Ein farbiger Blickfang Feuerwehrmann Thomas Mandrysch hat indische Wurzeln Von Kristy Netzeband Petershagen (mt). Auf Gruppenbildern der Freiwilligen Feuerwehr Petershagen fällt Thomas Mandrysch (35) immer auf: Er ist der einzige Farbige auf dem Bild. Thomas Mandrysch war erst ein Jahr alt, als er von Bombay in Indien nach Deutschland kam. Ein Ehepaar aus Petershagen hatte ihn mithilfe der Kirche in dem indischen Heim für Vollwaisen besucht. Kurze Zeit später brachte ihn eine Schwester nach Deutschland und übergab ihn an seine neue Adoptivfamilie. "Ich denke, ich habe bestimmt Geschwister, aber das hat mich nie so richtig interessiert. Ich habe so ein Glück gehabt, adoptiert zu werden und das goldene Los zu ziehen", sagt Thomas Mandrysch.Seine Kindheit verbrachte er in Eldagsen. Über die Jahre hinweg erlebte der derzeit arbeitssuchende Berufskraftfahrer sowohl positive, als auch negative Reaktionen auf seine Hautfarbe. "In meiner Grundschulzeit war ich der einzige Farbige in der Gegend und dadurch natürlich ein Blickfang für alle", sagt Mandrysch.Im Alter von 13 Jahren wurden die Reaktionen extremer. "Da hatte ich dann schon mit mehr Widerstand zu kämpfen. Teilweise wurde ich auch körperlich angegriffen. Am Anfang bin ich immer weggerannt. Aber ich konnte mich ja nicht ewig verstecken und habe mich dann später auch gewehrt", erinnert sich der 35-Jährige.Inzwischen hat er fast gar keine Probleme mehr mit seiner Hautfarbe. "Hier und da wird mal getuschelt, aber inzwischen kennen mich so gut wie alle im Ort", sagt Thomas Mandrysch. Zu seinem Geburtsort Bombay und dem Land Indien habe er überhaupt gar keinen Bezug. "Ich fühle mich komplett deutsch. Mich zieht nichts nach Indien", versichert er.Seit drei Jahren ist Thomas Mandrysch Löschgruppen-Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr Petershagen. Die Wehr feierte gerade erst ihr 125. Jubiläum. Zur Mitgliedschaft kam Thomas Mandrysch durch Tochter Laura (13). "Ich bin damals ein paar Mal mit einer Freundin mitgegangen und dann eingetreten", erinnert sich Laura.Schnell war auch Mama Sigrid mit an Bord. "Ich war sowieso oft da, weil ich Laura hin- und hergefahren habe. Da wurde ich angesprochen, ob ich nicht mithelfen wolle", sagt die 32-Jährige."Mit offenen Armen empfangen"Im gleichen Atemzug unterschrieb auch Thomas Mandrysch den Beitrittszettel. "Anfangs hatte ich da schon meine Bedenken, wie ich mit meiner Hautfarbe angenommen werden würde. Aber ich wurde von Anfang an mit offenen Armen empfangen. Es gab keine Tuscheleien", sagt er. Bis dato habe er noch keinen Bezug zur Freiwilligen Feuerwehr gehabt. "Es ist aber immer eine gute Sache. Mit so was kann man gar nicht zu spät anfangen."In der Freizeit dreht sich jetzt viel um die Freiwillige Feuerwehr. Thomas Mandrysch und seine Frau Sigrid sind beide als Betreuer der Jugendfeuerwehr tätig. Tochter Laura ist inzwischen Schriftführerin der Jugendgruppe. "Die Arbeit macht mir unheimlich viel Spaß. Besonders schätze ich die Gemeinschaft und dass man Menschen helfen kann", sagt der 35-Jährige.

Ein farbiger Blickfang

Petershagen (mt). Auf Gruppenbildern der Freiwilligen Feuerwehr Petershagen fällt Thomas Mandrysch (35) immer auf: Er ist der einzige Farbige auf dem Bild.

