Dach am Haken: Jenz schafft Platz für Service-Bereich Henning Wandel Petershagen-Friedewalde. Mit einer spektakulären Aktion verschafft sich die Firma Jenz mehr Platz. Sechs Kräne haben die Dachkonstruktion einer Lagerhalle am Stammsitz in Wegholm um drei Meter angehoben, um hier künftig den erweiterten Service-Bereich für die großen Holzhäcksler unterzubringen. Dafür mussten fünf 30 Meter lange Leimbinder gleichzeitig bewegt werden. Das Verfahren sei ungewöhnlich, sagt Bauleiter Frank Baue vom Büro Plenge und Plenge, aber es spart Zeit. Allerdings nicht sofort: Denn bevor die 30 Tonnen schwere Holzkonstruktion schweben kann, ist Geduld gefragt. Schließlich dürfen die Binder nicht in den Führungen verkanten, alle Kranführer müssen sich aufeinander abstimmen. Ein Koordinator ist extra dafür abgestellt, für die nötige Synchronität zu sorgen. Etwa zwei Stunden nach dem ersten Anrucken ist das Dach in seiner neuen Position. Das hätte schon in der vergangenen Woche geschehen sollen. Wegen des Feiertags und einer Sturmwarnung wurden die Arbeiten aber noch einmal verschoben Im Herbst will Jenz hier den Service unterbringen. Das erhöhte Hallendach ist notwendig, um auch die großen Maschinen hier im Trockenen umbauen oder reparieren zu können. Dann erhält die Halle noch ihre Hülle zurück und der Innenraum wird an die neuen Anforderungen angepasst. Bisher war hier ein reiner Lagerraum. Die dafür fehlende Fläche hat der Hersteller von Holz-Hackern in der Nachbarschaft angemietet. „Wir haben aber auch aussortiert“, sagt Elisabeth Holland, die in dem Familienunternehmen für das Marketing verantwortlich ist. Das passt zur bisherigen Firmenphilosophie der kontinuierlichen kleinen Schritte, sagt auch ihr Vater, der geschäftsführende Gesellschafter Uwe Hempen-Hermeier: „Wir räumen einmal kräftig auf, anstatt ganz neu zu bauen.“ Zwar hat das Unternehmen noch eine weitere Fläche gekauft, auf der irgendwann sicher auch einmal gebaut werden könne, die sei aber eher auf Vorrat. In den neuen Service-Bereich investiert Jenz etwa 1,5 Millionen Euro, dazu kommen voraussichtlich vier neue Stellen, die im Zuge des Umbaus entstehen könnten. Das sogenannte After-Sales-Geschäft, also das, was nach dem Verkauf der Maschine kommt, werde zunehmend wichtiger, sagt Elisabeth Holland. Für die Kunden geht es bei den großen und auch teuren Maschinen um eine möglichst hohe Einsatzsicherheit. Daher bildet Jenz auch Landmaschinenmechatroniker aus. Im Bereich der Hackschnitzel zählt Jenz zu den Marktführern. Und während die Baubranche unter steigenden Rohstoffpreisen und sogar einer zunehmenden Verknappung leidet, profitieren die Produzenten von Hackschnitzeln und Holzpellets sogar von einem deutlich gestiegenen Ölpreis – denn mit zunehmender Differenz werde Holz als nachwachsender Brennstoff attraktiv, sagt Uwe Hempen-Hermeier. Der Umsatz erreichte im vergangenen Jahr trotz der Corona-Pandemie den Rekordwert von 66 Millionen Euro, rund acht Prozent mehr als im Vorjahr. Ein Grund dafür war auch ein großer Auftragsvorlauf, den Jenz mit in das Jahr genommen hatte. Daher ist Jenz denn auch ohne Kurzarbeit durch das Jahr gekommen, Lieferengpässe habe es ebenfalls nicht gegeben, sagt Elisabeth Holland, die auch für das laufende Jahr optimistisch ist. Und das, obwohl ein großes Datum bisher kleiner ausfallen musste als erhofft: Die Feier zum 100. Firmenjubiläum am 6. Januar musste ausfallen. Jetzt ruht die Hoffnung auf dem Oktober, wenn auch die neue Service-Halle den Betrieb aufnehmen soll. Dass Jenz auch Veranstaltungen auf die Beine stellen kann, haben die Wegholmer zuletzt mit ihren Profi-Tagen im Jahr 2019 bewiesen. Die dreitägige Hausmesse war im Rückblick auch ein Testballon für eine Zeit ohne Messen – wie sie schon wenig später Wirklichkeit wurde. Ob Jenz nach der Pandemie wieder auf die großen Messen zurückkehrt, ist offen.

