Günstigerer Eintritt im Freibad Lahde? Rat lehnt Preissenkung ab Oliver Plöger Petershagen. Als „Zeichen der Familienfreundlichkeit“ wollte die SPD ihren Antrag verstanden wissen, der in Corona-Zeiten günstigere Eintrittspreise im Freibad Lahde fordert. Auch gehe es darum, auf die Einschränkungen im Freibadbetrieb zu reagieren, speziell auf die Zeitfenster für den Aufenthalt und die eigentliche Nutzung, die derzeit wirklich „nur für eine Abkühlung“ sorgen kann. „Denkbar wäre es zum Beispiel, die Preise für Kinder, Jugendliche und Azubis etwa von 1,80 Euro auf 50 Cent und für Erwachsene von 3,60 auf zwei Euro herabzusetzen.“ Die Kosten bei den Mehrfacharten müssten dann entsprechend angepasst werden. „Anderen Vorschlägen zur Preisgestaltung“, so Fraktionsvorsitzender Ingo Ellerkamp, „steht die Fraktion zur notwendigen Ermittlung der finanziellen Auswirkungen positiv gegenüber.“ Der Rat allerdings sprach sich nach langer Diskussion und einem weiteren Antrag der CDU mehrheitlich gegen die Preissenkung aus. In der Tat spreche vieles für den Vorschlag der SPD, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Hermann Humcke. Erreicht würde damit auch eine große Außenwirkung. „Frage ist aber, ob das wirklich der richtige Weg ist.“ Vielmehr müsse insgesamt durch weitergehende organisatorische und hygienische Maßnahmen erreicht werden, dass insbesondere die Anzahl der Besucher – derzeit hundert zeitgleich – wesentlich erhöht wird. Und das bei unbegrenzter Aufenthaltszeit. Auch eine Freigabe des Kinderbeckens sollte angestrebt werden. Das alles erfordere zusätzliche Mittel, wobei sich die CDU für die überplanmäßige Investition von 10.000 Euro aussprach. Hermann Humcke: „50 Cent, wie von der SPD gefordert, sind nicht entscheidend, entscheidend ist die bessere Qualität.“ Möglichkeiten der Lockerung sah auch Helga Berg (CDU), die davon ausgeht, dass im Zuge der Ferien wieder mehr Kinder und Jugendliche kommen. Bei den Schulen sei ja mittlerweile auch wieder mehr möglich. Von einem ermäßigten Eintritt riet Dirk Breves (CDU), Kämmerer und Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, dringend ab. „Das wäre ein falscher Anreiz. Dann heißt es nachher noch: Jetzt locken sie uns mit niedrigen Preisen und dann kommen wir gar nicht rein.“ Nein, Ziel müsse es vielmehr sein, das Freibad ohne Corona-Risiko nutzen zu können. Viel Hoffnung, was die Wirtschaftlichkeit der laufenden Saison betrifft, machte Breves nicht: „Wirtschaftlich kann man das Jahr 2020 jetzt schon abschreiben.“ Ein Argument, das Ingo Ellerkamp übrigens nicht gelten lässt: „Ansonsten würde das Bad nämlich gar nicht geöffnet.“ Dass mehr möglich gemacht wird als jetzt, bekräftigte auch Günter Wehmeyer, Fraktionsvorsitzender der FDP: „Familienfreundlich“ sei das aktuelle Angebot eher nicht, ideal nur für Leute, die ihre Bahnen schwimmen wollen. So auch Wolfgang Riesner (Grüne): „Die Eintrittspreise sind nicht das Problem, eher die eingeschränkten Möglichkeiten.“ Die Grünen, so kündigte Riesner an, werden den Vorstellungen der CDU zustimmen. Und die machte Hemann Humcke mit einem eigenen Antrag noch einmal deutlich: Die Verwaltung werde beauftragt, schnellstmöglich die aktuellen Einschränkungen zu lockern, soweit dies unter den geltenden Hygiene- und Infektionsstandards und in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt möglich ist. Falls erforderlich, solle auch zusätzliches Aufsichtspersonal zur Verfügung gestellt werden. 10.000 Euro seien bereitzustellen, die Eintrittspreise sollten sich nicht verändern. Dies auch im Hinblick auf das jährliche Defizit des Bades von rund 120.000 Euro, das sich im Zuge von Corona weiter erhöhen werde. Verloren geben wollte die SPD ihren Antrag unterdessen nicht. Ingo Ellerkamp schlug vor, über die Forderungen der CDU als „Teil eins“, über die der SPD als „Teil zwei“ abzustimmen. Einstimmig fiel dann auch das Ergebnis der CDU aus, die danach kurz die Sitzung unterbrechen ließ und sich zur Beratung zurückzog. Teil zwei, also der SPD-Antrag, wurde dann mit 18 Gegenstimmen, elf Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen abgelehnt.

