Gymnasium plant Anschaffung von iPads Claudia Hyna Petershagen. Das Gymnasium Petershagen hat entschieden, künftig für Schüler der Jahrgänge 7 und 8 IPads einzusetzen. Dazu bringen die Schüler eigene Geräte mit, die in Zusammenarbeit mit der Schule beschafft werden. Nach Grundsatzbeschluss der Schulkonferenz vom 27. Oktober gilt diese Regelung ab dem Schuljahr 2021/22. Medienkoordinatorin Anita Damm vom Gymnasium stellte das Konzept dem Ausschuss für Schule und Sport vor. Die Präsentation überzeugte die Kommunalpolitiker. „Das müsste man den Eltern zeigen, denn so leuchtet es ein“, lobte Nina Hartmann (SPD). Zum Hintergrund: Seit 2018 werden die Möglichkeiten der Digitalisierung am Gymnasium beraten. Ab Mai 2020 wurde im Gymnasium in der Schulgemeinschaft der Einsatz von durch Schülern selbst mitgebrachte mobile Endgeräte diskutiert. Stichwort ist hier „Bring your own device“ (BYOD, heißt private elektronische Endgeräte im Netzwerk einer Schule nutzen). Zuvor waren verschiedene Möglichkeiten auch mit Eltern- und Schülervertretern im Gymnasium diskutiert worden. Die Verantwortlichen kamen zum Ergebnis: Eine Finanzierung/ein Sponsoring durch den Schulträger ist nicht realisierbar. Die Nutzung und Verwaltung schuleigener Geräte in 1:1-Ausstattung ist von der Schule nicht zu leisten. Wechselnde Nutzer bei einem Gerät erschweren die Administration und vor allem den Datenschutz. „Immer wieder müsste das Gerät von Passworteingaben befreit werden, um es dann von einem anderen Schüler nutzen zu lassen. Dadurch ginge wertvolle Unterrichtszeit verloren“, erklärte Anita Damm. Weitere Vorteile einheitlicher Geräte mit Organisations-ID (BYOD): Die Appbeschaffung ist leichter zu administrieren und günstiger. Die Steuerung im Unterricht ist besser möglich, wenn nicht benötigte Anwendungen vom Lehrer zentral ausgeschaltet werden können. Nachteile bei der Einbindung bereits vorhandener, uneinheitlicher Geräte wären größere Anforderungen an das schulische Netz, die Haftungsfragen, die Gefahren von Viren, fehlende Jugendschutzfilter und Datenschutz. Die Gefahr des sozialen Drucks wird umgangen. Schließlich fiel die pädagogische und technische Entscheidung für die iPads. Die Herausforderung des Prozesses lag darin, dass Elterninformationen schriftlich über die Bühne gehen musste – wohingegen unter normalen Umständen Elternabende und damit der direkte Austausch das Mittel der Information gewesen wären. Für den Entscheidungsprozess hatten sich die Verantwortlichen der Schulgemeinde zusammen mit dem Schulträger und der Sekundarschule über die Möglichkeiten des Einsatzes von Tablets informiert, etwa in Schulen in Stadthagen und Vlotho, sowie mit Vertretern anderer Schulen im Umkreis über deren Erfahrungen gesprochen. In einer digitalen Abfrage hatten sich die Eltern einheitlich für eigene Geräte ausgesprochen. Mit dem siebten Schuljahr zu beginnen, sei ein sinnvoller Zeitpunkt, sagte die Lehrerin Anita Damm, denn dann überlegten Eltern in der Regel die Anschaffung eines Laptops/Tablets. In diesem Alter müssten sie an die Arbeit mit einem digitalen Endgerät herangeführt werden. Zum Leitbild des Städtischen Gymnasiums gehöre die Vorbereitung auf die Lebenswirklichkeit in Beruf und Studium, sowie die Persönlichkeitsförderung, die Bildung von Team-, Urteils- und Kritikfähigkeit und Fachkompetenz in allen Bereichen – digital und analog, so die Medienkoordinatorin. Zur Grundausstattung der Schule gehören daher moderne Präsentationsmedien in allen Gebäudeteilen – und zwar auch im Pädagogischen Zentrum und in der Turnhalle. „Das muss in allen Gebäudeteilen laufen“, merkte Anita Damm an. Auf die Frage der Vernetzung mit anderen Schulen, hieß es, auch die städtischen Grundschulen befürworten bereits seit 2018 den Einsatz von iPads im Unterricht. Auch die Städtische Sekundarschule Petershagen werde zukünftig iPads einzusetzen. Stellvertretender Schulleiter Albert Südbeck erklärte, auch die IT-Fachschaft der Sekundarschule stimmt den schulischen Einsatz von iPads zu. Michael Schönbeck (sachkundiger Bürger für die Grünen) begrüßte das Arbeiten mit den Geräten. Der Umweltpolitiker hält es jedoch für eine zu große Zumutung, dass die Eltern es finanzieren sollen. „Die Wertschätzung ist eine andere, ein eigenes Gerät behandelt man anders“, warf Helga Berg (CDU) als Argument ein. Von den Schulen in OWL hätten sich viele für iPads entschieden, teilte Detlev Scheumann als Leiter der Sozial- und Schulverwaltung mit. Wenn die Stadt die Anschaffung für alle Schüler in Petershagen finanzieren sollte, würde eine Summe von rund einer Million Euro (Stückpreis mit Ausstattung 450 Euro) zusammen kommen, rechnet Scheumann vor. „Das sind nicht-realistische Investitionen.“ Zum Ausgleich sozialer Ungewichte stünden über ein Sofortausstattungsprogramm von Bund und Land 370 Geräte zur Verfügung. Bedürftige und Schüler oder solche aus kinderreichen Familien erhalten hieraus Geräte für den Unterricht.

