Grenzstein aufgestellt "Länderübergreifender" Schnatgang von Haselhorn und Meßlingen Von Ulrich Westermann Petershagen-Meßlingen/Haselhorn (Wes). Die Landesgrenze zwischen Meßlingen und Haselhorn ist längst keine Trennlinie mehr. Das zeigte sich beim Schnatgang des Haselhorner Dörpsvereins, an dem auch Meßlinger Bürger und Bürgerinnen teilnahmen. Der Höhepunkt war ein kleiner Arbeitseinsatz für den Meßlinger Ortsbürgermeister Günter Wehmeyer, Dörpsvereinsvorsitzenden Volker Uphoff und weitere Helfer. Dabei ging es um einen alten Grenzstein, der auf seinem ehemaligen Platz in Höhe der früheren Landesgrenze wieder aufgestellt wurde.Das steinerne Relikt der Vergangenheit mit den Buchstaben P (Preußen) und H (Hannover) erinnert an die Grenzziehung im Jahr 1837. Eingemeißelt ist außerdem die Steinnummer 184.Der Grenzstein hatte vor einigen Jahren frei in der Landschaft gelegen, wurde daraufhin geborgen und auf einem Hof in Haselhorn gelagert. "Als wir ihn dort entdeckten, kamen wir auf die Idee, diese historische Markierung wieder aufzustellen", berichtete Volker Uphoff.Insgesamt waren 64 Personen unterwegs. Aus Meßlingen kamen 29 Teilnehmer. Sie hatten sich zunächst auf ihrem Dorfplatz eingefunden, um dann mit Pkw und einem Trecker die drei Kilometer lange Strecke bis zum Treffpunkt bei Familie Uphoff (Klöppers Nr. 76) nördlich der L 770 an der Straße nach Warmsen zurückzulegen."Haselhorn entstand aus einem Einzelhof"Günter Wehmeyer wies auf die Meßlinger Gesamtfläche von 647 Hektar hin. Zudem ging er auf den 15,6 Kilometer langen Grenzverlauf zu den westfälischen Nachbardörfern Südfelde, Friedewalde und Maaslingen sowie Haselhorn und Brüninghorstedt in Niedersachsen ein. "Zwischen Meßlingen und Haselhorn bestehen viele gute Kontakte. Seit Jahrzehnten besuchen wir uns gegenseitig beim Schützenfest und bei weiteren Veranstaltungen. Der Schützenverein Haselhorn gehört seit einigen Jahren der Interessengemeinschaft Schießsport im ehemaligen Amt Petershagen an", wusste der Ortsbürgermeister.Volker Uphoff stellte das niedersächsische Dorf vor. Der Name Haselhorn gehe auf ein Haselgebüsch zurück, das ins Freie auslaufe. "Nach den Aufzeichnungen der Grafschaft Hoya ist unser Dorf aus einem Einzelhof entstanden, der Ende des 16. Jahrhunderts ein Grenzpunkt des Amtes Stolzenau war. Die Siedlung, in der Ersterwähnung Haßelhorn geschrieben, bildete damals den südlichsten Ort der Grafschaft Hoya."Bei der Bevölkerungsentwicklung erinnerte er an die erste Zählung im Jahr 1821, als Haselhorn 24 Feuerstellen mit 133 Einwohnern hatte. Ein weiteres Thema war der Zweite Weltkrieg, aus dem 15 Männer aus Haselhorn nicht zurückkehrten. Besonders hart traf es eine Hofstätte, von der drei Söhne Opfer des Krieges wurden. "In der Nachkriegszeit kamen Flüchtlinge auf die Höfe. Die Folge war, dass die Einwohnerzahl auf über 300 anstieg. Heute leben 250 Menschen in unserem schönen Dorf."Bewertungskommission in MeßlingenDie Gäste aus Meßlingen erfuhren auch Einzelheiten über den Dörpsverein, der im Dezember 1996 von 31 Personen gegründet worden ist.Eine Station des Schnatgangs war der Friedhof. Dort berichtete Wilhelm Husemann von der Interessengemeinschaft Totenhalle Haselhorn, dass man im Jahr 1984 in Eigenleistung eine Kapelle errichtet habe. Ein Glockenturm sei dann 1994 angegliedert worden. Zudem ging es um den Spielplatz, den der Dörpsverein 1997 fertiggestellt hat. "Diese Anlage wird von den Kindern sehr gut angenommen. Häufig sind auch auswärtige Radler hier, um eine längere Rast einzulegen", freute sich Volker Uphoff.Der Schnatgang führte in einem großen Bogen in östliche Richtung und dann an der südlichen Ortsgrenze entlang. Nachdem der alte Grenzstein seinen Platz erhalten hatte, war schon bald die Straße nach Warmsen erreicht.Die letzte Etappe endete bei "Klöppers". Bei Erbsensuppe und Getränken gab es in der gemütlich hergerichteten Scheune noch viel zu erzählen. Dabei ging es auch um die Haselhorner Straße in Meßlingen. Diese Trasse stelle eine historische Verbindung zwischen den beiden Dörfern dar, wusste Günter Wehmeyer.In seiner Vorschau stellte er den 28. August mit dem Besuch der Bewertungskommission in Meßlingen zum Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" heraus.

Grenzstein aufgestellt

Petershagen-Meßlingen/Haselhorn (Wes). Die Landesgrenze zwischen Meßlingen und Haselhorn ist längst keine Trennlinie mehr. Das zeigte sich beim Schnatgang des Haselhorner Dörpsvereins, an dem auch Meßlinger Bürger und Bürgerinnen teilnahmen.

