Der Wettermann aus Wasserstraße: Wilfried Gerberding fängt den Regen ein Petershagen-Wasserstraße (Wes). Zu den größten Wetterexperten der Stadt Petershagen gehört Wilfried Gerberding. Nachdem er seine Aufzeichnungen über Niederschläge, Temperatur, Windstärke, Sonnenstunden und weitere Beobachtungen vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020 gesichtet hat, steht das Gesamtergebnis für ihn fest: „Zu trocken und zu warm“. Die ersten Wetterdaten notierte er im Jahr 1995. Seitdem ist ein umfangreiches Zahlenwerk entstanden, das sieben Kladden füllt. „Bei Sturmschäden im Garten oder am Haus kommt es immer `mal wieder zu Anfragen von Privatpersonen oder Betroffenen, die weiter weg wohnen. Dann geht es bei Versicherungsschäden überwiegend um die Uhrzeit“, betont Gerberding. Der 84-Jährige ist eng mit Wasserstraße verbunden. Von 2002 bis 2017 war er als Ortsheimatpfleger tätig. Obwohl er vor vier Jahren aus Altersgründen aus diesem Ehrenamt ausgeschieden ist, trägt er weiterhin die Wetterdaten zusammen. Nach wie vor gehört er zum Team der Heimatfreunde im Petershäger Stadtarchiv in Neuenknick. Auch nach der Corona-Pause wird er jeden Mittwoch wieder dabei sein. Das Interesse am Wetter geht auf seine berufliche Tätigkeit im Kraftwerk im niedersächsischen Landesbergen zurück. Dort mussten um Mitternacht die Daten der Wetterstation abgelesen und eingetragen werden. Wilfried Gerberding gehörte zu den Mitarbeitern, die dafür verantwortlich waren. „Mit Beginn des Rentenalters entschloss ich mich, diese Tätigkeit auch regelmäßig auf privater Ebene auszuüben. In der Anfangszeit hatte ich ein einfaches Niederschlags-Messgerät, das aber nicht besonders widerstandsfähig und schnell kaputtgefroren war. Für Abhilfe sorgte eine neue Anlage, die stabiler ist und auch über eine größere Aufnahmekapazität verfügt. Dieser kleine Behälter wird jeden Morgen zwischen acht und neu Uhr kontrolliert“, erzählt der Wetterexperte. Ein Funkthermometer hat der frühere Ortsheimatpfleger im Hausgarten installiert, der Empfänger befindet sich in der Küche. Seinem Wettertagebuch für 2020 ist zu entnehmen, dass am 1. Januar Nebel aufkam. Zudem hatten die Silvesterböller Feinstaub verursacht. Im Januar gab es nur vier Tage Frostwetter. Dazu kam die geringe Niederschlagsmenge von 17 Millimetern auf einem Quadratmeter. Im Februar stieg die Niederschlagsmenge auf 131 Millimeter an. Für den 9. und 10. Februar notierte Gerberding einen Orkan mit dem Namen „Sabine“, am 16. Februar folgte der Sturm „Viktoria“. Die Nachtfröste erreichten im Februar minus zwei und im März minus fünf Grad. Der April lockte mit 23 Sonntagen und angenehmen Temperaturen von 25 Grad. Mit zwölf Millimetern fiel die Niederschlagsmenge äußerst gering aus. Im Mai wechselten sonniges Wetter und bedeckter Himmel, die Höchsttemperatur erreichte 28 Grad, die Niederschlagsmenge lag bei 21 Millimetern. Der Juni brachte eine Höchsttemperatur von 33 Grad, allerdings auch immer wieder Regentage. „Im Juli gab es sonnige und bedeckte Tage mit einem Durchschnittswert von 20 bis 27 Grad. Der August beachte uns viele sonnige Tage mit über 30 Grad, der wärmste Tag war der 8. August mit 36 Grad, Sturm `Kirsten` zog am 26. August durch Wasserstraße“, hielt der der Wetterexperte handschriftlich in seinem Tagebuch fest. Launisch zeigte sich der September mit zahlreichen Sonnentagen, aber auch mit bewölktem Himmel und Regenschauern. Im Oktober lag die Niederschlagsmenge bei 60,5 Millimetern. Ende November erreichten die Nachttemperaturen den Minusbereich. Der Dezember verlief überwiegend mild zwischen einem und fünf Grad plus, nur am ersten Weihnachtstag fiel die Temperatur auf minus ein Grad. Für das Jahr 2020 kommt Wilfried Gerberding bei der Niederschlagsmenge auf 588 Millimeter. Die Vergleichswerte in den Vorjahren: 701 (2019), 495 (2018) und 839 Millimeter (2017). Die höchste Niederschlagsmenge in den Aufzeichnungen bezieht sich auf das Jahr 2007 mit 977 Millimetern. Noch gut kann sich Gerberding an einen Tag in den 80er Jahren erinnern: „Damals habe ich noch keine Wetterdaten notiert. Allerdings weiß ich noch ganz genau, dass es am Nachmittag und in der Nacht so stark geregnet hat, dass tiefer gelegene Grundstücke unter Wasser standen und die Feuerwehr zum Pumpeinsatz ausrücken musste“.

Der Wettermann aus Wasserstraße: Wilfried Gerberding fängt den Regen ein

Petershagen-Wasserstraße (Wes). Zu den größten Wetterexperten der Stadt Petershagen gehört Wilfried Gerberding. Nachdem er seine Aufzeichnungen über Niederschläge, Temperatur, Windstärke, Sonnenstunden und weitere Beobachtungen vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020 gesichtet hat, steht das Gesamtergebnis für ihn fest: „Zu trocken und zu warm“.

