Guy Stern 99 Jahre alt: Vor den Nazis gerettet Oliver Plöger Petershagen. Er ist ein gerne gesehener Gast in Petershagen: Guy Stern, ehemaliger Ritchie-Boy, Literaturprofessor und Direktor des Holocaust-Museums in Detroit. Am Dienstag, 14. Januar, begeht er seinen 99. Geburtstag. Zuletzt sprach Stern auf Einladung des Mindener Kreises und der Alten Synagoge 2016 in Petershagen. Sein Thema: die Mitgliedschaft in der jüdischen Jugend „Schwarzes Fähnlein“, seine Verwandtschaft in Vlotho, das eigene Schicksal und das seiner Familie. Eindringlich berichtete er von den anfänglich ungetrübten Kinderjahren in Hildesheim und den Besuchen bei den Großeltern in Vlotho. Als die Nazis wüteten, kam für Günther Stern, wie er damals noch hieß, die Rettung durch eine Organisation aus St. Louis: 1000 Kinder wollten sie retten, 1200 wurden es – Günther war dabei und wurde Guy. Seine Eltern und Geschwister wurden ins Warschauer Ghetto deportiert und kamen dort ums Leben. Ritchie-Boys – das waren jene Absolventen aus dem „Camp Ritchie“ bei Washington, die als Verhörspezialisten ausgebildet wurden. Stern saß in der Normandie Kriegsgefangenen gegenüber, schlüpfte dazu in die Rolle des sowjetischen Verbindungsoffiziers Kommissar Krukov. Vor nichts, so Stern, fürchteten sich die deutschen Soldaten so sehr wie vor der russischen Kriegsgefangenschaft. Guy Stern wurde später angesehener und international renommierter Literaturprofessor. Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen kam 2017 eine dazu: Das P.E.N.-Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland verlieh ihm den Ovid-Preis für sein Lebenswerk. Mit seiner Frau, der Schriftstellerin Schriftstellerin Susanna Piontek, lebt Stern heute bei Detroit.

Guy Stern 99 Jahre alt: Vor den Nazis gerettet

Guy Stern bei seinem Besuch 2018 in Petershagen. Archivfoto: plö © Plöger,Oliver

Petershagen. Er ist ein gerne gesehener Gast in Petershagen: Guy Stern, ehemaliger Ritchie-Boy, Literaturprofessor und Direktor des Holocaust-Museums in Detroit. Am Dienstag, 14. Januar, begeht er seinen 99. Geburtstag.

Zuletzt sprach Stern auf Einladung des Mindener Kreises und der Alten Synagoge 2016 in Petershagen. Sein Thema: die Mitgliedschaft in der jüdischen Jugend „Schwarzes Fähnlein“, seine Verwandtschaft in Vlotho, das eigene Schicksal und das seiner Familie. Eindringlich berichtete er von den anfänglich ungetrübten Kinderjahren in Hildesheim und den Besuchen bei den Großeltern in Vlotho. Als die Nazis wüteten, kam für Günther Stern, wie er damals noch hieß, die Rettung durch eine Organisation aus St. Louis: 1000 Kinder wollten sie retten, 1200 wurden es – Günther war dabei und wurde Guy. Seine Eltern und Geschwister wurden ins Warschauer Ghetto deportiert und kamen dort ums Leben.

Ritchie-Boys – das waren jene Absolventen aus dem „Camp Ritchie“ bei Washington, die als Verhörspezialisten ausgebildet wurden. Stern saß in der Normandie Kriegsgefangenen gegenüber, schlüpfte dazu in die Rolle des sowjetischen Verbindungsoffiziers Kommissar Krukov. Vor nichts, so Stern, fürchteten sich die deutschen Soldaten so sehr wie vor der russischen Kriegsgefangenschaft.

Guy Stern wurde später angesehener und international renommierter Literaturprofessor. Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen kam 2017 eine dazu: Das P.E.N.-Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland verlieh ihm den Ovid-Preis für sein Lebenswerk.

Mit seiner Frau, der Schriftstellerin Schriftstellerin Susanna Piontek, lebt Stern heute bei Detroit.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Petershagen