Hohe Nitratbelastung in Brunnenwasser Petershagen (mt/plö). Der private Verein VSR-Gewässerschutz aus Geldern ist durchaus umstritten. Wenn nach Brunnenuntersuchungen zu hohe Nitratwerte im Wasser gemeldet werden, dann bringt das Landwirte regelmäßig auf die Palme. „Pauschalurteilen kann ich nichts abgewinnen“, sagt etwa Rainer Meyer als Vorsitzender des landwirtschaftlichen Kreisverbands Minden-Lübbecke. Seine Kollegen und er täten einiges, um sich beim Thema Düngen zu verbessern, etwa mit Investitionen in Technik. Auch die Stadtwerke Petershagen weisen auf die allgemein geringe Nitratbelastung bei der öffentlichen Versorgung hin. Es gebe keinen Grund zur Sorge. Der VSR-Gewässerschutz hat bei seinem jüngsten Termin in Petershagen ausschließlich Brunnenwasser unter die Lupe genommen, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Diplom-Physiker Harald Gülzow und Diplom-Ingenieur Peter Brückner fanden bei den Untersuchungen 171 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Frille. Weitere mit Nitraten stark verschmutzte Brunnen stellten sie in Quetzen mit 131 Milligramm pro Liter (mg/l), in Meßlingen mit 111, in Eldagsen mit 117, in Maaslingen mit 170, in Westenfeld mit 96, in Hävern mit 109 und in Wasserstraße mit 112 Milligramm. Am Informationsstand und auch bei der telefonischen Beratung hätten sich viele Brunnenbesitzer wütend über die Nitratbelastung der Region gezeigt. Harald Gülzow: „Sie möchten es nicht mehr einfach hinnehmen, dass ihr Brunnenwasser nur eingeschränkt nutzbar ist.“ Im Sommer werde viel Wasser benötigt, um das selbst angebaute Gemüse zu gießen oder das Planschbecken für die Kinder zu füllen. Dafür möchten viele Gartenbesitzer kein Leitungswasser verschwenden, sondern ihren Brunnen nutzen. Ob das ohne Gesundheitsgefährdung möglich ist, wollten in diesem Jahr 106 interessierte Bürger wissen und ließen ihre Wasserproben am Informationsstand Anfang September in Petershagen untersuchen. Jeder vierte Brunnenbesitzer aus dem Raum Minden/Petershagen wurde enttäuscht: Die Nitratkonzentration ihrer Wasserprobe überschreitet den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter. Die Ursache für die hohe Nitratbelastung des Grundwassers sei die intensive Landwirtschaft, die nur mit Subventionen so wachsen konnte, heißt es in einer Pressemitteilung des VSR Gewässerschutz. „Die EU-Agrarpolitik fördert Betriebe, für die hohe Erträge an erster Stelle stehen und die Verringerung der Nitratbelastung nur lästige Auflagen sind, die sie versuchen zu umgehen“, so Vorsitzende Susanne Bareiß-Gülzow. Die Organisation fordert von der Politik, dass Subventionen nur noch an Landwirte mit einer gewässerschonenden Bewirtschaftung gezahlt werden. Die EU-Agrarreform sei so zu gestalten, dass die Nitratbelastung der Gewässer verringert wird. Die Subventionen an Betriebe, die das Grundwasser stark belasten, hätten große Probleme geschaffen, erklärt die Organisation. „Nur die großen Betriebe konnten mit intensiver Bewirtschaftung den Dumpingpreisen der Discounter standhalten. Die bäuerliche Landwirtschaft wurde verdrängt und die ökologische Landwirtschaft konnte nicht so wachsen, wie es für eine gesunde Umwelt notwendig wäre“, so Bareiß-Gülzow. Hier werde auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Stickstoffdüngern verzichtet. Die Zahl der Tiere orientiere sich an der Fläche, die dem Betrieb zur Verfügung steht. So werden Nährstoffüberschüsse bestmöglich vermieden.