Gymnasium plant Anschaffung von iPads

Immer häufiger müssen Schüler ein eigenes Tablet in den Unterricht mitbringen. Foto: zerocreatives © imago/Westend61

Petershagen. Das Gymnasium Petershagen hat entschieden, künftig für Schüler der Jahrgänge 7 und 8 IPads einzusetzen. Dazu bringen die Schüler eigene Geräte mit, die in Zusammenarbeit mit der Schule beschafft werden. Nach Grundsatzbeschluss der Schulkonferenz vom 27. Oktober gilt diese Regelung ab dem Schuljahr 2021/22. Medienkoordinatorin Anita Damm vom Gymnasium stellte das Konzept dem Ausschuss für Schule und Sport vor. Die Präsentation überzeugte die Kommunalpolitiker. „Das müsste man den Eltern zeigen, denn so leuchtet es ein“, lobte Nina Hartmann (SPD).

Zum Hintergrund: Seit 2018 werden die Möglichkeiten der Digitalisierung am Gymnasium beraten. Ab Mai 2020 wurde im Gymnasium in der Schulgemeinschaft der Einsatz von durch Schülern selbst mitgebrachte mobile Endgeräte diskutiert. Stichwort ist hier „Bring your own device“ (BYOD, heißt private elektronische Endgeräte im Netzwerk einer Schule nutzen).

Zuvor waren verschiedene Möglichkeiten auch mit Eltern- und Schülervertretern im Gymnasium diskutiert worden. Die Verantwortlichen kamen zum Ergebnis: Eine Finanzierung/ein Sponsoring durch den Schulträger ist nicht realisierbar. Die Nutzung und Verwaltung schuleigener Geräte in 1:1-Ausstattung ist von der Schule nicht zu leisten. Wechselnde Nutzer bei einem Gerät erschweren die Administration und vor allem den Datenschutz. „Immer wieder müsste das Gerät von Passworteingaben befreit werden, um es dann von einem anderen Schüler nutzen zu lassen. Dadurch ginge wertvolle Unterrichtszeit verloren“, erklärte Anita Damm. Weitere Vorteile einheitlicher Geräte mit Organisations-ID (BYOD): Die Appbeschaffung ist leichter zu administrieren und günstiger. Die Steuerung im Unterricht ist besser möglich, wenn nicht benötigte Anwendungen vom Lehrer zentral ausgeschaltet werden können. Nachteile bei der Einbindung bereits vorhandener, uneinheitlicher Geräte wären größere Anforderungen an das schulische Netz, die Haftungsfragen, die Gefahren von Viren, fehlende Jugendschutzfilter und Datenschutz. Die Gefahr des sozialen Drucks wird umgangen.

