietersheim. Geplant ist zudem ein überörtliches Beschilderungskonzept, von dem auch die Radwege in Petershagen profitieren.

Das Stadtradeln gilt als weltgrößte Fahrradkampagne. Schon jetzt sind über 1.600 Kommunen aus fünf Nationen angemeldet – ein neuer Rekord, wie das Klima-Bündnis als Initiator mitteilt. „Das Stadtradeln ist eine großartige Gelegenheit, die aktuelle Fahrradeuphorie zu nutzen und noch mehr Menschen langfristig zu überzeugten Alltagsradlern zu machen“, sagt Aktionsleiter André Muno vom Klima-Bündnis. Seit der Coronakrise habe der Fahrradtrend weltweit zusätzlichen Aufwind erhalten, so dass das Thema spätestens jetzt in vielen Kommunalverwaltungen auf der Tagesordnung steht.

Für Bürgermeister Dirk Breves, selbst begeisterter Radler, fängt das Fahrradklima ohnehin im eigenen Haus an: Intern wolle die Verwaltung den Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit einer Fahrradförderung zukommen lassen.

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