Diekweg-Sperrung sorgt weiter für Unruhe Claudia Hyna Petershagen-Friedewalde. Jürgen Müller hat sich für eine Sperrung des Diekwegs in Friedewalde eingesetzt – und sie bekommen. Nicht allen gefällt diese Regelung. Unbekannte sägten kürzlich die Pfosten an, mittlerweile hat die Stadt sie wieder instandgesetzt. Bauamtsleiter Kay Busche nennt die Absperrung eine Zwischenlösung. Sollten die Poller jedoch wieder entfernt werden, will Jürgen Müller klagen, sagt er im MT-Gespräch. Alles begann nach seinen Worten damit, dass der Diekweg im Mai 2019 geschreddert wurde, sprich eine wassergebundene Decke bekam. Hätten zuvor täglich rund 20 Autos den Verkehrsweg genutzt, so stieg das Aufkommen danach rapide an, schildert der Anlieger seinen Eindruck. An besonders trockenen Tagen im Sommer seien die Staubwolken mehr als zwei Meter hoch gewesen. „Das hält man nicht aus.“ Zur Dokumentation hat er das filmisch festgehalten. Im Garten hätten seine Angehörigen und er sich bei Westwind nicht aufhalten können. Seine Beschwerde bei der Verwaltung hatte Erfolg. Im November vergangenen Jahres kamen die Poller in die Erde, durch die der Diekweg zwischen Südfelder Straße und Bohnhorster Weg nicht mehr für Kraftfahrzeuge zugänglich ist. „Seitdem ist es hier wie im Erholungsgebiet“, schwärmt Müller. Die Anlieger müssten in Ruhe leben können, das gehöre für ihn zur Lebensqualität. Die Konsequenz für einige Autofahrer – auch für ihn selbst – sei lediglich ein kleiner Umweg. Jeder Landwirt komme weiterhin an seinen Acker, das sei wichtig. Die heutigen Trecker seien nicht für solche eher schmalen Straßen ausgelegt, meint er. Damit würden diese kaputt gefahren. Und da es keine Geschwindigkeitsbegrenzung an der Stelle gab, seien einige Fahrer mit 70 Stundenkilometern über den Diekweg geheizt. Ein Tempolimit bringe nichts, daran würden sich die meisten sowieso nicht halten. Er denkt, dass es weniger Kritik an der Sperrung geben würde, wenn die Poller an die Ecke Bohnhorster Weg – also 50 Meter weiter nach hinten gesetzt würden. Kay Busche weist darauf hin, dass der Diekweg mit einem Durchfahrt-verboten-Schild versehen war – Verkehrsteilnehmer auch vorher also immer schon rechtswidrig dort unterwegs waren. Im übrigen steht Jürgen Müller voll und ganz hinter den Forderungen der Bürgerinitiative Friedewalde, die sich gegen das weitere Schreddern der Straßen wehrt. „Schreddern ist ein Schritt nach hinten“, meint auch Müller. Daher wird er auch am Montag, 31. Mai, in der Sitzung des Infrastrukturausschusses der Stadt Petershagen zu Gast sein, wo es um die Ausrichtung der Straßenunterhaltung geht. Bisher sind nach Auskunft des Bauamtsleiters Busche lediglich rund sieben des 1.000 Kilometer fassenden Straßennetzes in Petershagen mit einer wassergebundenen Decke versehen worden. Vor kurzem sei die rund 60.000 Euro teure Pflegefräse geliefert und bereits getestet worden, teilt Busche mit. Straßen zu fräsen sei möglicherweise sinnvoll, wenn es dort keine Anwohner gebe, kommentiert Jürgen Müller. „Wenn Menschen dort wohnen, ist es für mich ein Ding der Unmöglichkeit.“ Das sehen nicht alle so. Auf Friedewalde.de kommentiert ein Anwohner, er wäre froh, wenn die Abkürzung zwischen Lavelsloher und Holzhauser Straße rückgebaut würde. Das bestätigt den Bauamtsleiter in seiner Einschätzung: von Gegnern und Befürwortern: „Egal, was wir machen: Irgendeiner findet es immer doof.“

Diekweg-Sperrung sorgt weiter für Unruhe

Der Diekweg in Friedewalde-Wegholm ist seit November 2020 mit Pfosten gesperrt, hier an der Einmündung zum Bohnhorster Weg. Außerdem wurde die Straßendecke vor zwei Jahren gefräst. MT-Foto: Claudia Hyna © hy

Petershagen-Friedewalde. Jürgen Müller hat sich für eine Sperrung des Diekwegs in Friedewalde eingesetzt – und sie bekommen. Nicht allen gefällt diese Regelung. Unbekannte sägten kürzlich die Pfosten an, mittlerweile hat die Stadt sie wieder instandgesetzt. Bauamtsleiter Kay Busche nennt die Absperrung eine Zwischenlösung. Sollten die Poller jedoch wieder entfernt werden, will Jürgen Müller klagen, sagt er im MT-Gespräch.