Hohe Nitratbelastung in Brunnenwasser

Ingenieur Peter Brücker nimmt eine Wasserprobe entgegen. Foto: Marc Gater/privat © Bild darf für die redaktionelle Berichtserstattung kostenfrei in allen Medien verwendet werden. Von den abgebildeten Personen l

Petershagen (mt/plö). Der private Verein VSR-Gewässerschutz aus Geldern ist durchaus umstritten. Wenn nach Brunnenuntersuchungen zu hohe Nitratwerte im Wasser gemeldet werden, dann bringt das Landwirte regelmäßig auf die Palme. „Pauschalurteilen kann ich nichts abgewinnen“, sagt etwa Rainer Meyer als Vorsitzender des landwirtschaftlichen Kreisverbands Minden-Lübbecke. Seine Kollegen und er täten einiges, um sich beim Thema Düngen zu verbessern, etwa mit Investitionen in Technik.

Auch die Stadtwerke Petershagen weisen auf die allgemein geringe Nitratbelastung bei der öffentlichen Versorgung hin. Es gebe keinen Grund zur Sorge.

Der VSR-Gewässerschutz hat bei seinem jüngsten Termin in Petershagen ausschließlich Brunnenwasser unter die Lupe genommen, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Diplom-Physiker Harald Gülzow und Diplom-Ingenieur Peter Brückner fanden bei den Untersuchungen 171 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Frille. Weitere mit Nitraten stark verschmutzte Brunnen stellten sie in Quetzen mit 131 Milligramm pro Liter (mg/l), in Meßlingen mit 111, in Eldagsen mit 117, in Maaslingen mit 170, in Westenfeld mit 96, in Hävern mit 109 und in Wasserstraße mit 112 Milligramm.

Am Informationsstand und auch bei der telefonischen Beratung hätten sich viele Brunnenbesitzer wütend über die Nitratbelastung der Region gezeigt. Harald Gülzow: „Sie möchten es nicht mehr einfach hinnehmen, dass ihr Brunnenwasser nur eingeschränkt nutzbar ist.“

Im Sommer werde viel Wasser benötigt, um das selbst angebaute Gemüse zu gießen oder das Planschbecken für die Kinder zu füllen. Dafür möchten viele Gartenbesitzer kein Leitungswasser verschwenden, sondern ihren Brunnen nutzen. Ob das ohne Gesundheitsgefährdung möglich ist, wollten in diesem Jahr 106 interessierte Bürger wissen und ließen ihre Wasserproben am Informationsstand Anfang September in Petershagen untersuchen. Jeder vierte Brunnenbesitzer aus dem Raum Minden/Petershagen wurde enttäuscht: Die Nitratkonzentration ihrer Wasserprobe überschreitet den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter.

Die Ursache für die hohe Nitratbelastung des Grundwassers sei die intensive Landwirtschaft, die nur mit Subventionen so wachsen konnte, heißt es in einer Pressemitteilung des VSR Gewässerschutz. „Die EU-Agrarpolitik fördert Betriebe, für die hohe Erträge an erster Stelle stehen und die Verringerung der Nitratbelastung nur lästige Auflagen sind, die sie versuchen zu umgehen“, so Vorsitzende Susanne Bareiß-Gülzow. Die Organisation fordert von der Politik, dass Subventionen nur noch an Landwirte mit einer gewässerschonenden Bewirtschaftung gezahlt werden. Die EU-Agrarreform sei so zu gestalten, dass die Nitratbelastung der Gewässer verringert wird.

Die Subventionen an Betriebe, die das Grundwasser stark belasten, hätten große Probleme geschaffen, erklärt die Organisation. „Nur die großen Betriebe konnten mit intensiver Bewirtschaftung den Dumpingpreisen der Discounter standhalten. Die bäuerliche Landwirtschaft wurde verdrängt und die ökologische Landwirtschaft konnte nicht so wachsen, wie es für eine gesunde Umwelt notwendig wäre“, so Bareiß-Gülzow.

Hier werde auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Stickstoffdüngern verzichtet. Die Zahl der Tiere orientiere sich an der Fläche, die dem Betrieb zur Verfügung steht. So werden Nährstoffüberschüsse bestmöglich vermieden.

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