Schließlich fiel die pädagogische und technische Entscheidung für die iPads. Die Herausforderung des Prozesses lag darin, dass Elterninformationen schriftlich über die Bühne gehen musste – wohingegen unter normalen Umständen Elternabende und damit der direkte Austausch das Mittel der Information gewesen wären. Für den Entscheidungsprozess hatten sich die Verantwortlichen der Schulgemeinde zusammen mit dem Schulträger und der Sekundarschule über die Möglichkeiten des Einsatzes von Tablets informiert, etwa in Schulen in Stadthagen und Vlotho, sowie mit Vertretern anderer Schulen im Umkreis über deren Erfahrungen gesprochen. In einer digitalen Abfrage hatten sich die Eltern einheitlich für eigene Geräte ausgesprochen.

Mit dem siebten Schuljahr zu beginnen, sei ein sinnvoller Zeitpunkt, sagte die Lehrerin Anita Damm, denn dann überlegten Eltern in der Regel die Anschaffung eines Laptops/Tablets. In diesem Alter müssten sie an die Arbeit mit einem digitalen Endgerät herangeführt werden. Zum Leitbild des Städtischen Gymnasiums gehöre die Vorbereitung auf die Lebenswirklichkeit in Beruf und Studium, sowie die Persönlichkeitsförderung, die Bildung von Team-, Urteils- und Kritikfähigkeit und Fachkompetenz in allen Bereichen – digital und analog, so die Medienkoordinatorin. Zur Grundausstattung der Schule gehören daher moderne Präsentationsmedien in allen Gebäudeteilen – und zwar auch im Pädagogischen Zentrum und in der Turnhalle. „Das muss in allen Gebäudeteilen laufen“, merkte Anita Damm an.

Auf die Frage der Vernetzung mit anderen Schulen, hieß es, auch die städtischen Grundschulen befürworten bereits seit 2018 den Einsatz von iPads im Unterricht. Auch die Städtische Sekundarschule Petershagen werde zukünftig iPads einzusetzen. Stellvertretender Schulleiter Albert Südbeck erklärte, auch die IT-Fachschaft der Sekundarschule stimmt den schulischen Einsatz von iPads zu.

Michael Schönbeck (sachkundiger Bürger für die Grünen) begrüßte das Arbeiten mit den Geräten. Der Umweltpolitiker hält es jedoch für eine zu große Zumutung, dass die Eltern es finanzieren sollen. „Die Wertschätzung ist eine andere, ein eigenes Gerät behandelt man anders“, warf Helga Berg (CDU) als Argument ein.

Von den Schulen in OWL hätten sich viele für iPads entschieden, teilte Detlev Scheumann als Leiter der Sozial- und Schulverwaltung mit. Wenn die Stadt die Anschaffung für alle Schüler in Petershagen finanzieren sollte, würde eine Summe von rund einer Million Euro (Stückpreis mit Ausstattung 450 Euro) zusammen kommen, rechnet Scheumann vor. „Das sind nicht-realistische Investitionen.“ Zum Ausgleich sozialer Ungewichte stünden über ein Sofortausstattungsprogramm von Bund und Land 370 Geräte zur Verfügung. Bedürftige und Schüler oder solche aus kinderreichen Familien erhalten hieraus Geräte für den Unterricht.

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