Dirk Breves gewinnt in Petershagen haushoch Oliver Plöger Petershagen. Die CDU stellt mit Dirk Breves den neuen Bürgermeister von Petershagen. Ganz zuletzt hatte er noch gehofft, dass er die 60-Prozent-Marke packt, das funktionierte dann nach den vorliegenden Ergebnisse aber nicht, er lag bei 59,71 Prozent. Dennoch zeigte sich Breves den Wählerinnen und Wählern gegenüber dankbar – und die Mitstreiter am Feinkostgewölbe an der Reithalle Eldagsen schickten gar ein Feuerwerk in die Luft. Probleme gab es auch hier mit den Zahlen des kommunalen Rechenzentrums, die nur nach und nach auf der großen Bildschirmpräsentation erschienen. Marvin Waidmann, der die Technik bediente und mehr als einmal die Nase rümpfte, war dann aber gegen 20.40 Uhr der erste, der den Kämmerer der Stadt Petershagen mit „Herr Bürgermeiste" ansprach. Der bat noch um ein wenig Geduld und um Auszählung der „großen Bezirke". Doch irgendwie konnte es die CDU nicht abwarten. Amtsvorgänger und Noch-Bürgermeister Dieter Blume freute sich sichtlich über den Wahlsieg: „Ich freue mich, dass mein Allgemeiner Vertreter und mein Freund Dirk Breves gewonnen hat. Das ist der Mann, mit dem ich seit nunmehr 14 Jahren so zusammenarbeite, dass kein Blatt Papier zwischen uns passt und ich wünsche ihm für die nächste Legislaturperiode natürlich ganz viel Erfolg." Was den Sieg letztlich ausgemacht hat, konnte sich Breves selbst nicht wirklich erklären: „Wahrscheinlich war es die Gesamtmischung", meinte er, die bisherige Arbeit als Allgemeiner Vertreter, die geleistete Arbeit, aber auch der Wahlkampf selbst, in dem er geschätzt 3.000 intensivere Gespräche geführt habe, außerdem 5.000 Herzen verteilen konnte. Er dankte insbesondere seiner Familie, aber auch dem Wahlkampfteam. Seinem Mitbewerber Jens Wölke (SPD) bescheinigte Dirk Breves einen fairen Wahlkampf. Und zumindest das sah Jens Wölke genau so, der zur Wahlpräsentation ins Alte Amtsgericht eingeladen hatte. Anfangs war die Stimmung ausgelassen, dann – als die Ergebnisse für Lahde vorlagen – wusste Jens Wölke: Das wird nicht mehr zum Sieg reichen. „Wer sich zur Wahl aufstellen lässt, muss damit rechnen, dass er von der Mehrheit nicht gewählt wird", sagte Wölke, der bereits am heutigen Montag schon wieder einen Gerichtstermin in seinem Beruf als Rechtsanwalt hat. Als wirklicher Verlierer fühle er sich nicht, gewonnen habe die Gemeinschaft. „Dieser Zusammenhalt wird bleiben", ist Wölke sicher, der bei der Bürgermeisterwahl bei 35,60 Prozent der Stimmen landete. Lydia Behnke, die für die AfD als Bürgermeisterkandidatin angetreten war, holte 4,69 Prozent der Stimmen Zu einer Stellungnahme war sie gestern für das MT nicht zu erreichen. Stärker war ihre Partei allerdings bei der Ratswahl: Hier lag die AfD bei 4,48 Prozent und hat erstmals einen Sitz im Rat, möglicherweise auch den der CDU, die nämlich einen Sitz verlor. Mit 45,26 Prozent und 14 Sitzen bleibt sie dennoch stärkste Fraktion, gefolgt von der SPD mit zehn statt bisher 12 Sitzen, die Grünen schafften 11,30 Prozent und haben jetzt drei Sitze, die FDP mit 6,79 Prozent zwei Sitze. Insgesamt besteht der neue Rat der Stadt Petershagen aus 30 Volksvertretern. Bei der Landratswahl gab es in Petershagen einen Ellerkamp-Heimbonus: Ganz knapp lag der Sozialdemokrat mit 42,63 Prozent vor CDU-Kandidatin Anna Bölling, die hier auf 42,50 Prozent kam. Grünen-Kandidat Siegfried Gutsche lag in Petershagen bei 9.32 Prozent, AfD-Kandidat Thomas Röckemann bei 5,55 Prozent. Eine Wahlpräsentation im Rathaus gab es nicht. Grund waren die Corona-Einschränkungen. Verteilung Mandate CDU: Jens Baumgartl, Stefan Wiesinger, Hermann Humcke, Frank Kirchner, Karl-Heinz Schwier, Helga Berg, Marvin Waidmann, Wolfgang Koopmann, Wilhelm Lange, Jessica König, Reserlistenplätze: Heiko Deterding, Jaqueline Lauf, Jürgen Buschke, Jörg Borcherding. SPD: Martin Sölter, Friedrich Lange, Claudia Brase, Helma Owczarski, Reservelistenplätze: Jens Wölke, Katharina Koch, Nina Hartmann, Stefan Schlappa, Benjamin Schmidt, Frank Ruthenkolk. Grüne: Reservelistenplätze: Marlies Schaefer, Günter Hahn, Björn Nommensen. FDP: Günter Wehmeyer, Reservelistenplatz: Heinrich Müller AfD: Reservelistenplatz: Lydia Behnke Kommentar: Schon lange vorn dabei Warum Dirk Breves (CDU) die Wahl gestern Abend gewonnen hat, konnte er sich selbst nicht so genau erklären. Dabei ist der Mann schlicht und ergreifend bekannter. Und das nicht nur in Lahde, was Jens Wölke eigentlich als seine Bastion gesehen hatte, sondern in ganz Petershagen. Breves hatte den großen Vorteil, als Kämmerer und Allgemeiner Vertreter schon seit vielen Jahren in der ersten Reihe zu stehen. Wer Breves nicht kennt, interessiert sich nicht wirklich für Politik und das, was um uns herum passiert. An ihm kam man als interessierter Bürger kaum vorbei. Da musste er nicht einmal ein politisches Profil entwickeln, das ihn von seinem Mitbewerber abhebt. Und Wölke konnte noch so viel trommeln: Für manche Wähler blieb Jens Wölke so blass wie zuletzt auf seinen Plakaten. Vielleicht war das auch das Problem: Jens Wölke ist genau so nett wie Dirk Breves und die Überschrift im MT zur Kandidatenrunde hat mit dem Begriff „Harmonie" eigentlich alles gesagt. In einer solchen Situation entscheiden sich die Wähler für die größtmögliche Sicherheit.

