Fast zweieinhalb Stunden bis zum Impfzentrum? Seniorenvertretung fordert Buslinien Oliver Plöger Petershagen. Die schlechte Erreichbarkeit des Impfzentrums in Oberlübbe ist für Seniorinnen und Senioren aus Petershagen ein ernst zu nehmendes Problem. Das macht die Seniorenvertretung mit Vorsitzendem Karl-Christian Ebenau deutlich. Gleichzeitig regt der Friedewalder eine Sondervereinbarung mit den Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs über Direktverbindungen auf zwei Linien links und rechts der Weser an. Impfungen in den Hausarztpraxen scheinen für lange Zeit ausgeschlossen, so Ebenau. Deshalb bleibe den Älteren nur der Weg nach Hille-Unterlübbe. „Mit dem eigenen Pkw aus Schlüsselburg wäre das eine Strecke von gut vierzig Kilometern, die in einer dreiviertel Stunde zu bewältigen ist. Ist man hingegen auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, stellt sich die Situation völlig verändert dar“, erklärt Ebenau. Dabei nennt er ein Beispiel: Wer um 7.20 Uhr ab Röhdener Weg in Schlüsselburg startet, kommt zunächst um 8 Uhr am Marktplatz in Petershagen an. Wer die Verbindung Raderhorst-Klanhorst ab 7.30 Uhr nutzt, erreicht den Marktplatz um 7.55 Uhr. Von dort geht es dann ab 8.07 Uhr zum Mindener ZOB, der laut Fahrplan um 8.37 Uhr erreicht wird. Um 9.30 Uhr geht es dann weiter nach Hille-Unterlübbe zum Impfzentrum. Ankunft: 9.47 Uhr. Ebenau: „Schon dieses Beispiel macht deutlich, dass es für viele Ältere, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, kaum möglich sein dürfte, eine alsbaldige Impfung im Impfzentrum in Hille zu realisieren, wenn keine Möglichkeit geboten wird, An- und Abfahrt auf anderem Wege zu ermöglichen.“ Es sei daher dringend geboten, dass sich die Stadt Petershagen, aber auch die im Rat vertretenen Parteien, um eine adäquate Lösung für ältere Menschen im ländlichen Raum bemühen. Das könne etwa über den Kontakt zu den Kreis- und Landespolitikern möglich gemacht werden. Vorstellbar wäre eine Sondervereinbarung mit den Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs. Daraus könnten dann Direktverbindungen zum Impfzentrum entstehen. Aktuell gibt es im Kreis noch keine grundsätzliche Lösung für das von Ebenau genannte Problem. Laut Sozialdezernent Hans-Joerg Deichholz werden gerade verschiedene Möglichkeiten ausgelotet. Etwa die, ob die Fahrdienste von Tagespflegeeinrichtungen die Patienten nach Unterlübbe bringen könnten. Auch Deichholz räumte ein, dass es noch unklar sei, wann in den Arztpraxen geimpft werden könne. Karl-Christian Ebenau hat sich mit seinen Forderungen bereits an Bürgermeister Dirk Breves (CDU) und die Fraktionsvorsitzenden in Petershagen gewandt.

Fast zweieinhalb Stunden bis zum Impfzentrum? Seniorenvertretung fordert Buslinien

Bis zum möglichen Impftermin ist es aus Petershagen oft ein langer Weg. Symbolfoto: Friso Gentsch/dpa © Friso Gentsch

Petershagen. Die schlechte Erreichbarkeit des Impfzentrums in Oberlübbe ist für Seniorinnen und Senioren aus Petershagen ein ernst zu nehmendes Problem. Das macht die Seniorenvertretung mit Vorsitzendem Karl-Christian Ebenau deutlich. Gleichzeitig regt der Friedewalder eine Sondervereinbarung mit den Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs über Direktverbindungen auf zwei Linien links und rechts der Weser an.

Impfungen in den Hausarztpraxen scheinen für lange Zeit ausgeschlossen, so Ebenau. Deshalb bleibe den Älteren nur der Weg nach Hille-Unterlübbe. „Mit dem eigenen Pkw aus Schlüsselburg wäre das eine Strecke von gut vierzig Kilometern, die in einer dreiviertel Stunde zu bewältigen ist. Ist man hingegen auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, stellt sich die Situation völlig verändert dar“, erklärt Ebenau. Dabei nennt er ein Beispiel: Wer um 7.20 Uhr ab Röhdener Weg in Schlüsselburg startet, kommt zunächst um 8 Uhr am Marktplatz in Petershagen an. Wer die Verbindung Raderhorst-Klanhorst ab 7.30 Uhr nutzt, erreicht den Marktplatz um 7.55 Uhr. Von dort geht es dann ab 8.07 Uhr zum Mindener ZOB, der laut Fahrplan um 8.37 Uhr erreicht wird. Um 9.30 Uhr geht es dann weiter nach Hille-Unterlübbe zum Impfzentrum. Ankunft: 9.47 Uhr. Ebenau: „Schon dieses Beispiel macht deutlich, dass es für viele Ältere, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, kaum möglich sein dürfte, eine alsbaldige Impfung im Impfzentrum in Hille zu realisieren, wenn keine Möglichkeit geboten wird, An- und Abfahrt auf anderem Wege zu ermöglichen.“ Es sei daher dringend geboten, dass sich die Stadt Petershagen, aber auch die im Rat vertretenen Parteien, um eine adäquate Lösung für ältere Menschen im ländlichen Raum bemühen. Das könne etwa über den Kontakt zu den Kreis- und Landespolitikern möglich gemacht werden. Vorstellbar wäre eine Sondervereinbarung mit den Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs. Daraus könnten dann Direktverbindungen zum Impfzentrum entstehen.

Aktuell gibt es im Kreis noch keine grundsätzliche Lösung für das von Ebenau genannte Problem. Laut Sozialdezernent Hans-Joerg Deichholz werden gerade verschiedene Möglichkeiten ausgelotet. Etwa die, ob die Fahrdienste von Tagespflegeeinrichtungen die Patienten nach Unterlübbe bringen könnten. Auch Deichholz räumte ein, dass es noch unklar sei, wann in den Arztpraxen geimpft werden könne.

Karl-Christian Ebenau hat sich mit seinen Forderungen bereits an Bürgermeister Dirk Breves (CDU) und die Fraktionsvorsitzenden in Petershagen gewandt.

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