Hochzeit mit Hindernissen: Wie ein Paar in Corona-Zeiten seine Trauung plant Claudia Hyna Petershagen-Frille. Goldener Oktober statt Wonnemonat: Sarah Dicke und Sven Wichmann wollten ursprünglich im Mai heiraten. Nun verschieben sie wegen der Corona-Einschränkungen ihren großen Tag in den Herbst. Und tragen es mit Fassung: Am geplanten Datum luden ihre Brautführer sie als Ausgleich zum Grillen ein. Das sei auch schön gewesen, sagen sie. Die Absage ihres Hochzeitstags habe sich ja schon länger abgezeichnet und so seien sie darauf eingestellt gewesen, meint Sven Wichmann. Dabei war alles geklärt. Der Häserhof in Jenhorst als Location, das Kaiser-Wilhelm-Denkmal als Ort der standesamtlichen Trauung am 22. Mai, der DJ war gebucht, sogar den Friseurtermin und das Auto hatten sie klar gemacht. Die Einladungen zur Feier hatten sie vor Weihnachten verschickt. 99 Leute waren eingeladen, 80 hatten zugesagt. Um um eben diese Zahl müssen sie momentan noch bangen. Denn in NRW sind zwar Trauungen mit bis zu 150 Personen wieder erlaubt, das Land Niedersachsen, in dem das Gasthaus liegt, hat zur Zeit eine Grenze von 50 festgelegt. Nach den Sommerferien wird das Nachbarbundesland über neue Regeln nachdenken. Sarah Dicke und Sven Wichmann ist es jetzt aber gleichgültig, wie diese Entscheidung ausfällt. Gefeiert wird auf jeden Fall im Oktober. Wie sie dann auf die Zahl von 50 kommen, haben die 33-Jährige und der 39-Jährige noch nicht genau festgelegt. Losen wollen sie nicht. „Wir hoffen, dass uns die Phase erspart bleibt, wo wir auswählen müssen“, sagt der Bräutigam. Auf ihrer ersten Gästeliste standen sogar 160 Menschen, diese haben sie schon gründlich reduziert. „Wir kennen viele Leute. Und wir feiern und tanzen beide gerne.“ Daher komme eine Feier im kleinen Kreis auf keinen Fall infrage. „Dafür sind wir nicht die Typen.“ Ein bisschen unkonventionell, immer ehrlich, gerade heraus, so ist auch die Beziehung der beiden, die sich vor vier Jahren kennengelernt haben. Auf der Friller Wiesn seien sie quasi ineinandergelaufen, schildern sie ihre erste Begegnung. Über ihre Tätigkeit in der Feuerwehr kannten sie sich vom Sehen durchaus schon länger. Sven Wichmann ist Löschgruppenführer in Frille, Sarah Dicke Unterbrandmeisterin in Lahde/Frille. Nach diesem kurzen Intermezzo schrieben sie sich, und es kam zum ersten Date. Nach dem gemeinsamen Abend beim Stadtfest Porta zwei Wochen später war schnell klar, dass die Rettungsassistentin und der Industriemeister zusammenbleiben wollten. Seit drei Jahren wohnen sie nun zusammen in Frille, vor eineinhalb Jahre kam Sohn Henry auf die Welt. Sarah bringt Tochter Marleen (14 Jahre alt) mit in die Ehe. Beim gemeinsamen Fotoshooting für diesen Artikel wird deutlich: die beiden haben viel Spaß zusammen, nehmen nicht alles bierernst und sich gegenseitig gerne auf die Schippe. Als sie erzählen, was sie aneinander schätzen, herrscht ebenfalls Einigkeit. „Wir können uns hundertprozentig aufeinander verlassen. Du bist ein gute Beraterin für mich“, sagt er zu ihr. Klare Worte sind ihnen wichtig. Und die führen durchaus auch mal zum Streit, geben die Friller zu. Dabei gehe es aber meist um klassische Diskussionspunkte wie Unordnung und ähnliches. Weniger konventionell gestaltete sich bei ihnen der Heiratsantrag. „Ziemlich früh hat Sven gesagt, er heiratet mich nur, wenn ich den Antrag mache.“ Sarah, die schon mal verheiratet war wollte eigentlich nicht wieder Ja sagen. Doch dann kam alles anders. Am 13. Mai 2018 fuhr sie mit ihrem Liebsten in ein Restaurant nach Bückeburg. Und da Sven zu seinem Wort steht, sagte er ja. „Da wir uns im Mai verlobt haben, wollten wir auch gerne im Mai heiraten“, erklären sie den Wunschtermin für die Hochzeit. Oktober war für sie der letzte infrage kommende Termin: Schließlich hatten wir in den letzten Jahren oft einen goldenen Oktober, erklärt sie. Das Hotel für die Hochzeitsreise hatte übrigens kein Zimmer mehr frei im Oktober. Zurzeit tüfteln sie an einer Alternative. Auf jeden Fall soll es ein Gebiet zum Wandern sein, Über zu enge Schuhe und Blasen an den Füßen müssen sich die Hochzeitsgäste übrigens keine Gedanken machen. Auf der Einladung ist vermerkt, dass das Partyvolk in Turnschuhen oder Chucks kommen kann – genau wie Braut und Bräutigam auch. Ihrer Erfahrung nach tauschen die meisten Tänzer ihre schicken Schuhe spätestens nach zwei Stunden gegen eine bequeme Variante. Warum nicht gleich so? , dachten sich die beiden. Man kann es mögen, muss es aber nicht. Getreu dem Motto, das Sarah auf ihren Unterarm tätowiert hat: „Love me for who I am“.

