Das verbotene Badeparadies: Stadt und Polizei kündigen Kontrollen in Windheim an Oliver Plöger Petershagen-Windheim. Der Kiesteich an der Bundesstraße 482 ist ein beliebtes Ausflugsziel geworden. An warmen Tagen und besonders an den Wochenenden sollen sich hier bis zu 500 Badegäste tummeln. Das Problem: Die Anlage ist im Besitz der Interessengemeinschaft der Fischereivereine, Nutzungsrechte hat auch Geschäftsführer Otto-Wilhelm Held mit dem Kieswerk Kändler-Held, weshalb Teile der Fläche Betriebsgelände sind. Ein Stacheldrahtzaun soll ungebetene Besucher fernhalten, in kurzen Abständen sind Warnschilder aufgestellt worden, die auf die Lebensgefahr bei unbefugter Nutzung des bis zu acht Meter tiefen Gewässers hinweisen. Diese Schilder allerdings werden gerne ignoriert, teilweise auch von Unbekannten umgestoßen. Der Zaun ist an mehreren Stellen zerschnitten. Niemand will, dass hier irgendetwas Schlimmes passiert, sagt Bürgermeister Dieter Blume (CDU) und kündigte konzertierte Aktionen an. Das heißt: In den nächsten Tagen oder Wochen wird die Ordnungsbehörde Petershagen gemeinsam mit einem von Otto-Wilhelm Held beauftragten Sicherheitsdienst und der örtlichen Polizei gezielt Kontrollen durchführen. Held warnt ausdrücklich vor den unter der Wasseroberfläche noch liegenden Anlagenteilen und davor, dass es in Ufernähe zu plötzlichen Sandabbrüchen kommen kann. Darüber hinaus weist er auf die Sachbeschädigungen an den Zäunen und Schildern hin. Angler beobachten seit 2018, dass sich der See – entstanden aus einem ehemaligen Kiesabbau – zu einem beliebten Ausflugsziel gemausert hat. „Wir sehen die Nummernschilder aus Hannover und Bielefeld“, sagt Joachim Amshoff, der die elf Fischereivereine der Interessengemeinschaft vertritt und selbst Vorsitzender des Fischereivereins Frille ist. Bis zu 500 Gäste seien es an warmen Tagen. Ihm sei berichtet worden, man habe hier sogar schon 1.000 gezählt, was der Windheimer Ortsbürgermeister Hermann Humcke (CDU) allerdings nicht bestätigte. Fest stehe aber: Es kämen ganze Familien mit ihren Urlaubsutensilien an. Und dabei würde – so Amshoffs Beobachtung – jede Menge Müll produziert. „Was hier stattfindet, sehen wir auch an den Einmalgrills.“ Beobachtet habe Joachim Amshoff, dass Müll in blauen Säcken vergraben worden sei. Als problematisch bewertet Karsten Wiegmann vom Ordnungsamt Petershagen die Parksituation: die Zufahrtswege seien dicht, wenn am oder im Gewässer etwas passiert, hätten es die Rettungskräfte ausgesprochen schwer, an die Unfallstelle zu kommen. Zum Glück sei es bislang noch nicht zu einer solch gefährlichen Situation gekommen. Beschwerden aber habe es von Landwirten gegeben, so Hermann Humcke. Die konnten den Verbindungsweg nach Ilse-Wulfhagen wegen parkender Autos nicht nutzen. Keinesfalls wolle die Stadt die Besucher kriminalisieren, so Dieter Blume. Allerdings sollten die ungebetenen Badegäste zunächst freundlich darauf hingewiesen werden, dass sie diesen See nicht zu nutzen und das Grundstück zu verlassen haben. Hier sagte auch Patrick Bieck von der Polizei Petershagen seine Unterstützung zu. Wenn den Aufforderungen nicht Folge geleistet wird, könne es zu Anzeigen kommen. Zu den konzertierten Aktionen, die bei gutem Wetter stattfinden sollen und auf das Hausrecht und die widerrechtliche Nutzung des Kiesteichs pochen, sehen die Beteiligten keine Alternative. „Wir haben unter den Leuten, die hier schwimmen, schon Handzettel verteilt, die auf die Gefahren hinweisen“, sagt Otto-Wilhelm Held – bisher ohne nachhaltigen Erfolg. Joachim Amshoff geht noch weiter: „Ich habe den Eindruck, dass die Situation jetzt eskaliert.“ Verabredungen fänden auch über die sozialen Netzwerke statt. Ob das rege Besucheraufkommen in Windheim möglicherweise mit dem zeitweisen Schwimmverbot im Badesee Lahde zusammenhänge, wollte im Pressegespräch keiner bestätigen. Der eignet sich aber – jetzt ohne Blaualgen – als Alternative, wie Dieter Blume hervorhob. Überhaupt kein Verständnis für die wilden Schwimmer hat auch Kay Busche, der sich als Bauamtsleiter der Stadt Petershagen und Familienvater äußerte: „Wenn da Familien über die Zäune klettern und die Verbotsschilder offenbar ignorieren, frage ich mich, welche Signale man an die Kinder weitergibt.“

Das verbotene Badeparadies: Stadt und Polizei kündigen Kontrollen in Windheim an

Diese Schilder werden gerne ignoriert, weiß die Stadt Petershagen. Jetzt will sie gegen die illegale Nutzung des Kiesteichs in Windheim vorgehen. Unterstützt wird sie von der Polizei. MT-Fotos: Oliver Plöger

