Erneuter Dämpfer: Reisebüro-Inhaber spricht über Coronafolgen und hohen Beratungsaufwand Claudia Hyna Petershagen. „Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise“: Selten war dieser sehnsüchtige Wunsch so treffend wie heute. Und aus dem Grund verkauft das Reisebüro Döring in Petershagen aktuell viele Shirts und Kapuzenpullis mit ähnlichen Aufschriften. Erst vor wenigen Wochen freute sich Inhaber Dietmar Döring , dass es auf dem Markt wieder losgeht – da kamen mit den Nachrichten von neuen Hochrisikogebieten der nächste Dämpfer. Gerade Spanien sei das Land gewesen, auf das sie gehofft hätten. Da war die Nachfrage nach dem Lockdown gut angelaufen. Dann wurde Mallorca erneut zum Hochrisikogebiet erklärt. Das sei besonders ärgerlich, da viele den Mut hatten, das Mittelmeerland zu buchen. Aktuell sei Griechenland angesagt – da gebe es keine Warnmeldungen – und auch Kreuzfahrten seien gefragt. Die Schiffe hätten sich auf die Corona-Situation eingestellt und böten unter anderem tägliche Testungen an. Die Sea View, die normalerweise 5.200 Touristen aufnimmt, hätte ihre Kapazität auf 60 Prozent beschränkt. Pluszahlen seien auch für Deutschland erkennbar, das ähnele dem Kundenverhalten im vergangenen Jahr. Beliebt sind der Norden (vor allem Ost- und Nordsee) und der Süden, sprich die Gebirge, aber auch die Lüneburger Heide werde nachgefragt. Gut liefen Hotels mit Gesundheitsprogramm, das war im vergangenen Jahr schon so. Die Zurückhaltung insgesamt beim Reisen machte sich bereits 2020 bemerkbar, obwohl da vieles noch möglich war. Ein Geheimtipp des Inhabers sind die Kapverden – da gebe es viele Möglichkeiten für einen abwechslungsreichen Urlaub und keine Corona-Probleme. Aus bekannten Gründen überhaupt nicht gefragt seien Fernreisen. Dabei waren beispielsweise Reisen nach Südafrika gerade gut in Gang gekommen – bis Corona kam. „Die Nachfrage geht gegen Null“, sagt Döring. Auch die günstigen Karibikziele wie die Dominikanische Republik verlange kein Kunde. Die erste Fernreise, die Döring absagen musste, war übrigens bereits im Januar 2020 eine China-Rundreise. Schon bevor die Pandemieauswirkungen also Deutschland trafen, seien die Reisebüros die Leidtragenden gewesen, erinnert der Agenturinhaber. Um die Kunden wegen Buchungen und Stornierungen zu beraten, hätten sie ihr Geschäft beinah die ganze Zeit offen gehabt. Der Anteil der Beratungszeit sei hoch gewesen – „viel Arbeit für wenig Geld“, fasst Döring zusammen. Seit 33 Jahren sei er auf dem Markt und er werde weiter durchhalten. Natürlich sei das Internet ein zunehmender Konkurrent. Die Pandemie habe jedoch noch deutlicher die Notwendigkeit und die wichtigen Aufgaben von Reisebüros gezeigt. Denn hier hätten sie einen Ansprechpartner rund um die ganze Buchung und könnten sicherer sein, was die Kostenerstattung betreffe. Aktuell rät er dazu, abzuwarten, bis Reisen abgesagt werden. Leider könne er nicht immer eine vergleichbare Alternative finden, da unter anderem nicht genügend Flüge zur Verfügung stehen. Und wenn es mit der Reise gar nichts wird, bleiben immer noch die T-Shirts mit den Aufdrucken. Warum immer in die Ferne schweifen? Gefragt sei „Einmal Petershagen und zurück“. Das werde gerne genommen von Touristen, die etwa einmal im Jahr auf dem Lahder Campingplatz Urlaub machen. Ähnlich beliebt: Wo die Weser einen großen Bogen macht. Heimat ist eben in – und das wird offensichtlich gerne nach außen getragen.