Hochzeit mit Hindernissen: Wie ein Paar in Corona-Zeiten seine Trauung plant

Seit vier Jahren gemeinsam unterwegs, demnächst auch offiziell als Mann und Frau. MT- © Foto: Alex Lehn

Petershagen-Frille. Goldener Oktober statt Wonnemonat: Sarah Dicke und Sven Wichmann wollten ursprünglich im Mai heiraten. Nun verschieben sie wegen der Corona-Einschränkungen ihren großen Tag in den Herbst. Und tragen es mit Fassung: Am geplanten Datum luden ihre Brautführer sie als Ausgleich zum Grillen ein. Das sei auch schön gewesen, sagen sie.

Die Absage ihres Hochzeitstags habe sich ja schon länger abgezeichnet und so seien sie darauf eingestellt gewesen, meint Sven Wichmann. Dabei war alles geklärt. Der Häserhof in Jenhorst als Location, das Kaiser-Wilhelm-Denkmal als Ort der standesamtlichen Trauung am 22. Mai, der DJ war gebucht, sogar den Friseurtermin und das Auto hatten sie klar gemacht. Die Einladungen zur Feier hatten sie vor Weihnachten verschickt. 99 Leute waren eingeladen, 80 hatten zugesagt.

Sarah Dicke und Sven Wichmann sind seit vier Jahren gemeinsam unterwegs, demnächst auch offiziell als Mann und Frau. MT- - © Foto: Alex Lehn
Sarah Dicke und Sven Wichmann sind seit vier Jahren gemeinsam unterwegs, demnächst auch offiziell als Mann und Frau. MT- - © Foto: Alex Lehn

Um um eben diese Zahl müssen sie momentan noch bangen. Denn in NRW sind zwar Trauungen mit bis zu 150 Personen wieder erlaubt, das Land Niedersachsen, in dem das Gasthaus liegt, hat zur Zeit eine Grenze von 50 festgelegt. Nach den Sommerferien wird das Nachbarbundesland über neue Regeln nachdenken. Sarah Dicke und Sven Wichmann ist es jetzt aber gleichgültig, wie diese Entscheidung ausfällt. Gefeiert wird auf jeden Fall im Oktober. Wie sie dann auf die Zahl von 50 kommen, haben die 33-Jährige und der 39-Jährige noch nicht genau festgelegt. Losen wollen sie nicht. „Wir hoffen, dass uns die Phase erspart bleibt, wo wir auswählen müssen“, sagt der Bräutigam.