Petershagen-Windheim. Der Kiesteich an der Bundesstraße 482 ist ein beliebtes Ausflugsziel geworden. An warmen Tagen und besonders an den Wochenenden sollen sich hier bis zu 500 Badegäste tummeln. Das Problem: Die Anlage ist im Besitz der Interessengemeinschaft der Fischereivereine, Nutzungsrechte hat auch Geschäftsführer Otto-Wilhelm Held mit dem Kieswerk Kändler-Held, weshalb Teile der Fläche Betriebsgelände sind. Ein Stacheldrahtzaun soll ungebetene Besucher fernhalten, in kurzen Abständen sind Warnschilder aufgestellt worden, die auf die Lebensgefahr bei unbefugter Nutzung des bis zu acht Meter tiefen Gewässers hinweisen. Diese Schilder allerdings werden gerne ignoriert, teilweise auch von Unbekannten umgestoßen. Der Zaun ist an mehreren Stellen zerschnitten.

Niemand will, dass hier irgendetwas Schlimmes passiert, sagt Bürgermeister Dieter Blume (CDU) und kündigte konzertierte Aktionen an. Das heißt: In den nächsten Tagen oder Wochen wird die Ordnungsbehörde Petershagen gemeinsam mit einem von Otto-Wilhelm Held beauftragten Sicherheitsdienst und der örtlichen Polizei gezielt Kontrollen durchführen. Held warnt ausdrücklich vor den unter der Wasseroberfläche noch liegenden Anlagenteilen und davor, dass es in Ufernähe zu plötzlichen Sandabbrüchen kommen kann. Darüber hinaus weist er auf die Sachbeschädigungen an den Zäunen und Schildern hin.

Zerschnittene Zäune, umgestoßene Schilder. Der Kiesteich wird an Wochenenden gerne als Badesee genutzt.
Zerschnittene Zäune, umgestoßene Schilder. Der Kiesteich wird an Wochenenden gerne als Badesee genutzt.

Angler beobachten seit 2018, dass sich der See – entstanden aus einem ehemaligen Kiesabbau – zu einem beliebten Ausflugsziel gemausert hat. „Wir sehen die Nummernschilder aus Hannover und Bielefeld“, sagt Joachim Amshoff, der die elf Fischereivereine der Interessengemeinschaft vertritt und selbst Vorsitzender des Fischereivereins Frille ist. Bis zu 500 Gäste seien es an warmen Tagen. Ihm sei berichtet worden, man habe hier sogar schon 1.000 gezählt, was der Windheimer Ortsbürgermeister Hermann Humcke (CDU) allerdings nicht bestätigte. Fest stehe aber: Es kämen ganze Familien mit ihren Urlaubsutensilien an. Und dabei würde – so Amshoffs Beobachtung – jede Menge Müll produziert. „Was hier stattfindet, sehen wir auch an den Einmalgrills.“ Beobachtet habe Joachim Amshoff, dass Müll in blauen Säcken vergraben worden sei.

Als problematisch bewertet Karsten Wiegmann vom Ordnungsamt Petershagen die Parksituation: die Zufahrtswege seien dicht, wenn am oder im Gewässer etwas passiert, hätten es die Rettungskräfte ausgesprochen schwer, an die Unfallstelle zu kommen. Zum Glück sei es bislang noch nicht zu einer solch gefährlichen Situation gekommen.

Beschwerden aber habe es von Landwirten gegeben, so Hermann Humcke. Die konnten den Verbindungsweg nach Ilse-Wulfhagen wegen parkender Autos nicht nutzen.

Keinesfalls wolle die Stadt die Besucher kriminalisieren, so Dieter Blume. Allerdings sollten die ungebetenen Badegäste zunächst freundlich darauf hingewiesen werden, dass sie diesen See nicht zu nutzen und das Grundstück zu verlassen haben. Hier sagte auch Patrick Bieck von der Polizei Petershagen seine Unterstützung zu. Wenn den Aufforderungen nicht Folge geleistet wird, könne es zu Anzeigen kommen.

Zu den konzertierten Aktionen, die bei gutem Wetter stattfinden sollen und auf das Hausrecht und die widerrechtliche Nutzung des Kiesteichs pochen, sehen die Beteiligten keine Alternative. „Wir haben unter den Leuten, die hier schwimmen, schon Handzettel verteilt, die auf die Gefahren hinweisen“, sagt Otto-Wilhelm Held – bisher ohne nachhaltigen Erfolg. Joachim Amshoff geht noch weiter: „Ich habe den Eindruck, dass die Situation jetzt eskaliert.“ Verabredungen fänden auch über die sozialen Netzwerke statt.

Ob das rege Besucheraufkommen in Windheim möglicherweise mit dem zeitweisen Schwimmverbot im Badesee Lahde zusammenhänge, wollte im Pressegespräch keiner bestätigen. Der eignet sich aber – jetzt ohne Blaualgen – als Alternative, wie Dieter Blume hervorhob.

Überhaupt kein Verständnis für die wilden Schwimmer hat auch Kay Busche, der sich als Bauamtsleiter der Stadt Petershagen und Familienvater äußerte: „Wenn da Familien über die Zäune klettern und die Verbotsschilder offenbar ignorieren, frage ich mich, welche Signale man an die Kinder weitergibt.“

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