Das Ende der Kreidetafeln in Petershagen: Stadt kauft interaktive Monitore für Schulen Claudia Hyna Petershagen. Die Politiker des Ausschusses für Schule und Sport mussten in ihrer jüngsten Sitzung zurück auf die Schulbank. Dabei erhielten die Mitglieder einen erhellenden Einblick in den Einsatz interaktiver Monitore. Hintergrund ist, dass alle Klassen- und Fachräume in den weiterführenden Schulen der Stadt sowie alle Fachräume in Grundschulen mit diesen Medien ausgestattet werden – das Ende aller Kreidetafeln ist nah. Der Ausschuss stimmte dem Vorschlag einstimmig zu. „Die alten Geräte haben uns gut begleitet“, sagte Sekundarschullehrer Dirk Riemann. Aber nun hätten die interaktiven Whiteboards ausgedient und müssten in den kommenden zwei Jahren ersetzt werden. Die Mängelliste ist lang, sie beginnt beim Verschleiß der Beamer und reicht bis zur defekten Sensortechnik. Ton und Optik hätten seit der Installation in der 2013 eingeweihten Schule merklich nachgelassen. „Wir müssen oft improvisieren“, sagte Riemann. Die Vorteile der neuen multifunktionalen Monitore zeigte Pädagoge Markus Wittek. Diese verfügten über bessere Akustik, elektronische Höhenverstellung, systemoffene Bild- und Tondatenübertragung von externen Medien sowie eine Schreibfläche mit hoher Speicherkapazität. Das Bild kann eingefroren werden, so dass der Lehrer im Hintergrund weiter arbeiten kann, während die Kinder sich in einer anderen Unterrichtsphase befinden. Außerdem können mehrere Kinder gleichzeitig an der Tafel arbeiten. Positiv findet Wittek das Feedbacksystem, mit dem sich Schüler und Lehrer beurteilen können sowie die Möglichkeit, schulische Inhalte spielerisch zu vermitteln. Ausschussvorsitzender Jens Wölke (SPD) zeigte sich „fasziniert“ von der neuen Technik und wie sie genutzt werde. Es sei schön zu sehen, wie Petershagen mit der Digitalisierung der Schulen nach vorne zieht, sagte der sachkundige Bürger Michael Schönbeck (Bündnis 90/Die Grünen). Und auch, wie Sekundarschule und Gymnasium dabei Hand in Hand gehen. Was ihm Sorgen bereite, sei jedoch das Problem des anfallenden Elektroschrotts. „Hier fehlt mir die Nachhaltigkeit.“ Ob man da nicht nach einer Möglichkeit der weiteren Nutzung suchen konnte, fragte er. Die Geräte seien hinüber, machte Schulamtsleiter Detlev Scheumann klar. Es sei richtig, Kreidetafeln hätten eine Lebensdauer von 40 Jahren gehabt, die neuen Medien wären nur rund acht Jahre nutzbar. Der Wunsch der Schulen sei aber da. Marlies Schaefer (Bündnis 90/Die Grünen) regte an, dass bundesweit ein Rücknahmesystem etabliert werden könne. „Schließlich betrifft das Problem ja nicht nur uns.“ Im Zuge des Neubaus der Sekundarschule 2013 erhielten alle Unterrichtsräume statt Kreidetafeln interaktive Whiteboards. Im 2019 errichteten Anbau wurden bereits interaktive Monitore eingebaut, insgesamt sind sieben im Einsatz. 39 alte sind gegen neue Medien auszutauschen. Am Gymnasium müssen 20 alte Geräte ersetzt werden. Darüber hinaus sind 30 weitere Geräte erforderlich. Für alle Grundschulen der Stadt sind 28 Geräte nötig, davon acht in Lahde-Frille, sechs in Eldagsen-Friedewalde, sieben in Petershagen und sieben in Windheim. In Summe macht das an allen Schulen der Stadt 117 interaktive Monitore. Ein Gerät kostet rund 5.800 Euro, die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 680.000 Euro. Eine Förderung aus Mitteln des Digitalpakts NRW ist möglich. Der Gesamtbetrag für Petershagen beläuft sich dabei auf 1,07 Million Euro, wobei der Landesanteil 906.500 Euro und der Eigenanteil der Stadt 100.500 Euro betragen. Die Mittel können bis 2024 verwendet werden. Austausch und die Neuausstattung sollen sich sukzessive ab Herbst 2021 vollziehen. Während die Technik in den Schulen ins Laufen kommt, sei beim Breitbandausbau der erwünschte Zustand noch nicht erreicht, machte Christian Deerberg aus der Schul- und Sozialverwaltung deutlich. Darauf habe die Stadt allerdings keinen Einfluss. Häufig fehle die Anbindung, um den reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. An einigen Grundschulen gebe es zwar W-Lan-Netze, aber nicht genügend Bandbreite. Die IPads seien mittlerweile an den Schulen verteilt – und die Erfahrungen damit durchweg positiv. Wie es mit der technischen Unterstützung der Bildungseinrichtungen aussehe, wollte Jaqueline Lauf (CDU) wissen. Nicht an allen Schulen gebe es schließlich Fachleute dafür. Bisher sind im Bereich Schul-IT (innerhalb der Schulverwaltung) zwei Personen dafür zuständig. Eine personelle Aufstockung ist im zweiten Halbjahr geplant, kündigte Detlev Scheumann an.