Auf ihrer ersten Gästeliste standen sogar 160 Menschen, diese haben sie schon gründlich reduziert. „Wir kennen viele Leute. Und wir feiern und tanzen beide gerne.“ Daher komme eine Feier im kleinen Kreis auf keinen Fall infrage. „Dafür sind wir nicht die Typen.“

Ein bisschen unkonventionell, immer ehrlich, gerade heraus, so ist auch die Beziehung der beiden, die sich vor vier Jahren kennengelernt haben. Auf der Friller Wiesn seien sie quasi ineinandergelaufen, schildern sie ihre erste Begegnung. Über ihre Tätigkeit in der Feuerwehr kannten sie sich vom Sehen durchaus schon länger. Sven Wichmann ist Löschgruppenführer in Frille, Sarah Dicke Unterbrandmeisterin in Lahde/Frille.

Nach diesem kurzen Intermezzo schrieben sie sich, und es kam zum ersten Date. Nach dem gemeinsamen Abend beim Stadtfest Porta zwei Wochen später war schnell klar, dass die Rettungsassistentin und der Industriemeister zusammenbleiben wollten. Seit drei Jahren wohnen sie nun zusammen in Frille, vor eineinhalb Jahre kam Sohn Henry auf die Welt. Sarah bringt Tochter Marleen (14 Jahre alt) mit in die Ehe.

Beim gemeinsamen Fotoshooting für diesen Artikel wird deutlich: die beiden haben viel Spaß zusammen, nehmen nicht alles bierernst und sich gegenseitig gerne auf die Schippe. Als sie erzählen, was sie aneinander schätzen, herrscht ebenfalls Einigkeit. „Wir können uns hundertprozentig aufeinander verlassen. Du bist ein gute Beraterin für mich“, sagt er zu ihr. Klare Worte sind ihnen wichtig. Und die führen durchaus auch mal zum Streit, geben die Friller zu. Dabei gehe es aber meist um klassische Diskussionspunkte wie Unordnung und ähnliches.

Weniger konventionell gestaltete sich bei ihnen der Heiratsantrag. „Ziemlich früh hat Sven gesagt, er heiratet mich nur, wenn ich den Antrag mache.“ Sarah, die schon mal verheiratet war wollte eigentlich nicht wieder Ja sagen. Doch dann kam alles anders. Am 13. Mai 2018 fuhr sie mit ihrem Liebsten in ein Restaurant nach Bückeburg. Und da Sven zu seinem Wort steht, sagte er ja. „Da wir uns im Mai verlobt haben, wollten wir auch gerne im Mai heiraten“, erklären sie den Wunschtermin für die Hochzeit.

Oktober war für sie der letzte infrage kommende Termin: Schließlich hatten wir in den letzten Jahren oft einen goldenen Oktober, erklärt sie. Das Hotel für die Hochzeitsreise hatte übrigens kein Zimmer mehr frei im Oktober. Zurzeit tüfteln sie an einer Alternative. Auf jeden Fall soll es ein Gebiet zum Wandern sein,

Über zu enge Schuhe und Blasen an den Füßen müssen sich die Hochzeitsgäste übrigens keine Gedanken machen. Auf der Einladung ist vermerkt, dass das Partyvolk in Turnschuhen oder Chucks kommen kann – genau wie Braut und Bräutigam auch. Ihrer Erfahrung nach tauschen die meisten Tänzer ihre schicken Schuhe spätestens nach zwei Stunden gegen eine bequeme Variante. Warum nicht gleich so? , dachten sich die beiden. Man kann es mögen, muss es aber nicht. Getreu dem Motto, das Sarah auf ihren Unterarm tätowiert hat: „Love me for who I am“.

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