Günstigerer Eintritt im Freibad Lahde? Rat lehnt Preissenkung ab

Trotz Corona: Mehr Möglichkeiten will die Politik im Freibad Lahde schaffen. MT-Foto: Oliver Plöger © Plöger,Oliver

Petershagen. Als „Zeichen der Familienfreundlichkeit“ wollte die SPD ihren Antrag verstanden wissen, der in Corona-Zeiten günstigere Eintrittspreise im Freibad Lahde fordert. Auch gehe es darum, auf die Einschränkungen im Freibadbetrieb zu reagieren, speziell auf die Zeitfenster für den Aufenthalt und die eigentliche Nutzung, die derzeit wirklich „nur für eine Abkühlung“ sorgen kann. „Denkbar wäre es zum Beispiel, die Preise für Kinder, Jugendliche und Azubis etwa von 1,80 Euro auf 50 Cent und für Erwachsene von 3,60 auf zwei Euro herabzusetzen.“ Die Kosten bei den Mehrfacharten müssten dann entsprechend angepasst werden. „Anderen Vorschlägen zur Preisgestaltung“, so Fraktionsvorsitzender Ingo Ellerkamp, „steht die Fraktion zur notwendigen Ermittlung der finanziellen Auswirkungen positiv gegenüber.“ Der Rat allerdings sprach sich nach langer Diskussion und einem weiteren Antrag der CDU mehrheitlich gegen die Preissenkung aus.

In der Tat spreche vieles für den Vorschlag der SPD, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Hermann Humcke. Erreicht würde damit auch eine große Außenwirkung. „Frage ist aber, ob das wirklich der richtige Weg ist.“ Vielmehr müsse insgesamt durch weitergehende organisatorische und hygienische Maßnahmen erreicht werden, dass insbesondere die Anzahl der Besucher – derzeit hundert zeitgleich – wesentlich erhöht wird. Und das bei unbegrenzter Aufenthaltszeit. Auch eine Freigabe des Kinderbeckens sollte angestrebt werden. Das alles erfordere zusätzliche Mittel, wobei sich die CDU für die überplanmäßige Investition von 10.000 Euro aussprach. Hermann Humcke: „50 Cent, wie von der SPD gefordert, sind nicht entscheidend, entscheidend ist die bessere Qualität.“ Möglichkeiten der Lockerung sah auch Helga Berg (CDU), die davon ausgeht, dass im Zuge der Ferien wieder mehr Kinder und Jugendliche kommen. Bei den Schulen sei ja mittlerweile auch wieder mehr möglich.

Von einem ermäßigten Eintritt riet Dirk Breves (CDU), Kämmerer und Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, dringend ab. „Das wäre ein falscher Anreiz. Dann heißt es nachher noch: Jetzt locken sie uns mit niedrigen Preisen und dann kommen wir gar nicht rein.“ Nein, Ziel müsse es vielmehr sein, das Freibad ohne Corona-Risiko nutzen zu können. Viel Hoffnung, was die Wirtschaftlichkeit der laufenden Saison betrifft, machte Breves nicht: „Wirtschaftlich kann man das Jahr 2020 jetzt schon abschreiben.“ Ein Argument, das Ingo Ellerkamp übrigens nicht gelten lässt: „Ansonsten würde das Bad nämlich gar nicht geöffnet.“

Dass mehr möglich gemacht wird als jetzt, bekräftigte auch Günter Wehmeyer, Fraktionsvorsitzender der FDP: „Familienfreundlich“ sei das aktuelle Angebot eher nicht, ideal nur für Leute, die ihre Bahnen schwimmen wollen. So auch Wolfgang Riesner (Grüne): „Die Eintrittspreise sind nicht das Problem, eher die eingeschränkten Möglichkeiten.“ Die Grünen, so kündigte Riesner an, werden den Vorstellungen der CDU zustimmen.

Und die machte Hemann Humcke mit einem eigenen Antrag noch einmal deutlich: Die Verwaltung werde beauftragt, schnellstmöglich die aktuellen Einschränkungen zu lockern, soweit dies unter den geltenden Hygiene- und Infektionsstandards und in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt möglich ist. Falls erforderlich, solle auch zusätzliches Aufsichtspersonal zur Verfügung gestellt werden. 10.000 Euro seien bereitzustellen, die Eintrittspreise sollten sich nicht verändern. Dies auch im Hinblick auf das jährliche Defizit des Bades von rund 120.000 Euro, das sich im Zuge von Corona weiter erhöhen werde.

Verloren geben wollte die SPD ihren Antrag unterdessen nicht. Ingo Ellerkamp schlug vor, über die Forderungen der CDU als „Teil eins“, über die der SPD als „Teil zwei“ abzustimmen. Einstimmig fiel dann auch das Ergebnis der CDU aus, die danach kurz die Sitzung unterbrechen ließ und sich zur Beratung zurückzog. Teil zwei, also der SPD-Antrag, wurde dann mit 18 Gegenstimmen, elf Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen abgelehnt.

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