Hoch den Becher! Täglich kontrolliert Wetterexperte Wilfried Gerberding aus Wasserstraße die Niederschlagsmenge. Im Laufe der Jahre ist daraus eine umfangreiche Statistik entstanden. Foto: Ulrich Westermann - © Ulrich Westermann
Hoch den Becher! Täglich kontrolliert Wetterexperte Wilfried Gerberding aus Wasserstraße die Niederschlagsmenge. Im Laufe der Jahre ist daraus eine umfangreiche Statistik entstanden. Foto: Ulrich Westermann - © Ulrich Westermann

Die ersten Wetterdaten notierte er im Jahr 1995. Seitdem ist ein umfangreiches Zahlenwerk entstanden, das sieben Kladden füllt. „Bei Sturmschäden im Garten oder am Haus kommt es immer `mal wieder zu Anfragen von Privatpersonen oder Betroffenen, die weiter weg wohnen. Dann geht es bei Versicherungsschäden überwiegend um die Uhrzeit“, betont Gerberding.

Der 84-Jährige ist eng mit Wasserstraße verbunden. Von 2002 bis 2017 war er als Ortsheimatpfleger tätig. Obwohl er vor vier Jahren aus Altersgründen aus diesem Ehrenamt ausgeschieden ist, trägt er weiterhin die Wetterdaten zusammen.

Nach wie vor gehört er zum Team der Heimatfreunde im Petershäger Stadtarchiv in Neuenknick. Auch nach der Corona-Pause wird er jeden Mittwoch wieder dabei sein. Das Interesse am Wetter geht auf seine berufliche Tätigkeit im Kraftwerk im niedersächsischen Landesbergen zurück. Dort mussten um Mitternacht die Daten der Wetterstation abgelesen und eingetragen werden. Wilfried Gerberding gehörte zu den Mitarbeitern, die dafür verantwortlich waren. „Mit Beginn des Rentenalters entschloss ich mich, diese Tätigkeit auch regelmäßig auf privater Ebene auszuüben. In der Anfangszeit hatte ich ein einfaches Niederschlags-Messgerät, das aber nicht besonders widerstandsfähig und schnell kaputtgefroren war. Für Abhilfe sorgte eine neue Anlage, die stabiler ist und auch über eine größere Aufnahmekapazität verfügt. Dieser kleine Behälter wird jeden Morgen zwischen acht und neu Uhr kontrolliert“, erzählt der Wetterexperte.

Ein Funkthermometer hat der frühere Ortsheimatpfleger im Hausgarten installiert, der Empfänger befindet sich in der Küche. Seinem Wettertagebuch für 2020 ist zu entnehmen, dass am 1. Januar Nebel aufkam. Zudem hatten die Silvesterböller Feinstaub verursacht.

Im Januar gab es nur vier Tage Frostwetter. Dazu kam die geringe Niederschlagsmenge von 17 Millimetern auf einem Quadratmeter. Im Februar stieg die Niederschlagsmenge auf 131 Millimeter an. Für den 9. und 10. Februar notierte Gerberding einen Orkan mit dem Namen „Sabine“, am 16. Februar folgte der Sturm „Viktoria“. Die Nachtfröste erreichten im Februar minus zwei und im März minus fünf Grad. Der April lockte mit 23 Sonntagen und angenehmen Temperaturen von 25 Grad. Mit zwölf Millimetern fiel die Niederschlagsmenge äußerst gering aus. Im Mai wechselten sonniges Wetter und bedeckter Himmel, die Höchsttemperatur erreichte 28 Grad, die Niederschlagsmenge lag bei 21 Millimetern. Der Juni brachte eine Höchsttemperatur von 33 Grad, allerdings auch immer wieder Regentage. „Im Juli gab es sonnige und bedeckte Tage mit einem Durchschnittswert von 20 bis 27 Grad. Der August beachte uns viele sonnige Tage mit über 30 Grad, der wärmste Tag war der 8. August mit 36 Grad, Sturm `Kirsten` zog am 26. August durch Wasserstraße“, hielt der der Wetterexperte handschriftlich in seinem Tagebuch fest.

Launisch zeigte sich der September mit zahlreichen Sonnentagen, aber auch mit bewölktem Himmel und Regenschauern. Im Oktober lag die Niederschlagsmenge bei 60,5 Millimetern. Ende November erreichten die Nachttemperaturen den Minusbereich. Der Dezember verlief überwiegend mild zwischen einem und fünf Grad plus, nur am ersten Weihnachtstag fiel die Temperatur auf minus ein Grad. Für das Jahr 2020 kommt Wilfried Gerberding bei der Niederschlagsmenge auf 588 Millimeter. Die Vergleichswerte in den Vorjahren: 701 (2019), 495 (2018) und 839 Millimeter (2017). Die höchste Niederschlagsmenge in den Aufzeichnungen bezieht sich auf das Jahr 2007 mit 977 Millimetern. Noch gut kann sich Gerberding an einen Tag in den 80er Jahren erinnern: „Damals habe ich noch keine Wetterdaten notiert. Allerdings weiß ich noch ganz genau, dass es am Nachmittag und in der Nacht so stark geregnet hat, dass tiefer gelegene Grundstücke unter Wasser standen und die Feuerwehr zum Pumpeinsatz ausrücken musste“.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Petershagen