„In Petershagen gibt es keine kurzen Wege“ Initiative „kurz & gut“ fordert per Petition dringende Nachbesserung im Schulgesetz / „Unzumutbarkeit“ soll ins Gesetz Oliver Plöger Petershagen (mt). Den ersten großen Erfolg hat die Bürgerinitiative „kurz & gut“ mit Rettung der Grundschule Friedewalde bereits gefeiert, ausruhen will sie sich nicht. Aktuell weist die Gruppe um Sprecherin Kerstin Huck auf die Unzumutbarkeit der langen Schulwege hin. Die Initiative, die die Grundschulstandorte auf Dauer erhalten will, will den Status der Flächengemeinde per Gesetz berücksichtigt wissen: „Hier bei uns im ländlichem Gebiet sind die flächenmäßig großen Einzugsräume und die weiten Wege die entscheidenden Knackpunkte, die auf jeden Fall eine Sonderstellung rechtfertigen“, so Kerstin Huck gegenüber dem MT.In der Petition, die jetzt an Schulministerin Sylvia Löhrmann übergeben wurde, heißt es: „In der Stadt Petershagen gibt es keine kurzen Wege, sondern durchweg lange Wege. Die maximale Nord-Süd-Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt etwa 23 Kilometer, die West-Ost-Ausdehnung 21 Kilometer. Wenn wir uns die Entfernungen zwischen den Grundschulen und ihre jeweiligen Standorte anschauen, wird das deutlich.“Die weitesten Entfernungen bestehen laut Petition zwischen den Grundschulen Friedewalde und Petershagen mit 11,8 Kilometer, zwischen den Grundschulen Wasserstraße und Windheim 10,8 Kilometer. Kerstin Huck: „Unserer Meinung nach muss im Schulgesetz dringend nachgebessert werden, um auch den Schülern in ländlichen Gemeinden kurze Wege und guten Unterricht bieten zu können.“ Hierbei sei zu berücksichtigen, dass bereits Friedewalde für sich 21 Quadratkilometer umfasst. Huck: „Friedewalde hat 13 Bushaltestellen. Auch das verlängert die Busfahrzeiten entsprechend.“Neben einer flexibleren Handhabung der kommunalen Klassenrichtzahl wird die ausreichende Lehrerversorgung an kleinen Teilstandorten gefordert. Huck: „Wir wollen eine volle Lehrerstelle pro Klasse an Grundschul-Teilstandorten mit weniger als 92 Kindern, außerdem die Einführung von jahrgangsübergreifendem Unterricht.“Freie Stellen zeitnah besetzenFreiwerdende Schulleiterstellen sollten zudem „zeitnah“ neu besetzt werden. Und: Die Freistellung vom Unterricht und die Besoldung müssten erhöht werden, um den Anforderungen im Grundschulalltag gerecht zu werden.„Noch wichtiger ist uns aber die Definition der Unzumutbarkeit des Schulweges direkt im Schulgesetz des Landes“, betont Kerstin Huck, und: Da müsse dringend für Rechtssicherheit gesorgt werden.Das Schulgesetz lasse die ländlichen Gebiete unberücksichtigt, in denen die Grundschulen große Gebiete abdecken müssen. Ein Verschieben von Schülern zwischen Grundschulen zum Ausgleichen der Klassengrößen und zum Einhalten der kommunalen Klassenrichtzahl sei bislang nicht möglich.Intensiv habe sich die Bürgerinitiative mit dem Schulgesetz NRW befasst und dann das Konzept zur „Zukunft der Grundschüler in der Stadt Petershagen“ erarbeitet. Ursprünglich hatte die Stadt beschlossen, von den noch verbliebenen sieben Grundschulstandorten vier zu schließen, drei würden übrig bleiben.Schulministerin zeigte sich verblüfftAls Erfolg wertet die Gruppe die Rettung der Grundschule Friedewalde, was Stadt und Politik dann auch ausdrücklich unterstützt hatten: Friedewalde macht im Schulverbund mit der evangelischen Bekenntnisschule Eldagsen und mit Einführung von jahrgangsübergreifendem Unterricht weiter. Eldagsen unterrichtet als Hauptstandort jahrgangsbezogen, der Teilstandort Friedewalde jahrgangsübergreifend. Friedewalde hat ab dem Schuljahr 2017/18 nur noch zwei Klassen (Klasse 1+2) und Klasse 3+4), wobei eine Mindestschülerzahl von 46 gefordert ist.Kerstin Huck nutzte den Besuch der grünen Schulministerin Sylvia Löhrmann in Petershagen zur Übergabe der Petition. Löhrmann stutzte kurz und betonte dann, dass sie „eigentlich nicht für die Annahme von Petitionen zuständig“ sei und verwies auf den Petitionsausschuss des Landes. Dennoch nahm sie den Umschlag entgegen. Die Initiative „kurz & gut“ wartet jetzt gespannt auf eine Antwort.

