Ersehntes Comeback: Petershagen sammelt wieder Elektroschrott Oliver Plöger Petershagen. Petershagen bekommt wieder eine Elektroschrottsammlung. So hatte es der Rat in seiner jüngsten Sitzung nach einem Antrag der Grünen-Fraktion beschlossen. Ab dem 17. Juli könnte es wieder losgehen, wie es aus dem Bauamt hieß. „Diesen Termin peilen wir an“, sagte Amtsleiter Kay Busche auf MT-Anfrage. Die Sammlung war 2019 eingestellt worden, der Aufwand für die Entsorgungsfirma sei zu hoch gewesen, auf dem Gelände habe es außerdem Platzprobleme für die notwendigen 40-Tonnen-Container gegeben. Damals war noch wöchentlich gesammelt worden. Vorgesehen ist jetzt eine monatliche Entgegennahme von Elektro- und Elektronikgeräten, wie Busche sagte. Die Entgegennahme würde dann zeitgleich mit der Schadstoffsammlung stattfinden, diese ist zurzeit monatlich jeweils an einem Samstag von 8 bis 12 Uhr. „Für die Bürgerinnen und Bürger hätte das den Vorteil, dass sie an einem Tag im Monat auf dem Bauhof gleichzeitig E-Kleingeräte und Schadstoffe abgeben könnten“, so Busche. Allerdings werde es auf dem Gelände an der Nienburger Straße 37 weiter keine Annahme von Elektro-Großgeräten wie Fernsehern, Kühlschränken, Waschmaschinen oder Wäschetrocknern geben. „Aus Kapazitäts- und Kostengründen“, wie es hieß. Hier bleibe es bei den bisherigen Entsorgungs- und Rückgabemöglichkeiten werktäglich auf der Pohlschen Heide oder im Handel. Die Entsorgung über den Restmüll sei laut Elektrogesetz verboten. Ob es durch die wieder eingeführte Sammlung auch zu einer Erhöhung der Müllgebühren kommt, ist noch nicht abschließend geklärt. „2021 auf jeden Fall nicht“, sagte Kay Busche. Nach Auskunft der Kreis-Abfall-Verwertungsgesellschaft mbH Minden-Lübbecke (KAVG) würden für jede Sammlung allerdings knapp 1.800 Euro Kosten anfallen. Die Sammlung würde die Sammelgruppe 3 (Lampen) und die Sammelgruppe 5 (Kleingeräte und kleine Geräte der Informations- und Telekommunikationstechnik) beinhalten. Es würden nur Geräte angenommen, bei denen keine der äußeren Abmessungen mehr als 50 Zentimeter beträgt. Für die Grünen geht ein Wunsch in Erfüllung. „Mit einem solchen Angebot tragen wir auch zur Vermeidung wilder Müllkippen in unserer Landschaft bei“, so Fraktionsvorsitzender Günter Hahn. Es sei nicht vertretbar, die Bürgerinnen und Bürger weite Strecken für die Entsorgung einzelner Elektrowertstoffe zur Pohlschen Heide fahren zu lassen, wobei unnötigerweise Schadstoffe ausgestoßen würden. „Man denke hier beispielsweise an die großen Strecken, die Menschen in Wasserstraße, Raderhorst oder Wietersheim auf sich nehmen müssen“, formulierte Günter Hahn im Fraktionsantrag. Kosten dürften ohnehin bei der Wiedereinführung der Elektroschrottsammlung keine Rolle spielen, hatten die Grünen bereits vorab erklärt. Sie meinen: „Eine Erhöhung der Müllgebühren um zwei bis drei Euro jährlich würden die Bürgerinnen und Bürger gern hinnehmen.“ Dem sei gegenzurechnen, dass die jährlich mehrfachen Fahrten in Privat-Pkw zur Pohlschen Heide für einen Großteil deutlich teurer seien als der Transport zu einer zentralen Stelle vor Ort. Außerdem fielen derzeit Mehrkosten an, da die Bediensteten des Bauhofs gehäuft wilde Müllkippen entfernen und auf der Pohlschen Heide Fehlwürfe aus den grauen Tonnen aussortiert werden müssten. Die Beendigung der Sammlung im April 2019 hatte auch bei der Stadt für Stirnrunzeln gesorgt. „Wir hätten es auch lieber anders“, so Pressesprecherin Tatjana Brast im November 2020, als Bürger die Wiedereinführung gefordert hatten. Nein, die Stadt würde sich nicht gegen die Elektroschrottsammlung sträuben. Grund für das Aus aber sei die Kündigung des „Vertrags über die Sammlung, Behandlung und Verwertung von Elektro- und Elektronikgeräten nach dem Elektro- und Elektronikgesetz“ gewesen. Der Aufwand für die Firma Prezero sei zu hoch gewesen. „Die wöchentlich abgegebenen Geräte mussten mit jeweils zwei Kofferfahrzeugen abgeholt werden, anschließend musste eine eingehendere Sortierung stattfinden“, wusste Tatjana Brast. Über die Wiedereinführung der jetzt monatlichen Sammlung auf dem Bauhofgelände soll die Öffentlichkeit rechtzeitig vor dem ersten Termin noch einmal informiert werden, kündigte Kay Busche gestern an.