Alles begann nach seinen Worten damit, dass der Diekweg im Mai 2019 geschreddert wurde, sprich eine wassergebundene Decke bekam. Hätten zuvor täglich rund 20 Autos den Verkehrsweg genutzt, so stieg das Aufkommen danach rapide an, schildert der Anlieger seinen Eindruck. An besonders trockenen Tagen im Sommer seien die Staubwolken mehr als zwei Meter hoch gewesen. „Das hält man nicht aus.“ Zur Dokumentation hat er das filmisch festgehalten.

Dieses Foto zeigt die Staubentwicklung auf dem Diekweg, bevor dieser gesperrt wurde. Foto: privat - © pr
Dieses Foto zeigt die Staubentwicklung auf dem Diekweg, bevor dieser gesperrt wurde. Foto: privat - © pr

Im Garten hätten seine Angehörigen und er sich bei Westwind nicht aufhalten können. Seine Beschwerde bei der Verwaltung hatte Erfolg. Im November vergangenen Jahres kamen die Poller in die Erde, durch die der Diekweg zwischen Südfelder Straße und Bohnhorster Weg nicht mehr für Kraftfahrzeuge zugänglich ist. „Seitdem ist es hier wie im Erholungsgebiet“, schwärmt Müller. Die Anlieger müssten in Ruhe leben können, das gehöre für ihn zur Lebensqualität.

Die Konsequenz für einige Autofahrer – auch für ihn selbst – sei lediglich ein kleiner Umweg. Jeder Landwirt komme weiterhin an seinen Acker, das sei wichtig. Die heutigen Trecker seien nicht für solche eher schmalen Straßen ausgelegt, meint er. Damit würden diese kaputt gefahren. Und da es keine Geschwindigkeitsbegrenzung an der Stelle gab, seien einige Fahrer mit 70 Stundenkilometern über den Diekweg geheizt.

Ein Tempolimit bringe nichts, daran würden sich die meisten sowieso nicht halten. Er denkt, dass es weniger Kritik an der Sperrung geben würde, wenn die Poller an die Ecke Bohnhorster Weg – also 50 Meter weiter nach hinten gesetzt würden. Kay Busche weist darauf hin, dass der Diekweg mit einem Durchfahrt-verboten-Schild versehen war – Verkehrsteilnehmer auch vorher also immer schon rechtswidrig dort unterwegs waren.

Im übrigen steht Jürgen Müller voll und ganz hinter den Forderungen der Bürgerinitiative Friedewalde, die sich gegen das weitere Schreddern der Straßen wehrt. „Schreddern ist ein Schritt nach hinten“, meint auch Müller. Daher wird er auch am Montag, 31. Mai, in der Sitzung des Infrastrukturausschusses der Stadt Petershagen zu Gast sein, wo es um die Ausrichtung der Straßenunterhaltung geht.

Bisher sind nach Auskunft des Bauamtsleiters Busche lediglich rund sieben des 1.000 Kilometer fassenden Straßennetzes in Petershagen mit einer wassergebundenen Decke versehen worden. Vor kurzem sei die rund 60.000 Euro teure Pflegefräse geliefert und bereits getestet worden, teilt Busche mit. Straßen zu fräsen sei möglicherweise sinnvoll, wenn es dort keine Anwohner gebe, kommentiert Jürgen Müller. „Wenn Menschen dort wohnen, ist es für mich ein Ding der Unmöglichkeit.“

Das sehen nicht alle so. Auf Friedewalde.de kommentiert ein Anwohner, er wäre froh, wenn die Abkürzung zwischen Lavelsloher und Holzhauser Straße rückgebaut würde. Das bestätigt den Bauamtsleiter in seiner Einschätzung: von Gegnern und Befürwortern: „Egal, was wir machen: Irgendeiner findet es immer doof.“

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