Ausgerüstet mit Helm und Anzug: In der Freizeit dreht sich bei Laura, Thomas und Sigrid Mandrysch (von links) alles um die Freiwillige Feuerwehr. - © MT-Foto: Kristy Netzeband
Ausgerüstet mit Helm und Anzug: In der Freizeit dreht sich bei Laura, Thomas und Sigrid Mandrysch (von links) alles um die Freiwillige Feuerwehr. - © MT-Foto: Kristy Netzeband

Thomas Mandrysch war erst ein Jahr alt, als er von Bombay in Indien nach Deutschland kam. Ein Ehepaar aus Petershagen hatte ihn mithilfe der Kirche in dem indischen Heim für Vollwaisen besucht. Kurze Zeit später brachte ihn eine Schwester nach Deutschland und übergab ihn an seine neue Adoptivfamilie. "Ich denke, ich habe bestimmt Geschwister, aber das hat mich nie so richtig interessiert. Ich habe so ein Glück gehabt, adoptiert zu werden und das goldene Los zu ziehen", sagt Thomas Mandrysch.

Seine Kindheit verbrachte er in Eldagsen. Über die Jahre hinweg erlebte der derzeit arbeitssuchende Berufskraftfahrer sowohl positive, als auch negative Reaktionen auf seine Hautfarbe. "In meiner Grundschulzeit war ich der einzige Farbige in der Gegend und dadurch natürlich ein Blickfang für alle", sagt Mandrysch.

Im Alter von 13 Jahren wurden die Reaktionen extremer. "Da hatte ich dann schon mit mehr Widerstand zu kämpfen. Teilweise wurde ich auch körperlich angegriffen. Am Anfang bin ich immer weggerannt. Aber ich konnte mich ja nicht ewig verstecken und habe mich dann später auch gewehrt", erinnert sich der 35-Jährige.

Inzwischen hat er fast gar keine Probleme mehr mit seiner Hautfarbe. "Hier und da wird mal getuschelt, aber inzwischen kennen mich so gut wie alle im Ort", sagt Thomas Mandrysch. Zu seinem Geburtsort Bombay und dem Land Indien habe er überhaupt gar keinen Bezug. "Ich fühle mich komplett deutsch. Mich zieht nichts nach Indien", versichert er.

Seit drei Jahren ist Thomas Mandrysch Löschgruppen-Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr Petershagen. Die Wehr feierte gerade erst ihr 125. Jubiläum. Zur Mitgliedschaft kam Thomas Mandrysch durch Tochter Laura (13). "Ich bin damals ein paar Mal mit einer Freundin mitgegangen und dann eingetreten", erinnert sich Laura.

Schnell war auch Mama Sigrid mit an Bord. "Ich war sowieso oft da, weil ich Laura hin- und hergefahren habe. Da wurde ich angesprochen, ob ich nicht mithelfen wolle", sagt die 32-Jährige.

"Mit offenen Armen empfangen"

Im gleichen Atemzug unterschrieb auch Thomas Mandrysch den Beitrittszettel. "Anfangs hatte ich da schon meine Bedenken, wie ich mit meiner Hautfarbe angenommen werden würde. Aber ich wurde von Anfang an mit offenen Armen empfangen. Es gab keine Tuscheleien", sagt er. Bis dato habe er noch keinen Bezug zur Freiwilligen Feuerwehr gehabt. "Es ist aber immer eine gute Sache. Mit so was kann man gar nicht zu spät anfangen."

In der Freizeit dreht sich jetzt viel um die Freiwillige Feuerwehr. Thomas Mandrysch und seine Frau Sigrid sind beide als Betreuer der Jugendfeuerwehr tätig. Tochter Laura ist inzwischen Schriftführerin der Jugendgruppe. "Die Arbeit macht mir unheimlich viel Spaß. Besonders schätze ich die Gemeinschaft und dass man Menschen helfen kann", sagt der 35-Jährige.

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