Dirk Breves gewinnt in Petershagen haushoch

Der Moment des Wahlsiegs für Dirk Breves (CDU), hier mit seiner Familie. Sie waren es, bei der er sich als erste bedankte: Johanna, Antonia und Ehefrau Susanne. Außerdem schossen Parteifreunde in Eldagsen ein Feuerwerk ab. MT- © Fotos: Oliver Plöger

Petershagen. Die CDU stellt mit Dirk Breves den neuen Bürgermeister von Petershagen. Ganz zuletzt hatte er noch gehofft, dass er die 60-Prozent-Marke packt, das funktionierte dann nach den vorliegenden Ergebnisse aber nicht, er lag bei 59,71 Prozent. Dennoch zeigte sich Breves den Wählerinnen und Wählern gegenüber dankbar – und die Mitstreiter am Feinkostgewölbe an der Reithalle Eldagsen schickten gar ein Feuerwerk in die Luft. Probleme gab es auch hier mit den Zahlen des kommunalen Rechenzentrums, die nur nach und nach auf der großen Bildschirmpräsentation erschienen. Marvin Waidmann, der die Technik bediente und mehr als einmal die Nase rümpfte, war dann aber gegen 20.40 Uhr der erste, der den Kämmerer der Stadt Petershagen mit „Herr Bürgermeiste" ansprach. Der bat noch um ein wenig Geduld und um Auszählung der „großen Bezirke".

Doch irgendwie konnte es die CDU nicht abwarten. Amtsvorgänger und Noch-Bürgermeister Dieter Blume freute sich sichtlich über den Wahlsieg: „Ich freue mich, dass mein Allgemeiner Vertreter und mein Freund Dirk Breves gewonnen hat. Das ist der Mann, mit dem ich seit nunmehr 14 Jahren so zusammenarbeite, dass kein Blatt Papier zwischen uns passt und ich wünsche ihm für die nächste Legislaturperiode natürlich ganz viel Erfolg."

Was den Sieg letztlich ausgemacht hat, konnte sich Breves selbst nicht wirklich erklären: „Wahrscheinlich war es die Gesamtmischung", meinte er, die bisherige Arbeit als Allgemeiner Vertreter, die geleistete Arbeit, aber auch der Wahlkampf selbst, in dem er geschätzt 3.000 intensivere Gespräche geführt habe, außerdem 5.000 Herzen verteilen konnte. Er dankte insbesondere seiner Familie, aber auch dem Wahlkampfteam. Seinem Mitbewerber Jens Wölke (SPD) bescheinigte Dirk Breves einen fairen Wahlkampf.

Probleme gab es auch bei der Präsentation der CDU. Stefan Wiesinger (links) und Heiko Deterding versuchten es mit Handys.
Probleme gab es auch bei der Präsentation der CDU. Stefan Wiesinger (links) und Heiko Deterding versuchten es mit Handys.

