Förderverein setzt sich für Bierder Friedhofskapelle ein Claudia Hyna Petershagen-Bierde. Die Friedhofskapelle ist ein Kulturgut, das es zu erhalten gilt. Das meint Ortsbürgermeisterin Frieda Höltke, die sich als Vorsitzende des Fördervereins gemeinsam mit zahlreichen Ehrenamtlichen für den Erhalt des Gebäudes einsetzt. 1966 wurde es am 1921 angelegten Friedhof in Bierde gebaut – und gehört seitdem ihrer Meinung nach zum Ort einfach dazu. Aktuell entfernen die Helfer eine der zwei Toiletten im Vorbau. Der so gewonnene Platz soll Teil des größeren Aufbahrungsraums werden. Und das ist nur eines der Projekte, das die Mitglieder des Fördervereins seit der Gründung 2017 umsetzen bzw. umgesetzt haben. 2015 hatte die Stadt Petershagen aus Spargründen vorgeschlagen, die Zahl der städtischen Kapellen (dazu kommen elf kirchliche) von 17 auf fünf zu reduzieren (das MT berichtete). Danach sollten nur die Kapellen in Friedewalde, Heimsen, Lahde, Neuenknick und Wietersheim bestehen bleiben. Das lehnten die meisten der von der Schließung betroffenen Ortschaften allerdings ab. Am Ende des Prozesses schloss die Stadt Überlassungsverträge mit neun Ortsbürgermeistern, in denen die Rechte und Pflichten für Betrieb und Unterhalt der Kapellen geregelt waren. Auch im 620 Einwohner zählenden Bierde gründete sich ein Förderverein. Und der besteht nach den Worten von Frieda Höltke vor allem aus Praktikern. Einige von ihnen sind oder waren von Beruf als Handwerker (zum Beispiel Elektromeister) tätig, andere sind handwerklich geschickt. Den harten Kern der Gruppe bilden Bechthold von Bernstorff, Helmut Landree, Dieter Schwier, Wilfried Schwier, Heinz Lange und Dietrich Mensing. Unter anderem ihnen ist einiges zu verdanken: Der Zwischenraum erhielt ein neues großes Fenster, zehn Betonpfeiler wurden saniert, der Glockenturm saniert und gestrichen, ebenso die Fenster von außen. Im vergangenen Jahr konnte der Verein eine neue tragbare Orgel anschaffen – das war nötig, nachdem das Vorgängermodell während einer Beerdigung plötzlich verstummte. Möglich machte diese Investition eine Spende des Krematoriums Päpinghausen. In diesem Jahr hat der Vereine neue Lautsprecher-Anlage installiert. Denn immer häufiger äußerten Angehörige die Bitte, bei der Begräbnisfeier Lieblingslieder des Verstorbenen abzuspielen – das ist nun möglich. Der Wunsch nach einem größeren Aufbewahrungsraum, in dem Angehörige in mehreren Stuhlreihen verweilen können, führte zu der Überlegung, eine der beiden Toiletten aufzugeben. Der verbleibende WC-Raum wird demnächst mit neuen Sanitärobjekten bestückt und verschönert. Dieses Projekt wird die Helfer noch bis zum Herbst beschäftigen. Sie treffen sich jeden ersten und dritten Montag im Monat um 14 Uhr an der Kapelle, Bierderloh 11. Dabei kommen sie im Jahr – die kalte Jahreszeit fällt heraus – auf rund 350 Arbeitsstunden. Auch Ortsbürgermeisterin Höltke packt mit an, sie übernimmt die Grünpflege, hält Bänke und Wege sauber. Die 72-Jährige hat eine besondere Verbindung zu der Kapelle: Das Bauwerk ist eine Semesterarbeit ihres Mannes, des Diplom-Ingenieurs Wilhelm Höltke. Der heute 80-Jährige habe sie in ihrer fast 25-jährigen politischen Tätigkeit immer unterstützt. „Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass sie abgerissen wird.“ Der dreieckige Kapellenkörper sei etwas Besonderes, das sehen auch die Bierder so. Auffallend schön seien die farbigen Fenster, die auch ohne Sonneneinfall leuchten, das moderne aus mehreren Einzelelementen bestehende Kreuz im Inneren und der freistehende Glockenturm. Rund fünfmal im Jahr wird die Kapelle genutzt – diese geringe Frequenz war einer der Gründe, die damals für ihre Schließung sprachen. Doch bei jeder Beerdigung sei die Kapelle gut gefüllt. „Wenn ein Bierder stirbt, dann geht man zur Beerdigung, wenn man denn die Zeit hat“, betont die Ortsbürgermeisterin eine Besonderheit. Regelmäßig flossen dann Spenden von der Trauergesellschaft und den Besuchern, die die Arbeit des Fördervereins zu schätzen wussten. Ansonsten finanziert sich der Verein über die Gelder, die er pro Beerdigung von der Stadt bekommt. Von diesem Geld zahlen die Ehrenamtlichen nicht nur die Verschönerung, sondern auch regelmäßige Kosten wie Versicherung und Steuern. Bei einem alten Gebäude gibt es zwar immer etwas zu tun – das liegt in der Natur der Sache – aber insgesamt befinde sich die Kapelle in gutem Zustand, zeigt sich die Ortsbürgermeisterin zufrieden. Als nächste größere Investition schwebt dem Verein eine neue Kühlung für den Aufbahrungsraum vor, da die alte in die Jahre gekommen ist. Auch das geht nicht ohne Spenden. Frieda Höltke ist zuversichtlich, dass ihre Bierder das ermöglichen.

