Hundert Jahre Heimstätte: Ein Blick in die Geschichte des Petershäger Schützenhauses Ulrich Westermann Petershagen (Wes). Als die Wohnungsnot nach dem Krieg besonders groß war, hatte das Amt Petershagen im Schützenhaus zwei Familien samt Kindern untergebracht. Eine zugemauerte Tür erinnert an dieses Kapitel, noch heute sind an der Ostseite des Schützenhauses zwischen zwei Fenstern die Umrisse des Eingangs zu erkennen. Ohnehin: Unzählige Ereignisse und Anekdoten sind mit dem kleinen Gebäude am Nordrand des Deichmühlenwaldes verbunden. Die Heimstätte der Bürgerschützen-Gesellschaft ist vor hundert Jahren im heutigen Einmündungsbereich Voßkamp/Teichmühlenstraße errichtet und eingeweiht worden. Und das war dringend notwendig. Zuvor wurde nämlich über einen Teich auf eine Ringscheibe geschossen. Eine wichtige Rolle beim Neuanfang nach dem Ersten Weltkrieg spielte die Eigeninitiative. Ein großer Teil des Baumaterials ist Anfang der 1920er-Jahre von den Mitgliedern der Bürgerschützen-Gesellschaft gespendet worden. Zudem wurde ein Finanzausschuss ins Leben gerufen. Dieses Gremium beschloss, Anteilscheine zu 50 Mark mit vier Prozent Zinsen auszugeben. Die Fuhrwerksleiter der Weserstadt wurden aufgerufen, mit ihren Wagen den Transport der Steine und des weiteren Baumaterials zu übernehmen. Bei der Grundsteinlegung wurde eine Zinkkapsel eingemauert, darin ist eine Namensliste besonders verdienter Mitarbeiter und Vereinsmitglieder verewigt. Dazu kam ein Exemplar des Mindener Kreisnotgeldes. Am 30. Oktober 1921 war es dann soweit. Auf dem Programm stand ein Preisschießen. Drei Schuss kosteten fünf Mark, von denen drei für den Verein und zwei für den Büchsenverleiher bestimmt waren. Das erste Königsschießen fand 1922 statt. Dabei ging Robert Lange als erster Würdenträger einer neuen Ära in die Geschichte der Petershäger Bürgerschützen-Gesellschaft ein. Zur Mitregentin wählte er Else Voigt. Von 1931 bis 1956 ruhte das Petershäger Bürgerschützenwesen. Dann wurde der Apotheker Hans Panhoff zum Stadtmajor gewählt. Ihm folgten Karl Pohlmeier, Helmut Martius, Jochen Lübke und Hendrik Martius. Die Reihe der Königspaare begann 1956 mit Otto Kracht und Hedwig Hannemann. Am Schützenhaus waren die Jahre nicht spurlos vorübergegangen. Die Gesamtkosten der Sanierung 2014 lagen innen und außen bei 16. 000 Euro. Davon übernahm die Stadt Petershagen 8.500 Euro. Die Bürgerschützen waren 1.600 Stunden ehrenamtlich im Einsatz. Die verputzten Flächen neben und zwischen dem Backsteinmauerwerk erhielten einen frischen Farbanstrich. Die Fensterläden wurden in den Farben der Petershäger Bürgerschützen-Gesellschaft schwarz, weiß und grün gestrichen. Die Wiedereinweihungsfeier des Gebäudes folgte im Mai 2014, so dass Schießbetrieb und geselliges Zusammensein aufgenommen werden konnten. Die große Corona-Pause begann am 8. März 2020. Auch das Bürgerschützenfest, das im Zwei-Jahres-Rhythmus gefeiert wird, musste ausfallen. „Diesen Beschluss haben wir schweren Herzens, aber mit großer Verantwortung gegenüber unseren Mitgliedern, befreundeten Vereinen und allen Besuchern gefasst. Betroffen waren davon auch die weiteren Veranstaltungen, die sonst im Jahresverlauf auf dem Programm stehen. Nur ein Übungsschießen mit den erforderlichen Hygiene-, Abstands- und Verhaltensregeln haben wir durchgeführt“, betonte Stadtmajor Hendrik Martius. Eine Informationsschrift an der Eingangstür weist darauf hin, dass die Schießanlage aufgrund des Corona-Infektionsgeschehens und der Gesetzeslage weiterhin geschlossen ist.