Und zumindest das sah Jens Wölke genau so, der zur Wahlpräsentation ins Alte Amtsgericht eingeladen hatte. Anfangs war die Stimmung ausgelassen, dann – als die Ergebnisse für Lahde vorlagen – wusste Jens Wölke: Das wird nicht mehr zum Sieg reichen. „Wer sich zur Wahl aufstellen lässt, muss damit rechnen, dass er von der Mehrheit nicht gewählt wird", sagte Wölke, der bereits am heutigen Montag schon wieder einen Gerichtstermin in seinem Beruf als Rechtsanwalt hat. Als wirklicher Verlierer fühle er sich nicht, gewonnen habe die Gemeinschaft. „Dieser Zusammenhalt wird bleiben", ist Wölke sicher, der bei der Bürgermeisterwahl bei 35,60 Prozent der Stimmen landete.

Stolz auf sein Team: Jens Wölke (SPD).
Stolz auf sein Team: Jens Wölke (SPD).

Lydia Behnke, die für die AfD als Bürgermeisterkandidatin angetreten war, holte 4,69 Prozent der Stimmen Zu einer Stellungnahme war sie gestern für das MT nicht zu erreichen. Stärker war ihre Partei allerdings bei der Ratswahl: Hier lag die AfD bei 4,48 Prozent und hat erstmals einen Sitz im Rat, möglicherweise auch den der CDU, die nämlich einen Sitz verlor. Mit 45,26 Prozent und 14 Sitzen bleibt sie dennoch stärkste Fraktion, gefolgt von der SPD mit zehn statt bisher 12 Sitzen, die Grünen schafften 11,30 Prozent und haben jetzt drei Sitze, die FDP mit 6,79 Prozent zwei Sitze. Insgesamt besteht der neue Rat der Stadt Petershagen aus 30 Volksvertretern.

Bei der Landratswahl gab es in Petershagen einen Ellerkamp-Heimbonus: Ganz knapp lag der Sozialdemokrat mit 42,63 Prozent vor CDU-Kandidatin Anna Bölling, die hier auf 42,50 Prozent kam. Grünen-Kandidat Siegfried Gutsche lag in Petershagen bei 9.32 Prozent, AfD-Kandidat Thomas Röckemann bei 5,55 Prozent.

Im Rathaus gab es diesmal keine öffentliche Veranstaltung. Aus Corona-Gründen, wie es hieß.
Im Rathaus gab es diesmal keine öffentliche Veranstaltung. Aus Corona-Gründen, wie es hieß.

Eine Wahlpräsentation im Rathaus gab es nicht. Grund waren die Corona-Einschränkungen.

Verteilung Mandate

CDU: Jens Baumgartl, Stefan Wiesinger, Hermann Humcke, Frank Kirchner, Karl-Heinz Schwier, Helga Berg, Marvin Waidmann, Wolfgang Koopmann, Wilhelm Lange, Jessica König, Reserlistenplätze: Heiko Deterding, Jaqueline Lauf, Jürgen Buschke, Jörg Borcherding.

SPD: Martin Sölter, Friedrich Lange, Claudia Brase, Helma Owczarski, Reservelistenplätze: Jens Wölke, Katharina Koch, Nina Hartmann, Stefan Schlappa, Benjamin Schmidt, Frank Ruthenkolk.

Grüne: Reservelistenplätze: Marlies Schaefer, Günter Hahn, Björn Nommensen.

FDP: Günter Wehmeyer, Reservelistenplatz: Heinrich Müller

AfD: Reservelistenplatz: Lydia Behnke

Kommentar: Schon lange vorn dabei

Warum Dirk Breves (CDU) die Wahl gestern Abend gewonnen hat, konnte er sich selbst nicht so genau erklären. Dabei ist der Mann schlicht und ergreifend bekannter. Und das nicht nur in Lahde, was Jens Wölke eigentlich als seine Bastion gesehen hatte, sondern in ganz Petershagen. Breves hatte den großen Vorteil, als Kämmerer und Allgemeiner Vertreter schon seit vielen Jahren in der ersten Reihe zu stehen.

Wer Breves nicht kennt, interessiert sich nicht wirklich für Politik und das, was um uns herum passiert. An ihm kam man als interessierter Bürger kaum vorbei. Da musste er nicht einmal ein politisches Profil entwickeln, das ihn von seinem Mitbewerber abhebt. Und Wölke konnte noch so viel trommeln: Für manche Wähler blieb Jens Wölke so blass wie zuletzt auf seinen Plakaten.

Vielleicht war das auch das Problem: Jens Wölke ist genau so nett wie Dirk Breves und die Überschrift im MT zur Kandidatenrunde hat mit dem Begriff „Harmonie" eigentlich alles gesagt. In einer solchen Situation entscheiden sich die Wähler für die größtmögliche Sicherheit.

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