Ersehntes Comeback: Petershagen sammelt wieder Elektroschrott

Elektrische Geräte dürfen laut Elektro- und Elektronikgesetz nicht mit dem Restmüll entsorgt werden. Eine Möglichkeit der Entsorgung soll jetzt auch wieder in Petershagen geschaffen werden. Symbolfoto: Christian Charisius/dpa © Christian Charisius

Petershagen. Petershagen bekommt wieder eine Elektroschrottsammlung. So hatte es der Rat in seiner jüngsten Sitzung nach einem Antrag der Grünen-Fraktion beschlossen. Ab dem 17. Juli könnte es wieder losgehen, wie es aus dem Bauamt hieß. „Diesen Termin peilen wir an“, sagte Amtsleiter Kay Busche auf MT-Anfrage. Die Sammlung war 2019 eingestellt worden, der Aufwand für die Entsorgungsfirma sei zu hoch gewesen, auf dem Gelände habe es außerdem Platzprobleme für die notwendigen 40-Tonnen-Container gegeben. Damals war noch wöchentlich gesammelt worden.

Vorgesehen ist jetzt eine monatliche Entgegennahme von Elektro- und Elektronikgeräten, wie Busche sagte. Die Entgegennahme würde dann zeitgleich mit der Schadstoffsammlung stattfinden, diese ist zurzeit monatlich jeweils an einem Samstag von 8 bis 12 Uhr. „Für die Bürgerinnen und Bürger hätte das den Vorteil, dass sie an einem Tag im Monat auf dem Bauhof gleichzeitig E-Kleingeräte und Schadstoffe abgeben könnten“, so Busche.

Allerdings werde es auf dem Gelände an der Nienburger Straße 37 weiter keine Annahme von Elektro-Großgeräten wie Fernsehern, Kühlschränken, Waschmaschinen oder Wäschetrocknern geben. „Aus Kapazitäts- und Kostengründen“, wie es hieß. Hier bleibe es bei den bisherigen Entsorgungs- und Rückgabemöglichkeiten werktäglich auf der Pohlschen Heide oder im Handel. Die Entsorgung über den Restmüll sei laut Elektrogesetz verboten.

Ob es durch die wieder eingeführte Sammlung auch zu einer Erhöhung der Müllgebühren kommt, ist noch nicht abschließend geklärt. „2021 auf jeden Fall nicht“, sagte Kay Busche. Nach Auskunft der Kreis-Abfall-Verwertungsgesellschaft mbH Minden-Lübbecke (KAVG) würden für jede Sammlung allerdings knapp 1.800 Euro Kosten anfallen. Die Sammlung würde die Sammelgruppe 3 (Lampen) und die Sammelgruppe 5 (Kleingeräte und kleine Geräte der Informations- und Telekommunikationstechnik) beinhalten. Es würden nur Geräte angenommen, bei denen keine der äußeren Abmessungen mehr als 50 Zentimeter beträgt.

Für die Grünen geht ein Wunsch in Erfüllung. „Mit einem solchen Angebot tragen wir auch zur Vermeidung wilder Müllkippen in unserer Landschaft bei“, so Fraktionsvorsitzender Günter Hahn. Es sei nicht vertretbar, die Bürgerinnen und Bürger weite Strecken für die Entsorgung einzelner Elektrowertstoffe zur Pohlschen Heide fahren zu lassen, wobei unnötigerweise Schadstoffe ausgestoßen würden. „Man denke hier beispielsweise an die großen Strecken, die Menschen in Wasserstraße, Raderhorst oder Wietersheim auf sich nehmen müssen“, formulierte Günter Hahn im Fraktionsantrag.

Kosten dürften ohnehin bei der Wiedereinführung der Elektroschrottsammlung keine Rolle spielen, hatten die Grünen bereits vorab erklärt. Sie meinen: „Eine Erhöhung der Müllgebühren um zwei bis drei Euro jährlich würden die Bürgerinnen und Bürger gern hinnehmen.“ Dem sei gegenzurechnen, dass die jährlich mehrfachen Fahrten in Privat-Pkw zur Pohlschen Heide für einen Großteil deutlich teurer seien als der Transport zu einer zentralen Stelle vor Ort. Außerdem fielen derzeit Mehrkosten an, da die Bediensteten des Bauhofs gehäuft wilde Müllkippen entfernen und auf der Pohlschen Heide Fehlwürfe aus den grauen Tonnen aussortiert werden müssten.

Die Beendigung der Sammlung im April 2019 hatte auch bei der Stadt für Stirnrunzeln gesorgt. „Wir hätten es auch lieber anders“, so Pressesprecherin Tatjana Brast im November 2020, als Bürger die Wiedereinführung gefordert hatten. Nein, die Stadt würde sich nicht gegen die Elektroschrottsammlung sträuben. Grund für das Aus aber sei die Kündigung des „Vertrags über die Sammlung, Behandlung und Verwertung von Elektro- und Elektronikgeräten nach dem Elektro- und Elektronikgesetz“ gewesen. Der Aufwand für die Firma Prezero sei zu hoch gewesen. „Die wöchentlich abgegebenen Geräte mussten mit jeweils zwei Kofferfahrzeugen abgeholt werden, anschließend musste eine eingehendere Sortierung stattfinden“, wusste Tatjana Brast.

Über die Wiedereinführung der jetzt monatlichen Sammlung auf dem Bauhofgelände soll die Öffentlichkeit rechtzeitig vor dem ersten Termin noch einmal informiert werden, kündigte Kay Busche gestern an.

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