Firma sieht Grenzwerte weit unterschritten Eckert & Ziegler: Erhöhung der Fässerzahl in Sammelstelle nicht vorgesehen / Biss Leese weist auf Strahlentransporte hin Oliver Plöger Leese/Petershagen (mt). In der Landessammelstelle Leese wird die Zaundosis kontinuierlich durch eine unabhängige Messstelle überwacht. So Karolin Riehle, Sprecherin der Firma Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik. Als Zaundosis wird bei Ermittlung der Strahlungsgrenzwerte das Ergebnis genannt, das am „ungünstigsten Aufpunkt“ am Zaun des Lagers gemessen wird. „Die aktuellen Daten aus dem ersten Quartal 2014 zeigen, dass die gesetzlich zulässigen Grenzwerte um rund 80 bis 90 Prozent unterschritten werden“, so Karolin Riehle. Die Firma Eckert & Ziegler betreibt die Landessammelstelle, in der radioaktive Abfälle aus Medizin, Forschung und Technik gelagert werden.Momentan ist eine Erweiterung des Lagers geplant, die Bürgerinitiative „Biss Leese“ fühlt sich von den Planungen ausgeschlossen, da die Teilnahme an einem Begleitausschuss verwehrt wurde (MT berichtete). Besorgt zeigt sich die Bürgerinitiative, die von der Petershäger Gruppe „Stoppt den Giftmüll“ um Wolfgang Riesner unterstützt wird, über die nach der Erweiterung möglicherweise höhere Strahlendosis. Wie Riehle jedoch betonte, sei es nicht geplant, die bisher genehmigten Aktivitäten und die Anzahl der gelagerten Fässer zu erhöhen. Genehmigt ist aktuell die Lagerung von 13.620 Fässern.Einzelheiten zum geplanten Hallenbau teilte die Firma, die ihre Hauptsitze in Berlin und Braunschweig hat, nicht mit. Im niedersächsischen Umweltministerium wird die Erweiterung als „beste Option“ gesehen, um die Lagerung besser kontrollieren zu können.„Biss Leese“ sieht in den Aktivitäten auf dem Gelände der Genossenschaft indes eine Verharmlosung. Sprecher Holger Grossmann: „Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass Kinder eine stark erhöhte Strahlensensibilität haben. Ärzte versuchen, wo immer möglich, Kinder und Schwangere vor unnötiger Strahleneinwirkung zu schützen.“Diese Tatsache sei durch den Tag der offenen Tür, der auf dem Gelände gefeiert wurde, ignoriert worden. Grossmann weist zudem auf die Strahlentransporte hin. Nur durch einen Aufkleber am Transportfahrzeug könne man erkennen, was transportiert wird. „Die Transporter könnten – wie jedes andere Fahrzeug auch – in einen Verkehrsunfall verwickelt werden.“Der Betreiber besitze weiter die Genehmigung, den Müll im Ausland verbrennen zu lassen. Das Volumen verringere sich zwar, die Radioaktivität aber bleibt. „So wird mit der Zeit die Strahlenaktivität im Lager steigen“, ist „Biss Leese“ überzeugt.Strahlendosis noch nicht ausgenutztWolfgang Riesner weist in diesem Zusammenhang auf eine Stellungnahme der Kreisgrünen hin, die sich ebenfalls Sorgen im Zusammenhang mit der Erweiterung der Lagerhallen machen. So bestehe zumindest die Gefahr, den Lagerraum und die Umwelt mit erhöhter und längst genehmigter Strahlendosis zu belasten. Bis dato sei die zulässige Strahlenmenge erst zu zehn Prozent erreicht.Holger Grossmann und Wolfgang Riesner halten es für problematisch, dass vielen Bürgern die Existenz des Lagers gar nicht bekannt sei. Auch als Grossmann mit seiner Frau Anja vor einigen Jahren aus Berlin nach Petershagen umgezogen ist, war ihm die Sammelstelle unmittelbar hinter der Petershäger Grenze nicht bekannt. Holger Grossmann betreibt eine Internetseite (www.biss-leese.de), in der er – aus Sicht von „Biss Leese“ – alle Informationen rund um die Sammelstelle darstellt.