Erneuter Dämpfer: Reisebüro-Inhaber spricht über Coronafolgen und hohen Beratungsaufwand

„Einmal Petershagen und zurück“ – solche T-Shirts verkauft Dietmar Döring in seinem Reisebüro. MT-Foto: Alex Lehn © Lehn

Petershagen. „Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise“: Selten war dieser sehnsüchtige Wunsch so treffend wie heute. Und aus dem Grund verkauft das Reisebüro Döring in Petershagen aktuell viele Shirts und Kapuzenpullis mit ähnlichen Aufschriften.

Erst vor wenigen Wochen freute sich Inhaber Dietmar Döring , dass es auf dem Markt wieder losgeht – da kamen mit den Nachrichten von neuen Hochrisikogebieten der nächste Dämpfer. Gerade Spanien sei das Land gewesen, auf das sie gehofft hätten. Da war die Nachfrage nach dem Lockdown gut angelaufen. Dann wurde Mallorca erneut zum Hochrisikogebiet erklärt. Das sei besonders ärgerlich, da viele den Mut hatten, das Mittelmeerland zu buchen.

Aktuell sei Griechenland angesagt – da gebe es keine Warnmeldungen – und auch Kreuzfahrten seien gefragt. Die Schiffe hätten sich auf die Corona-Situation eingestellt und böten unter anderem tägliche Testungen an. Die Sea View, die normalerweise 5.200 Touristen aufnimmt, hätte ihre Kapazität auf 60 Prozent beschränkt. Pluszahlen seien auch für Deutschland erkennbar, das ähnele dem Kundenverhalten im vergangenen Jahr.

Beliebt sind der Norden (vor allem Ost- und Nordsee) und der Süden, sprich die Gebirge, aber auch die Lüneburger Heide werde nachgefragt. Gut liefen Hotels mit Gesundheitsprogramm, das war im vergangenen Jahr schon so. Die Zurückhaltung insgesamt beim Reisen machte sich bereits 2020 bemerkbar, obwohl da vieles noch möglich war. Ein Geheimtipp des Inhabers sind die Kapverden – da gebe es viele Möglichkeiten für einen abwechslungsreichen Urlaub und keine Corona-Probleme.

Aus bekannten Gründen überhaupt nicht gefragt seien Fernreisen. Dabei waren beispielsweise Reisen nach Südafrika gerade gut in Gang gekommen – bis Corona kam. „Die Nachfrage geht gegen Null“, sagt Döring. Auch die günstigen Karibikziele wie die Dominikanische Republik verlange kein Kunde. Die erste Fernreise, die Döring absagen musste, war übrigens bereits im Januar 2020 eine China-Rundreise. Schon bevor die Pandemieauswirkungen also Deutschland trafen, seien die Reisebüros die Leidtragenden gewesen, erinnert der Agenturinhaber. Um die Kunden wegen Buchungen und Stornierungen zu beraten, hätten sie ihr Geschäft beinah die ganze Zeit offen gehabt. Der Anteil der Beratungszeit sei hoch gewesen – „viel Arbeit für wenig Geld“, fasst Döring zusammen.

Seit 33 Jahren sei er auf dem Markt und er werde weiter durchhalten. Natürlich sei das Internet ein zunehmender Konkurrent. Die Pandemie habe jedoch noch deutlicher die Notwendigkeit und die wichtigen Aufgaben von Reisebüros gezeigt. Denn hier hätten sie einen Ansprechpartner rund um die ganze Buchung und könnten sicherer sein, was die Kostenerstattung betreffe. Aktuell rät er dazu, abzuwarten, bis Reisen abgesagt werden. Leider könne er nicht immer eine vergleichbare Alternative finden, da unter anderem nicht genügend Flüge zur Verfügung stehen.

Und wenn es mit der Reise gar nichts wird, bleiben immer noch die T-Shirts mit den Aufdrucken. Warum immer in die Ferne schweifen? Gefragt sei „Einmal Petershagen und zurück“. Das werde gerne genommen von Touristen, die etwa einmal im Jahr auf dem Lahder Campingplatz Urlaub machen. Ähnlich beliebt: Wo die Weser einen großen Bogen macht. Heimat ist eben in – und das wird offensichtlich gerne nach außen getragen.

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