„In Petershagen gibt es keine kurzen Wege“

Nicht nur der Nachwuchs gerät ins Grübeln: Auch auf lange Sicht will die Initiative „kurz & gut“ die Petershäger Grundschulstandorte erhalten und Kindern vor allem kurze Wege zum Lernen ermöglichen. © Foto: dpa

Petershagen (mt). Den ersten großen Erfolg hat die Bürgerinitiative „kurz & gut“ mit Rettung der Grundschule Friedewalde bereits gefeiert, ausruhen will sie sich nicht. Aktuell weist die Gruppe um Sprecherin Kerstin Huck auf die Unzumutbarkeit der langen Schulwege hin.

Die Initiative, die die Grundschulstandorte auf Dauer erhalten will, will den Status der Flächengemeinde per Gesetz berücksichtigt wissen: „Hier bei uns im ländlichem Gebiet sind die flächenmäßig großen Einzugsräume und die weiten Wege die entscheidenden Knackpunkte, die auf jeden Fall eine Sonderstellung rechtfertigen“, so Kerstin Huck gegenüber dem MT.

In der Petition, die jetzt an Schulministerin Sylvia Löhrmann übergeben wurde, heißt es: „In der Stadt Petershagen gibt es keine kurzen Wege, sondern durchweg lange Wege. Die maximale Nord-Süd-Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt etwa 23 Kilometer, die West-Ost-Ausdehnung 21 Kilometer. Wenn wir uns die Entfernungen zwischen den Grundschulen und ihre jeweiligen Standorte anschauen, wird das deutlich.“

Die weitesten Entfernungen bestehen laut Petition zwischen den Grundschulen Friedewalde und Petershagen mit 11,8 Kilometer, zwischen den Grundschulen Wasserstraße und Windheim 10,8 Kilometer. Kerstin Huck: „Unserer Meinung nach muss im Schulgesetz dringend nachgebessert werden, um auch den Schülern in ländlichen Gemeinden kurze Wege und guten Unterricht bieten zu können.“ Hierbei sei zu berücksichtigen, dass bereits Friedewalde für sich 21 Quadratkilometer umfasst. Huck: „Friedewalde hat 13 Bushaltestellen. Auch das verlängert die Busfahrzeiten entsprechend.“

Neben einer flexibleren Handhabung der kommunalen Klassenrichtzahl wird die ausreichende Lehrerversorgung an kleinen Teilstandorten gefordert. Huck: „Wir wollen eine volle Lehrerstelle pro Klasse an Grundschul-Teilstandorten mit weniger als 92 Kindern, außerdem die Einführung von jahrgangsübergreifendem Unterricht.“

Freie Stellen zeitnah besetzen

Freiwerdende Schulleiterstellen sollten zudem „zeitnah“ neu besetzt werden. Und: Die Freistellung vom Unterricht und die Besoldung müssten erhöht werden, um den Anforderungen im Grundschulalltag gerecht zu werden.

„Noch wichtiger ist uns aber die Definition der Unzumutbarkeit des Schulweges direkt im Schulgesetz des Landes“, betont Kerstin Huck, und: Da müsse dringend für Rechtssicherheit gesorgt werden.

Das Schulgesetz lasse die ländlichen Gebiete unberücksichtigt, in denen die Grundschulen große Gebiete abdecken müssen. Ein Verschieben von Schülern zwischen Grundschulen zum Ausgleichen der Klassengrößen und zum Einhalten der kommunalen Klassenrichtzahl sei bislang nicht möglich.

Intensiv habe sich die Bürgerinitiative mit dem Schulgesetz NRW befasst und dann das Konzept zur „Zukunft der Grundschüler in der Stadt Petershagen“ erarbeitet. Ursprünglich hatte die Stadt beschlossen, von den noch verbliebenen sieben Grundschulstandorten vier zu schließen, drei würden übrig bleiben.

Schulministerin zeigte sich verblüfft

Als Erfolg wertet die Gruppe die Rettung der Grundschule Friedewalde, was Stadt und Politik dann auch ausdrücklich unterstützt hatten: Friedewalde macht im Schulverbund mit der evangelischen Bekenntnisschule Eldagsen und mit Einführung von jahrgangsübergreifendem Unterricht weiter. Eldagsen unterrichtet als Hauptstandort jahrgangsbezogen, der Teilstandort Friedewalde jahrgangsübergreifend. Friedewalde hat ab dem Schuljahr 2017/18 nur noch zwei Klassen (Klasse 1+2) und Klasse 3+4), wobei eine Mindestschülerzahl von 46 gefordert ist.

Kerstin Huck nutzte den Besuch der grünen Schulministerin Sylvia Löhrmann in Petershagen zur Übergabe der Petition. Löhrmann stutzte kurz und betonte dann, dass sie „eigentlich nicht für die Annahme von Petitionen zuständig“ sei und verwies auf den Petitionsausschuss des Landes. Dennoch nahm sie den Umschlag entgegen. Die Initiative „kurz & gut“ wartet jetzt gespannt auf eine Antwort.

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