Förderverein setzt sich für Bierder Friedhofskapelle ein

Die Mitglieder des Fördervereins – hier mit Vorsitzender Frieda Höltke – treffen sich zweimal im Monat zum Arbeitseinsatz.
Gemeinsam sorgen sie dafür, dass es in und um die Kapelle gut aussieht. MT-
© Foto: Claudia Hyna

Petershagen-Bierde. Die Friedhofskapelle ist ein Kulturgut, das es zu erhalten gilt. Das meint Ortsbürgermeisterin Frieda Höltke, die sich als Vorsitzende des Fördervereins gemeinsam mit zahlreichen Ehrenamtlichen für den Erhalt des Gebäudes einsetzt. 1966 wurde es am 1921 angelegten Friedhof in Bierde gebaut – und gehört seitdem ihrer Meinung nach zum Ort einfach dazu. Aktuell entfernen die Helfer eine der zwei Toiletten im Vorbau. Der so gewonnene Platz soll Teil des größeren Aufbahrungsraums werden.

Und das ist nur eines der Projekte, das die Mitglieder des Fördervereins seit der Gründung 2017 umsetzen bzw. umgesetzt haben. 2015 hatte die Stadt Petershagen aus Spargründen vorgeschlagen, die Zahl der städtischen Kapellen (dazu kommen elf kirchliche) von 17 auf fünf zu reduzieren (das MT berichtete). Danach sollten nur die Kapellen in Friedewalde, Heimsen, Lahde, Neuenknick und Wietersheim bestehen bleiben. Das lehnten die meisten der von der Schließung betroffenen Ortschaften allerdings ab. Am Ende des Prozesses schloss die Stadt Überlassungsverträge mit neun Ortsbürgermeistern, in denen die Rechte und Pflichten für Betrieb und Unterhalt der Kapellen geregelt waren. Auch im 620 Einwohner zählenden Bierde gründete sich ein Förderverein.

Und der besteht nach den Worten von Frieda Höltke vor allem aus Praktikern. Einige von ihnen sind oder waren von Beruf als Handwerker (zum Beispiel Elektromeister) tätig, andere sind handwerklich geschickt. Den harten Kern der Gruppe bilden Bechthold von Bernstorff, Helmut Landree, Dieter Schwier, Wilfried Schwier, Heinz Lange und Dietrich Mensing.

Unter anderem ihnen ist einiges zu verdanken: Der Zwischenraum erhielt ein neues großes Fenster, zehn Betonpfeiler wurden saniert, der Glockenturm saniert und gestrichen, ebenso die Fenster von außen. Im vergangenen Jahr konnte der Verein eine neue tragbare Orgel anschaffen – das war nötig, nachdem das Vorgängermodell während einer Beerdigung plötzlich verstummte. Möglich machte diese Investition eine Spende des Krematoriums Päpinghausen.

In diesem Jahr hat der Vereine neue Lautsprecher-Anlage installiert. Denn immer häufiger äußerten Angehörige die Bitte, bei der Begräbnisfeier Lieblingslieder des Verstorbenen abzuspielen – das ist nun möglich. Der Wunsch nach einem größeren Aufbewahrungsraum, in dem Angehörige in mehreren Stuhlreihen verweilen können, führte zu der Überlegung, eine der beiden Toiletten aufzugeben. Der verbleibende WC-Raum wird demnächst mit neuen Sanitärobjekten bestückt und verschönert. Dieses Projekt wird die Helfer noch bis zum Herbst beschäftigen.

Sie treffen sich jeden ersten und dritten Montag im Monat um 14 Uhr an der Kapelle, Bierderloh 11. Dabei kommen sie im Jahr – die kalte Jahreszeit fällt heraus – auf rund 350 Arbeitsstunden. Auch Ortsbürgermeisterin Höltke packt mit an, sie übernimmt die Grünpflege, hält Bänke und Wege sauber. Die 72-Jährige hat eine besondere Verbindung zu der Kapelle: Das Bauwerk ist eine Semesterarbeit ihres Mannes, des Diplom-Ingenieurs Wilhelm Höltke. Der heute 80-Jährige habe sie in ihrer fast 25-jährigen politischen Tätigkeit immer unterstützt. „Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass sie abgerissen wird.“

Der dreieckige Kapellenkörper sei etwas Besonderes, das sehen auch die Bierder so. Auffallend schön seien die farbigen Fenster, die auch ohne Sonneneinfall leuchten, das moderne aus mehreren Einzelelementen bestehende Kreuz im Inneren und der freistehende Glockenturm.

Rund fünfmal im Jahr wird die Kapelle genutzt – diese geringe Frequenz war einer der Gründe, die damals für ihre Schließung sprachen. Doch bei jeder Beerdigung sei die Kapelle gut gefüllt. „Wenn ein Bierder stirbt, dann geht man zur Beerdigung, wenn man denn die Zeit hat“, betont die Ortsbürgermeisterin eine Besonderheit.

Regelmäßig flossen dann Spenden von der Trauergesellschaft und den Besuchern, die die Arbeit des Fördervereins zu schätzen wussten. Ansonsten finanziert sich der Verein über die Gelder, die er pro Beerdigung von der Stadt bekommt. Von diesem Geld zahlen die Ehrenamtlichen nicht nur die Verschönerung, sondern auch regelmäßige Kosten wie Versicherung und Steuern.

Bei einem alten Gebäude gibt es zwar immer etwas zu tun – das liegt in der Natur der Sache – aber insgesamt befinde sich die Kapelle in gutem Zustand, zeigt sich die Ortsbürgermeisterin zufrieden. Als nächste größere Investition schwebt dem Verein eine neue Kühlung für den Aufbahrungsraum vor, da die alte in die Jahre gekommen ist. Auch das geht nicht ohne Spenden. Frieda Höltke ist zuversichtlich, dass ihre Bierder das ermöglichen.

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