Der historische Grenzstein wird gemeinsam wieder aufgestellt. - © Fotos: Ulrich Westermann
Der historische Grenzstein wird gemeinsam wieder aufgestellt. - © Fotos: Ulrich Westermann

Der Höhepunkt war ein kleiner Arbeitseinsatz für den Meßlinger Ortsbürgermeister Günter Wehmeyer, Dörpsvereinsvorsitzenden Volker Uphoff und weitere Helfer. Dabei ging es um einen alten Grenzstein, der auf seinem ehemaligen Platz in Höhe der früheren Landesgrenze wieder aufgestellt wurde.

Auch ein Regenguss konnte die gute Stimmung der Schnatgänger nicht beeinträchtigen.
Auch ein Regenguss konnte die gute Stimmung der Schnatgänger nicht beeinträchtigen.

Das steinerne Relikt der Vergangenheit mit den Buchstaben P (Preußen) und H (Hannover) erinnert an die Grenzziehung im Jahr 1837. Eingemeißelt ist außerdem die Steinnummer 184.

Der Grenzstein hatte vor einigen Jahren frei in der Landschaft gelegen, wurde daraufhin geborgen und auf einem Hof in Haselhorn gelagert. "Als wir ihn dort entdeckten, kamen wir auf die Idee, diese historische Markierung wieder aufzustellen", berichtete Volker Uphoff.

Insgesamt waren 64 Personen unterwegs. Aus Meßlingen kamen 29 Teilnehmer. Sie hatten sich zunächst auf ihrem Dorfplatz eingefunden, um dann mit Pkw und einem Trecker die drei Kilometer lange Strecke bis zum Treffpunkt bei Familie Uphoff (Klöppers Nr. 76) nördlich der L 770 an der Straße nach Warmsen zurückzulegen.

"Haselhorn entstand aus einem Einzelhof"

Günter Wehmeyer wies auf die Meßlinger Gesamtfläche von 647 Hektar hin. Zudem ging er auf den 15,6 Kilometer langen Grenzverlauf zu den westfälischen Nachbardörfern Südfelde, Friedewalde und Maaslingen sowie Haselhorn und Brüninghorstedt in Niedersachsen ein. "Zwischen Meßlingen und Haselhorn bestehen viele gute Kontakte. Seit Jahrzehnten besuchen wir uns gegenseitig beim Schützenfest und bei weiteren Veranstaltungen. Der Schützenverein Haselhorn gehört seit einigen Jahren der Interessengemeinschaft Schießsport im ehemaligen Amt Petershagen an", wusste der Ortsbürgermeister.

Volker Uphoff stellte das niedersächsische Dorf vor. Der Name Haselhorn gehe auf ein Haselgebüsch zurück, das ins Freie auslaufe. "Nach den Aufzeichnungen der Grafschaft Hoya ist unser Dorf aus einem Einzelhof entstanden, der Ende des 16. Jahrhunderts ein Grenzpunkt des Amtes Stolzenau war. Die Siedlung, in der Ersterwähnung Haßelhorn geschrieben, bildete damals den südlichsten Ort der Grafschaft Hoya."

Bei der Bevölkerungsentwicklung erinnerte er an die erste Zählung im Jahr 1821, als Haselhorn 24 Feuerstellen mit 133 Einwohnern hatte. Ein weiteres Thema war der Zweite Weltkrieg, aus dem 15 Männer aus Haselhorn nicht zurückkehrten. Besonders hart traf es eine Hofstätte, von der drei Söhne Opfer des Krieges wurden. "In der Nachkriegszeit kamen Flüchtlinge auf die Höfe. Die Folge war, dass die Einwohnerzahl auf über 300 anstieg. Heute leben 250 Menschen in unserem schönen Dorf."

Bewertungskommission in Meßlingen

Die Gäste aus Meßlingen erfuhren auch Einzelheiten über den Dörpsverein, der im Dezember 1996 von 31 Personen gegründet worden ist.

Eine Station des Schnatgangs war der Friedhof. Dort berichtete Wilhelm Husemann von der Interessengemeinschaft Totenhalle Haselhorn, dass man im Jahr 1984 in Eigenleistung eine Kapelle errichtet habe. Ein Glockenturm sei dann 1994 angegliedert worden. Zudem ging es um den Spielplatz, den der Dörpsverein 1997 fertiggestellt hat. "Diese Anlage wird von den Kindern sehr gut angenommen. Häufig sind auch auswärtige Radler hier, um eine längere Rast einzulegen", freute sich Volker Uphoff.

Der Schnatgang führte in einem großen Bogen in östliche Richtung und dann an der südlichen Ortsgrenze entlang. Nachdem der alte Grenzstein seinen Platz erhalten hatte, war schon bald die Straße nach Warmsen erreicht.

Die letzte Etappe endete bei "Klöppers". Bei Erbsensuppe und Getränken gab es in der gemütlich hergerichteten Scheune noch viel zu erzählen. Dabei ging es auch um die Haselhorner Straße in Meßlingen. Diese Trasse stelle eine historische Verbindung zwischen den beiden Dörfern dar, wusste Günter Wehmeyer.

In seiner Vorschau stellte er den 28. August mit dem Besuch der Bewertungskommission in Meßlingen zum Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" heraus.

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