Hundert Jahre Heimstätte: Ein Blick in die Geschichte des Petershäger Schützenhauses

Vor hundert Jahren ist das Petershäger Schützenhaus errichtet und eingeweiht worden. Foto: Ulrich Westermann © Ulrich Westermann

Petershagen (Wes). Als die Wohnungsnot nach dem Krieg besonders groß war, hatte das Amt Petershagen im Schützenhaus zwei Familien samt Kindern untergebracht. Eine zugemauerte Tür erinnert an dieses Kapitel, noch heute sind an der Ostseite des Schützenhauses zwischen zwei Fenstern die Umrisse des Eingangs zu erkennen. Ohnehin: Unzählige Ereignisse und Anekdoten sind mit dem kleinen Gebäude am Nordrand des Deichmühlenwaldes verbunden. Die Heimstätte der Bürgerschützen-Gesellschaft ist vor hundert Jahren im heutigen Einmündungsbereich Voßkamp/Teichmühlenstraße errichtet und eingeweiht worden.

Und das war dringend notwendig. Zuvor wurde nämlich über einen Teich auf eine Ringscheibe geschossen. Eine wichtige Rolle beim Neuanfang nach dem Ersten Weltkrieg spielte die Eigeninitiative. Ein großer Teil des Baumaterials ist Anfang der 1920er-Jahre von den Mitgliedern der Bürgerschützen-Gesellschaft gespendet worden. Zudem wurde ein Finanzausschuss ins Leben gerufen. Dieses Gremium beschloss, Anteilscheine zu 50 Mark mit vier Prozent Zinsen auszugeben. Die Fuhrwerksleiter der Weserstadt wurden aufgerufen, mit ihren Wagen den Transport der Steine und des weiteren Baumaterials zu übernehmen.

Bei der Grundsteinlegung wurde eine Zinkkapsel eingemauert, darin ist eine Namensliste besonders verdienter Mitarbeiter und Vereinsmitglieder verewigt. Dazu kam ein Exemplar des Mindener Kreisnotgeldes. Am 30. Oktober 1921 war es dann soweit. Auf dem Programm stand ein Preisschießen. Drei Schuss kosteten fünf Mark, von denen drei für den Verein und zwei für den Büchsenverleiher bestimmt waren.

Das erste Königsschießen fand 1922 statt. Dabei ging Robert Lange als erster Würdenträger einer neuen Ära in die Geschichte der Petershäger Bürgerschützen-Gesellschaft ein. Zur Mitregentin wählte er Else Voigt.

Von 1931 bis 1956 ruhte das Petershäger Bürgerschützenwesen. Dann wurde der Apotheker Hans Panhoff zum Stadtmajor gewählt. Ihm folgten Karl Pohlmeier, Helmut Martius, Jochen Lübke und Hendrik Martius. Die Reihe der Königspaare begann 1956 mit Otto Kracht und Hedwig Hannemann.

Am Schützenhaus waren die Jahre nicht spurlos vorübergegangen. Die Gesamtkosten der Sanierung 2014 lagen innen und außen bei 16. 000 Euro. Davon übernahm die Stadt Petershagen 8.500 Euro. Die Bürgerschützen waren 1.600 Stunden ehrenamtlich im Einsatz. Die verputzten Flächen neben und zwischen dem Backsteinmauerwerk erhielten einen frischen Farbanstrich. Die Fensterläden wurden in den Farben der Petershäger Bürgerschützen-Gesellschaft schwarz, weiß und grün gestrichen. Die Wiedereinweihungsfeier des Gebäudes folgte im Mai 2014, so dass Schießbetrieb und geselliges Zusammensein aufgenommen werden konnten.

Die große Corona-Pause begann am 8. März 2020. Auch das Bürgerschützenfest, das im Zwei-Jahres-Rhythmus gefeiert wird, musste ausfallen. „Diesen Beschluss haben wir schweren Herzens, aber mit großer Verantwortung gegenüber unseren Mitgliedern, befreundeten Vereinen und allen Besuchern gefasst. Betroffen waren davon auch die weiteren Veranstaltungen, die sonst im Jahresverlauf auf dem Programm stehen. Nur ein Übungsschießen mit den erforderlichen Hygiene-, Abstands- und Verhaltensregeln haben wir durchgeführt“, betonte Stadtmajor Hendrik Martius. Eine Informationsschrift an der Eingangstür weist darauf hin, dass die Schießanlage aufgrund des Corona-Infektionsgeschehens und der Gesetzeslage weiterhin geschlossen ist.

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