Das Ende der Kreidetafeln in Petershagen: Stadt kauft interaktive Monitore für Schulen

Pädagoge Markus Wittek erklärt die Vorteile der neuen Monitore. MT-Foto: Claudia Hyna © hy

Petershagen. Die Politiker des Ausschusses für Schule und Sport mussten in ihrer jüngsten Sitzung zurück auf die Schulbank. Dabei erhielten die Mitglieder einen erhellenden Einblick in den Einsatz interaktiver Monitore. Hintergrund ist, dass alle Klassen- und Fachräume in den weiterführenden Schulen der Stadt sowie alle Fachräume in Grundschulen mit diesen Medien ausgestattet werden – das Ende aller Kreidetafeln ist nah. Der Ausschuss stimmte dem Vorschlag einstimmig zu.

„Die alten Geräte haben uns gut begleitet“, sagte Sekundarschullehrer Dirk Riemann. Aber nun hätten die interaktiven Whiteboards ausgedient und müssten in den kommenden zwei Jahren ersetzt werden. Die Mängelliste ist lang, sie beginnt beim Verschleiß der Beamer und reicht bis zur defekten Sensortechnik. Ton und Optik hätten seit der Installation in der 2013 eingeweihten Schule merklich nachgelassen. „Wir müssen oft improvisieren“, sagte Riemann.

Die Vorteile der neuen multifunktionalen Monitore zeigte Pädagoge Markus Wittek. Diese verfügten über bessere Akustik, elektronische Höhenverstellung, systemoffene Bild- und Tondatenübertragung von externen Medien sowie eine Schreibfläche mit hoher Speicherkapazität. Das Bild kann eingefroren werden, so dass der Lehrer im Hintergrund weiter arbeiten kann, während die Kinder sich in einer anderen Unterrichtsphase befinden. Außerdem können mehrere Kinder gleichzeitig an der Tafel arbeiten. Positiv findet Wittek das Feedbacksystem, mit dem sich Schüler und Lehrer beurteilen können sowie die Möglichkeit, schulische Inhalte spielerisch zu vermitteln.

Ausschussvorsitzender Jens Wölke (SPD) zeigte sich „fasziniert“ von der neuen Technik und wie sie genutzt werde. Es sei schön zu sehen, wie Petershagen mit der Digitalisierung der Schulen nach vorne zieht, sagte der sachkundige Bürger Michael Schönbeck (Bündnis 90/Die Grünen). Und auch, wie Sekundarschule und Gymnasium dabei Hand in Hand gehen. Was ihm Sorgen bereite, sei jedoch das Problem des anfallenden Elektroschrotts. „Hier fehlt mir die Nachhaltigkeit.“ Ob man da nicht nach einer Möglichkeit der weiteren Nutzung suchen konnte, fragte er. Die Geräte seien hinüber, machte Schulamtsleiter Detlev Scheumann klar. Es sei richtig, Kreidetafeln hätten eine Lebensdauer von 40 Jahren gehabt, die neuen Medien wären nur rund acht Jahre nutzbar. Der Wunsch der Schulen sei aber da. Marlies Schaefer (Bündnis 90/Die Grünen) regte an, dass bundesweit ein Rücknahmesystem etabliert werden könne. „Schließlich betrifft das Problem ja nicht nur uns.“

Im Zuge des Neubaus der Sekundarschule 2013 erhielten alle Unterrichtsräume statt Kreidetafeln interaktive Whiteboards. Im 2019 errichteten Anbau wurden bereits interaktive Monitore eingebaut, insgesamt sind sieben im Einsatz. 39 alte sind gegen neue Medien auszutauschen.

Am Gymnasium müssen 20 alte Geräte ersetzt werden. Darüber hinaus sind 30 weitere Geräte erforderlich. Für alle Grundschulen der Stadt sind 28 Geräte nötig, davon acht in Lahde-Frille, sechs in Eldagsen-Friedewalde, sieben in Petershagen und sieben in Windheim.

In Summe macht das an allen Schulen der Stadt 117 interaktive Monitore. Ein Gerät kostet rund 5.800 Euro, die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 680.000 Euro. Eine Förderung aus Mitteln des Digitalpakts NRW ist möglich. Der Gesamtbetrag für Petershagen beläuft sich dabei auf 1,07 Million Euro, wobei der Landesanteil 906.500 Euro und der Eigenanteil der Stadt 100.500 Euro betragen. Die Mittel können bis 2024 verwendet werden. Austausch und die Neuausstattung sollen sich sukzessive ab Herbst 2021 vollziehen.

Während die Technik in den Schulen ins Laufen kommt, sei beim Breitbandausbau der erwünschte Zustand noch nicht erreicht, machte Christian Deerberg aus der Schul- und Sozialverwaltung deutlich. Darauf habe die Stadt allerdings keinen Einfluss. Häufig fehle die Anbindung, um den reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. An einigen Grundschulen gebe es zwar W-Lan-Netze, aber nicht genügend Bandbreite.

Die IPads seien mittlerweile an den Schulen verteilt – und die Erfahrungen damit durchweg positiv. Wie es mit der technischen Unterstützung der Bildungseinrichtungen aussehe, wollte Jaqueline Lauf (CDU) wissen. Nicht an allen Schulen gebe es schließlich Fachleute dafür. Bisher sind im Bereich Schul-IT (innerhalb der Schulverwaltung) zwei Personen dafür zuständig. Eine personelle Aufstockung ist im zweiten Halbjahr geplant, kündigte Detlev Scheumann an.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Petershagen