Firma sieht Grenzwerte weit unterschritten

Laut der Strahlen- und Medizintechnik-Firma Eckert & Ziegler gebe es keine erhöhten radioaktiven Messwerte am Lager in Leese. Hier ein Symbolfoto. © Foto: dpa

Leese/Petershagen (mt). In der Landessammelstelle Leese wird die Zaundosis kontinuierlich durch eine unabhängige Messstelle überwacht. So Karolin Riehle, Sprecherin der Firma Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik.

Als Zaundosis wird bei Ermittlung der Strahlungsgrenzwerte das Ergebnis genannt, das am „ungünstigsten Aufpunkt“ am Zaun des Lagers gemessen wird. „Die aktuellen Daten aus dem ersten Quartal 2014 zeigen, dass die gesetzlich zulässigen Grenzwerte um rund 80 bis 90 Prozent unterschritten werden“, so Karolin Riehle. Die Firma Eckert & Ziegler betreibt die Landessammelstelle, in der radioaktive Abfälle aus Medizin, Forschung und Technik gelagert werden.

Momentan ist eine Erweiterung des Lagers geplant, die Bürgerinitiative „Biss Leese“ fühlt sich von den Planungen ausgeschlossen, da die Teilnahme an einem Begleitausschuss verwehrt wurde (MT berichtete). Besorgt zeigt sich die Bürgerinitiative, die von der Petershäger Gruppe „Stoppt den Giftmüll“ um Wolfgang Riesner unterstützt wird, über die nach der Erweiterung möglicherweise höhere Strahlendosis. Wie Riehle jedoch betonte, sei es nicht geplant, die bisher genehmigten Aktivitäten und die Anzahl der gelagerten Fässer zu erhöhen. Genehmigt ist aktuell die Lagerung von 13.620 Fässern.

Einzelheiten zum geplanten Hallenbau teilte die Firma, die ihre Hauptsitze in Berlin und Braunschweig hat, nicht mit. Im niedersächsischen Umweltministerium wird die Erweiterung als „beste Option“ gesehen, um die Lagerung besser kontrollieren zu können.

„Biss Leese“ sieht in den Aktivitäten auf dem Gelände der Genossenschaft indes eine Verharmlosung. Sprecher Holger Grossmann: „Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass Kinder eine stark erhöhte Strahlensensibilität haben. Ärzte versuchen, wo immer möglich, Kinder und Schwangere vor unnötiger Strahleneinwirkung zu schützen.“

Diese Tatsache sei durch den Tag der offenen Tür, der auf dem Gelände gefeiert wurde, ignoriert worden. Grossmann weist zudem auf die Strahlentransporte hin. Nur durch einen Aufkleber am Transportfahrzeug könne man erkennen, was transportiert wird. „Die Transporter könnten – wie jedes andere Fahrzeug auch – in einen Verkehrsunfall verwickelt werden.“

Der Betreiber besitze weiter die Genehmigung, den Müll im Ausland verbrennen zu lassen. Das Volumen verringere sich zwar, die Radioaktivität aber bleibt. „So wird mit der Zeit die Strahlenaktivität im Lager steigen“, ist „Biss Leese“ überzeugt.

Strahlendosis noch nicht ausgenutzt

Wolfgang Riesner weist in diesem Zusammenhang auf eine Stellungnahme der Kreisgrünen hin, die sich ebenfalls Sorgen im Zusammenhang mit der Erweiterung der Lagerhallen machen. So bestehe zumindest die Gefahr, den Lagerraum und die Umwelt mit erhöhter und längst genehmigter Strahlendosis zu belasten. Bis dato sei die zulässige Strahlenmenge erst zu zehn Prozent erreicht.

Holger Grossmann und Wolfgang Riesner halten es für problematisch, dass vielen Bürgern die Existenz des Lagers gar nicht bekannt sei. Auch als Grossmann mit seiner Frau Anja vor einigen Jahren aus Berlin nach Petershagen umgezogen ist, war ihm die Sammelstelle unmittelbar hinter der Petershäger Grenze nicht bekannt. Holger Grossmann betreibt eine Internetseite (www.biss-leese.de), in der er – aus Sicht von „Biss Leese“ – alle Informationen rund um die Sammelstelle darstellt.

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