Fisch trifft Poesie: Kultur und Handwerk in Heimsen Volker Knickmeyer Petershagen-Heimsen (VK). Passen Handwerk und Kultur zusammen? Ob das gelingt, konnten am Wochenende hunderte Gäste an der Heimser Mühle und am Heringsfängermuseum überprüfen. Die Idee, die beiden „Genres“ zusammenzuführen, kam von den Kulturkoordinatorinnen der Kreise Minden-Lübbecke (Anna Sievers) und Herford (Stefanie Keil). Online, in Espelkamp und in den Kreisen Herford und Bielefeld, gab es bereits solche neuartigen Events, die vom Land NRW gefördert werden. Nicht zuletzt dank des starken Vereinswesens und der idealen Veranstaltungsräume und Plätze konnten die Organisatorinnen in Heimsen aus dem Vollen schöpfen. Wobei sich wieder einmal zeigte: Wer Sonntagmittag ein Programm anbietet, darf das Essen nicht vergessen. Und so wurde zunächst der frisch gebackene Fisch im Heringsfängermuseum zum absoluten Highlight. In atemberaubender Geschwindigkeit und Präzision zauberten die Köchinnen den leckersten Fisch, der so auf keinem Jahrmarkt zu finden ist. In der Mittagszeit hatten sich allein auf dem Museumsgelände schon über 350 Gäste eingefunden. Kleine Ausstellungsführungen und natürlich der Shanty-Chor aus Lahde sorgten für eine gemütlich-maritime Stimmung. Für einen Abstecher zur Mühle stand der Bierpohl-Express mit einem Shuttle-Service zur Verfügung. Im Veranstaltungsraum neben der Heimser Mühle zeigten Kerstin Dörmann und Nicole Ohle wie Garn gesponnen wird oder ein Webstuhl funktioniert. Die Kunst des Kornmahlens wurde in der Mühle von Jochen Plenge demonstriert. Für das gefällige Musikprogramm war das im Mindener Land bekannte Duo „White Coffee“ aus Herford engagiert worden, so wie Bernd Gieseking für das Abendevent. Er las aus seinem Programm „Finne dein Glück“; beide Veranstaltungen des Kutenhauseners waren fast ausverkauft. Als Geheimtipp stellten sich die beiden Poetry-Slammer August Klar und Jamie Sophie Postler heraus. Leider hatten sie – zu Unrecht – nur ein gutes Dutzend Zuhörer. Dieser Veranstaltungspunkt ging im großen Trubel unter. Köstlich, wie August Klar selbst geschriebenen „Höheren Blödsinn“, getarnt als Poetry-Slam, unters Volk brachte: Ein Besuch im Kleinenbremer Stollen gerät aus den Fugen – Herr Lange, der Führer, lässt ihn unter Tage im Stich. Doch dafür tut sich eine wundervolle Unterwelt auf, in der er nicht nur einen westfälischen Gollum trifft. Bei einigen Gags war auch das Publikum, zum Beispiel als pflanzenfressende Dinos (Muh!), mit eingebunden. Jamie Sophie Postler verstand es, in ihrem Text eine Beziehung zum hier vertretenen Handwerk herzustellen. Gern hätte man noch mehr Geschichten von den beiden jungen Leuten gehört.

Fisch trifft Poesie: Kultur und Handwerk in Heimsen

Höherer Blödsinn: Poetry-Slammer August Klar. © pr

Petershagen-Heimsen (VK). Passen Handwerk und Kultur zusammen? Ob das gelingt, konnten am Wochenende hunderte Gäste an der Heimser Mühle und am Heringsfängermuseum überprüfen. Die Idee, die beiden „Genres“ zusammenzuführen, kam von den Kulturkoordinatorinnen der Kreise Minden-Lübbecke (Anna Sievers) und Herford (Stefanie Keil).

Online, in Espelkamp und in den Kreisen Herford und Bielefeld, gab es bereits solche neuartigen Events, die vom Land NRW gefördert werden.

Nicht zuletzt dank des starken Vereinswesens und der idealen Veranstaltungsräume und Plätze konnten die Organisatorinnen in Heimsen aus dem Vollen schöpfen. Wobei sich wieder einmal zeigte: Wer Sonntagmittag ein Programm anbietet, darf das Essen nicht vergessen. Und so wurde zunächst der frisch gebackene Fisch im Heringsfängermuseum zum absoluten Highlight. In atemberaubender Geschwindigkeit und Präzision zauberten die Köchinnen den leckersten Fisch, der so auf keinem Jahrmarkt zu finden ist. In der Mittagszeit hatten sich allein auf dem Museumsgelände schon über 350 Gäste eingefunden. Kleine Ausstellungsführungen und natürlich der Shanty-Chor aus Lahde sorgten für eine gemütlich-maritime Stimmung. Für einen Abstecher zur Mühle stand der Bierpohl-Express mit einem Shuttle-Service zur Verfügung.

Beim Fisch ging alles schnell – schnell zubereitet und schnell verputzt. Fotos: Volker Knickmeyer - © Knickmeyer
Beim Fisch ging alles schnell – schnell zubereitet und schnell verputzt. Fotos: Volker Knickmeyer - © Knickmeyer

Im Veranstaltungsraum neben der Heimser Mühle zeigten Kerstin Dörmann und Nicole Ohle wie Garn gesponnen wird oder ein Webstuhl funktioniert. Die Kunst des Kornmahlens wurde in der Mühle von Jochen Plenge demonstriert.

Für das gefällige Musikprogramm war das im Mindener Land bekannte Duo „White Coffee“ aus Herford engagiert worden, so wie Bernd Gieseking für das Abendevent. Er las aus seinem Programm „Finne dein Glück“; beide Veranstaltungen des Kutenhauseners waren fast ausverkauft. Als Geheimtipp stellten sich die beiden Poetry-Slammer August Klar und Jamie Sophie Postler heraus. Leider hatten sie – zu Unrecht – nur ein gutes Dutzend Zuhörer. Dieser Veranstaltungspunkt ging im großen Trubel unter. Köstlich, wie August Klar selbst geschriebenen „Höheren Blödsinn“, getarnt als Poetry-Slam, unters Volk brachte: Ein Besuch im Kleinenbremer Stollen gerät aus den Fugen – Herr Lange, der Führer, lässt ihn unter Tage im Stich. Doch dafür tut sich eine wundervolle Unterwelt auf, in der er nicht nur einen westfälischen Gollum trifft. Bei einigen Gags war auch das Publikum, zum Beispiel als pflanzenfressende Dinos (Muh!), mit eingebunden. Jamie Sophie Postler verstand es, in ihrem Text eine Beziehung zum hier vertretenen Handwerk herzustellen. Gern hätte man noch mehr Geschichten von den beiden jungen Leuten gehört.

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