Dach am Haken: Jenz schafft Platz für Service-Bereich

Imposantes Bild in Wegholm: Mit sechs Kränen wird das Dach einer Lagerhalle um drei Meter angehoben. Darunter ist künftig Platz für einen neuen Service-Bereich. Foto: Privat © Privat

Petershagen-Friedewalde. Mit einer spektakulären Aktion verschafft sich die Firma Jenz mehr Platz. Sechs Kräne haben die Dachkonstruktion einer Lagerhalle am Stammsitz in Wegholm um drei Meter angehoben, um hier künftig den erweiterten Service-Bereich für die großen Holzhäcksler unterzubringen. Dafür mussten fünf 30 Meter lange Leimbinder gleichzeitig bewegt werden.

Das Verfahren sei ungewöhnlich, sagt Bauleiter Frank Baue vom Büro Plenge und Plenge, aber es spart Zeit. Allerdings nicht sofort: Denn bevor die 30 Tonnen schwere Holzkonstruktion schweben kann, ist Geduld gefragt. Schließlich dürfen die Binder nicht in den Führungen verkanten, alle Kranführer müssen sich aufeinander abstimmen. Ein Koordinator ist extra dafür abgestellt, für die nötige Synchronität zu sorgen. Etwa zwei Stunden nach dem ersten Anrucken ist das Dach in seiner neuen Position. Das hätte schon in der vergangenen Woche geschehen sollen. Wegen des Feiertags und einer Sturmwarnung wurden die Arbeiten aber noch einmal verschoben

Bevor das Dach in Bewegung gesetzt werden kann, dauert es gut zwei Stunden. An den Pfeilern darf sich nichts verkeilen. MT-Foto: Henning Wandel - © Henning Wandel
Bevor das Dach in Bewegung gesetzt werden kann, dauert es gut zwei Stunden. An den Pfeilern darf sich nichts verkeilen. MT-Foto: Henning Wandel - © Henning Wandel

Im Herbst will Jenz hier den Service unterbringen. Das erhöhte Hallendach ist notwendig, um auch die großen Maschinen hier im Trockenen umbauen oder reparieren zu können. Dann erhält die Halle noch ihre Hülle zurück und der Innenraum wird an die neuen Anforderungen angepasst. Bisher war hier ein reiner Lagerraum. Die dafür fehlende Fläche hat der Hersteller von Holz-Hackern in der Nachbarschaft angemietet. „Wir haben aber auch aussortiert“, sagt Elisabeth Holland, die in dem Familienunternehmen für das Marketing verantwortlich ist. Das passt zur bisherigen Firmenphilosophie der kontinuierlichen kleinen Schritte, sagt auch ihr Vater, der geschäftsführende Gesellschafter Uwe Hempen-Hermeier: „Wir räumen einmal kräftig auf, anstatt ganz neu zu bauen.“ Zwar hat das Unternehmen noch eine weitere Fläche gekauft, auf der irgendwann sicher auch einmal gebaut werden könne, die sei aber eher auf Vorrat.

In den neuen Service-Bereich investiert Jenz etwa 1,5 Millionen Euro, dazu kommen voraussichtlich vier neue Stellen, die im Zuge des Umbaus entstehen könnten. Das sogenannte After-Sales-Geschäft, also das, was nach dem Verkauf der Maschine kommt, werde zunehmend wichtiger, sagt Elisabeth Holland. Für die Kunden geht es bei den großen und auch teuren Maschinen um eine möglichst hohe Einsatzsicherheit. Daher bildet Jenz auch Landmaschinenmechatroniker aus.

Im Bereich der Hackschnitzel zählt Jenz zu den Marktführern. Und während die Baubranche unter steigenden Rohstoffpreisen und sogar einer zunehmenden Verknappung leidet, profitieren die Produzenten von Hackschnitzeln und Holzpellets sogar von einem deutlich gestiegenen Ölpreis – denn mit zunehmender Differenz werde Holz als nachwachsender Brennstoff attraktiv, sagt Uwe Hempen-Hermeier.

Der Umsatz erreichte im vergangenen Jahr trotz der Corona-Pandemie den Rekordwert von 66 Millionen Euro, rund acht Prozent mehr als im Vorjahr. Ein Grund dafür war auch ein großer Auftragsvorlauf, den Jenz mit in das Jahr genommen hatte. Daher ist Jenz denn auch ohne Kurzarbeit durch das Jahr gekommen, Lieferengpässe habe es ebenfalls nicht gegeben, sagt Elisabeth Holland, die auch für das laufende Jahr optimistisch ist. Und das, obwohl ein großes Datum bisher kleiner ausfallen musste als erhofft: Die Feier zum 100. Firmenjubiläum am 6. Januar musste ausfallen. Jetzt ruht die Hoffnung auf dem Oktober, wenn auch die neue Service-Halle den Betrieb aufnehmen soll.

Dass Jenz auch Veranstaltungen auf die Beine stellen kann, haben die Wegholmer zuletzt mit ihren Profi-Tagen im Jahr 2019 bewiesen. Die dreitägige Hausmesse war im Rückblick auch ein Testballon für eine Zeit ohne Messen – wie sie schon wenig später Wirklichkeit wurde. Ob Jenz nach der Pandemie wieder auf die großen Messen zurückkehrt, ist offen.

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